medeKI
Lernpfade

BGA Schritt für Schritt

Lernziel: Du kannst Grundstörungen und die erwartete Gegenregulation beurteilen.

Vom Wert zum Befund

Lernziel: Du kannst den Weg von einzelnen Werten zu einem begründeten Befund beschreiben.

Was jetzt hinzukommt

Du kennst pH, CO₂ und Bikarbonat als einzelne Größen. Jetzt verbinden wir sie: Welche Veränderung erklärt den pH, und wie reagiert der Körper darauf?

Von oben nach unten. Oben: Drei Werte, eine Erklärung (pH · pCO₂ · aktuelles HCO₃⁻). 1 pH einordnen: unter 7,35 → Azidämie, über 7,45 → Alkaliämie, 7,35–7,45: veränderte Werte trotzdem erklären. 2  Welche Veränderung erklärt die pH-Richtung?. Nebeneinander: HCO₃⁻ erklärt die Richtung → HCO₃⁻ primär verändert: metabolischer Prozess, gesucht: erwarteter pCO₂ | pCO₂ erklärt die Richtung → pCO₂ primär verändert: respiratorischer Prozess, gesucht: erwartetes HCO₃⁻. 3 Gegenreaktion prüfen: Richtung: wirkt sie dem ersten Prozess entgegen?, Ausmaß: passt sie zur berechneten Erwartung?. Ergebnis: Grundstörung (zuerst begründen) | Gegenreaktion (danach prüfen).

Abbildung: Die Erklärung des pH und die Prüfung der Gegenreaktion sind zwei aufeinanderfolgende Aufgaben. Quelle: eigene Darstellung.

Zuerst lernst du jede der vier Grundstörungen einzeln. Danach prüfen wir die erwartete Gegenreaktion. Ein vollständiger Fall kommt erst, wenn die einzelnen Schritte geübt sind.

Von oben nach unten. 1 Probe und klinische Priorität: richtiger Patient, Zeitpunkt, arterielle Probe?, Atemnot, Bewusstsein, Kreislauf: sofort handeln (vor jeder Rechnung). 2 Oxygenierung: pO₂ und Sauerstoffsättigung, Sauerstoffgabe und Beatmung notieren. 3 pH: unter 7,35 Azidämie, über 7,45 Alkaliämie, 7,35–7,45 beendet die Befundung nicht. 4 Führender Prozess: HCO₃⁻ erklärt die Richtung → metabolisch, pCO₂ erklärt die Richtung → respiratorisch. 5 Erwartete Gegenreaktion: metabolisch → erwarteter pCO₂ (mmHg), respiratorisch → erwartetes HCO₃⁻, akut oder chronisch. 6 Vergleich und Einordnung: im Bereich, darüber oder darunter?, Kontext und Verlauf; Ursache nicht aus der Formel. Ergebnis: Begründeter Befund mit begrenzter Aussage.

Der Weg vom einzelnen Wert zum begründeten Befund. Diesen Ablauf baust du in G02 Schritt für Schritt auf.

Quelle: eigene Darstellung.

So liest du das Bild: Gehe von oben nach unten. Schritt 1 ist rot markiert: Eine akute Gefährdung wird vor jeder Rechnung versorgt.

So arbeiten wir an einem Fall

Eine Zahl wird erst hilfreich, wenn du ihren Zusammenhang erklären kannst. Deshalb bekommt jeder neue Schritt zuerst eine Erklärung und ein gelöstes Beispiel.

Danach ergänzt du einen fehlenden Denkschritt und bearbeitest neue Werte selbst. Für Rechnungen stehen anfangs die Formeln dabei. Später entscheidest du selbst, welche Beziehung passt.

So ist jeder neue Schritt aufgebaut:

PhaseWas du tust
ErklärungDen Zusammenhang verstehen
Gelöstes BeispielDen Denkweg nachvollziehen
Lücke ergänzenEinen fehlenden Denkschritt einsetzen
Eigene AufgabeNeue Werte selbst bearbeiten

Unsere Übungswerte

Alle BGA-Tabellen in diesem Abschnitt sind arterielle Übungsbefunde. Sie zeigen jeweils nur die Werte, die du für die aktuelle Aufgabe brauchst.

Als gemeinsame Arbeitsreferenz gelten pH 7,35–7,45, pCO₂ 35–45 mmHg und aktuelles HCO₃⁻ 22–26 mmol/l. Im klinischen Befund verwendest du die Referenzen des ausgebenden Labors. Oxygenierung und Zustand des Patienten werden zusätzlich beurteilt.

Von oben nach unten. Oben: Arterieller Übungsbefund (nur die Werte für die aktuelle Aufgabe). 1 Gemeinsame Arbeitsreferenz: pH 7,35–7,45, pCO₂ 35–45 mmHg, aktuelles HCO₃⁻ 22–26 mmol/l. 2  Im klinischen Befund ergänzen. Nebeneinander: Bezugswerte → Labor: Referenzen des ausgebenden Labors, Einheit prüfen: mmHg oder kPa | Kontext → Patient: Oxygenierung: pO₂, Sättigung, Zustand: Atmung, Bewusstsein, Kreislauf. 3 Zusammenführen: Messwert + Referenz + Kontext, erst dann den Befund formulieren. Ergebnis: Arbeitsreferenz und klinischer Kontext gehören zusammen.

Abbildung: Die Übungsreferenzen werden im klinischen Befund durch Laborreferenzen und Patientenzustand ergänzt. Quelle: eigene Darstellung.

Die Arbeitsreferenz dieses Abschnitts auf einen Blick:

ParameterArbeitsreferenz
pH7,35–7,45
pCO₂35–45 mmHg
HCO₃⁻ (aktuell)22–26 mmol/l

Metabolisch zu sauer

Lernziel: Du kannst eine einfache metabolische Azidose aus pH und Bikarbonat begründen.

Was bedeutet metabolisch?

Du weißt: Weniger Bikarbonat senkt bei sonst gleichen Bedingungen den pH. Eine metabolische Azidose ist ein Prozess, bei dem Bikarbonat durch eine zusätzliche Säurebelastung abnimmt oder Bikarbonat verloren geht.

„Metabolisch“ beschreibt hier die nicht primär durch CO₂ ausgelöste Veränderung. Es heißt nicht, dass ausschließlich eine Erkrankung des Stoffwechsels möglich ist.

Von oben nach unten. Oben: Metabolische Azidose (HCO₃⁻ sinkt – nicht primär durch CO₂ ausgelöst). Nebeneinander: Säurebelastung → Zusätzliche Säure: H⁺ wird durch HCO₃⁻ gepuffert, HCO₃⁻ wird dabei verbraucht (z. B. Laktat, Ketonkörper) | Verlust → Bikarbonatverlust: HCO₃⁻ geht direkt verloren, Säure wird nicht vermehrt gebildet (z. B. Darm bei Durchfall). Gemeinsames Ergebnis: aktuelles HCO₃⁻ unter 22 mmol/l, pH sinkt, wenn nichts gegensteuert. Danach: Atmung kann gegensteuern: pCO₂ sinkt, Ursache gesondert klären. Ergebnis: Azidämie (wenn pH unter 7,35) | Ursache offen (Säure oder Verlust?).

Abbildung: Zwei Wege führen zur metabolischen Azidose: Zusätzliche Säure verbraucht Bikarbonat, oder Bikarbonat geht verloren. Quelle: eigene Darstellung.

Raster mit vier Feldern: metabolische und respiratorische Azidose links, metabolische und respiratorische Alkalose rechts; in jedem Feld primäre Veränderung, Gegenreaktion und ein Beispiel.

Die vier Grundstörungen. In dieser Einheit geht es um das Feld oben links: Bikarbonat sinkt, der pH fällt.

Quelle: Eigene Darstellung (programmatisch erstellt), 18.10.2026.

Prozess und Ergebnis unterscheiden

Azidose ist der säuernde Prozess. Azidämie bedeutet, dass der gemessene pH unter 7,35 liegt.

Zwei Begriffe, zwei Fragen:

BegriffBedeutung
AzidoseSäuernder Prozess
AzidämieGemessener pH unter 7,35

In unseren ersten einfachen Fällen erzeugt die Azidose eine Azidämie. Später lernst du, dass ein weiterer Prozess den pH mitverändern kann. Deshalb benennen wir zuerst den gemessenen Zustand und danach seine Erklärung.

Von oben nach unten. Oben: Zwei Begriffe, zwei Fragen. Nebeneinander: Wo liegt der pH? → Azidämie: gemessener pH unter 7,35, beschreibt den Zustand jetzt | Was passiert? → Azidose: säuernder Prozess, metabolisch HCO₃⁻ ↓, respiratorisch pCO₂ ↑. Einfacher Fall: eine Azidose → Azidämie, z. B. pH 7,32 bei HCO₃⁻ 16 mmol/l. Mehrere Prozesse: ein Gegenprozess kann den pH anheben, pH 7,35–7,45 trotz Azidose möglich. Ergebnis: Zuerst den Zustand, danach seine Erklärung.

Abbildung: Der gemessene pH benennt den Zustand; der säuernde Prozess wird gesondert erklärt. Quelle: eigene Darstellung.

Ein Beispiel vollständig erklärt

Ein Patient verliert mit starkem Durchfall Bikarbonat über den Darm.

ParameterWert
pH7,32
pCO₂32 mmHg
HCO₃⁻ (aktuell)16 mmol/l
  1. Der pH liegt unter 7,35: Es besteht eine Azidämie.
  2. HCO₃⁻ ist niedrig. Diese Veränderung wirkt säuernd und passt zum Bikarbonatverlust.
  3. Der niedrige pCO₂ wirkt dagegen pH-anhebend. Er erklärt den sauren pH nicht.

Die führende Störung ist damit eine metabolische Azidose. Wie stark die Atmung gegensteuern sollte, prüfen wir später.

Von oben nach unten. Oben: Starker Durchfall (Bikarbonatverlust über den Darm ist klinisch belegt). 1 pH 7,32 einordnen: unter 7,35 → Azidämie, Arbeitsreferenz 7,35–7,45 (Zustand). 2  Welche Größe trägt die saure Richtung?. Nebeneinander: unter 22 mmol/l → HCO₃⁻ 16 mmol/l: erniedrigt → wirkt säuernd, passt zum Bikarbonatverlust (erklärt pH) | unter 35 mmHg → pCO₂ 32 mmHg: erniedrigt → wirkt pH-anhebend, erklärt den sauren pH nicht (Gegenrichtung). 3 Führenden Prozess benennen: primär HCO₃⁻ ↓ → metabolische Azidose, Ausmaß der Atemantwort: später mit Winters. Ergebnis: Metabolische Azidose (führende Störung) | pCO₂ ↓ (Gegenreaktion, Ausmaß offen).

Abbildung: Beim Durchfallbeispiel trägt das niedrige Bikarbonat die Azidämie; der niedrige pCO₂ wirkt entgegen. Quelle: eigene Darstellung.

Die beiden veränderten Größen wirken in entgegengesetzte Richtungen.

GrößeWirkungBezug zum Fall
HCO₃⁻ 16 mmol/lSäuerndBikarbonatverlust durch Durchfall
pCO₂ 32 mmHgpH-anhebendErklärt den sauren pH nicht

Multiple Choice

Die pH-Richtung begründen

Nach klinisch belegtem Bikarbonatverlust zeigt die arterielle BGA: pH 7,33; pCO₂ 35 mmHg; aktuelles HCO₃⁻ 18 mmol/l. Welche Aussage passt?

Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.

AngabeVorgabe in der Aufgabe
Probearteriell
pH7,33
pCO₂35 mmHg
HCO₃⁻ aktuell18 mmol/l
Bekannter Kontextklinisch belegter Bikarbonatverlust
  1. a)Das niedrige Bikarbonat erklärt die Azidämie; pCO₂ ist nicht erhöht.
  2. b)pCO₂ liegt an der unteren Referenzgrenze und erklärt dadurch die Azidämie.
Lösung in der App →

Freie Antwort

Jetzt die Erklärung selbst bilden

Eine zusätzliche Säurebelastung, die nicht primär durch CO₂ entsteht, ist bekannt.

ParameterWert
pH7,31
pCO₂29 mmHg
HCO₃⁻ (aktuell)14 mmol/l

Benenne den pH-Zustand und erkläre, welcher Wert die säuernde Richtung trägt.

In der App sprechen üben →

CO₂ staut sich an

Lernziel: Du kannst eine respiratorische Azidose durch zu wenig CO₂-Abatmung erklären.

Wenn die Abatmung nicht reicht

CO₂ entsteht ständig im Körper und wird über die Lunge entfernt. Wird im Verhältnis zur CO₂-Produktion zu wenig wirksam belüftet, steigt pCO₂.

Wovon der pCO₂ hier abhängt:

SituationpCO₂
Wirksame Ventilation passt zur CO₂-ProduktionBleibt stabil
Zu wenig wirksame Ventilation für die CO₂-ProduktionSteigt

Von oben nach unten. Oben: CO₂ entsteht ständig (Abgabe nur über die alveoläre Ventilation). 1 Zwei Größen vergleichen: CO₂-Produktion der Zellen, wirksame alveoläre Ventilation. Nebeneinander: passend → Ventilation passt: pCO₂ bleibt stabil, etwa 35–45 mmHg | zu wenig → Zu wenig Ventilation: CO₂ staut sich an, pCO₂ über 45 mmHg | zu viel → Zu viel Ventilation: mehr CO₂ abgeatmet, pCO₂ unter 35 mmHg. Ergebnis: pCO₂ stabil (pH unverändert) | pCO₂ ↑ → pH ↓ (primär: resp. Azidose) | pCO₂ ↓ → pH ↑ (primär: resp. Alkalose).

Abbildung: Der pCO₂ ergibt sich aus CO₂-Produktion und alveolärer Ventilation; zu wenig Ventilation lässt ihn steigen, zu viel lässt ihn sinken. Quelle: eigene Darstellung.

Mehr CO₂ verschiebt das Puffergleichgewicht in Richtung mehr H⁺. Der pH sinkt. Diesen primär durch CO₂ ausgelösten Prozess nennen wir respiratorische Azidose.

Gleichung CO₂ plus H₂O im Gleichgewicht mit H₂CO₃ und H⁺ plus HCO₃⁻; darunter Lunge und Niere; zwei Ketten: weniger Ventilation führt über mehr CO₂ und H⁺ zu sinkendem pH, mehr Ventilation über weniger CO₂ und H⁺ zu steigendem pH.

CO₂ und H⁺ sind über das Puffergleichgewicht verbunden. Für die respiratorische Azidose gilt die obere Kette: weniger wirksame Ventilation, mehr CO₂, mehr H⁺, niedrigerer pH.

Quelle: Eigene Darstellung (programmatisch erstellt), 18.10.2026.

Ein Beispiel vollständig erklärt

Nach einem atemdämpfenden Medikament atmet ein Patient neu aufgetreten zu flach. Die arterielle BGA zeigt:

Von oben nach unten. Oben: Atemdämpfendes Medikament (neu aufgetreten zu flache Atmung). 1 Klinische Priorität zuerst: Bewusstsein, Atemarbeit, Kreislauf, Hilfe und nötige Unterstützung veranlassen (vor jeder Rechnung). 2 Mechanismus: alveoläre Ventilation ↓, CO₂-Produktion gleich → pCO₂ ↑. 3 Arterielle BGA: pH 7,26 → Azidämie, pCO₂ 60 mmHg → erhöht, wirkt säuernd, HCO₃⁻ 26 mmol/l → nicht erniedrigt. Ergebnis: Respiratorische Azidose (verminderte Abatmung) | Patient zuerst (Rechnung danach).

Abbildung: Nach einem atemdämpfenden Medikament hat die klinische Beurteilung Vorrang; der Mechanismus erklärt CO₂-Anstieg und Azidämie. Quelle: eigene Darstellung.

ParameterWert
pH7,26
pCO₂60 mmHg
HCO₃⁻ (aktuell)26 mmol/l
  1. Der pH liegt unter 7,35: Azidämie.
  2. pCO₂ ist erhöht und wirkt säuernd. Das passt zur verminderten Abatmung.
  3. HCO₃⁻ ist nicht erniedrigt und erklärt deshalb die Ansäuerung nicht.

Die führende Störung ist eine respiratorische Azidose. Der Zustand des Patienten hat jetzt Vorrang vor weiteren Übungsrechnungen.

Von oben nach unten. Oben: pH 7,26 (unter 7,35: Azidämie). Welche Größe erklärt die Ansäuerung?. Nebeneinander: über 45 mmHg → pCO₂ 60 mmHg: erhöht → wirkt säuernd, passt zur verminderten Abatmung (erklärt pH) | 22–26 mmol/l → HCO₃⁻ 26 mmol/l: nicht erniedrigt, erklärt die Ansäuerung nicht. Gegenreaktion später prüfen: primär respiratorisch → erwartetes HCO₃⁻, akut etwa +1 mmol/l je 10 mmHg. Ergebnis: Respiratorische Azidose (führende Störung) | HCO₃⁻ (Antwort mit Zeitverlauf prüfen).

Abbildung: pCO₂ und HCO₃⁻ werden getrennt auf ihren Beitrag zur Azidämie geprüft. Quelle: eigene Darstellung.

Die Werte werden nach ihrem Beitrag zur Azidämie geordnet.

GrößeBefundBedeutung
pCO₂ 60 mmHgErhöhtSäuernd; verminderte Abatmung
HCO₃⁻ 26 mmol/lNicht erniedrigtErklärt die Ansäuerung nicht

Multiple Choice

Welche Wirkung hat weniger Ventilation?

Die Atemmuskulatur ist plötzlich deutlich geschwächt. Die CO₂-Produktion bleibt zunächst gleich. Was erklärt eine mögliche pH-Abnahme?

Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.

AngabeVorgabe in der Aufgabe
Atemmuskulaturplötzlich deutlich geschwächt
CO₂-Produktionzunächst gleichbleibend
  1. a)Weniger CO₂ wird entfernt; der höhere pCO₂ wirkt säuernd.
  2. b)Mehr CO₂ wird entfernt; der niedrigere pCO₂ wirkt säuernd.
Lösung in der App →

Multiple Choice

Welche Störung erklärt diese BGA?

Seit kurzer Zeit besteht eine deutlich verminderte Ventilation.

ParameterWert
pH7,32
pCO₂50 mmHg
HCO₃⁻ (aktuell)25 mmol/l

Welche führende Störung passt?

  1. a)Metabolische Azidose durch niedriges Bikarbonat.
  2. b)Respiratorische Alkalose.
  3. c)Respiratorische Azidose.
Lösung in der App →

Freie Antwort

Die Kette laut erklären

Erkläre ohne Formel: Wie kann eine verminderte wirksame Belüftung der Lunge den pH senken?

Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.

AngabeVorgabe in der Aufgabe
Ausgangsveränderungverminderte wirksame Belüftung der Lunge
Zu erklärender VerlaufpH-Abnahme
In der App sprechen üben →

Metabolisch zu alkalisch

Lernziel: Du kannst eine einfache metabolische Alkalose aus Bikarbonat und pH erklären.

Die andere Richtung des Bikarbonats

Mehr Bikarbonat im Verhältnis zu CO₂ kann den pH anheben. Ein solcher primär nichtrespiratorischer Prozess heißt metabolische Alkalose.

Ein Beispiel ist der Verlust von Magensäure bei wiederholtem Erbrechen. Dadurch kann Bikarbonat im Blut ansteigen. Warum sich diese Störung halten kann, vertiefen wir später mit Volumen, Chlorid und Niere.

Von oben nach unten. Oben: Wiederholtes Erbrechen (Verlust von Magensäure (HCl)). 1 Säure geht verloren: Belegzellen geben H⁺ in den Magen ab, dabei gelangt je H⁺ ein HCO₃⁻ ins Blut. 2 HCO₃⁻ steigt: das H⁺ kehrt nicht zurück, aktuelles HCO₃⁻ über 26 mmol/l. Nebeneinander: Aufrechterhaltung → Warum sie bestehen bleibt: Volumen- und Chloridmangel, Niere hält HCO₃⁻ zurück (später vertieft) | Atmung → Gegenreaktion: Ventilation ↓ → pCO₂ ↑, begrenzt durch die Oxygenierung. Ergebnis: Metabolische Alkalose (Alkaliämie bei pH über 7,45) | pCO₂ ↑ (Gegenrichtung).

Abbildung: Beim Erbrechen geht Magensäure verloren; das bei ihrer Bildung ins Blut abgegebene Bikarbonat bleibt zurück. Quelle: eigene Darstellung.

Raster mit vier Feldern: metabolische und respiratorische Azidose links, metabolische und respiratorische Alkalose rechts; in jedem Feld primäre Veränderung, Gegenreaktion und ein Beispiel.

Jetzt das Feld oben rechts: Bikarbonat steigt, der pH steigt. Ein gleichzeitig erhöhter pCO₂ zeigt in die Gegenrichtung.

Quelle: Eigene Darstellung (programmatisch erstellt), 18.10.2026.

Auch hier: Prozess und Ergebnis

Alkalose bezeichnet den pH-anhebenden Prozess. Alkaliämie bedeutet einen gemessenen pH über 7,45.

Auch hier zwei Begriffe, zwei Fragen:

BegriffBedeutung
AlkalosepH-anhebender Prozess
AlkaliämieGemessener pH über 7,45

Die Begriffe beantworten verschiedene Fragen: „Was passiert?“ und „Wo liegt der pH jetzt?“ Bei mehreren Prozessen müssen sie nicht in dieselbe Richtung zeigen. Zunächst üben wir ein klares einfaches Muster.

Von oben nach unten. Oben: Zwei Begriffe, zwei Fragen. Nebeneinander: Wo liegt der pH? → Alkaliämie: gemessener pH über 7,45, beschreibt den Zustand jetzt | Was passiert? → Alkalose: pH-anhebender Prozess, metabolisch HCO₃⁻ ↑, respiratorisch pCO₂ ↓. Einfacher Fall: eine Alkalose → Alkaliämie, z. B. pH 7,50 bei HCO₃⁻ 36 mmol/l. Mehrere Prozesse: Richtungen können sich teilweise aufheben, Prozess und Zustand getrennt benennen. Ergebnis: Was passiert? – Wo liegt der pH jetzt?.

Abbildung: Die Begriffe Alkalose und Alkaliämie beantworten verschiedene Fragen. Quelle: eigene Darstellung.

Ein Beispiel vollständig erklärt

Nach mehrtägigem Erbrechen besteht ein klinisch belegter Magensäureverlust.

ParameterWert
pH7,50
pCO₂48 mmHg
HCO₃⁻ (aktuell)36 mmol/l
  1. Der pH liegt über 7,45: Alkaliämie.
  2. HCO₃⁻ ist erhöht und wirkt pH-anhebend. Das passt zum Säureverlust.
  3. Der ebenfalls erhöhte pCO₂ wirkt in die säuernde Richtung. Er erklärt die Alkaliämie nicht.

Die führende Störung ist eine metabolische Alkalose.

Von oben nach unten. Oben: Mehrtägiges Erbrechen (Magensäureverlust ist klinisch belegt). 1 pH 7,50 einordnen: über 7,45 → Alkaliämie, Arbeitsreferenz 7,35–7,45 (Zustand). 2  Welche Größe hebt den pH?. Nebeneinander: über 26 mmol/l → HCO₃⁻ 36 mmol/l: erhöht → wirkt pH-anhebend, passt zum Säureverlust (erklärt pH) | über 45 mmHg → pCO₂ 48 mmHg: erhöht → wirkt säuernd, erklärt die Alkaliämie nicht (Gegenrichtung). 3 Führenden Prozess benennen: primär HCO₃⁻ ↑ → metabolische Alkalose, Ausmaß der Atemantwort: später prüfen. Ergebnis: Metabolische Alkalose (führende Störung) | pCO₂ ↑ (Gegenreaktion, Ausmaß offen).

Abbildung: Im Erbrechensbeispiel wirken erhöhtes Bikarbonat und erhöhter pCO₂ in entgegengesetzte Richtungen. Quelle: eigene Darstellung.

Die beiden erhöhten Werte haben unterschiedliche Wirkungen.

GrößeWirkungBezug zum Fall
HCO₃⁻ 36 mmol/lpH-anhebendPasst zum Magensäureverlust
pCO₂ 48 mmHgSäuerndErklärt die Alkaliämie nicht

Multiple Choice

Die Alkalose begründen

Eine bekannte metabolische Alkalose zeigt pH 7,47, pCO₂ 46 mmHg und aktuelles HCO₃⁻ 32 mmol/l. Welche Aussage passt?

Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.

AngabeVorgabe in der Aufgabe
Bekannter Prozessmetabolische Alkalose
pH7,47
pCO₂46 mmHg
HCO₃⁻ aktuell32 mmol/l
  1. a)Die Bikarbonaterhöhung erklärt die Alkaliämie; der pCO₂-Anstieg wirkt ihr entgegen.
  2. b)Der pCO₂-Anstieg erklärt die Alkaliämie; Bikarbonat ist nur Begleitwert.
Lösung in der App →

Freie Antwort

Bikarbonat und CO₂ getrennt erklären

Bei bekanntem Säureverlust zeigt die BGA:

ParameterWert
pH7,52
pCO₂51 mmHg
HCO₃⁻ (aktuell)40 mmol/l

Erkläre, welcher Wert die Alkaliämie verursacht und welcher ihr entgegenwirkt.

In der App sprechen üben →

Zu viel CO₂ abgeatmet

Lernziel: Du kannst eine respiratorische Alkalose durch verstärkte CO₂-Abatmung erklären.

Wenn mehr CO₂ entfernt wird

Bei gleicher CO₂-Produktion sinkt pCO₂, wenn die wirksame Belüftung der Lunge zunimmt. Über das Puffergleichgewicht sinkt dadurch H⁺; der pH steigt.

Beginnt der Prozess mit dieser CO₂-Abnahme, heißt er respiratorische Alkalose. „Hyperventilation“ bedeutet in diesem Zusammenhang zu viel alveoläre Ventilation für die aktuelle CO₂-Produktion. Eine schnelle Atemfrequenz allein beweist sie nicht. Wirksam ist nur der Teil jedes Atemzugs, der über den Totraum von etwa 150 ml hinausgeht: alveoläre Ventilation ≈ (Atemzugvolumen − Totraum) × Atemfrequenz.

Von oben nach unten. Oben: Hyperventilation (mehr alveoläre Ventilation, als die CO₂-Produktion verlangt). 1 Alveoläre Ventilation: (Atemzugvolumen − Totraum) × Atemfrequenz, Totraum etwa 150 ml je Atemzug. Nebeneinander: Frequenz ↑ → Nur die Frequenz ist hoch: flache Züge füllen vor allem den Totraum, kein Beweis für Hyperventilation | alveoläre Ventilation ↑ → Ventilation über Bedarf: bei gleicher CO₂-Produktion, pCO₂ sinkt unter 35 mmHg. Ergebnis: Keine Diagnose (pCO₂ messen) | Respiratorische Alkalose (pCO₂ ↓ → H⁺ ↓ → pH ↑).

Abbildung: Entscheidend ist die alveoläre Ventilation im Verhältnis zur CO₂-Produktion; eine hohe Atemfrequenz allein beweist keine Hyperventilation. Quelle: eigene Darstellung.

Gleichung CO₂ plus H₂O im Gleichgewicht mit H₂CO₃ und H⁺ plus HCO₃⁻; darunter Lunge und Niere; zwei Ketten: weniger Ventilation führt über mehr CO₂ und H⁺ zu sinkendem pH, mehr Ventilation über weniger CO₂ und H⁺ zu steigendem pH.

Für die respiratorische Alkalose gilt die untere Kette: mehr wirksame Ventilation, weniger CO₂, weniger H⁺, höherer pH.

Quelle: Eigene Darstellung (programmatisch erstellt), 18.10.2026.

Was „Hyperventilation“ hier bedeutet:

BeobachtungEinordnung
Mehr alveoläre Ventilation, als für die aktuelle CO₂-Produktion nötigHyperventilation im Sinne dieses Abschnitts
Schnelle AtemfrequenzAllein kein Beweis

Ein Beispiel vollständig erklärt

Wegen akuter starker Schmerzen atmet ein Patient neu deutlich mehr, als zur CO₂-Abgabe erforderlich wäre. Andere Ursachen werden klinisch geprüft.

ParameterWert
pH7,49
pCO₂30 mmHg
HCO₃⁻ (aktuell)22 mmol/l
  1. Der pH liegt über 7,45: Alkaliämie.
  2. pCO₂ ist niedrig und wirkt pH-anhebend. Das erklärt die Richtung.
  3. HCO₃⁻ ist nicht erhöht. Die führende Störung ist eine respiratorische Alkalose.

Ein niedriger pCO₂ sagt noch nicht, warum der Atemantrieb verstärkt ist. Neben Schmerz kommen zum Beispiel Sauerstoffmangel, Sepsis oder eine Lungenembolie infrage.

Von oben nach unten. Oben: Akute starke Schmerzen (neu deutlich verstärkte Atmung). 1 pH 7,49 einordnen: über 7,45 → Alkaliämie, Arbeitsreferenz 7,35–7,45. Nebeneinander: unter 35 mmHg → pCO₂ 30 mmHg: niedrig → wirkt pH-anhebend, erklärt die Richtung (erklärt pH) | 22–26 mmol/l → HCO₃⁻ 22 mmol/l: nicht erhöht, akut erwartet: 24 − 2 = 22. 2 Ursache des Atemantriebs prüfen: Schmerz ist eine mögliche Ursache, pCO₂ allein zeigt die Ursache nicht (Sauerstoffmangel?, Sepsis?, Lungenembolie?). Ergebnis: Respiratorische Alkalose (führende Störung) | Ursache klären (klinisch, nicht aus pCO₂).

Abbildung: Der niedrige pCO₂ erklärt die Alkaliämie; die Ursache des verstärkten Atemantriebs wird klinisch geprüft. Quelle: eigene Darstellung.

Die Richtung des Befunds und seine Ursache werden getrennt beurteilt.

BefundBedeutung
pCO₂ 30 mmHgpH-anhebend; erklärt die Alkaliämie
HCO₃⁻ 22 mmol/lNicht erhöht
Atemantrieb verstärktUrsache nicht allein aus pCO₂ ableitbar

Multiple Choice

Die führende Störung finden

Eine akut verstärkte Ventilation ist bekannt. Arterielle BGA: pH 7,52; pCO₂ 28 mmHg; aktuelles HCO₃⁻ 22 mmol/l. Welche Einordnung passt?

Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.

AngabeVorgabe in der Aufgabe
Bekannter Verlaufakut verstärkte Ventilation
pH7,52
pCO₂28 mmHg
HCO₃⁻ aktuell22 mmol/l
  1. a)Respiratorische Alkalose: Die CO₂-Abnahme erklärt die Alkaliämie.
  2. b)Metabolische Alkalose: Das Bikarbonat erklärt einen primären Basenüberschuss.
  3. c)Metabolische Azidose: Jedes Bikarbonat unter 24 mmol/l beweist einen primären Säureprozess.
Lösung in der App →

Freie Antwort

Atmung ist mehr als Frequenz

Zwei Patienten atmen gleich häufig. Beim einen sind die Atemzüge sehr flach, beim anderen tief. Warum kannst du aus der Frequenz allein keine gleiche CO₂-Abatmung ableiten?

In der App sprechen üben →

Wie der Körper gegensteuert

Lernziel: Du kannst primäre Störung und kompensatorische Gegenreaktion getrennt erklären.

Auslöser und Antwort

Bei einer metabolischen Azidose senkt die Bikarbonatabnahme den pH. Der Körper kann darauf mit verstärkter CO₂-Abatmung reagieren. Ein sinkender pCO₂ hebt den pH wieder in Richtung Ausgangsbereich.

Diese Gegenreaktion heißt Kompensation. Sie dämpft die Wirkung der ersten Störung, beseitigt deren Ursache aber nicht. Durchfall verschwindet beispielsweise nicht dadurch, dass mehr CO₂ abgeatmet wird.

Von oben nach unten. Oben: Durchfall (Ursache: Bikarbonatverlust über den Darm). 1 Primäre Störung: HCO₃⁻ ↓ → pH ↓, metabolische Azidose. 2 Gegenreaktion der Atmung: mehr CO₂ abgeatmet → pCO₂ ↓, beginnt innerhalb von Minuten bis Stunden. Nebeneinander: Wirkung → Was sie leistet: pH-Verschiebung wird gedämpft, pH rückt Richtung 7,35–7,45 | Grenze → Was sie nicht leistet: Durchfall besteht weiter, Bikarbonatverlust geht weiter. Ergebnis: Wirkung gedämpft | Ursache bleibt (gesondert behandeln).

Abbildung: Die Atemantwort auf den Bikarbonatverlust verändert den pH, beseitigt den Durchfall aber nicht. Quelle: eigene Darstellung.

Raster mit vier Feldern: metabolische und respiratorische Azidose links, metabolische und respiratorische Alkalose rechts; in jedem Feld primäre Veränderung, Gegenreaktion und ein Beispiel.

Jede Grundstörung hat eine typische Gegenrichtung, jeweils in der zweiten Zeile eines Feldes. Die Gegenreaktion dämpft die pH-Verschiebung, beseitigt aber nicht die Ursache.

Quelle: Eigene Darstellung (programmatisch erstellt), 18.10.2026.

Die Richtung lässt sich herleiten

Frage zuerst: Welche Veränderung würde der pH-Verschiebung entgegenwirken?

Primäre VeränderungPassende Gegenrichtung
HCO₃⁻ sinkt: pH nach untenpCO₂ sinkt: pH nach oben
HCO₃⁻ steigt: pH nach obenpCO₂ steigt: pH nach unten

Bei primär respiratorischen Störungen passt sich längerfristig vor allem die renale Bikarbonatregulation an. Die Niere braucht dafür deutlich mehr Zeit als die unmittelbare Pufferung. Die Atemantwort setzt innerhalb von Minuten bis Stunden ein; die renale Anpassung beginnt nach Stunden und ist nach etwa 3–5 Tagen maximal.

Wer bei welcher Störung gegensteuert:

Primäre StörungGegenreaktion über
MetabolischAtmung: pCO₂ ändert sich
RespiratorischNiere: Bikarbonatregulation, deutlich langsamer

Von oben nach unten. Oben: Primäre Störung festgelegt (Wer steuert gegen – und wie schnell?). Nebeneinander: HCO₃⁻ primär → Metabolisch: Atmung steuert gegen, pCO₂ ändert sich gleichsinnig mit HCO₃⁻ | pCO₂ primär → Respiratorisch: Niere steuert gegen, HCO₃⁻ ändert sich gleichsinnig mit pCO₂. Nebeneinander: Atemantwort: beginnt innerhalb von Minuten, entwickelt sich über Stunden | Renale Antwort: setzt nach Stunden ein, maximal nach etwa 3–5 Tagen (sofort nur kleine Pufferantwort). Ergebnis: HCO₃⁻ ↓ → pCO₂ ↓ (HCO₃⁻ ↑ → pCO₂ ↑) | pCO₂ ↑ → HCO₃⁻ ↑ (pCO₂ ↓ → HCO₃⁻ ↓).

Abbildung: Metabolische Störungen beantwortet die Atmung innerhalb von Minuten bis Stunden, respiratorische Störungen die Niere über Tage. Quelle: eigene Darstellung.

Gegenrichtung ist noch keine Mengenprüfung

Ein niedriger pCO₂ kann bei metabolischer Azidose in die passende Richtung zeigen. Trotzdem kann er für die Stärke der Azidose noch zu hoch oder ungewöhnlich niedrig sein.

Von oben nach unten. Oben: Metabolische Azidose (Beispiel: aktuelles HCO₃⁻ 12 mmol/l). 1 Richtung prüfen: sinkt pCO₂? → wirkt pH-anhebend, wirkt dem ersten Prozess entgegen. 2 Ausmaß prüfen: Erwartung berechnen: 24–28 mmHg, Messwert damit vergleichen. Nebeneinander: über 28 → pCO₂ 36 mmHg: Richtung passt, zu wenig gesunken | 24–28 → pCO₂ 26 mmHg: Richtung passt, Ausmaß passt | unter 24 → pCO₂ 20 mmHg: Richtung passt, stärker gesunken. Ergebnis: Ausmaß zu klein (weiter klären) | Passende Kompensation | Ausmaß zu groß (weiter klären).

Abbildung: Erst die Richtung, dann das Ausmaß: Bei HCO₃⁻ 12 mmol/l passt nur ein pCO₂ von 24–28 mmHg zur erwarteten Antwort. Quelle: eigene Darstellung.

Deshalb trennen wir zwei Fragen:

  1. Richtung: Wirkt die Änderung dem ersten Prozess entgegen?
  2. Ausmaß: Passt die Größe dieser Änderung zur erwarteten Antwort?

Was Kompensation leistet und was nicht:

AussageZutreffend?
Sie dämpft die pH-Verschiebung.Ja
Sie beseitigt die Ursache der ersten Störung.Nein
Die richtige Richtung belegt schon das passende Ausmaß.Nein

Multiple Choice

Was hat Kompensation geleistet?

Bei weiterbestehendem Bikarbonatverlust steigt der zunächst erniedrigte pH durch verstärkte CO₂-Abatmung etwas an. Was folgt daraus?

Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.

AngabeVorgabe in der Aufgabe
Bikarbonatverlustbesteht weiter
CO₂-Abatmungverstärkt
pH-Verlaufzunächst erniedrigt, danach etwas angestiegen
  1. a)Die ursprüngliche Erkrankung ist geheilt.
  2. b)Jeder niedrige pCO₂ ist jetzt sicher angemessen.
  3. c)Die Wirkung auf den pH wurde gedämpft; die Ursache besteht weiter.
Lösung in der App →

Freie Antwort

Zwei getrennte Sätze

Ein Patient verliert Bikarbonat. Seine Atmung entfernt daraufhin mehr CO₂. Erkläre den ersten Prozess und die Antwort in je einem Satz.

Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.

AngabeVorgabe in der Aufgabe
Erster VorgangPatient verliert Bikarbonat
Nachfolgende BeobachtungAtmung entfernt mehr CO₂
In der App sprechen üben →

Ein Befund in klaren Schritten

Lernziel: Du kannst Probe, Oxygenierung, pH und führende Störung geordnet prüfen.

Zuerst: Gehören die Werte zusammen?

Bevor du rechnest, prüfst du Patient, Entnahmezeitpunkt und Probenart. Für unsere Aufgaben liegt eine arterielle Probe vor. Sauerstoffgabe und Beatmung gehören als Kontext zum Befund.

Eine Verwechslung, Luft in der Probe oder eine verzögerte Analyse kann Werte verändern. Bei unplausiblen Ergebnissen überprüfst du den Befund und gegebenenfalls eine neue Probe, statt eine passende Geschichte zu erfinden.

Von oben nach unten. Oben: BGA liegt vor (erst prüfen, dann rechnen). 1 Zuordnung sichern: richtiger Patient, Entnahmezeitpunkt, Probenart: hier arteriell. 2 Kontext notieren: Sauerstoffgabe, z. B. l/min, Beatmung und ihre Einstellung. 3 Fehlerquellen bedenken: Luft in der Probe, verzögerte Analyse, Verwechslung. Nebeneinander: Werte passen zum Patienten → Plausibel: Oxygenierung beurteilen, dann pH einordnen | Werte passen nicht → Unplausibel: Befund überprüfen, gegebenenfalls neue Probe (keine Geschichte erfinden). Ergebnis: Weiter befunden | Erst klären (dann rechnen).

Abbildung: Der Prüfweg verbindet Zuordnung, mögliche Einflüsse und die Reaktion auf unplausible Ergebnisse. Quelle: eigene Darstellung.

Woran du vor dem Rechnen denkst:

PrüfpunktWarum
Patient und EntnahmezeitpunktVerwechslung ausschließen
ProbenartIn unseren Aufgaben: arterielle Probe
Sauerstoffgabe und BeatmungGehören als Kontext zum Befund
Luft in der Probe, verzögerte AnalyseKönnen Werte verändern

Fünf Spritzen mit Blut auf einem Tuch; links zwei mit dunkelrotem, rechts drei mit hellerem rotem Blut.

Venöses Blut wirkt meist dunkler, arterielles heller. Die Farbe allein ist kein sicherer Nachweis der Probenart; maßgeblich sind Entnahmeort und Dokumentation.

Quelle: Wesalius, Wikimedia Commons, CC BY 4.0 (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Venous_and_arterial_blood_rotated_and_cropped.jpg); verkleinert, als WebP gespeichert.

Oxygenierung ist eine eigene Frage

pO₂ und Sauerstoffsättigung beschreiben die Oxygenierung; pCO₂ hilft bei der Beurteilung der Ventilation. Das sind unterschiedliche Fragen.

Zwei verschiedene Fragen an dieselbe BGA:

FrageWerte
OxygenierungpO₂, Sauerstoffsättigung
VentilationpCO₂

Schwere Atemnot, Bewusstseinsstörung oder Kreislaufinstabilität verlangen sofortige klinische Beurteilung und Unterstützung. Eine vollständige Säure-Basen-Rechnung darf diese Schritte nicht verzögern. Für die Sauerstoffgabe gilt als Zielbereich meist eine SpO₂ von 92–96 %, bei Risiko für eine Hyperkapnie 88–92 %.

Von oben nach unten. Oben: Warnzeichen? (schwere Atemnot · Bewusstseinsstörung · Kreislaufinstabilität). Nebeneinander: Warnzeichen vorhanden → Ja: sofort klinisch beurteilen, Hilfe holen, Atmung und Kreislauf unterstützen (Rechnung wartet) | Patient stabil → Nein: BGA geordnet befunden, Probe, Oxygenierung, pH. Zwei getrennte Fragen an dieselbe BGA: Oxygenierung ist nicht Ventilation, die Rechnung verzögert keine Versorgung. Nebeneinander: Oxygenierung: pO₂ und Sauerstoffsättigung, Ziel-SpO₂ meist 92–96 % (Hyperkapnierisiko: 88–92 %) | Ventilation: pCO₂, Arbeitsreferenz 35–45 mmHg. Ergebnis: Sauerstoff nach Zielbereich | Säure-Basen-Befund.

Abbildung: Warnzeichen führen zuerst zur klinischen Beurteilung und Unterstützung; danach werden Oxygenierung und Ventilation getrennt beurteilt. Quelle: eigene Darstellung.

Dann der Säure-Basen-Gedankengang

SchrittFrage
1. pHAzidämie, Referenzbereich oder Alkaliämie?
2. Führender ProzessWelche Änderung erklärt die pH-Richtung?
3. GegenreaktionPasst die zweite Größe zur erwarteten Antwort?
4. EinordnungWie passen Kontext und Verlauf zusammen?

Ein pH im Referenzbereich beendet die Befundung nicht. Deutlich veränderte pCO₂- und HCO₃⁻-Werte müssen trotzdem erklärt werden. Für die nächsten Übungen wählen wir zunächst klare, einfache Konstellationen.

Von oben nach unten. Oben: pH gemessen (arterielle Arbeitsreferenz 7,35–7,45). Nebeneinander: Azidämie → pH unter 7,35: saurer Prozess führt, HCO₃⁻ ↓ oder pCO₂ ↑ suchen | Referenzbereich → pH 7,35–7,45: Befundung nicht beendet, pCO₂, HCO₃⁻ verändert? | Alkaliämie → pH über 7,45: alkalisierender Prozess führt, HCO₃⁻ ↑ oder pCO₂ ↓ suchen. Führenden Prozess begründen: Welche Änderung erklärt die Richtung?, dann die passende Erwartungsbeziehung wählen. Ergebnis: metabolisch (erwarteter pCO₂) | respiratorisch (erwartetes HCO₃⁻).

Abbildung: Jede pH-Lage führt zur Frage nach dem führenden Prozess; ein pH im Referenzbereich beendet die Befundung nicht. Quelle: eigene Darstellung.

Von oben nach unten. 1 Probe und klinische Priorität: richtiger Patient, Zeitpunkt, arterielle Probe?, Atemnot, Bewusstsein, Kreislauf: sofort handeln (vor jeder Rechnung). 2 Oxygenierung: pO₂ und Sauerstoffsättigung, Sauerstoffgabe und Beatmung notieren. 3 pH: unter 7,35 Azidämie, über 7,45 Alkaliämie, 7,35–7,45 beendet die Befundung nicht. 4 Führender Prozess: HCO₃⁻ erklärt die Richtung → metabolisch, pCO₂ erklärt die Richtung → respiratorisch. 5 Erwartete Gegenreaktion: metabolisch → erwarteter pCO₂ (mmHg), respiratorisch → erwartetes HCO₃⁻, akut oder chronisch. 6 Vergleich und Einordnung: im Bereich, darüber oder darunter?, Kontext und Verlauf; Ursache nicht aus der Formel. Ergebnis: Begründeter Befund mit begrenzter Aussage.

Die vollständige Reihenfolge: zuerst Probe, klinische Priorität und Oxygenierung, dann der Säure-Basen-Gedankengang aus der Tabelle.

Quelle: eigene Darstellung.

Multiple Choice

Klinische Priorität vor Rechentiefe

Ein Patient ist neu auffällig schläfrig, nur durch Ansprache oder Berührung weckbar (somnolent) und atmet unzureichend. Eine BGA liegt bereit. Was hat Vorrang?

Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.

AngabeVorgabe in der Aufgabe
Bewusstseinneu schläfrig, nur durch Ansprache oder Berührung weckbar
Atmungunzureichend
BefundBGA liegt bereit
  1. a)Atmung und Kreislauf sofort beurteilen, Hilfe und nötige Unterstützung veranlassen.
  2. b)Zuerst die vollständige Kompensationsanalyse abschließen, um die Unterstützung exakt aus der Formel abzuleiten.
Lösung in der App →

Multiple Choice

Den richtigen nächsten Denkschritt wählen

Probe und Oxygenierung sind geprüft, der Patient ist stabil. pH beträgt 7,29. Welche Frage folgt für den Säure-Basen-Befund?

Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.

AngabeVorgabe in der Aufgabe
Patientstabil
Bereits geprüftProbe und Oxygenierung
pH7,29
  1. a)Welche CO₂- oder Bikarbonatveränderung erklärt die pH-Richtung?
  2. b)Welchen Winters-Wert ergibt jeder saure pH unabhängig vom primären Prozess?
Lösung in der App →

Freie Antwort

Ein einfacher Befund ohne Formel

Die arterielle Probe ist plausibel; Oxygenierung und klinischer Zustand sind bereits beurteilt. Ein Bikarbonatverlust ist bekannt.

ParameterWert
pH7,32
pCO₂34 mmHg
HCO₃⁻ (aktuell)17 mmol/l

Formuliere die bisher mögliche Säure-Basen-Einordnung und die noch offene Frage.

In der App sprechen üben →

Was wir vom pCO₂ erwarten

Lernziel: Du kannst erklären, warum ein allgemeiner Normalwert bei Azidose nicht genügt.

Zwei verschiedene Vergleichsfragen

Ein Laborreferenzbereich beschreibt Werte in einer Referenzpopulation. Bei einer metabolischen Azidose hat der Körper jedoch einen Grund, mehr CO₂ abzugeben. Mehr H⁺ verstärkt über die Chemorezeptoren den Atemantrieb.

Von oben nach unten. Oben: Metabolische Azidose (HCO₃⁻ sinkt, der pH sinkt). 1 Biologischer Grund zur Gegenreaktion: mehr H⁺ verstärkt den Atemantrieb, mehr CO₂ abgeatmet → pCO₂ sinkt. 2 Neue Vergleichsfrage: Ist pCO₂ so weit gesunken wie erwartet?, die Erwartung hängt vom HCO₃⁻ ab. Nebeneinander: allgemein → Laborreferenz: 35–45 mmHg, Referenzpopulation ohne diese Azidose | für diesen Patienten → Individuelle Erwartung: z. B. HCO₃⁻ 12 → 24–28 mmHg, berücksichtigt die Bikarbonatabnahme. Ergebnis: Reicht nicht (für die Kompensationsfrage) | Richtiger Vergleich (für die Kompensationsfrage).

Abbildung: Die biologische Gegenreaktion begründet den individuellen Vergleich: CO₂-Abatmung wirkt der pH-Senkung durch Bikarbonatabnahme entgegen. Quelle: eigene Darstellung.

Jetzt lautet die Frage: Ist pCO₂ so weit gesunken, wie wir es bei dieser Bikarbonatabnahme erwarten? Dieser individuelle Erwartungsbereich ist nicht mit dem allgemeinen Laborbereich identisch.

Von oben nach unten. Oben: Gemessener pCO₂ 40 mmHg (bei begründeter metabolischer Azidose, HCO₃⁻ 12 mmol/l). Welche Frage stellst du?. Nebeneinander: Frage 1 → Im Laborbereich?: Vergleich: 35–45 mmHg, 40 mmHg → im Bereich | Frage 2 → Passt die Atemantwort?: Vergleich: 24–28 mmHg, 40 mmHg → deutlich darüber. Ergebnis: unauffällig (nur im Vergleich zur Population) | zu hoch (erwartete CO₂-Abnahme fehlt).

Abbildung: Derselbe pCO₂ von 40 mmHg ist im Laborbereich unauffällig, für diese metabolische Azidose aber zu hoch. Quelle: eigene Darstellung.

Zwei Vergleichsfragen:

VergleichBeantwortet
LaborreferenzbereichLiegt der Wert im Bereich einer Referenzpopulation?
Individueller ErwartungsbereichIst pCO₂ so weit gesunken, wie bei dieser Bikarbonatabnahme erwartet?

Ein gegebener Bereich als Beispiel

Die metabolische Azidose ist bereits begründet. Für diesen Übungsbefund wurde ein erwarteter pCO₂ von 24–28 mmHg berechnet. Wir betrachten nun einen gemessenen pCO₂ von 40 mmHg.

40 liegt zwar in der allgemeinen Arbeitsreferenz 35–45 mmHg. Für diese metabolische Azidose liegt es aber über 24–28 mmHg. Die erwartete CO₂-Abnahme ist nicht ausreichend vorhanden. Wie man den Bereich berechnet, lernst du im nächsten Schritt.

Zwei Zahlenstrahlen für pCO₂: oben die Arbeitsreferenz 35 bis 45 mmHg mit dem Messwert 40 im Bereich, unten der Erwartungsbereich 24 bis 28 mmHg mit dem Messwert 40 deutlich darüber.

Derselbe Messwert, zwei Vergleiche: In der allgemeinen Arbeitsreferenz liegt 40 mmHg im Bereich. Für diese metabolische Azidose liegt er über der Erwartung von 24–28 mmHg.

Quelle: Eigene Darstellung (programmatisch erstellt), 18.10.2026.

Das Ergebnis des Beispiels in Kurzform:

Vergleich mit40 mmHg liegt
Arbeitsreferenz 35–45 mmHgIm Bereich
Erwartung 24–28 mmHgDarüber

Multiple Choice

Zwei Referenzen auseinanderhalten

Bei einer begründeten metabolischen Azidose werden 27–31 mmHg erwartet; gemessen sind 38 mmHg. Welche Beurteilung trifft die Kompensationsfrage?

Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.

AngabeVorgabe in der Aufgabe
Bekannter Prozessmetabolische Azidose
Erwarteter pCO₂27–31 mmHg
Gemessener pCO₂38 mmHg
  1. a)38 liegt in der allgemeinen Referenz, also genügt die Atemantwort.
  2. b)38 liegt über der Erwartung für diese Azidose; der allgemeine Referenzbereich reicht als Vergleich nicht.
Lösung in der App →

Freie Antwort

Warum normal nicht genügt

Ein Kollege sagt: „Der pCO₂ liegt bei 39 mmHg. Also ist die Atemantwort auf die metabolische Azidose sicher ausreichend.“ Erkläre die fehlende Überlegung.

Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.

AngabeVorgabe in der Aufgabe
Bekannter Prozessmetabolische Azidose
pCO₂39 mmHg
Zu prüfende AussageAtemantwort sei sicher ausreichend
In der App sprechen üben →

Winters Schritt für Schritt

Lernziel: Du kannst aus aktuellem Bikarbonat den Winters-Erwartungsbereich berechnen.

Welche Frage beantwortet Winters?

Bei einer bereits begründeten metabolischen Azidose schätzt die Winters-Formel, welcher arterielle pCO₂ als respiratorische Gegenreaktion zu erwarten ist. Sie liefert keinen gemessenen Wert, sondern einen Vergleichsbereich.

Dafür setzt du das aktuelle HCO₃⁻ in mmol/l ein. Das Ergebnis ist pCO₂ in mmHg. Standardbikarbonat wird nicht eingesetzt.

Von oben nach unten. Oben: Winters-Formel (erwarteter arterieller pCO₂ bei metabolischer Azidose). 1 Voraussetzung prüfen: HCO₃⁻ ↓ erklärt die saure Richtung, nicht bei primär respiratorischer Störung. 2  Eingabe wählen. Nebeneinander: einsetzen → Aktuelles HCO₃⁻: in mmol/l, z. B. 14 mmol/l | nicht einsetzen → Standardbikarbonat: unter Standardbedingungen berechnet, auch nicht mit HCO₃⁻ mitteln. 3 Ergebnis richtig lesen: erwarteter arterieller pCO₂ in mmHg, Vergleichsbereich, kein Messwert. Ergebnis: Erst Azidose begründen, dann Winters.

Abbildung: Die Eingangskontrolle trennt Voraussetzung, richtige Bikarbonatgröße und Bedeutung des Ergebnisses. Quelle: eigene Darstellung.

Was in die Winters-Formel gehört:

FrageAntwort
VoraussetzungBegründete metabolische Azidose
EingabeAktuelles HCO₃⁻ in mmol/l
ErgebnisErwarteter pCO₂ in mmHg als Vergleichsbereich
Nicht einsetzenStandardbikarbonat

Die Zeichen einzeln lesen

Erwarteter pCO₂ = 1,5 × aktuelles HCO₃⁻ + 8 ± 2

RechenteilWas du machst
1,5 × HCO₃⁻ + 8Zuerst den mittleren Erwartungswert berechnen.
− 2Vom mittleren Wert 2 mmHg abziehen.
+ 2Zum mittleren Wert 2 mmHg addieren.

Die Zahlen 1,5 und 8 sind aus Beobachtungen abgeleitete Bestandteile dieser Näherung. ±2 bildet die untere und obere Grenze. Es ist keine zusätzliche Zahl aus der BGA.

Von oben nach unten. Oben: Erwarteter pCO₂ = 1,5 × HCO₃⁻ + 8 ± 2. 1 Mittleren Wert berechnen: 1,5 × aktuelles HCO₃⁻, dann + 8 → mittlerer Erwartungswert. Nebeneinander: − 2 → 2  Untere Grenze: Mittelwert − 2 mmHg, z. B. 26 − 2 = 24 | + 2 → 3  Obere Grenze: Mittelwert + 2 mmHg, z. B. 26 + 2 = 28. Was die Zahlen bedeuten: 1,5 und 8: aus Beobachtungen abgeleitet, ± 2: Grenzen, keine Zahl aus der BGA. Ergebnis: Erwartungsbereich 24–28 mmHg (bei aktuellem HCO₃⁻ 12 mmol/l).

Abbildung: Die Formelzeichen werden nach ihrer Funktion geordnet: Mittelwert und zwei Grenzen. Quelle: eigene Darstellung.

Ein vollständig gelöstes Beispiel

Eine metabolische Azidose ist bereits begründet; aktuelles HCO₃⁻ beträgt 12 mmol/l.

SchrittRechnung
1. Multiplizieren1,5 × 12 = 18
2. Addieren18 + 8 = 26 mmHg
3. Untere Grenze26 − 2 = 24 mmHg
4. Obere Grenze26 + 2 = 28 mmHg

Der erwartete Bereich lautet 24–28 mmHg. Erst danach vergleichen wir mit dem tatsächlich gemessenen pCO₂.

Bei begründeter metabolischer Azidose und HCO₃⁻ 12 mmol/l ergibt 1,5 mal 12 plus 8 den Erwartungswert 26 mmHg. Minus und plus 2 ergeben 24 bis 28 mmHg.

Den Winters-Bereich sichtbar aufbauen. Quelle: eigene Darstellung.

So liest du das Bild: Lies die Rechnung von oben nach unten: Eingabewert, Erwartungswert, untere und obere Grenze. Der berechnete Wert ist eine Erwartung zum Vergleich mit einem arteriellen Messwert; er ist keine Beatmungseinstellung.

Von oben nach unten. Oben: Beispiel: aktuelles HCO₃⁻ 20 mmol/l (metabolische Azidose begründet). Richtig: 1,5 × 20 = 30; 30 + 8 = 38 mmHg, 38 ± 2 → 36–40 mmHg. Nebeneinander: Fehler 1 → + 8 vergessen: 1,5 × 20 = 30, 30 ± 2 → 28–32 | Fehler 2 → Mittelwert als Grenze: 38 als Untergrenze, → 38–42 | Fehler 3 → Falsches Bikarbonat: Standard-HCO₃⁻ 23, → 40,5–44,5. Ergebnis: zu niedrig | verschoben | andere Größe. Ergebnis: Kontrolle: erst Mittelwert, dann ± 2 (nur aktuelles HCO₃⁻ einsetzen).

Abbildung: Drei typische Rechenfehler bei Winters am Beispiel eines aktuellen HCO₃⁻ von 20 mmol/l. Quelle: eigene Darstellung.

Multiple Choice

Jetzt den ganzen Bereich berechnen

Bei begründeter metabolischer Azidose beträgt aktuelles HCO₃⁻ 18 mmol/l.

Erwarteter pCO₂ = 1,5 × HCO₃⁻ + 8 ± 2.

Welcher Bereich ergibt sich?

Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.

AngabeVorgabe in der Aufgabe
Bekannter Prozessmetabolische Azidose
HCO₃⁻ aktuell18 mmol/l
Gegebene Formel1,5 × HCO₃⁻ + 8 ± 2
  1. a)25–29 mmHg.
  2. b)35–39 mmHg.
  3. c)33–37 mmHg.
Lösung in der App →

Multiple Choice

Den passenden Eingangswert auswählen

Ein Gerät zeigt aktuelles HCO₃⁻ 14 mmol/l und Standardbikarbonat 18 mmol/l. Welche Zahl setzt du bei begründeter metabolischer Azidose in Winters ein?

Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.

AngabeVorgabe in der Aufgabe
HCO₃⁻ aktuell14 mmol/l
Standardbikarbonat18 mmol/l
Bekannter Prozessmetabolische Azidose
  1. a)14 mmol/l: das aktuelle HCO₃⁻.
  2. b)18 mmol/l: das Standardbikarbonat.
  3. c)Den Mittelwert aus beiden Angaben.
Lösung in der App →

Freie Antwort

Schreibe die einzelnen Rechenschritte auf.

Eine neue Rechnung erklären

Die metabolische Azidose ist begründet. Aktuelles HCO₃⁻ beträgt 10 mmol/l. Berechne mittleren Wert und beide Grenzen und erkläre kurz, was das Ergebnis bedeutet.

Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.

AngabeVorgabe in der Aufgabe
Bekannter Prozessmetabolische Azidose
HCO₃⁻ aktuell10 mmol/l
Gesuchtmittlerer Erwartungswert und beide Grenzen
In der App sprechen üben →

Atemantworten unterscheiden

Lernziel: Du kannst drei Winters-Muster erklären und ihre klinische Bedeutung begrenzen.

Aus dem Vergleich wird ein Befund

Du hast die metabolische Azidose bereits begründet und den erwarteten pCO₂ berechnet. Jetzt vergleichst du den gemessenen arteriellen pCO₂ mit diesem Bereich.

MesswertWarum ist das wichtig?
Im ErwartungsbereichDie CO₂-Abnahme passt zur üblichen respiratorischen Gegenreaktion.
OberhalbMehr CO₂ bleibt zurück als erwartet und wirkt zusätzlich säuernd.
UnterhalbCO₂ ist stärker gefallen als erwartet und wirkt zusätzlich pH-anhebend.

Im Bereich bedeutet: mit angemessener respiratorischer Kompensation vereinbar. Oberhalb spricht für eine zusätzliche respiratorisch azidotische, unterhalb für eine zusätzliche respiratorisch alkalotische Komponente. Ein ungewöhnlich niedriger Wert heißt daher nicht einfach „besonders gut kompensiert“.

Ein passender pCO₂ erklärt weder die Ursache der metabolischen Azidose noch schließt er mehrere metabolische Prozesse aus. Die weiterführende Ursachenprüfung folgt in G03/G04.

Von oben nach unten. Oben: Metabolische Azidose begründet (Erwartungsbereich nach Winters berechnet). 1 Gemessenen arteriellen pCO₂ vergleichen: gleiche Einheit: mmHg, mit dem Erwartungsbereich, nicht mit 35–45. Nebeneinander: unter dem Bereich → Unterhalb: stärker gesunken als erwartet, wirkt zusätzlich pH-anhebend | im Bereich → Im Bereich: passt zur üblichen Antwort, Ursache damit nicht erklärt | über dem Bereich → Oberhalb: mehr CO₂ als erwartet, wirkt zusätzlich säuernd. Ergebnis: + resp. Alkalose (Ursache prüfen) | angemessene Kompensation (weitere Prozesse möglich) | + resp. Azidose (Ventilation beurteilen).

Abbildung: Der Vergleich mit dem Winters-Bereich hat drei mögliche Ergebnisse; nur „im Bereich“ spricht für eine angemessene Kompensation. Quelle: eigene Darstellung.

Diagramm mit aktuellem HCO₃⁻ auf der x-Achse und pCO₂ auf der y-Achse; ein ansteigendes Band zeigt den Winters-Erwartungsbereich, darüber und darunter liegen die Bereiche für zusätzliche respiratorische Komponenten; markiert ist HCO₃⁻ 12 mit 24 bis 28 mmHg.

Für jedes aktuelle HCO₃⁻ ergibt Winters ein Band. Darüber spricht für eine zusätzliche respiratorisch azidotische, darunter für eine zusätzliche respiratorisch alkalotische Komponente. Das Diagramm gilt nur bei begründeter metabolischer Azidose.

Quelle: Eigene Darstellung (programmatisch erstellt), 18.10.2026.

Dasselbe Bikarbonat, drei mögliche Messwerte

In diesen getrennten Rechenbeispielen ist eine metabolische Azidose bereits begründet. Aktuelles HCO₃⁻ beträgt jeweils 12 mmol/l.

Winters: 1,5 × 12 + 8 = 26 mmHg; Erwartungsbereich 24–28 mmHg.

Gemessener pCO₂Begründete Einordnung
26 mmHgPassende respiratorische Kompensation.
36 mmHgOberhalb: zusätzliche respiratorisch azidotische Komponente.
20 mmHgUnterhalb: zusätzliche respiratorisch alkalotische Komponente.

Die entscheidende Beziehung: 36 mmHg liegt in unserer allgemeinen Arbeitsreferenz 35–45. Für HCO₃⁻ 12 ist dieser Wert trotzdem zu hoch. 20 mmHg ist zwar stärker erniedrigt als 26, aber der zusätzliche pH-anhebende Einfluss ist damit ein eigener Befund.

Das sind drei Vergleichssituationen, kein Verlauf mit festgehaltenem pH. Würde pCO₂ bei gleichem HCO₃⁻ wechseln, müsste sich nach Henderson–Hasselbalch auch der pH ändern.

Drei getrennte Beispiele bei HCO₃⁻ 12 mmol/l: pCO₂ 20 liegt unter, 26 im und 36 über dem erwarteten Bereich 24 bis 28 mmHg.

Drei Antworten auf dieselbe metabolische Azidose. Quelle: eigene Darstellung.

So liest du das Bild: Das grüne Band bleibt gleich, nur der gemessene pCO₂ ändert sich. Unterhalb besteht ein Hinweis auf eine zusätzliche respiratorische Alkalose, oberhalb auf eine zusätzliche respiratorische Azidose. Im Band ist die respiratorische Kompensation passend. Verlauf und klinischer Zustand bleiben zu berücksichtigen. Es sind drei Lehrsituationen, keine Messreihe desselben Patienten.

Jetzt zum Patienten zurück

Ein zu hoher pCO₂ kann zu einem gedämpften Atemantrieb, einer erschöpften Atemmuskulatur oder einer anderen Einschränkung der Ventilation passen. Bei rasch entstandener Azidose kann die Antwort auch noch in Entwicklung sein.

Beurteile deshalb Bewusstsein, Atemarbeit, wirksame Ventilation und Verlauf. Eine Zahl allein bestimmt keine Ursache und keine Beatmungseinstellung.

Von oben nach unten. Oben: pCO₂ höher als erwartet (z. B. HCO₃⁻ 16: erwartet 30–34, gemessen 42 mmHg). 1 Sofort klinisch beurteilen: Bewusstsein: zunehmend schläfrig?, Atemarbeit und wirksame Ventilation. Nebeneinander: zentral → Atemantrieb gedämpft: z. B. Medikamente, Schläfrigkeit | Muskulatur → Atempumpe erschöpft: lange hohe Atemarbeit, flache Atmung | Zeit → Antwort in Entwicklung: rasch entstandene Azidose, Verlauf, Kontroll-BGA. Ergebnis: Unterstützung nach Klinik (nicht nach Formel) | Eine Zahl (zeigt keine Ursache).

Abbildung: Bei zu hohem pCO₂ werden Atemantrieb, Atempumpe und zeitlicher Verlauf klinisch geprüft. Quelle: eigene Darstellung.

Was bei einem zu hohen pCO₂ geprüft wird:

PrüfenMögliche Erklärung
BewusstseinGedämpfter Atemantrieb
AtemarbeitErschöpfte Atemmuskulatur
Wirksame VentilationAndere Einschränkung der Ventilation
VerlaufAntwort bei rasch entstandener Azidose noch in Entwicklung

Multiple Choice

Bedeutung statt nur Zahlenposition

Bei begründeter metabolischer Azidose beträgt HCO₃⁻ 14 mmol/l und pCO₂ 29 mmHg. Winters ergibt 27–31 mmHg. Welche Aussage ist angemessen?

Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.

AngabeVorgabe in der Aufgabe
Bekannter Prozessmetabolische Azidose
HCO₃⁻14 mmol/l
pCO₂29 mmHg
Genannter Winters-Bereich27–31 mmHg
  1. a)Die niedrige CO₂-Zahl beweist eine zusätzliche respiratorische Alkalose.
  2. b)Das Ausmaß der CO₂-Abnahme ist mit einer passenden respiratorischen Kompensation vereinbar.
  3. c)Der passende Vergleich schließt zusätzliche metabolische Prozesse aus.
Lösung in der App →

Multiple Choice

Warum ein normaler pH nicht genügt

Eine metabolische Azidose ist durch den klinischen Verlauf begründet: pH 7,40; HCO₃⁻ 12 mmol/l; pCO₂ 20 mmHg. Winters erwartet 24–28 mmHg. Welche Erklärung passt?

Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.

AngabeVorgabe in der Aufgabe
Bekannter Prozessmetabolische Azidose
pH7,40
HCO₃⁻12 mmol/l
pCO₂20 mmHg
Genannter Winters-Bereich24–28 mmHg
  1. a)Der pH beweist, dass die metabolische Azidose verschwunden ist.
  2. b)Die unerwartet starke CO₂-Abnahme kann den pH trotz fortbestehender metabolischer Azidose in den Referenzbereich verschieben.
Lösung in der App →

Freie Antwort

Berechnen, einordnen, handeln

Eine metabolische Azidose ist begründet. HCO₃⁻ beträgt 16 mmol/l, pCO₂ 42 mmHg. Der Patient wird zunehmend schläfrig. Erkläre den Vergleich und die unmittelbare Priorität.

Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.

AngabeVorgabe in der Aufgabe
Bekannter Prozessmetabolische Azidose
HCO₃⁻16 mmol/l
pCO₂42 mmHg
Klinischer Verlaufzunehmend schläfrig
In der App sprechen üben →

Freie Antwort

Eine neue Beziehung erklären

Die metabolische Azidose ist begründet. HCO₃⁻ beträgt 18 mmol/l, pCO₂ 25 mmHg. Berechne und erkläre, warum du nicht nur von einer passenden Gegenreaktion sprichst.

Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.

AngabeVorgabe in der Aufgabe
Bekannter Prozessmetabolische Azidose
HCO₃⁻18 mmol/l
pCO₂25 mmHg
In der App sprechen üben →

Atemantwort bei Alkalose

Lernziel: Du kannst die erwartete Atemantwort auf eine metabolische Alkalose abschätzen.

Die passende Richtung zuerst

Bei einer metabolischen Alkalose wirkt mehr Bikarbonat pH-anhebend. Eine Verringerung der Ventilation lässt pCO₂ steigen und wirkt dadurch säuernd entgegen.

Diese Antwort ist begrenzt: Die Atmung muss weiterhin die Oxygenierung unterstützen. Eine beliebige CO₂-Zunahme ist deshalb nicht automatisch eine normale Gegenreaktion. Kompensatorisch steigt der pCO₂ selten über etwa 55 mmHg; ein deutlich höherer Wert spricht für eine zusätzliche respiratorische Azidose.

Von oben nach unten. Oben: Metabolische Alkalose (mehr HCO₃⁻ hebt den pH). 1 Gegenrichtung der Atmung: Ventilation ↓ → pCO₂ ↑, wirkt säuernd entgegen. 2 Physiologische Grenze: Atmung muss die Oxygenierung sichern, kompensatorisch selten über etwa 55 mmHg. Nebeneinander: nahe der Erwartung → pCO₂ passt: ≈ 40 + 0,7 × (HCO₃⁻ − 24), grob ± 5 mmHg | über der Grenze → pCO₂ deutlich höher: z. B. über 55 mmHg, Oxygenierung beurteilen. Ergebnis: Gegenreaktion vereinbar | + resp. Azidose prüfen (Hypoventilation?).

Abbildung: Die Atemantwort auf eine metabolische Alkalose hat eine Gegenrichtung und eine physiologische Grenze. Quelle: eigene Darstellung.

Die Richtungen bei metabolischer Alkalose:

VeränderungWirkung auf den pH
HCO₃⁻ steigt (primär)Hebt den pH an
Ventilation sinkt, pCO₂ steigtWirkt säuernd entgegen

Eine eigene Näherung für diese Störung

Winters gehört zur metabolischen Azidose. Für eine begründete metabolische Alkalose verwenden wir hier folgende Arbeitsnäherung:

Erwarteter pCO₂ ≈ 40 + 0,7 × (aktuelles HCO₃⁻ − 24) mmHg.

HCO₃⁻ wird in mmol/l eingesetzt. Als grobe Übungsorientierung betrachten wir ungefähr ±5 mmHg um diesen Wert. Die Antwort schwankt; Randwerte beweisen keine Mischstörung.

Welche Erwartungsbeziehung zu welcher metabolischen Störung gehört:

Primäre StörungErwarteter pCO₂
Metabolische AzidoseWinters: 1,5 × HCO₃⁻ + 8 ± 2
Metabolische Alkalose≈ 40 + 0,7 × (HCO₃⁻ − 24), grob ± 5

Von oben nach unten. Oben: Erwarteter pCO₂ ≈ 40 + 0,7 × (HCO₃⁻ − 24) (nur bei begründeter metabolischer Alkalose). 1 Teile der Näherung: HCO₃⁻ − 24: Anstieg über den Ausgangswert, 0,7: mmHg pCO₂ je mmol/l Anstieg, 40: pCO₂-Ausgangswert in mmHg. Nebeneinander: HCO₃⁻ ↓ → Metabolische Azidose: Winters: 1,5 × HCO₃⁻ + 8, Spanne ± 2 mmHg | HCO₃⁻ ↑ → Metabolische Alkalose: 40 + 0,7 × (HCO₃⁻ − 24), grob ± 5 mmHg. Grenzen der Alkalose-Näherung: Antwort schwankt stärker als bei Winters, Randwerte beweisen keine Mischstörung. Ergebnis: Die primäre Störung wählt die Formel.

Abbildung: Die Näherung für die metabolische Alkalose in ihren Teilen und im Vergleich mit Winters. Quelle: eigene Darstellung.

Ein vollständig gelöstes Beispiel

Eine metabolische Alkalose ist begründet. HCO₃⁻ beträgt 34 mmol/l.

SchrittRechnung
Bikarbonatanstieg34 − 24 = 10 mmol/l
Erwarteter CO₂-Anstieg0,7 × 10 = 7 mmHg
Erwarteter pCO₂40 + 7 = 47 mmHg

Ein gemessener pCO₂ von 47 mmHg passt zu dieser groben Erwartung. Der Vergleich unterstützt die Einordnung; Verlauf und Oxygenierung bleiben Teil des Befunds.

Von oben nach unten. Oben: Metabolische Alkalose begründet (aktuelles HCO₃⁻ 34 mmol/l). 1 Anstieg über 24: 34 − 24 = 10 mmol/l, 24 ist der Rechenausgangswert. 2 CO₂-Anstieg schätzen: 0,7 × 10 = 7 mmHg, 40 + 7 = 47 mmHg. 3 Grobe Spanne: 47 ± 5 → etwa 42–52 mmHg, Randwerte beweisen keine Mischstörung. Nebeneinander: unter 42 → z. B. 36 mmHg: Gegenrichtung fehlt, wirkt zusätzlich pH-anhebend | 42–52 → z. B. 47 mmHg: passt grob, Verlauf, Oxygenierung | deutlich darüber → z. B. 60 mmHg: über etwa 55 mmHg, wirkt zusätzlich säuernd. Ergebnis: + resp. Alkalose prüfen | vereinbar | + resp. Azidose prüfen.

Abbildung: Vom Bikarbonatanstieg zum Erwartungswert 47 mmHg, zur groben Spanne 42–52 mmHg und zu den drei möglichen Vergleichsergebnissen. Quelle: eigene Darstellung.

Diagramm mit aktuellem HCO₃⁻ von 24 bis 40 mmol/l auf der x-Achse und pCO₂ auf der y-Achse; eine ansteigende Linie mit breitem Band; markiert ist HCO₃⁻ 34 mit etwa 47 mmHg.

Erwarteter pCO₂ bei begründeter metabolischer Alkalose: Die Linie zeigt die Arbeitsnäherung, das Band die grobe Übungsorientierung von etwa ± 5 mmHg. Randwerte beweisen keine Mischstörung.

Quelle: Eigene Darstellung (programmatisch erstellt), 18.10.2026.

Multiple Choice

Eine neue Näherung berechnen

Eine metabolische Alkalose ist begründet. HCO₃⁻ beträgt 44 mmol/l. Verwende 40 + 0,7 × (HCO₃⁻ − 24). Welcher mittlere pCO₂ wird ungefähr erwartet?

Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.

AngabeVorgabe in der Aufgabe
Bekannter Prozessmetabolische Alkalose
HCO₃⁻44 mmol/l
Gegebene Formel40 + 0,7 × (HCO₃⁻ − 24)
  1. a)26 mmHg.
  2. b)54 mmHg.
  3. c)71 mmHg.
Lösung in der App →

Multiple Choice

Eine deutliche Abweichung erkennen

Bei metabolischer Alkalose mit HCO₃⁻ 34 mmol/l erwarten wir ungefähr 47 mmHg, grob 42–52 mmHg. Gemessen sind 30 mmHg. Was passt?

Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.

AngabeVorgabe in der Aufgabe
Bekannter Prozessmetabolische Alkalose
HCO₃⁻34 mmol/l
Erwarteter pCO₂ungefähr 47 mmHg, grob 42–52 mmHg
Gemessener pCO₂30 mmHg
  1. a)Die niedrige Zahl beweist eine angemessene Kompensation.
  2. b)Nun muss automatisch die Winters-Formel angewendet werden.
  3. c)pCO₂ ist deutlich niedriger; eine zusätzliche respiratorische Alkalose ist zu prüfen.
Lösung in der App →

Freie Antwort

Richtung und Rechnung zusammenführen

Eine metabolische Alkalose zeigt HCO₃⁻ 40 mmol/l und pCO₂ 51 mmHg. Erkläre zuerst die erwartete Richtung und danach die Rechnung.

Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.

AngabeVorgabe in der Aufgabe
Bekannter Prozessmetabolische Alkalose
HCO₃⁻40 mmol/l
pCO₂51 mmHg
In der App sprechen üben →

Respiratorische Azidose: akut

Lernziel: Du kannst die rasche Bikarbonatantwort auf einen akuten CO₂-Anstieg abschätzen.

Bei einer Atemstörung wechselt die Rechenfrage

Bei einer respiratorischen Azidose beginnt die Störung mit erhöhtem pCO₂. Nun fragen wir: Wie stark sollte HCO₃⁻ darauf reagieren?

Wir berechnen also nicht mit Winters einen erwarteten pCO₂. Wir vergleichen das beobachtete Bikarbonat mit der Antwort, die zum CO₂-Anstieg und zum zeitlichen Verlauf passt.

Von oben nach unten. Oben: Primärer Prozess festgelegt. Nebeneinander: HCO₃⁻ primär verändert → Metabolisch: Azidose oder Alkalose, gesucht: erwarteter pCO₂ | pCO₂ primär verändert → Respiratorisch: Azidose oder Alkalose, gesucht: erwartetes HCO₃⁻. Nebeneinander: Beziehungen: Azidose: 1,5 × HCO₃⁻ + 8 ± 2, Alkalose: 40 + 0,7 × (HCO₃⁻ − 24) | Zusätzlich: Zeit: akut: kleine Pufferantwort, chronisch: renale Antwort über Tage. Ergebnis: Ergebnis in mmHg (mit gemessenem pCO₂ vergleichen) | Ergebnis in mmol/l (mit gemessenem HCO₃⁻ vergleichen).

Abbildung: Die Wahl der Gegenreaktion richtet sich nach dem primären Prozess. Quelle: eigene Darstellung.

Was bei welcher primären Störung berechnet wird:

Primärer ProzessGesuchte Gegenreaktion
Metabolische Azidose oder AlkaloseErwarteter pCO₂
Respiratorische Azidose oder AlkaloseErwartetes HCO₃⁻

Die rasche Antwort ist zunächst klein

Puffer binden einen Teil der neu entstehenden H⁺. Das sind vor allem Hämoglobin und Proteine. Dadurch steigt das Bikarbonat bei akutem CO₂-Anstieg etwas an, noch bevor eine vollständige renale Anpassung möglich ist.

Als grobe akute Orientierung gilt: HCO₃⁻ steigt um etwa 1 mmol/l je 10 mmHg pCO₂-Anstieg über 40 mmHg. Wir rechnen für die Übung mit einem Ausgangs-HCO₃⁻ von 24 mmol/l.

Gleichung CO₂ plus H₂O im Gleichgewicht mit H₂CO₃ und H⁺ plus HCO₃⁻; darunter Lunge und Niere; zwei Ketten: weniger Ventilation führt über mehr CO₂ und H⁺ zu sinkendem pH, mehr Ventilation über weniger CO₂ und H⁺ zu steigendem pH.

Steigt CO₂ akut, verschiebt sich das Gleichgewicht nach rechts: Es entstehen mehr H⁺, und HCO₃⁻ steigt etwas an. Die größere renale Anpassung braucht Tage.

Quelle: Eigene Darstellung (programmatisch erstellt), 18.10.2026.

Von oben nach unten. Oben: pCO₂ steigt akut (z. B. von 40 auf 60 mmHg). 1 Gleichgewicht verschiebt sich: CO₂ + H₂O → H₂CO₃ → H⁺ + HCO₃⁻, es entstehen H⁺ und HCO₃⁻. 2 Andere Puffer binden H⁺: vor allem Hämoglobin und Proteine, HCO₃⁻ bleibt übrig → steigt leicht. 3 Größe der akuten Antwort: etwa +1 mmol/l je 10 mmHg, 60 mmHg → 24 + 2 = 26 mmol/l. Nebeneinander: Folge → pH bleibt sauer: nur kleine Antwort, z. B. pH 7,26 | Zeit → Niere noch kaum beteiligt: renale Antwort ab Stunden, maximal nach etwa 3–5 Tagen.

Abbildung: Bei akutem CO₂-Anstieg binden vor allem Hämoglobin und Proteine H⁺; deshalb steigt HCO₃⁻ nur um etwa 1 mmol/l je 10 mmHg. Quelle: eigene Darstellung.

Ein Beispiel vollständig gerechnet

pCO₂ ist innerhalb kurzer Zeit von ungefähr 40 auf 60 mmHg gestiegen.

SchrittRechnung
CO₂-Anstieg60 − 40 = 20 mmHg
Zehnerschritte20 ÷ 10 = 2
HCO₃⁻-Antwort24 + 2 × 1 = 26 mmol/l
ParameterWert
pH7,26
pCO₂60 mmHg
HCO₃⁻ (aktuell)26 mmol/l

Der Befund passt zum angegebenen akuten Verlauf. Der pH bleibt deutlich sauer; die kleine Pufferantwort hebt die Störung nicht auf.

Von oben nach unten. Oben: Akuter Verlauf: pCO₂ 40 → 60 mmHg. 1 CO₂-Anstieg: 60 − 40 = 20 mmHg, 20 ÷ 10 = 2 Zehnerschritte. 2 Akute HCO₃⁻-Erwartung: +1 mmol/l je Zehnerschritt, 24 + 2 × 1 = 26 mmol/l. 3 Mit dem Befund vergleichen: gemessen HCO₃⁻ 26 mmol/l, pH 7,26 bleibt deutlich sauer. Nebeneinander: HCO₃⁻ ≈ Erwartung → Passt: akute respiratorische Azidose, nur kleine Pufferantwort | HCO₃⁻ klar anders → Weicht deutlich ab: Verlauf doch chronisch?, weiteren Prozess prüfen. Ergebnis: Störung nicht aufgehoben | Neu einordnen.

Abbildung: Der akute Rechenweg verbindet den CO₂-Anstieg mit der kleinen Bikarbonatantwort und dem weiterhin sauren pH. Quelle: eigene Darstellung.

Multiple Choice

Einen neuen CO₂-Anstieg umrechnen

Ein akuter respiratorischer Prozess lässt pCO₂ von etwa 40 auf 50 mmHg steigen. Welches HCO₃⁻ erwartest du nach der einfachen akuten Regel ungefähr?

Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.

AngabeVorgabe in der Aufgabe
Zeitverlaufakut
pCO₂ zuvoretwa 40 mmHg
pCO₂ danach50 mmHg
  1. a)23 mmol/l.
  2. b)25 mmol/l.
  3. c)34 mmol/l.
Lösung in der App →

Freie Antwort

Welcher Wert wird jetzt erwartet?

Eine klar akut entstandene respiratorische Azidose zeigt pCO₂ 70 mmHg. Erkläre, welchen Wert du abschätzt und wie du zu ihm kommst.

Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.

AngabeVorgabe in der Aufgabe
Bekannter Prozessrespiratorische Azidose
Zeitverlaufklar akut entstanden
pCO₂70 mmHg
In der App sprechen üben →

CO₂-Anstieg über mehrere Tage

Lernziel: Du kannst die renale Antwort bei chronischer respiratorischer Azidose erklären.

Die Niere verändert die Antwort

Bleibt pCO₂ länger erhöht, passt sich die Niere an: Sie steigert die Säureausscheidung und erhält beziehungsweise erzeugt mehr Bikarbonat. Diese Antwort entwickelt sich über Tage. Sie beginnt nach Stunden und ist nach etwa 3–5 Tagen maximal.

Von oben nach unten. Oben: pCO₂ bleibt erhöht (respiratorische Azidose über Tage). 1 Niere reagiert: mehr Säure ausgeschieden, v. a. als NH₄⁺, mehr HCO₃⁻ zurückgewonnen und neu gebildet. 2 Zeitverlauf: setzt nach Stunden ein, maximal nach etwa 3–5 Tagen. Nebeneinander: Minuten bis Stunden → Akut: +1 mmol/l je 10 mmHg, nur Pufferung | über Tage → Chronisch: +3,5–4 mmol/l je 10 mmHg, renale Anpassung. Ergebnis: kleiner HCO₃⁻-Anstieg | größerer HCO₃⁻-Anstieg.

Abbildung: Ein anhaltender CO₂-Anstieg führt über die renale Anpassung innerhalb von Tagen zu einer größeren Bikarbonatantwort. Quelle: eigene Darstellung.

Deshalb erwarten wir bei einer stabilen chronischen respiratorischen Azidose einen größeren Bikarbonatanstieg als unmittelbar nach einem akuten CO₂-Anstieg.

Eine chronische Arbeitsnäherung

Häufig wird bei chronischer respiratorischer Azidose ein Anstieg von etwa 3,5–4 mmol/l HCO₃⁻ je 10 mmHg pCO₂-Anstieg verwendet. Für unsere Rechnung nehmen wir gerundet 4.

Das ist keine exakte biologische Grenze. Studien an stabilen Patienten fanden teils stärkere Antworten. Kleine Abweichungen müssen deshalb zusammen mit Nierenfunktion, Ausgangswerten und Verlauf eingeordnet werden.

Kleine Abweichungen von der Näherung werden mit drei Angaben eingeordnet.

AngabeRolle im Vergleich
NierenfunktionZusammen mit der Abweichung berücksichtigen
AusgangswerteZum Vergleich heranziehen
VerlaufStabilität und zeitliche Entwicklung berücksichtigen

Zeit verändert die Bikarbonatantwort bei CO₂-Anstieg:

VerlaufHCO₃⁻-Anstieg je 10 mmHg
Akut (Pufferung)Etwa 1 mmol/l
Über Tage (renale Anpassung)Etwa 3,5–4 mmol/l, gerundet 4

Von oben nach unten. Oben: Gleicher pCO₂: 55 mmHg (Anstieg 15 mmHg = 1,5 Zehnerschritte). Nebeneinander: frisch entstanden → Akut: +1 mmol/l je 10 mmHg, 24 + 1,5 × 1 ≈ 25,5 mmol/l | seit Tagen stabil → Chronisch: +4 mmol/l je 10 mmHg, 24 + 1,5 × 4 = 30 mmol/l. Nebeneinander: Pufferung: Hämoglobin und Proteine, noch kein renaler Beitrag | Niere: Säureausscheidung ↑, HCO₃⁻ ↑, maximal nach etwa 3–5 Tagen. Ergebnis: kleine Antwort | große Antwort.

Abbildung: Derselbe pCO₂ von 55 mmHg ergibt akut und chronisch unterschiedliche Bikarbonaterwartungen. Quelle: eigene Darstellung.

Gleicher pCO₂, andere Erwartung

Bei seit Tagen stabilem pCO₂ von 60 mmHg:

  1. Anstieg über 40: 20 mmHg = zwei Zehnerschritte.
  2. Chronische Näherung: 24 + 2 × 4 = 32 mmol/l.
ParameterWert
pH7,35
pCO₂60 mmHg
HCO₃⁻ (aktuell)32 mmol/l

Dieser Befund ist mit einer chronischen respiratorischen Azidose und renaler Gegenreaktion vereinbar. Ein HCO₃⁻ über dem Laborbereich ist hier nicht automatisch eine zweite primäre metabolische Alkalose.

Von oben nach unten. Oben: pCO₂ seit Tagen stabil 60 mmHg. 1 Anstieg über 40: 60 − 40 = 20 mmHg, = 2 Zehnerschritte. 2 Chronische Erwartung: +4 mmol/l je Zehnerschritt, 24 + 2 × 4 = 32 mmol/l. 3 Befund: HCO₃⁻ 32 mmol/l, pH 7,35, HCO₃⁻ über der Arbeitsreferenz 22–26. Nebeneinander: ≈ 32 mmol/l → Passt: renale Gegenreaktion, keine zweite Störung nötig | deutlich niedriger → Klar darunter: Gegenrichtung fehlt, metabolische Azidose prüfen | deutlich höher → Klar darüber: mehr als erwartet, metabolische Alkalose prüfen. Ergebnis: Erhöhtes HCO₃⁻ ist hier nicht automatisch eine zweite Störung.

Abbildung: Der chronische Beispielbefund wird aus Zeitverlauf, Rechnung und gemessenen Werten begründet. Quelle: eigene Darstellung.

Diagramm mit pCO₂ auf der x-Achse und HCO₃⁻ auf der y-Achse; vom Ausgangspunkt 40 mmHg und 24 mmol/l gehen nach rechts eine flache akute und eine steile chronische Linie nach oben, nach links eine akute und eine steilere chronische Linie nach unten.

Rechts der CO₂-Anstieg: Die chronische Linie steigt viel steiler als die akute. Die Linien sind Arbeitsnäherungen und keine exakten Grenzen.

Quelle: Eigene Darstellung (programmatisch erstellt), 18.10.2026.

So liest du das Bild: Lies zuerst den pCO₂ auf der x-Achse ab und gehe dann senkrecht nach oben zur passenden Linie: akut oder chronisch.

Multiple Choice

Akut und chronisch unterscheiden

pCO₂ beträgt in beiden Fällen 60 mmHg. Fall A ist akut aufgetreten; Fall B besteht stabil seit mehreren Tagen. Welche grobe HCO₃⁻-Erwartung passt zu den hier gelernten Regeln?

Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.

VergleichFall AFall B
pCO₂60 mmHg60 mmHg
Zeitverlaufakut aufgetretenseit mehreren Tagen stabil
  1. a)A etwa 26, B etwa 32 mmol/l.
  2. b)A etwa 32, B etwa 26 mmol/l.
  3. c)Beide zwingend genau 24 mmol/l.
Lösung in der App →

Multiple Choice

Eine klare Diskrepanz

Ein stabiler chronischer CO₂-Anstieg ist seit Tagen belegt. pCO₂ beträgt 60 mmHg, HCO₃⁻ nur 18 mmol/l. Welche Einordnung passt?

Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.

AngabeVorgabe in der Aufgabe
Zeitverlaufchronischer CO₂-Anstieg seit Tagen stabil belegt
pCO₂60 mmHg
HCO₃⁻18 mmol/l
  1. a)Die Situation muss jetzt ausschließlich mit Winters bewertet werden.
  2. b)Das niedrige HCO₃⁻ ist keine passende alleinige chronische Gegenreaktion; weitere Ursachen prüfen.
  3. c)18 mmol/l beweist eine besonders ausgeprägte normale chronische Kompensation.
Lösung in der App →

Freie Antwort

Warum steigt Bikarbonat?

Erkläre einem Kollegen, warum HCO₃⁻ bei länger bestehendem pCO₂-Anstieg erhöht sein kann, ohne allein deshalb eine primäre metabolische Alkalose zu beweisen.

Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.

AngabeVorgabe in der Aufgabe
Zeitverlauflänger bestehender pCO₂-Anstieg
Zu erklärender BefundHCO₃⁻ erhöht
In der App sprechen üben →

Respiratorische Alkalose: akut

Lernziel: Du kannst die rasche Bikarbonatänderung bei akutem CO₂-Abfall abschätzen.

Die CO₂-Abnahme beginnt den Prozess

Bei einer akuten respiratorischen Alkalose sinkt pCO₂ zuerst. Weniger CO₂ hebt den pH an. Die unmittelbare Pufferreaktion lässt dabei auch HCO₃⁻ etwas abnehmen.

Ein kleiner Bikarbonatabfall muss deshalb nicht bedeuten, dass zusätzlich eine eigenständige metabolische Azidose entstanden ist.

Von oben nach unten. Oben: pCO₂ sinkt akut (verstärkte alveoläre Ventilation). 1 Gleichgewicht verschiebt sich: weniger CO₂ → weniger H⁺, pH steigt. 2 Puffer geben H⁺ ab: vor allem Hämoglobin und Proteine, H⁺ verbraucht HCO₃⁻ → HCO₃⁻ sinkt leicht. 3 Größe der akuten Antwort: etwa −2 mmol/l je 10 mmHg, z. B. 35 mmHg → 24 − 1 = 23 mmol/l. Nebeneinander: Bedeutung → Gegenreaktion: kleiner HCO₃⁻-Abfall erwartet, kein Beweis für metabolische Azidose | Zeit → Niere folgt später: renale Antwort ab Stunden, maximal nach etwa 3–5 Tagen.

Abbildung: Bei akutem CO₂-Abfall geben Puffer H⁺ ab; HCO₃⁻ sinkt dadurch leicht, ohne dass eine metabolische Azidose vorliegen muss. Quelle: eigene Darstellung.

Die akute Näherung

Für eine klar akute respiratorische Alkalose verwenden wir: HCO₃⁻ sinkt um ungefähr 2 mmol/l je 10 mmHg pCO₂-Abfall unter 40 mmHg. Ausgangspunkt für die Übung ist HCO₃⁻ 24 mmol/l.

Beispiel: pCO₂ fällt von 40 auf 30 mmHg. Das ist ein Zehnerschritt. Erwartetes HCO₃⁻: 24 − 2 = 22 mmol/l.

Von oben nach unten. Oben: Akuter Verlauf: pCO₂ 40 → 30 mmHg. 1 CO₂-Abfall: 40 − 30 = 10 mmHg, 10 ÷ 10 = 1 Zehnerschritt. 2 Akute HCO₃⁻-Erwartung: −2 mmol/l je Zehnerschritt, 24 − 1 × 2 = 22 mmol/l. 3 Mit dem Befund vergleichen: gemessen HCO₃⁻ 22 mmol/l, kleine Abnahme = Pufferantwort. Nebeneinander: HCO₃⁻ ≈ 22 → Passt: akute respiratorische Alkalose, keine zweite Störung nötig | klar unter Erwartung → Deutlich niedriger: metabolische Azidose prüfen, oder längerer Verlauf?. Ergebnis: Gegenreaktion | Weiter klären.

Abbildung: Der akute Rechenweg führt von einem Zehnerschritt CO₂-Abfall zur erwarteten Bikarbonatabnahme. Quelle: eigene Darstellung.

Das Beispiel Schritt für Schritt:

SchrittRechnung
CO₂-Abfall40 − 30 = 10 mmHg
Zehnerschritte10 ÷ 10 = 1
HCO₃⁻-Antwort24 − 1 × 2 = 22 mmol/l

Gleichung CO₂ plus H₂O im Gleichgewicht mit H₂CO₃ und H⁺ plus HCO₃⁻; darunter Lunge und Niere; zwei Ketten: weniger Ventilation führt über mehr CO₂ und H⁺ zu sinkendem pH, mehr Ventilation über weniger CO₂ und H⁺ zu steigendem pH.

Fällt CO₂ akut, sinkt H⁺ und der pH steigt (untere Kette). Die unmittelbare Pufferreaktion lässt dabei auch HCO₃⁻ etwas abnehmen.

Quelle: Eigene Darstellung (programmatisch erstellt), 18.10.2026.

Die Werte zusammen ansehen

Der akute Beginn der verstärkten Ventilation ist bekannt.

ParameterWert
pH7,49
pCO₂30 mmHg
HCO₃⁻ (aktuell)22 mmol/l

Der niedrige pCO₂ erklärt die Alkaliämie. HCO₃⁻ 22 mmol/l passt zur kleinen akuten Antwort. Die leichte Bikarbonatabnahme wirkt der pH-Anhebung entgegen.

Von oben nach unten. Oben: Akuter Beginn bekannt (verstärkte Ventilation). 1 pH 7,49: über 7,45 → Alkaliämie, Arbeitsreferenz 7,35–7,45. 2  Welche Größe erklärt die Alkaliämie?. Nebeneinander: unter 35 mmHg → pCO₂ 30 mmHg: niedrig → wirkt pH-anhebend, primäre Veränderung (erklärt pH) | erwartet: 22 mmol/l → HCO₃⁻ 22 mmol/l: kleine akute Pufferantwort, wirkt der pH-Anhebung entgegen (Gegenreaktion). Ergebnis: Akute respiratorische Alkalose | Passende Gegenreaktion.

Abbildung: Im akuten Befund erklärt CO₂ die Alkaliämie, während die kleine Bikarbonatabnahme entgegenwirkt. Quelle: eigene Darstellung.

Multiple Choice

Eine andere CO₂-Abnahme

Bei klar akutem Beginn fällt pCO₂ von ungefähr 40 auf 20 mmHg. Welche ungefähre HCO₃⁻-Antwort ergibt die akute Regel?

Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.

AngabeVorgabe in der Aufgabe
Zeitverlaufklar akut
pCO₂ zuvorungefähr 40 mmHg
pCO₂ danach20 mmHg
  1. a)20 mmol/l.
  2. b)28 mmol/l.
  3. c)4 mmol/l.
Lösung in der App →

Freie Antwort

Niedriges Bikarbonat vorsichtig einordnen

Eine klar akut begonnene respiratorische Alkalose zeigt pCO₂ 20 mmHg und HCO₃⁻ 20 mmol/l. Warum ist „HCO₃⁻ niedrig, also zusätzlich metabolische Azidose“ zu schnell?

Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.

AngabeVorgabe in der Aufgabe
Bekannter Prozessrespiratorische Alkalose, klar akut
pCO₂20 mmHg
HCO₃⁻20 mmol/l
In der App sprechen üben →

CO₂-Abfall über mehrere Tage

Lernziel: Du kannst niedriges HCO₃⁻ bei chronisch erniedrigtem pCO₂ erklären.

Mit Zeit wird die Bikarbonatantwort größer

Wenn pCO₂ über Tage niedrig bleibt, passt die Niere ihre Säureausscheidung und Bikarbonatregulation an. Das Bikarbonat fällt stärker ab als bei der unmittelbaren Pufferreaktion. Auch diese Anpassung ist nach etwa 3–5 Tagen maximal.

Von oben nach unten. Oben: pCO₂ bleibt über Tage niedrig (respiratorische Alkalose). 1 Niere passt sich an: weniger Säure ausgeschieden, weniger HCO₃⁻ zurückgewonnen. 2 Zeitverlauf: setzt nach Stunden ein, maximal nach etwa 3–5 Tagen. Nebeneinander: Minuten bis Stunden → Akut: −2 mmol/l je 10 mmHg, nur Pufferung | über Tage → Chronisch: −4 mmol/l je 10 mmHg, renale Anpassung. Ergebnis: kleiner HCO₃⁻-Abfall | größerer HCO₃⁻-Abfall (nicht automatisch zweite Störung).

Abbildung: Bei anhaltend niedrigem CO₂ vergrößert die renale Anpassung den Bikarbonatabfall. Quelle: eigene Darstellung.

Die Abnahme wirkt dem pH-anhebenden Effekt des niedrigen CO₂ entgegen. Sie ist zunächst als mögliche Gegenreaktion zu verstehen, nicht automatisch als zweiter primärer Prozess.

Die chronische Näherung

Für eine stabile chronische respiratorische Alkalose verwenden wir ungefähr 4 mmol/l HCO₃⁻-Abfall je 10 mmHg pCO₂-Abfall unter 40 mmHg.

Beispiel: pCO₂ beträgt seit mehreren Tagen etwa 30 mmHg. Ein Zehnerschritt unter 40 ergibt HCO₃⁻ ungefähr 24 − 4 = 20 mmol/l. Die Rechnung ist eine Orientierung, keine alleinige Diagnosesicherung.

Akut und chronisch bei CO₂-Abfall unter 40 mmHg:

VerlaufHCO₃⁻-Abnahme je 10 mmHg
AkutEtwa 2 mmol/l
Über TageEtwa 4 mmol/l

Von oben nach unten. Oben: Gleicher pCO₂: 22 mmHg (Abfall 18 mmHg = 1,8 Zehnerschritte). Nebeneinander: frisch entstanden → Akut: −2 mmol/l je 10 mmHg, 24 − 1,8 × 2 ≈ 20,4 mmol/l | seit Tagen stabil → Chronisch: −4 mmol/l je 10 mmHg, 24 − 1,8 × 4 ≈ 16,8 mmol/l. Mit dem Messwert vergleichen: passt HCO₃⁻ zur richtigen Zeitregel?, Verlauf aus Vorbefunden belegen. Ergebnis: passt (Gegenreaktion) | klar niedriger (metabolische Azidose prüfen) | klar höher (metabolische Alkalose prüfen).

Abbildung: Bei pCO₂ 22 mmHg erwartet die akute Regel etwa 20,4, die chronische etwa 16,8 mmol/l HCO₃⁻. Quelle: eigene Darstellung.

Warum der normale pH nicht alles erklärt

Ein über Tage stabiler niedriger pCO₂ ist durch Vorbefunde belegt.

ParameterWert
pH7,45
pCO₂30 mmHg
HCO₃⁻ (aktuell)20 mmol/l

Der pH liegt am oberen Rand des Arbeitsreferenzbereichs. Der CO₂-Abfall wirkt pH-anhebend; die Bikarbonatabnahme wirkt entgegen und passt zur chronischen Näherung.

Diese Konstellation ist mit chronischer respiratorischer Alkalose und renaler Anpassung vereinbar. Der pH allein zeigt den zugrunde liegenden Prozess nicht vollständig.

Von oben nach unten. Oben: Niedriger pCO₂ über Tage belegt. 1 pH 7,45: oberer Rand von 7,35–7,45, Randwert trotzdem erklären. 2 Chronische Erwartung: 40 − 30 = 10 mmHg = 1 Zehnerschritt, 24 − 1 × 4 = 20 mmol/l. Nebeneinander: primär → pCO₂ 30 mmHg: CO₂-Abfall, wirkt pH-anhebend | Gegenreaktion → HCO₃⁻ 20 mmol/l: renale Abnahme, passt zur Erwartung 20. Ergebnis: Chronische respiratorische Alkalose (der pH allein zeigt den Prozess nicht).

Abbildung: Der pH am Referenzrand wird zusammen mit den gegensinnigen CO₂- und Bikarbonatveränderungen erklärt. Quelle: eigene Darstellung.

Der pH am Referenzrand wird durch die Einzelwirkungen erklärt.

MesswertEinordnung
pH 7,45Oberer Rand des Arbeitsreferenzbereichs
pCO₂ 30 mmHgpH-anhebende Wirkung
HCO₃⁻ 20 mmol/lGegenwirkung; chronische Näherung passt

Diagramm mit pCO₂ auf der x-Achse und HCO₃⁻ auf der y-Achse; vom Ausgangspunkt 40 mmHg und 24 mmol/l gehen nach rechts eine flache akute und eine steile chronische Linie nach oben, nach links eine akute und eine steilere chronische Linie nach unten.

Links der CO₂-Abfall: Die chronische Linie fällt doppelt so steil wie die akute. Ein niedriges HCO₃⁻ kann deshalb zur zeitabhängigen Gegenreaktion gehören.

Quelle: Eigene Darstellung (programmatisch erstellt), 18.10.2026.

Multiple Choice

Zeit verändert die Erwartung

pCO₂ beträgt 30 mmHg. Welches Zahlenpaar passt zu den hier verwendeten akuten und chronischen Näherungen?

Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.

AngabeVorgabe in der Aufgabe
pCO₂30 mmHg
Zu vergleichenakute und chronische Näherung
  1. a)Akut ungefähr HCO₃⁻ 20, chronisch ungefähr 22 mmol/l.
  2. b)Chronisch muss HCO₃⁻ erhöht sein.
  3. c)Akut ungefähr HCO₃⁻ 22, chronisch ungefähr 20 mmol/l.
Lösung in der App →

Multiple Choice

Winters oder eine andere Frage?

pCO₂ ist seit Tagen stabil erniedrigt; pH ist hoch-normal, HCO₃⁻ passt zur chronischen respiratorischen Gegenreaktion. Wie gehst du vor?

Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.

AngabeVorgabe in der Aufgabe
pCO₂-Verlaufseit Tagen stabil erniedrigt
pHhoch-normal
HCO₃⁻passt zur chronischen respiratorischen Gegenreaktion
  1. a)Zuerst die respiratorische Ausgangsstörung und passende HCO₃⁻-Antwort prüfen.
  2. b)Niedriges HCO₃⁻ beweist eine metabolische Azidose; sofort Winters anwenden.
  3. c)Bei pH im Referenzbereich alle übrigen Werte ignorieren.
Lösung in der App →

Freie Antwort

Die frühere Stolperfalle selbst lösen

Eine unveränderte respiratorische Alkalose ist seit Tagen durch Vorbefunde belegt. pCO₂ liegt bei 25 mmHg, aktuelles HCO₃⁻ bei 18 mmol/l. Erkläre, warum diese Zahlen grundsätzlich zusammenpassen können.

Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.

AngabeVorgabe in der Aufgabe
Vorbefunderespiratorische Alkalose seit Tagen unverändert
pCO₂25 mmHg
HCO₃⁻ aktuell18 mmol/l
In der App sprechen üben →

Was eine Formel nicht zeigt

Lernziel: Du kannst Zeit, Einheiten und Beatmung bei der Befundung berücksichtigen.

Die Zeit gehört zur Interpretation

Die Atemantwort auf eine metabolische Störung beginnt rasch und entwickelt sich weiter. Die vollständige renale Anpassung an eine respiratorische Störung benötigt mehrere Tage. Die Atemantwort setzt innerhalb von Minuten ein, die renale Anpassung ist nach etwa 3–5 Tagen maximal.

Bei rasch wechselndem Zustand ist eine BGA eine Momentaufnahme. Du verwendest sie sofort zur Beurteilung und beziehst Vorwerte, Verlauf und gegebenenfalls eine Kontroll-BGA ein. Eine feste Wartezeit ist keine Voraussetzung, überhaupt rechnen zu dürfen.

Von oben nach unten. Oben: Eine BGA ist eine Momentaufnahme. 1 Sofort nutzen: rasch wechselnder Zustand, aktuelle Werte jetzt beurteilen (keine feste Wartezeit). 2 Zeit ergänzen: Vorwerte und Verlauf, gegebenenfalls Kontroll-BGA. Nebeneinander: metabolische Störung → Atemantwort: beginnt innerhalb von Minuten, entwickelt sich über Stunden | respiratorische Störung → Renale Antwort: setzt nach Stunden ein, maximal nach etwa 3–5 Tagen. Ergebnis: früh: Antwort evtl. noch klein | Verlauf wählt akut oder chronisch.

Abbildung: Bei raschem Wechsel wird die aktuelle Messung mit Vorwerten und Verlauf verbunden. Quelle: eigene Darstellung.

Zeitbedarf der Gegenreaktionen:

GegenreaktionZeitbedarf
Atemantwort auf eine metabolische StörungBeginnt rasch und entwickelt sich weiter
Renale Anpassung an eine respiratorische StörungMehrere Tage

Kontrollierte Beatmung verändert den Zusammenhang

Bei kontrollierter Beatmung wird die Ventilation wesentlich durch das Beatmungsgerät mitbestimmt. Der gemessene pCO₂ zeigt deshalb nicht ausschließlich eine spontane körpereigene Gegenreaktion.

Der Vergleich mit einem Erwartungswert kann weiterhin eine Einordnung unterstützen. Aus der Formel allein folgt aber keine sichere Beatmungseinstellung; Oxygenierung, Mechanik, Grunderkrankung und klinischer Verlauf gehören dazu.

Von oben nach unten. Oben: Kontrollierte Beatmung. 1 Gerät bestimmt die Ventilation mit: Atemzugvolumen und Frequenz eingestellt, pCO₂ ist nicht nur körpereigene Antwort. 2 Erwartungsvergleich: bleibt möglich, unterstützt die Einordnung. 3 Für Einstellungen zusätzlich: Oxygenierung: pO₂, Sättigung, Atemmechanik, Grunderkrankung, Verlauf. Ergebnis: Vergleich: ja | Einstellung aus Formel: nein.

Abbildung: Unter kontrollierter Beatmung wird der pCO₂ gemeinsam mit Geräteeinfluss und klinischem Kontext beurteilt. Quelle: eigene Darstellung.

Unter kontrollierter Beatmung werden Vergleich und Einstellung getrennt betrachtet.

AngabeBedeutung
Gemessener pCO₂Auch durch das Beatmungsgerät mitbestimmt
ErwartungswertUnterstützt die Einordnung
BeatmungseinstellungZusätzlich Oxygenierung, Mechanik, Grunderkrankung und Verlauf

Intensivbeatmungsgerät mit Bildschirm: Druckkurve, eingestellte Werte und Bedientasten; darunter zwei Schlauchanschlüsse.

Intensivbeatmungsgerät mit Druckkurve und eingestellten Parametern. Bei kontrollierter Beatmung bestimmt das Gerät die Ventilation wesentlich mit; der pCO₂ zeigt dann nicht nur eine körpereigene Gegenreaktion. Die angezeigten Werte und die Alarmmeldung gehören zu diesem Foto und sind keine Lehrwerte.

Quelle: Blogotron, Wikimedia Commons, CC0 1.0 (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Respirator_icu.JPG); oberer Rand mit Herstellerschriftzug abgeschnitten, als WebP gespeichert.

Den Vergleich in derselben Einheit führen

Aus G01 kennst du 1 kPa ≈ 7,5 mmHg. Unsere Kompensationsformeln liefern mmHg. Deshalb wird ein gemessener pCO₂ in kPa vor dem Vergleich umgerechnet.

Umrechnung mit 1 kPa ≈ 7,5 mmHg, gerundet:

pCO₂ in kPapCO₂ in mmHg
4,7≈ 35
5,3≈ 40
6,045

Lies zuerst die Einheit am Befund. Eine kleine kPa-Zahl ist kein Beleg für einen besonders niedrigen CO₂-Partialdruck. Die folgende Aufgabe verbindet diese Einheitenkontrolle mit der bereits gelernten Kompensationsprüfung.

Von oben nach unten. Oben: pCO₂ abgelesen (zuerst die Einheit prüfen). Nebeneinander: kPa → Angabe in kPa: × 7,5 → mmHg, z. B. 5,3 kPa ≈ 40 mmHg | mmHg → Angabe in mmHg: direkt verwenden, Formeln liefern mmHg. Vergleich in derselben Einheit: Messwert und Erwartung in mmHg, z. B. 4,7 kPa ≈ 35 mmHg. Ergebnis: Fehler: kPa-Zahl gegen mmHg-Grenze (eine kleine kPa-Zahl ist kein niedriger pCO₂).

Abbildung: Der Vergleich beginnt mit der Einheit und führt bei kPa über die Umrechnung in mmHg. Quelle: eigene Darstellung.

Multiple Choice

Einheitenfehler mit klinischer Folge

Bei begründeter metabolischer Azidose beträgt der Erwartungsbereich 27–31 mmHg. Das Gerät meldet pCO₂ 4,0 kPa. Welche Einordnung passt?

Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.

AngabeVorgabe in der Aufgabe
Bekannter Prozessmetabolische Azidose
Erwarteter pCO₂27–31 mmHg
Geräteangabe pCO₂4,0 kPa
  1. a)4,0 kPa sind ungefähr 30 mmHg: im Erwartungsbereich.
  2. b)4,0 ist kleiner als 27: deutlicher Hinweis auf zusätzliche respiratorische Alkalose.
  3. c)Die Angabe ist grundsätzlich unbrauchbar, weil Winters keine kPa-Zahlen annimmt.
Lösung in der App →

Passend ist eine begrenzte Aussage

Passt pCO₂ zur Winters-Erwartung, stützt das eine angemessene respiratorische Kompensation. Es zeigt nicht, dass die metabolische Azidose nur eine Ursache hat.

Mehrere nichtrespiratorische Prozesse können gleichzeitig das aktuelle Bikarbonat bestimmen. Wie wir solche Konstellationen weiter unterscheiden, wird erst nach ihren Grundlagen gelernt. Für jetzt lautet die präzise Aussage: Die respiratorische Antwort passt; die Ursache bleibt weiter zu klären.

Von oben nach unten. Oben: pCO₂ passt zur Winters-Erwartung. Nebeneinander: Atemantwort → Beantwortet: respiratorische Antwort passt, Kompensation angemessen | Ursache → Offen: mehrere metabolische Prozesse möglich, Ursache weiter klären | Beatmung → Nicht beantwortet: keine Beatmungseinstellung, bei Beatmung: Gerät beteiligt. Ergebnis: Ja | Weiter prüfen | Nein.

Abbildung: Die Aussage über die Atemantwort wird von der weiterhin offenen Ursachenfrage getrennt. Quelle: eigene Darstellung.

Was der Kompensationsvergleich beantwortet:

FrageBeantwortet?
Passt die respiratorische Antwort zur Erwartung?Ja
Hat die metabolische Azidose nur eine Ursache?Nein
Welche Beatmungseinstellung ist richtig?Nein

Multiple Choice

Eine Aussage richtig begrenzen

Ein beatmeter Patient hat eine begründete metabolische Azidose. Der gemessene pCO₂ passt zum Winters-Bereich. Welche Aussage ist gerechtfertigt?

Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.

AngabeVorgabe in der Aufgabe
Patientbeatmet
Bekannter Prozessmetabolische Azidose
pCO₂-Vergleichpasst zum Winters-Bereich

Intensivzimmer im Halbdunkel: Eine Pflegekraft in Schutzkittel, Maske und Visier steht am Bett eines beatmeten Patienten; im Vordergrund ein Gerät mit Display, an der Wand ein Absaugbehälter.

Abbildung: Versorgung eines beatmeten Patienten auf der Intensivstation. Quelle: U.S. Navy (Flickr), über Wikimedia Commons, CC BY 2.0, verkleinert.

  1. a)Der Vergleich passt; die Beatmung beeinflusst den Wert und die Ursache bleibt zu prüfen.
  2. b)Der Körper kompensiert nachweislich vollständig ohne Hilfe.
  3. c)Jede weitere metabolische Störung ist ausgeschlossen.
Lösung in der App →

Freie Antwort

Eine Rechnung mit richtigem Vorbehalt

Eine metabolische Azidose verändert sich rasch. Ein einzelner pCO₂ liegt etwas über dem berechneten Winters-Bereich. Formuliere, was du jetzt prüfst, ohne eine bestimmte Ursache allein aus der Zahl zu behaupten.

Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.

AngabeVorgabe in der Aufgabe
Bekannter Prozessmetabolische Azidose
Verlaufrasch veränderlich
Einzelner pCO₂etwas über dem berechneten Winters-Bereich
In der App sprechen üben →

Du begründest den Befund

Lernziel: Du kannst bei neuen Befunden die passende Kompensationsprüfung auswählen.

Vor dem selbstständigen Durchgang

Du hast jede Grundstörung einzeln erklärt und ihre Gegenreaktion geübt. Jetzt verbindest du die Schritte. Die Fälle enthalten nur bereits eingeführte Zusammenhänge.

Prüfe bei jedem Fall: Probe und klinische Priorität → pH → führender Prozess → passende Erwartungsbeziehung → Vergleich → begrenzte Aussage. Zahlen ohne Erklärung genügen nicht.

Von oben nach unten. Oben: Zuerst: Probe und klinische Priorität (akute Gefährdung vor jeder Rechnung versorgen). 1 pH einordnen: unter 7,35 Azidämie, über 7,45 Alkaliämie, 7,35–7,45: veränderte Werte trotzdem erklären. 2  Primären Prozess bestimmen. Nebeneinander: HCO₃⁻ erklärt die Richtung → Metabolisch: Azidose: 1,5 × HCO₃⁻ + 8 ± 2, Alkalose: 40 + 0,7 × (HCO₃⁻ − 24) | pCO₂ erklärt die Richtung → Respiratorisch: akut: +1 / −2 je 10 mmHg, chronisch: +4 / −4 je 10 mmHg. 3 Messwert mit Erwartung vergleichen: gleiche Einheit (kPa × 7,5 = mmHg), Zeitverlauf und Beatmung beachten. Ergebnis: passt (angemessene Kompensation) | weicht ab (zusätzliche Störung prüfen) | Ursache (klinisch klären).

Abbildung: Der vollständige Prüfweg: Priorität, pH, primärer Prozess mit passender Erwartungsbeziehung, Vergleich und begrenzte Aussage. Quelle: eigene Darstellung.

Von oben nach unten. Oben: Primär respiratorischer Prozess (Ausgangswerte: pCO₂ 40 mmHg, HCO₃⁻ 24 mmol/l). Nebeneinander: über 40 mmHg → pCO₂-Anstieg: respiratorische Azidose, HCO₃⁻ steigt als Gegenreaktion | unter 40 mmHg → pCO₂-Abfall: respiratorische Alkalose, HCO₃⁻ sinkt als Gegenreaktion. Zeitverlauf: akut oder über Tage?. Ergebnis: Anstieg akut (+1 je 10 mmHg) | Anstieg chronisch (+4 je 10 mmHg) | Abfall akut (−2 je 10 mmHg) | Abfall chronisch (−4 je 10 mmHg).

Abbildung: Bei respiratorischen Prozessen bestimmen Richtung und Zeitverlauf die erwartete Bikarbonatantwort. Quelle: eigene Darstellung.

Von oben nach unten. 1 Probe und klinische Priorität: richtiger Patient, Zeitpunkt, arterielle Probe?, Atemnot, Bewusstsein, Kreislauf: sofort handeln (vor jeder Rechnung). 2 Oxygenierung: pO₂ und Sauerstoffsättigung, Sauerstoffgabe und Beatmung notieren. 3 pH: unter 7,35 Azidämie, über 7,45 Alkaliämie, 7,35–7,45 beendet die Befundung nicht. 4 Führender Prozess: HCO₃⁻ erklärt die Richtung → metabolisch, pCO₂ erklärt die Richtung → respiratorisch. 5 Erwartete Gegenreaktion: metabolisch → erwarteter pCO₂ (mmHg), respiratorisch → erwartetes HCO₃⁻, akut oder chronisch. 6 Vergleich und Einordnung: im Bereich, darüber oder darunter?, Kontext und Verlauf; Ursache nicht aus der Formel. Ergebnis: Begründeter Befund mit begrenzter Aussage.

Dieselbe Reihenfolge gilt für jeden Fall in diesem Durchgang.

Quelle: eigene Darstellung.

Alle Erwartungsbeziehungen dieses Abschnitts im Überblick:

Primärer ProzessErwartete Gegenreaktion
Metabolische AzidosepCO₂ = 1,5 × HCO₃⁻ + 8 ± 2
Metabolische AlkalosepCO₂ ≈ 40 + 0,7 × (HCO₃⁻ − 24)
Respiratorische Azidose, akutHCO₃⁻ etwa +1 je 10 mmHg Anstieg
Respiratorische Azidose, chronischHCO₃⁻ etwa +4 je 10 mmHg Anstieg
Respiratorische Alkalose, akutHCO₃⁻ etwa −2 je 10 mmHg Abfall
Respiratorische Alkalose, chronischHCO₃⁻ etwa −4 je 10 mmHg Abfall

Von oben nach unten. Oben: Primärer metabolischer Prozess (gesucht: erwarteter pCO₂ in mmHg). Nebeneinander: HCO₃⁻ ↓ → Metabolische Azidose: 1,5 × HCO₃⁻ + 8 ± 2, z. B. HCO₃⁻ 12 → 24–28 mmHg | HCO₃⁻ ↑ → Metabolische Alkalose: ≈ 40 + 0,7 × (HCO₃⁻ − 24), z. B. HCO₃⁻ 34 → etwa 42–52 mmHg. Gemessenen pCO₂ vergleichen: im Bereich: passende Kompensation, darüber oder darunter: zusätzliche Komponente. Ergebnis: darunter (+ resp. Alkalose) | im Bereich (passend) | darüber (+ resp. Azidose).

Abbildung: Der metabolische Primärprozess entscheidet, welche Beziehung für den erwarteten pCO₂ gewählt wird. Quelle: eigene Darstellung.

Multiple Choice

Welche Beziehung gehört zu diesem Fall?

Eine seit Tagen stabile primäre CO₂-Erhöhung ist belegt. pCO₂ beträgt 60 mmHg, HCO₃⁻ 32 mmol/l. Welche Prüfung ist passend?

Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.

AngabeVorgabe in der Aufgabe
Primäre VeränderungCO₂-Erhöhung seit Tagen stabil
pCO₂60 mmHg
HCO₃⁻32 mmol/l
  1. a)Winters, weil das Bikarbonat nicht genau 24 beträgt.
  2. b)Die Atemantwort auf eine primäre metabolische Alkalose ist bereits bewiesen.
  3. c)Die chronische HCO₃⁻-Antwort auf einen CO₂-Anstieg.
Lösung in der App →

Freie Antwort

Ein neuer einfacher Azidosebefund

Die arterielle Probe ist plausibel. Der Patient ist stabil, die Oxygenierung ist bereits eingeordnet. Nach anhaltendem Durchfall ist ein Bikarbonatverlust klinisch belegt.

ParameterWert
pH7,31
pCO₂31 mmHg
HCO₃⁻ (aktuell)15 mmol/l

Gehe den Säure-Basen-Befund Schritt für Schritt durch. Nenne auch, was die Rechnung noch nicht erklärt.

In der App sprechen üben →

Multiple Choice

Eine Änderung zwingt zur Neubewertung

Beim selben Patienten mit HCO₃⁻ 15 mmol/l steigt pCO₂ im Verlauf auf 43 mmHg. Er wird schläfrig. Die Winters-Erwartung bleibt 28,5–32,5 mmHg. Was ist jetzt entscheidend?

Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.

AngabeVorgabe in der Aufgabe
HCO₃⁻15 mmol/l
pCO₂ im Verlaufauf 43 mmHg gestiegen
Winters-Erwartung28,5–32,5 mmHg
Klinischer VerlaufPatient wird schläfrig
  1. a)Der pCO₂ liegt deutlich darüber; die klinisch verschlechterte Ventilation sofort beurteilen.
  2. b)43 liegt noch im allgemeinen Referenzbereich; die erste Bewertung bleibt unverändert.
  3. c)Eine frühere passende Kompensation gilt unabhängig von späteren Werten weiter.
Lösung in der App →

Freie Antwort

Ein anderer primärer Prozess

Ein akut verstärkter Atemantrieb ist bekannt und wird klinisch abgeklärt. Die arterielle BGA zeigt:

ParameterWert
pH7,55
pCO₂25 mmHg
HCO₃⁻ (aktuell)21 mmol/l

Erkläre den führenden Prozess. Prüfe anschließend mit der passenden akuten Näherung, ob das Bikarbonat dazu passt.

In der App sprechen üben →

Freie Antwort

Formuliere einen kurzen, nachvollziehbaren Befund.

Den Befund in Prüfungssprache vorstellen

Eine metabolische Azidose durch klinisch belegten Bikarbonatverlust zeigt HCO₃⁻ 16 mmol/l und pCO₂ 25 mmHg. Probe und Oxygenierung sind bereits beurteilt.

Stelle in drei bis vier Sätzen die primäre Störung, den Rechenvergleich und seine Bedeutung vor.

Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.

AngabeVorgabe in der Aufgabe
Bekannter Prozessmetabolische Azidose durch belegten Bikarbonatverlust
HCO₃⁻16 mmol/l
pCO₂25 mmHg
Bereits beurteiltProbe und Oxygenierung
In der App sprechen üben →

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