BGA Schritt für Schritt
Lernziel: Du kannst Grundstörungen und die erwartete Gegenregulation beurteilen.
Vom Wert zum Befund
Lernziel: Du kannst den Weg von einzelnen Werten zu einem begründeten Befund beschreiben.
Was jetzt hinzukommt
Du kennst pH, CO₂ und Bikarbonat als einzelne Größen. Jetzt verbinden wir sie: Welche Veränderung erklärt den pH, und wie reagiert der Körper darauf?

Abbildung: Die Erklärung des pH und die Prüfung der Gegenreaktion sind zwei aufeinanderfolgende Aufgaben. Quelle: eigene Darstellung.
Zuerst lernst du jede der vier Grundstörungen einzeln. Danach prüfen wir die erwartete Gegenreaktion. Ein vollständiger Fall kommt erst, wenn die einzelnen Schritte geübt sind.

Der Weg vom einzelnen Wert zum begründeten Befund. Diesen Ablauf baust du in G02 Schritt für Schritt auf.
Quelle: eigene Darstellung.
So liest du das Bild: Gehe von oben nach unten. Schritt 1 ist rot markiert: Eine akute Gefährdung wird vor jeder Rechnung versorgt.
So arbeiten wir an einem Fall
Eine Zahl wird erst hilfreich, wenn du ihren Zusammenhang erklären kannst. Deshalb bekommt jeder neue Schritt zuerst eine Erklärung und ein gelöstes Beispiel.
Danach ergänzt du einen fehlenden Denkschritt und bearbeitest neue Werte selbst. Für Rechnungen stehen anfangs die Formeln dabei. Später entscheidest du selbst, welche Beziehung passt.
So ist jeder neue Schritt aufgebaut:
| Phase | Was du tust |
|---|---|
| Erklärung | Den Zusammenhang verstehen |
| Gelöstes Beispiel | Den Denkweg nachvollziehen |
| Lücke ergänzen | Einen fehlenden Denkschritt einsetzen |
| Eigene Aufgabe | Neue Werte selbst bearbeiten |
Unsere Übungswerte
Alle BGA-Tabellen in diesem Abschnitt sind arterielle Übungsbefunde. Sie zeigen jeweils nur die Werte, die du für die aktuelle Aufgabe brauchst.
Als gemeinsame Arbeitsreferenz gelten pH 7,35–7,45, pCO₂ 35–45 mmHg und aktuelles HCO₃⁻ 22–26 mmol/l. Im klinischen Befund verwendest du die Referenzen des ausgebenden Labors. Oxygenierung und Zustand des Patienten werden zusätzlich beurteilt.

Abbildung: Die Übungsreferenzen werden im klinischen Befund durch Laborreferenzen und Patientenzustand ergänzt. Quelle: eigene Darstellung.
Die Arbeitsreferenz dieses Abschnitts auf einen Blick:
| Parameter | Arbeitsreferenz |
|---|---|
| pH | 7,35–7,45 |
| pCO₂ | 35–45 mmHg |
| HCO₃⁻ (aktuell) | 22–26 mmol/l |
Metabolisch zu sauer
Lernziel: Du kannst eine einfache metabolische Azidose aus pH und Bikarbonat begründen.
Was bedeutet metabolisch?
Du weißt: Weniger Bikarbonat senkt bei sonst gleichen Bedingungen den pH. Eine metabolische Azidose ist ein Prozess, bei dem Bikarbonat durch eine zusätzliche Säurebelastung abnimmt oder Bikarbonat verloren geht.
„Metabolisch“ beschreibt hier die nicht primär durch CO₂ ausgelöste Veränderung. Es heißt nicht, dass ausschließlich eine Erkrankung des Stoffwechsels möglich ist.

Abbildung: Zwei Wege führen zur metabolischen Azidose: Zusätzliche Säure verbraucht Bikarbonat, oder Bikarbonat geht verloren. Quelle: eigene Darstellung.

Die vier Grundstörungen. In dieser Einheit geht es um das Feld oben links: Bikarbonat sinkt, der pH fällt.
Quelle: Eigene Darstellung (programmatisch erstellt), 18.10.2026.
Prozess und Ergebnis unterscheiden
Azidose ist der säuernde Prozess. Azidämie bedeutet, dass der gemessene pH unter 7,35 liegt.
Zwei Begriffe, zwei Fragen:
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Azidose | Säuernder Prozess |
| Azidämie | Gemessener pH unter 7,35 |
In unseren ersten einfachen Fällen erzeugt die Azidose eine Azidämie. Später lernst du, dass ein weiterer Prozess den pH mitverändern kann. Deshalb benennen wir zuerst den gemessenen Zustand und danach seine Erklärung.

Abbildung: Der gemessene pH benennt den Zustand; der säuernde Prozess wird gesondert erklärt. Quelle: eigene Darstellung.
Ein Beispiel vollständig erklärt
Ein Patient verliert mit starkem Durchfall Bikarbonat über den Darm.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| pH | 7,32 |
| pCO₂ | 32 mmHg |
| HCO₃⁻ (aktuell) | 16 mmol/l |
- Der pH liegt unter 7,35: Es besteht eine Azidämie.
- HCO₃⁻ ist niedrig. Diese Veränderung wirkt säuernd und passt zum Bikarbonatverlust.
- Der niedrige pCO₂ wirkt dagegen pH-anhebend. Er erklärt den sauren pH nicht.
Die führende Störung ist damit eine metabolische Azidose. Wie stark die Atmung gegensteuern sollte, prüfen wir später.

Abbildung: Beim Durchfallbeispiel trägt das niedrige Bikarbonat die Azidämie; der niedrige pCO₂ wirkt entgegen. Quelle: eigene Darstellung.
Die beiden veränderten Größen wirken in entgegengesetzte Richtungen.
| Größe | Wirkung | Bezug zum Fall |
|---|---|---|
| HCO₃⁻ 16 mmol/l | Säuernd | Bikarbonatverlust durch Durchfall |
| pCO₂ 32 mmHg | pH-anhebend | Erklärt den sauren pH nicht |
Multiple Choice
Die pH-Richtung begründen
Nach klinisch belegtem Bikarbonatverlust zeigt die arterielle BGA: pH 7,33; pCO₂ 35 mmHg; aktuelles HCO₃⁻ 18 mmol/l. Welche Aussage passt?
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Vorgabe in der Aufgabe |
|---|---|
| Probe | arteriell |
| pH | 7,33 |
| pCO₂ | 35 mmHg |
| HCO₃⁻ aktuell | 18 mmol/l |
| Bekannter Kontext | klinisch belegter Bikarbonatverlust |
- a)Das niedrige Bikarbonat erklärt die Azidämie; pCO₂ ist nicht erhöht.
- b)pCO₂ liegt an der unteren Referenzgrenze und erklärt dadurch die Azidämie.
Freie Antwort
Jetzt die Erklärung selbst bilden
Eine zusätzliche Säurebelastung, die nicht primär durch CO₂ entsteht, ist bekannt.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| pH | 7,31 |
| pCO₂ | 29 mmHg |
| HCO₃⁻ (aktuell) | 14 mmol/l |
Benenne den pH-Zustand und erkläre, welcher Wert die säuernde Richtung trägt.
In der App sprechen üben →CO₂ staut sich an
Lernziel: Du kannst eine respiratorische Azidose durch zu wenig CO₂-Abatmung erklären.
Wenn die Abatmung nicht reicht
CO₂ entsteht ständig im Körper und wird über die Lunge entfernt. Wird im Verhältnis zur CO₂-Produktion zu wenig wirksam belüftet, steigt pCO₂.
Wovon der pCO₂ hier abhängt:
| Situation | pCO₂ |
|---|---|
| Wirksame Ventilation passt zur CO₂-Produktion | Bleibt stabil |
| Zu wenig wirksame Ventilation für die CO₂-Produktion | Steigt |

Abbildung: Der pCO₂ ergibt sich aus CO₂-Produktion und alveolärer Ventilation; zu wenig Ventilation lässt ihn steigen, zu viel lässt ihn sinken. Quelle: eigene Darstellung.
Mehr CO₂ verschiebt das Puffergleichgewicht in Richtung mehr H⁺. Der pH sinkt. Diesen primär durch CO₂ ausgelösten Prozess nennen wir respiratorische Azidose.

CO₂ und H⁺ sind über das Puffergleichgewicht verbunden. Für die respiratorische Azidose gilt die obere Kette: weniger wirksame Ventilation, mehr CO₂, mehr H⁺, niedrigerer pH.
Quelle: Eigene Darstellung (programmatisch erstellt), 18.10.2026.
Ein Beispiel vollständig erklärt
Nach einem atemdämpfenden Medikament atmet ein Patient neu aufgetreten zu flach. Die arterielle BGA zeigt:

Abbildung: Nach einem atemdämpfenden Medikament hat die klinische Beurteilung Vorrang; der Mechanismus erklärt CO₂-Anstieg und Azidämie. Quelle: eigene Darstellung.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| pH | 7,26 |
| pCO₂ | 60 mmHg |
| HCO₃⁻ (aktuell) | 26 mmol/l |
- Der pH liegt unter 7,35: Azidämie.
- pCO₂ ist erhöht und wirkt säuernd. Das passt zur verminderten Abatmung.
- HCO₃⁻ ist nicht erniedrigt und erklärt deshalb die Ansäuerung nicht.
Die führende Störung ist eine respiratorische Azidose. Der Zustand des Patienten hat jetzt Vorrang vor weiteren Übungsrechnungen.

Abbildung: pCO₂ und HCO₃⁻ werden getrennt auf ihren Beitrag zur Azidämie geprüft. Quelle: eigene Darstellung.
Die Werte werden nach ihrem Beitrag zur Azidämie geordnet.
| Größe | Befund | Bedeutung |
|---|---|---|
| pCO₂ 60 mmHg | Erhöht | Säuernd; verminderte Abatmung |
| HCO₃⁻ 26 mmol/l | Nicht erniedrigt | Erklärt die Ansäuerung nicht |
Multiple Choice
Welche Wirkung hat weniger Ventilation?
Die Atemmuskulatur ist plötzlich deutlich geschwächt. Die CO₂-Produktion bleibt zunächst gleich. Was erklärt eine mögliche pH-Abnahme?
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Vorgabe in der Aufgabe |
|---|---|
| Atemmuskulatur | plötzlich deutlich geschwächt |
| CO₂-Produktion | zunächst gleichbleibend |
- a)Weniger CO₂ wird entfernt; der höhere pCO₂ wirkt säuernd.
- b)Mehr CO₂ wird entfernt; der niedrigere pCO₂ wirkt säuernd.
Multiple Choice
Welche Störung erklärt diese BGA?
Seit kurzer Zeit besteht eine deutlich verminderte Ventilation.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| pH | 7,32 |
| pCO₂ | 50 mmHg |
| HCO₃⁻ (aktuell) | 25 mmol/l |
Welche führende Störung passt?
- a)Metabolische Azidose durch niedriges Bikarbonat.
- b)Respiratorische Alkalose.
- c)Respiratorische Azidose.
Freie Antwort
Die Kette laut erklären
Erkläre ohne Formel: Wie kann eine verminderte wirksame Belüftung der Lunge den pH senken?
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Vorgabe in der Aufgabe |
|---|---|
| Ausgangsveränderung | verminderte wirksame Belüftung der Lunge |
| Zu erklärender Verlauf | pH-Abnahme |
Metabolisch zu alkalisch
Lernziel: Du kannst eine einfache metabolische Alkalose aus Bikarbonat und pH erklären.
Die andere Richtung des Bikarbonats
Mehr Bikarbonat im Verhältnis zu CO₂ kann den pH anheben. Ein solcher primär nichtrespiratorischer Prozess heißt metabolische Alkalose.
Ein Beispiel ist der Verlust von Magensäure bei wiederholtem Erbrechen. Dadurch kann Bikarbonat im Blut ansteigen. Warum sich diese Störung halten kann, vertiefen wir später mit Volumen, Chlorid und Niere.

Abbildung: Beim Erbrechen geht Magensäure verloren; das bei ihrer Bildung ins Blut abgegebene Bikarbonat bleibt zurück. Quelle: eigene Darstellung.

Jetzt das Feld oben rechts: Bikarbonat steigt, der pH steigt. Ein gleichzeitig erhöhter pCO₂ zeigt in die Gegenrichtung.
Quelle: Eigene Darstellung (programmatisch erstellt), 18.10.2026.
Auch hier: Prozess und Ergebnis
Alkalose bezeichnet den pH-anhebenden Prozess. Alkaliämie bedeutet einen gemessenen pH über 7,45.
Auch hier zwei Begriffe, zwei Fragen:
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Alkalose | pH-anhebender Prozess |
| Alkaliämie | Gemessener pH über 7,45 |
Die Begriffe beantworten verschiedene Fragen: „Was passiert?“ und „Wo liegt der pH jetzt?“ Bei mehreren Prozessen müssen sie nicht in dieselbe Richtung zeigen. Zunächst üben wir ein klares einfaches Muster.

Abbildung: Die Begriffe Alkalose und Alkaliämie beantworten verschiedene Fragen. Quelle: eigene Darstellung.
Ein Beispiel vollständig erklärt
Nach mehrtägigem Erbrechen besteht ein klinisch belegter Magensäureverlust.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| pH | 7,50 |
| pCO₂ | 48 mmHg |
| HCO₃⁻ (aktuell) | 36 mmol/l |
- Der pH liegt über 7,45: Alkaliämie.
- HCO₃⁻ ist erhöht und wirkt pH-anhebend. Das passt zum Säureverlust.
- Der ebenfalls erhöhte pCO₂ wirkt in die säuernde Richtung. Er erklärt die Alkaliämie nicht.
Die führende Störung ist eine metabolische Alkalose.

Abbildung: Im Erbrechensbeispiel wirken erhöhtes Bikarbonat und erhöhter pCO₂ in entgegengesetzte Richtungen. Quelle: eigene Darstellung.
Die beiden erhöhten Werte haben unterschiedliche Wirkungen.
| Größe | Wirkung | Bezug zum Fall |
|---|---|---|
| HCO₃⁻ 36 mmol/l | pH-anhebend | Passt zum Magensäureverlust |
| pCO₂ 48 mmHg | Säuernd | Erklärt die Alkaliämie nicht |
Multiple Choice
Die Alkalose begründen
Eine bekannte metabolische Alkalose zeigt pH 7,47, pCO₂ 46 mmHg und aktuelles HCO₃⁻ 32 mmol/l. Welche Aussage passt?
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Vorgabe in der Aufgabe |
|---|---|
| Bekannter Prozess | metabolische Alkalose |
| pH | 7,47 |
| pCO₂ | 46 mmHg |
| HCO₃⁻ aktuell | 32 mmol/l |
- a)Die Bikarbonaterhöhung erklärt die Alkaliämie; der pCO₂-Anstieg wirkt ihr entgegen.
- b)Der pCO₂-Anstieg erklärt die Alkaliämie; Bikarbonat ist nur Begleitwert.
Freie Antwort
Bikarbonat und CO₂ getrennt erklären
Bei bekanntem Säureverlust zeigt die BGA:
| Parameter | Wert |
|---|---|
| pH | 7,52 |
| pCO₂ | 51 mmHg |
| HCO₃⁻ (aktuell) | 40 mmol/l |
Erkläre, welcher Wert die Alkaliämie verursacht und welcher ihr entgegenwirkt.
In der App sprechen üben →Zu viel CO₂ abgeatmet
Lernziel: Du kannst eine respiratorische Alkalose durch verstärkte CO₂-Abatmung erklären.
Wenn mehr CO₂ entfernt wird
Bei gleicher CO₂-Produktion sinkt pCO₂, wenn die wirksame Belüftung der Lunge zunimmt. Über das Puffergleichgewicht sinkt dadurch H⁺; der pH steigt.
Beginnt der Prozess mit dieser CO₂-Abnahme, heißt er respiratorische Alkalose. „Hyperventilation“ bedeutet in diesem Zusammenhang zu viel alveoläre Ventilation für die aktuelle CO₂-Produktion. Eine schnelle Atemfrequenz allein beweist sie nicht. Wirksam ist nur der Teil jedes Atemzugs, der über den Totraum von etwa 150 ml hinausgeht: alveoläre Ventilation ≈ (Atemzugvolumen − Totraum) × Atemfrequenz.

Abbildung: Entscheidend ist die alveoläre Ventilation im Verhältnis zur CO₂-Produktion; eine hohe Atemfrequenz allein beweist keine Hyperventilation. Quelle: eigene Darstellung.

Für die respiratorische Alkalose gilt die untere Kette: mehr wirksame Ventilation, weniger CO₂, weniger H⁺, höherer pH.
Quelle: Eigene Darstellung (programmatisch erstellt), 18.10.2026.
Was „Hyperventilation“ hier bedeutet:
| Beobachtung | Einordnung |
|---|---|
| Mehr alveoläre Ventilation, als für die aktuelle CO₂-Produktion nötig | Hyperventilation im Sinne dieses Abschnitts |
| Schnelle Atemfrequenz | Allein kein Beweis |
Ein Beispiel vollständig erklärt
Wegen akuter starker Schmerzen atmet ein Patient neu deutlich mehr, als zur CO₂-Abgabe erforderlich wäre. Andere Ursachen werden klinisch geprüft.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| pH | 7,49 |
| pCO₂ | 30 mmHg |
| HCO₃⁻ (aktuell) | 22 mmol/l |
- Der pH liegt über 7,45: Alkaliämie.
- pCO₂ ist niedrig und wirkt pH-anhebend. Das erklärt die Richtung.
- HCO₃⁻ ist nicht erhöht. Die führende Störung ist eine respiratorische Alkalose.
Ein niedriger pCO₂ sagt noch nicht, warum der Atemantrieb verstärkt ist. Neben Schmerz kommen zum Beispiel Sauerstoffmangel, Sepsis oder eine Lungenembolie infrage.

Abbildung: Der niedrige pCO₂ erklärt die Alkaliämie; die Ursache des verstärkten Atemantriebs wird klinisch geprüft. Quelle: eigene Darstellung.
Die Richtung des Befunds und seine Ursache werden getrennt beurteilt.
| Befund | Bedeutung |
|---|---|
| pCO₂ 30 mmHg | pH-anhebend; erklärt die Alkaliämie |
| HCO₃⁻ 22 mmol/l | Nicht erhöht |
| Atemantrieb verstärkt | Ursache nicht allein aus pCO₂ ableitbar |
Multiple Choice
Die führende Störung finden
Eine akut verstärkte Ventilation ist bekannt. Arterielle BGA: pH 7,52; pCO₂ 28 mmHg; aktuelles HCO₃⁻ 22 mmol/l. Welche Einordnung passt?
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Vorgabe in der Aufgabe |
|---|---|
| Bekannter Verlauf | akut verstärkte Ventilation |
| pH | 7,52 |
| pCO₂ | 28 mmHg |
| HCO₃⁻ aktuell | 22 mmol/l |
- a)Respiratorische Alkalose: Die CO₂-Abnahme erklärt die Alkaliämie.
- b)Metabolische Alkalose: Das Bikarbonat erklärt einen primären Basenüberschuss.
- c)Metabolische Azidose: Jedes Bikarbonat unter 24 mmol/l beweist einen primären Säureprozess.
Freie Antwort
Atmung ist mehr als Frequenz
Zwei Patienten atmen gleich häufig. Beim einen sind die Atemzüge sehr flach, beim anderen tief. Warum kannst du aus der Frequenz allein keine gleiche CO₂-Abatmung ableiten?
In der App sprechen üben →Wie der Körper gegensteuert
Lernziel: Du kannst primäre Störung und kompensatorische Gegenreaktion getrennt erklären.
Auslöser und Antwort
Bei einer metabolischen Azidose senkt die Bikarbonatabnahme den pH. Der Körper kann darauf mit verstärkter CO₂-Abatmung reagieren. Ein sinkender pCO₂ hebt den pH wieder in Richtung Ausgangsbereich.
Diese Gegenreaktion heißt Kompensation. Sie dämpft die Wirkung der ersten Störung, beseitigt deren Ursache aber nicht. Durchfall verschwindet beispielsweise nicht dadurch, dass mehr CO₂ abgeatmet wird.

Abbildung: Die Atemantwort auf den Bikarbonatverlust verändert den pH, beseitigt den Durchfall aber nicht. Quelle: eigene Darstellung.

Jede Grundstörung hat eine typische Gegenrichtung, jeweils in der zweiten Zeile eines Feldes. Die Gegenreaktion dämpft die pH-Verschiebung, beseitigt aber nicht die Ursache.
Quelle: Eigene Darstellung (programmatisch erstellt), 18.10.2026.
Die Richtung lässt sich herleiten
Frage zuerst: Welche Veränderung würde der pH-Verschiebung entgegenwirken?
| Primäre Veränderung | Passende Gegenrichtung |
|---|---|
| HCO₃⁻ sinkt: pH nach unten | pCO₂ sinkt: pH nach oben |
| HCO₃⁻ steigt: pH nach oben | pCO₂ steigt: pH nach unten |
Bei primär respiratorischen Störungen passt sich längerfristig vor allem die renale Bikarbonatregulation an. Die Niere braucht dafür deutlich mehr Zeit als die unmittelbare Pufferung. Die Atemantwort setzt innerhalb von Minuten bis Stunden ein; die renale Anpassung beginnt nach Stunden und ist nach etwa 3–5 Tagen maximal.
Wer bei welcher Störung gegensteuert:
| Primäre Störung | Gegenreaktion über |
|---|---|
| Metabolisch | Atmung: pCO₂ ändert sich |
| Respiratorisch | Niere: Bikarbonatregulation, deutlich langsamer |

Abbildung: Metabolische Störungen beantwortet die Atmung innerhalb von Minuten bis Stunden, respiratorische Störungen die Niere über Tage. Quelle: eigene Darstellung.
Gegenrichtung ist noch keine Mengenprüfung
Ein niedriger pCO₂ kann bei metabolischer Azidose in die passende Richtung zeigen. Trotzdem kann er für die Stärke der Azidose noch zu hoch oder ungewöhnlich niedrig sein.

Abbildung: Erst die Richtung, dann das Ausmaß: Bei HCO₃⁻ 12 mmol/l passt nur ein pCO₂ von 24–28 mmHg zur erwarteten Antwort. Quelle: eigene Darstellung.
Deshalb trennen wir zwei Fragen:
- Richtung: Wirkt die Änderung dem ersten Prozess entgegen?
- Ausmaß: Passt die Größe dieser Änderung zur erwarteten Antwort?
Was Kompensation leistet und was nicht:
| Aussage | Zutreffend? |
|---|---|
| Sie dämpft die pH-Verschiebung. | Ja |
| Sie beseitigt die Ursache der ersten Störung. | Nein |
| Die richtige Richtung belegt schon das passende Ausmaß. | Nein |
Multiple Choice
Was hat Kompensation geleistet?
Bei weiterbestehendem Bikarbonatverlust steigt der zunächst erniedrigte pH durch verstärkte CO₂-Abatmung etwas an. Was folgt daraus?
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Vorgabe in der Aufgabe |
|---|---|
| Bikarbonatverlust | besteht weiter |
| CO₂-Abatmung | verstärkt |
| pH-Verlauf | zunächst erniedrigt, danach etwas angestiegen |
- a)Die ursprüngliche Erkrankung ist geheilt.
- b)Jeder niedrige pCO₂ ist jetzt sicher angemessen.
- c)Die Wirkung auf den pH wurde gedämpft; die Ursache besteht weiter.
Freie Antwort
Zwei getrennte Sätze
Ein Patient verliert Bikarbonat. Seine Atmung entfernt daraufhin mehr CO₂. Erkläre den ersten Prozess und die Antwort in je einem Satz.
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Vorgabe in der Aufgabe |
|---|---|
| Erster Vorgang | Patient verliert Bikarbonat |
| Nachfolgende Beobachtung | Atmung entfernt mehr CO₂ |
Ein Befund in klaren Schritten
Lernziel: Du kannst Probe, Oxygenierung, pH und führende Störung geordnet prüfen.
Zuerst: Gehören die Werte zusammen?
Bevor du rechnest, prüfst du Patient, Entnahmezeitpunkt und Probenart. Für unsere Aufgaben liegt eine arterielle Probe vor. Sauerstoffgabe und Beatmung gehören als Kontext zum Befund.
Eine Verwechslung, Luft in der Probe oder eine verzögerte Analyse kann Werte verändern. Bei unplausiblen Ergebnissen überprüfst du den Befund und gegebenenfalls eine neue Probe, statt eine passende Geschichte zu erfinden.

Abbildung: Der Prüfweg verbindet Zuordnung, mögliche Einflüsse und die Reaktion auf unplausible Ergebnisse. Quelle: eigene Darstellung.
Woran du vor dem Rechnen denkst:
| Prüfpunkt | Warum |
|---|---|
| Patient und Entnahmezeitpunkt | Verwechslung ausschließen |
| Probenart | In unseren Aufgaben: arterielle Probe |
| Sauerstoffgabe und Beatmung | Gehören als Kontext zum Befund |
| Luft in der Probe, verzögerte Analyse | Können Werte verändern |

Venöses Blut wirkt meist dunkler, arterielles heller. Die Farbe allein ist kein sicherer Nachweis der Probenart; maßgeblich sind Entnahmeort und Dokumentation.
Quelle: Wesalius, Wikimedia Commons, CC BY 4.0 (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Venous_and_arterial_blood_rotated_and_cropped.jpg); verkleinert, als WebP gespeichert.
Oxygenierung ist eine eigene Frage
pO₂ und Sauerstoffsättigung beschreiben die Oxygenierung; pCO₂ hilft bei der Beurteilung der Ventilation. Das sind unterschiedliche Fragen.
Zwei verschiedene Fragen an dieselbe BGA:
| Frage | Werte |
|---|---|
| Oxygenierung | pO₂, Sauerstoffsättigung |
| Ventilation | pCO₂ |
Schwere Atemnot, Bewusstseinsstörung oder Kreislaufinstabilität verlangen sofortige klinische Beurteilung und Unterstützung. Eine vollständige Säure-Basen-Rechnung darf diese Schritte nicht verzögern. Für die Sauerstoffgabe gilt als Zielbereich meist eine SpO₂ von 92–96 %, bei Risiko für eine Hyperkapnie 88–92 %.

Abbildung: Warnzeichen führen zuerst zur klinischen Beurteilung und Unterstützung; danach werden Oxygenierung und Ventilation getrennt beurteilt. Quelle: eigene Darstellung.
Dann der Säure-Basen-Gedankengang
| Schritt | Frage |
|---|---|
| 1. pH | Azidämie, Referenzbereich oder Alkaliämie? |
| 2. Führender Prozess | Welche Änderung erklärt die pH-Richtung? |
| 3. Gegenreaktion | Passt die zweite Größe zur erwarteten Antwort? |
| 4. Einordnung | Wie passen Kontext und Verlauf zusammen? |
Ein pH im Referenzbereich beendet die Befundung nicht. Deutlich veränderte pCO₂- und HCO₃⁻-Werte müssen trotzdem erklärt werden. Für die nächsten Übungen wählen wir zunächst klare, einfache Konstellationen.

Abbildung: Jede pH-Lage führt zur Frage nach dem führenden Prozess; ein pH im Referenzbereich beendet die Befundung nicht. Quelle: eigene Darstellung.

Die vollständige Reihenfolge: zuerst Probe, klinische Priorität und Oxygenierung, dann der Säure-Basen-Gedankengang aus der Tabelle.
Quelle: eigene Darstellung.
Multiple Choice
Klinische Priorität vor Rechentiefe
Ein Patient ist neu auffällig schläfrig, nur durch Ansprache oder Berührung weckbar (somnolent) und atmet unzureichend. Eine BGA liegt bereit. Was hat Vorrang?
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Vorgabe in der Aufgabe |
|---|---|
| Bewusstsein | neu schläfrig, nur durch Ansprache oder Berührung weckbar |
| Atmung | unzureichend |
| Befund | BGA liegt bereit |
- a)Atmung und Kreislauf sofort beurteilen, Hilfe und nötige Unterstützung veranlassen.
- b)Zuerst die vollständige Kompensationsanalyse abschließen, um die Unterstützung exakt aus der Formel abzuleiten.
Multiple Choice
Den richtigen nächsten Denkschritt wählen
Probe und Oxygenierung sind geprüft, der Patient ist stabil. pH beträgt 7,29. Welche Frage folgt für den Säure-Basen-Befund?
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Vorgabe in der Aufgabe |
|---|---|
| Patient | stabil |
| Bereits geprüft | Probe und Oxygenierung |
| pH | 7,29 |
- a)Welche CO₂- oder Bikarbonatveränderung erklärt die pH-Richtung?
- b)Welchen Winters-Wert ergibt jeder saure pH unabhängig vom primären Prozess?
Freie Antwort
Ein einfacher Befund ohne Formel
Die arterielle Probe ist plausibel; Oxygenierung und klinischer Zustand sind bereits beurteilt. Ein Bikarbonatverlust ist bekannt.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| pH | 7,32 |
| pCO₂ | 34 mmHg |
| HCO₃⁻ (aktuell) | 17 mmol/l |
Formuliere die bisher mögliche Säure-Basen-Einordnung und die noch offene Frage.
In der App sprechen üben →Was wir vom pCO₂ erwarten
Lernziel: Du kannst erklären, warum ein allgemeiner Normalwert bei Azidose nicht genügt.
Zwei verschiedene Vergleichsfragen
Ein Laborreferenzbereich beschreibt Werte in einer Referenzpopulation. Bei einer metabolischen Azidose hat der Körper jedoch einen Grund, mehr CO₂ abzugeben. Mehr H⁺ verstärkt über die Chemorezeptoren den Atemantrieb.

Abbildung: Die biologische Gegenreaktion begründet den individuellen Vergleich: CO₂-Abatmung wirkt der pH-Senkung durch Bikarbonatabnahme entgegen. Quelle: eigene Darstellung.
Jetzt lautet die Frage: Ist pCO₂ so weit gesunken, wie wir es bei dieser Bikarbonatabnahme erwarten? Dieser individuelle Erwartungsbereich ist nicht mit dem allgemeinen Laborbereich identisch.

Abbildung: Derselbe pCO₂ von 40 mmHg ist im Laborbereich unauffällig, für diese metabolische Azidose aber zu hoch. Quelle: eigene Darstellung.
Zwei Vergleichsfragen:
| Vergleich | Beantwortet |
|---|---|
| Laborreferenzbereich | Liegt der Wert im Bereich einer Referenzpopulation? |
| Individueller Erwartungsbereich | Ist pCO₂ so weit gesunken, wie bei dieser Bikarbonatabnahme erwartet? |
Ein gegebener Bereich als Beispiel
Die metabolische Azidose ist bereits begründet. Für diesen Übungsbefund wurde ein erwarteter pCO₂ von 24–28 mmHg berechnet. Wir betrachten nun einen gemessenen pCO₂ von 40 mmHg.
40 liegt zwar in der allgemeinen Arbeitsreferenz 35–45 mmHg. Für diese metabolische Azidose liegt es aber über 24–28 mmHg. Die erwartete CO₂-Abnahme ist nicht ausreichend vorhanden. Wie man den Bereich berechnet, lernst du im nächsten Schritt.

Derselbe Messwert, zwei Vergleiche: In der allgemeinen Arbeitsreferenz liegt 40 mmHg im Bereich. Für diese metabolische Azidose liegt er über der Erwartung von 24–28 mmHg.
Quelle: Eigene Darstellung (programmatisch erstellt), 18.10.2026.
Das Ergebnis des Beispiels in Kurzform:
| Vergleich mit | 40 mmHg liegt |
|---|---|
| Arbeitsreferenz 35–45 mmHg | Im Bereich |
| Erwartung 24–28 mmHg | Darüber |
Multiple Choice
Zwei Referenzen auseinanderhalten
Bei einer begründeten metabolischen Azidose werden 27–31 mmHg erwartet; gemessen sind 38 mmHg. Welche Beurteilung trifft die Kompensationsfrage?
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Vorgabe in der Aufgabe |
|---|---|
| Bekannter Prozess | metabolische Azidose |
| Erwarteter pCO₂ | 27–31 mmHg |
| Gemessener pCO₂ | 38 mmHg |
- a)38 liegt in der allgemeinen Referenz, also genügt die Atemantwort.
- b)38 liegt über der Erwartung für diese Azidose; der allgemeine Referenzbereich reicht als Vergleich nicht.
Freie Antwort
Warum normal nicht genügt
Ein Kollege sagt: „Der pCO₂ liegt bei 39 mmHg. Also ist die Atemantwort auf die metabolische Azidose sicher ausreichend.“ Erkläre die fehlende Überlegung.
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Vorgabe in der Aufgabe |
|---|---|
| Bekannter Prozess | metabolische Azidose |
| pCO₂ | 39 mmHg |
| Zu prüfende Aussage | Atemantwort sei sicher ausreichend |
Winters Schritt für Schritt
Lernziel: Du kannst aus aktuellem Bikarbonat den Winters-Erwartungsbereich berechnen.
Welche Frage beantwortet Winters?
Bei einer bereits begründeten metabolischen Azidose schätzt die Winters-Formel, welcher arterielle pCO₂ als respiratorische Gegenreaktion zu erwarten ist. Sie liefert keinen gemessenen Wert, sondern einen Vergleichsbereich.
Dafür setzt du das aktuelle HCO₃⁻ in mmol/l ein. Das Ergebnis ist pCO₂ in mmHg. Standardbikarbonat wird nicht eingesetzt.

Abbildung: Die Eingangskontrolle trennt Voraussetzung, richtige Bikarbonatgröße und Bedeutung des Ergebnisses. Quelle: eigene Darstellung.
Was in die Winters-Formel gehört:
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Voraussetzung | Begründete metabolische Azidose |
| Eingabe | Aktuelles HCO₃⁻ in mmol/l |
| Ergebnis | Erwarteter pCO₂ in mmHg als Vergleichsbereich |
| Nicht einsetzen | Standardbikarbonat |
Die Zeichen einzeln lesen
Erwarteter pCO₂ = 1,5 × aktuelles HCO₃⁻ + 8 ± 2
| Rechenteil | Was du machst |
|---|---|
| 1,5 × HCO₃⁻ + 8 | Zuerst den mittleren Erwartungswert berechnen. |
| − 2 | Vom mittleren Wert 2 mmHg abziehen. |
| + 2 | Zum mittleren Wert 2 mmHg addieren. |
Die Zahlen 1,5 und 8 sind aus Beobachtungen abgeleitete Bestandteile dieser Näherung. ±2 bildet die untere und obere Grenze. Es ist keine zusätzliche Zahl aus der BGA.

Abbildung: Die Formelzeichen werden nach ihrer Funktion geordnet: Mittelwert und zwei Grenzen. Quelle: eigene Darstellung.
Ein vollständig gelöstes Beispiel
Eine metabolische Azidose ist bereits begründet; aktuelles HCO₃⁻ beträgt 12 mmol/l.
| Schritt | Rechnung |
|---|---|
| 1. Multiplizieren | 1,5 × 12 = 18 |
| 2. Addieren | 18 + 8 = 26 mmHg |
| 3. Untere Grenze | 26 − 2 = 24 mmHg |
| 4. Obere Grenze | 26 + 2 = 28 mmHg |
Der erwartete Bereich lautet 24–28 mmHg. Erst danach vergleichen wir mit dem tatsächlich gemessenen pCO₂.

Den Winters-Bereich sichtbar aufbauen. Quelle: eigene Darstellung.
So liest du das Bild: Lies die Rechnung von oben nach unten: Eingabewert, Erwartungswert, untere und obere Grenze. Der berechnete Wert ist eine Erwartung zum Vergleich mit einem arteriellen Messwert; er ist keine Beatmungseinstellung.

Abbildung: Drei typische Rechenfehler bei Winters am Beispiel eines aktuellen HCO₃⁻ von 20 mmol/l. Quelle: eigene Darstellung.
Multiple Choice
Jetzt den ganzen Bereich berechnen
Bei begründeter metabolischer Azidose beträgt aktuelles HCO₃⁻ 18 mmol/l.
Erwarteter pCO₂ = 1,5 × HCO₃⁻ + 8 ± 2.
Welcher Bereich ergibt sich?
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Vorgabe in der Aufgabe |
|---|---|
| Bekannter Prozess | metabolische Azidose |
| HCO₃⁻ aktuell | 18 mmol/l |
| Gegebene Formel | 1,5 × HCO₃⁻ + 8 ± 2 |
- a)25–29 mmHg.
- b)35–39 mmHg.
- c)33–37 mmHg.
Multiple Choice
Den passenden Eingangswert auswählen
Ein Gerät zeigt aktuelles HCO₃⁻ 14 mmol/l und Standardbikarbonat 18 mmol/l. Welche Zahl setzt du bei begründeter metabolischer Azidose in Winters ein?
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Vorgabe in der Aufgabe |
|---|---|
| HCO₃⁻ aktuell | 14 mmol/l |
| Standardbikarbonat | 18 mmol/l |
| Bekannter Prozess | metabolische Azidose |
- a)14 mmol/l: das aktuelle HCO₃⁻.
- b)18 mmol/l: das Standardbikarbonat.
- c)Den Mittelwert aus beiden Angaben.
Freie Antwort
Schreibe die einzelnen Rechenschritte auf.
Eine neue Rechnung erklären
Die metabolische Azidose ist begründet. Aktuelles HCO₃⁻ beträgt 10 mmol/l. Berechne mittleren Wert und beide Grenzen und erkläre kurz, was das Ergebnis bedeutet.
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Vorgabe in der Aufgabe |
|---|---|
| Bekannter Prozess | metabolische Azidose |
| HCO₃⁻ aktuell | 10 mmol/l |
| Gesucht | mittlerer Erwartungswert und beide Grenzen |
Atemantworten unterscheiden
Lernziel: Du kannst drei Winters-Muster erklären und ihre klinische Bedeutung begrenzen.
Aus dem Vergleich wird ein Befund
Du hast die metabolische Azidose bereits begründet und den erwarteten pCO₂ berechnet. Jetzt vergleichst du den gemessenen arteriellen pCO₂ mit diesem Bereich.
| Messwert | Warum ist das wichtig? |
|---|---|
| Im Erwartungsbereich | Die CO₂-Abnahme passt zur üblichen respiratorischen Gegenreaktion. |
| Oberhalb | Mehr CO₂ bleibt zurück als erwartet und wirkt zusätzlich säuernd. |
| Unterhalb | CO₂ ist stärker gefallen als erwartet und wirkt zusätzlich pH-anhebend. |
Im Bereich bedeutet: mit angemessener respiratorischer Kompensation vereinbar. Oberhalb spricht für eine zusätzliche respiratorisch azidotische, unterhalb für eine zusätzliche respiratorisch alkalotische Komponente. Ein ungewöhnlich niedriger Wert heißt daher nicht einfach „besonders gut kompensiert“.
Ein passender pCO₂ erklärt weder die Ursache der metabolischen Azidose noch schließt er mehrere metabolische Prozesse aus. Die weiterführende Ursachenprüfung folgt in G03/G04.

Abbildung: Der Vergleich mit dem Winters-Bereich hat drei mögliche Ergebnisse; nur „im Bereich“ spricht für eine angemessene Kompensation. Quelle: eigene Darstellung.

Für jedes aktuelle HCO₃⁻ ergibt Winters ein Band. Darüber spricht für eine zusätzliche respiratorisch azidotische, darunter für eine zusätzliche respiratorisch alkalotische Komponente. Das Diagramm gilt nur bei begründeter metabolischer Azidose.
Quelle: Eigene Darstellung (programmatisch erstellt), 18.10.2026.
Dasselbe Bikarbonat, drei mögliche Messwerte
In diesen getrennten Rechenbeispielen ist eine metabolische Azidose bereits begründet. Aktuelles HCO₃⁻ beträgt jeweils 12 mmol/l.
Winters: 1,5 × 12 + 8 = 26 mmHg; Erwartungsbereich 24–28 mmHg.
| Gemessener pCO₂ | Begründete Einordnung |
|---|---|
| 26 mmHg | Passende respiratorische Kompensation. |
| 36 mmHg | Oberhalb: zusätzliche respiratorisch azidotische Komponente. |
| 20 mmHg | Unterhalb: zusätzliche respiratorisch alkalotische Komponente. |
Die entscheidende Beziehung: 36 mmHg liegt in unserer allgemeinen Arbeitsreferenz 35–45. Für HCO₃⁻ 12 ist dieser Wert trotzdem zu hoch. 20 mmHg ist zwar stärker erniedrigt als 26, aber der zusätzliche pH-anhebende Einfluss ist damit ein eigener Befund.
Das sind drei Vergleichssituationen, kein Verlauf mit festgehaltenem pH. Würde pCO₂ bei gleichem HCO₃⁻ wechseln, müsste sich nach Henderson–Hasselbalch auch der pH ändern.

Drei Antworten auf dieselbe metabolische Azidose. Quelle: eigene Darstellung.
So liest du das Bild: Das grüne Band bleibt gleich, nur der gemessene pCO₂ ändert sich. Unterhalb besteht ein Hinweis auf eine zusätzliche respiratorische Alkalose, oberhalb auf eine zusätzliche respiratorische Azidose. Im Band ist die respiratorische Kompensation passend. Verlauf und klinischer Zustand bleiben zu berücksichtigen. Es sind drei Lehrsituationen, keine Messreihe desselben Patienten.
Jetzt zum Patienten zurück
Ein zu hoher pCO₂ kann zu einem gedämpften Atemantrieb, einer erschöpften Atemmuskulatur oder einer anderen Einschränkung der Ventilation passen. Bei rasch entstandener Azidose kann die Antwort auch noch in Entwicklung sein.
Beurteile deshalb Bewusstsein, Atemarbeit, wirksame Ventilation und Verlauf. Eine Zahl allein bestimmt keine Ursache und keine Beatmungseinstellung.

Abbildung: Bei zu hohem pCO₂ werden Atemantrieb, Atempumpe und zeitlicher Verlauf klinisch geprüft. Quelle: eigene Darstellung.
Was bei einem zu hohen pCO₂ geprüft wird:
| Prüfen | Mögliche Erklärung |
|---|---|
| Bewusstsein | Gedämpfter Atemantrieb |
| Atemarbeit | Erschöpfte Atemmuskulatur |
| Wirksame Ventilation | Andere Einschränkung der Ventilation |
| Verlauf | Antwort bei rasch entstandener Azidose noch in Entwicklung |
Multiple Choice
Bedeutung statt nur Zahlenposition
Bei begründeter metabolischer Azidose beträgt HCO₃⁻ 14 mmol/l und pCO₂ 29 mmHg. Winters ergibt 27–31 mmHg. Welche Aussage ist angemessen?
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Vorgabe in der Aufgabe |
|---|---|
| Bekannter Prozess | metabolische Azidose |
| HCO₃⁻ | 14 mmol/l |
| pCO₂ | 29 mmHg |
| Genannter Winters-Bereich | 27–31 mmHg |
- a)Die niedrige CO₂-Zahl beweist eine zusätzliche respiratorische Alkalose.
- b)Das Ausmaß der CO₂-Abnahme ist mit einer passenden respiratorischen Kompensation vereinbar.
- c)Der passende Vergleich schließt zusätzliche metabolische Prozesse aus.
Multiple Choice
Warum ein normaler pH nicht genügt
Eine metabolische Azidose ist durch den klinischen Verlauf begründet: pH 7,40; HCO₃⁻ 12 mmol/l; pCO₂ 20 mmHg. Winters erwartet 24–28 mmHg. Welche Erklärung passt?
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Vorgabe in der Aufgabe |
|---|---|
| Bekannter Prozess | metabolische Azidose |
| pH | 7,40 |
| HCO₃⁻ | 12 mmol/l |
| pCO₂ | 20 mmHg |
| Genannter Winters-Bereich | 24–28 mmHg |
- a)Der pH beweist, dass die metabolische Azidose verschwunden ist.
- b)Die unerwartet starke CO₂-Abnahme kann den pH trotz fortbestehender metabolischer Azidose in den Referenzbereich verschieben.
Freie Antwort
Berechnen, einordnen, handeln
Eine metabolische Azidose ist begründet. HCO₃⁻ beträgt 16 mmol/l, pCO₂ 42 mmHg. Der Patient wird zunehmend schläfrig. Erkläre den Vergleich und die unmittelbare Priorität.
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Vorgabe in der Aufgabe |
|---|---|
| Bekannter Prozess | metabolische Azidose |
| HCO₃⁻ | 16 mmol/l |
| pCO₂ | 42 mmHg |
| Klinischer Verlauf | zunehmend schläfrig |
Freie Antwort
Eine neue Beziehung erklären
Die metabolische Azidose ist begründet. HCO₃⁻ beträgt 18 mmol/l, pCO₂ 25 mmHg. Berechne und erkläre, warum du nicht nur von einer passenden Gegenreaktion sprichst.
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Vorgabe in der Aufgabe |
|---|---|
| Bekannter Prozess | metabolische Azidose |
| HCO₃⁻ | 18 mmol/l |
| pCO₂ | 25 mmHg |
Atemantwort bei Alkalose
Lernziel: Du kannst die erwartete Atemantwort auf eine metabolische Alkalose abschätzen.
Die passende Richtung zuerst
Bei einer metabolischen Alkalose wirkt mehr Bikarbonat pH-anhebend. Eine Verringerung der Ventilation lässt pCO₂ steigen und wirkt dadurch säuernd entgegen.
Diese Antwort ist begrenzt: Die Atmung muss weiterhin die Oxygenierung unterstützen. Eine beliebige CO₂-Zunahme ist deshalb nicht automatisch eine normale Gegenreaktion. Kompensatorisch steigt der pCO₂ selten über etwa 55 mmHg; ein deutlich höherer Wert spricht für eine zusätzliche respiratorische Azidose.

Abbildung: Die Atemantwort auf eine metabolische Alkalose hat eine Gegenrichtung und eine physiologische Grenze. Quelle: eigene Darstellung.
Die Richtungen bei metabolischer Alkalose:
| Veränderung | Wirkung auf den pH |
|---|---|
| HCO₃⁻ steigt (primär) | Hebt den pH an |
| Ventilation sinkt, pCO₂ steigt | Wirkt säuernd entgegen |
Eine eigene Näherung für diese Störung
Winters gehört zur metabolischen Azidose. Für eine begründete metabolische Alkalose verwenden wir hier folgende Arbeitsnäherung:
Erwarteter pCO₂ ≈ 40 + 0,7 × (aktuelles HCO₃⁻ − 24) mmHg.
HCO₃⁻ wird in mmol/l eingesetzt. Als grobe Übungsorientierung betrachten wir ungefähr ±5 mmHg um diesen Wert. Die Antwort schwankt; Randwerte beweisen keine Mischstörung.
Welche Erwartungsbeziehung zu welcher metabolischen Störung gehört:
| Primäre Störung | Erwarteter pCO₂ |
|---|---|
| Metabolische Azidose | Winters: 1,5 × HCO₃⁻ + 8 ± 2 |
| Metabolische Alkalose | ≈ 40 + 0,7 × (HCO₃⁻ − 24), grob ± 5 |

Abbildung: Die Näherung für die metabolische Alkalose in ihren Teilen und im Vergleich mit Winters. Quelle: eigene Darstellung.
Ein vollständig gelöstes Beispiel
Eine metabolische Alkalose ist begründet. HCO₃⁻ beträgt 34 mmol/l.
| Schritt | Rechnung |
|---|---|
| Bikarbonatanstieg | 34 − 24 = 10 mmol/l |
| Erwarteter CO₂-Anstieg | 0,7 × 10 = 7 mmHg |
| Erwarteter pCO₂ | 40 + 7 = 47 mmHg |
Ein gemessener pCO₂ von 47 mmHg passt zu dieser groben Erwartung. Der Vergleich unterstützt die Einordnung; Verlauf und Oxygenierung bleiben Teil des Befunds.

Abbildung: Vom Bikarbonatanstieg zum Erwartungswert 47 mmHg, zur groben Spanne 42–52 mmHg und zu den drei möglichen Vergleichsergebnissen. Quelle: eigene Darstellung.

Erwarteter pCO₂ bei begründeter metabolischer Alkalose: Die Linie zeigt die Arbeitsnäherung, das Band die grobe Übungsorientierung von etwa ± 5 mmHg. Randwerte beweisen keine Mischstörung.
Quelle: Eigene Darstellung (programmatisch erstellt), 18.10.2026.
Multiple Choice
Eine neue Näherung berechnen
Eine metabolische Alkalose ist begründet. HCO₃⁻ beträgt 44 mmol/l. Verwende 40 + 0,7 × (HCO₃⁻ − 24). Welcher mittlere pCO₂ wird ungefähr erwartet?
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Vorgabe in der Aufgabe |
|---|---|
| Bekannter Prozess | metabolische Alkalose |
| HCO₃⁻ | 44 mmol/l |
| Gegebene Formel | 40 + 0,7 × (HCO₃⁻ − 24) |
- a)26 mmHg.
- b)54 mmHg.
- c)71 mmHg.
Multiple Choice
Eine deutliche Abweichung erkennen
Bei metabolischer Alkalose mit HCO₃⁻ 34 mmol/l erwarten wir ungefähr 47 mmHg, grob 42–52 mmHg. Gemessen sind 30 mmHg. Was passt?
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Vorgabe in der Aufgabe |
|---|---|
| Bekannter Prozess | metabolische Alkalose |
| HCO₃⁻ | 34 mmol/l |
| Erwarteter pCO₂ | ungefähr 47 mmHg, grob 42–52 mmHg |
| Gemessener pCO₂ | 30 mmHg |
- a)Die niedrige Zahl beweist eine angemessene Kompensation.
- b)Nun muss automatisch die Winters-Formel angewendet werden.
- c)pCO₂ ist deutlich niedriger; eine zusätzliche respiratorische Alkalose ist zu prüfen.
Freie Antwort
Richtung und Rechnung zusammenführen
Eine metabolische Alkalose zeigt HCO₃⁻ 40 mmol/l und pCO₂ 51 mmHg. Erkläre zuerst die erwartete Richtung und danach die Rechnung.
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Vorgabe in der Aufgabe |
|---|---|
| Bekannter Prozess | metabolische Alkalose |
| HCO₃⁻ | 40 mmol/l |
| pCO₂ | 51 mmHg |
Respiratorische Azidose: akut
Lernziel: Du kannst die rasche Bikarbonatantwort auf einen akuten CO₂-Anstieg abschätzen.
Bei einer Atemstörung wechselt die Rechenfrage
Bei einer respiratorischen Azidose beginnt die Störung mit erhöhtem pCO₂. Nun fragen wir: Wie stark sollte HCO₃⁻ darauf reagieren?
Wir berechnen also nicht mit Winters einen erwarteten pCO₂. Wir vergleichen das beobachtete Bikarbonat mit der Antwort, die zum CO₂-Anstieg und zum zeitlichen Verlauf passt.

Abbildung: Die Wahl der Gegenreaktion richtet sich nach dem primären Prozess. Quelle: eigene Darstellung.
Was bei welcher primären Störung berechnet wird:
| Primärer Prozess | Gesuchte Gegenreaktion |
|---|---|
| Metabolische Azidose oder Alkalose | Erwarteter pCO₂ |
| Respiratorische Azidose oder Alkalose | Erwartetes HCO₃⁻ |
Die rasche Antwort ist zunächst klein
Puffer binden einen Teil der neu entstehenden H⁺. Das sind vor allem Hämoglobin und Proteine. Dadurch steigt das Bikarbonat bei akutem CO₂-Anstieg etwas an, noch bevor eine vollständige renale Anpassung möglich ist.
Als grobe akute Orientierung gilt: HCO₃⁻ steigt um etwa 1 mmol/l je 10 mmHg pCO₂-Anstieg über 40 mmHg. Wir rechnen für die Übung mit einem Ausgangs-HCO₃⁻ von 24 mmol/l.

Steigt CO₂ akut, verschiebt sich das Gleichgewicht nach rechts: Es entstehen mehr H⁺, und HCO₃⁻ steigt etwas an. Die größere renale Anpassung braucht Tage.
Quelle: Eigene Darstellung (programmatisch erstellt), 18.10.2026.

Abbildung: Bei akutem CO₂-Anstieg binden vor allem Hämoglobin und Proteine H⁺; deshalb steigt HCO₃⁻ nur um etwa 1 mmol/l je 10 mmHg. Quelle: eigene Darstellung.
Ein Beispiel vollständig gerechnet
pCO₂ ist innerhalb kurzer Zeit von ungefähr 40 auf 60 mmHg gestiegen.
| Schritt | Rechnung |
|---|---|
| CO₂-Anstieg | 60 − 40 = 20 mmHg |
| Zehnerschritte | 20 ÷ 10 = 2 |
| HCO₃⁻-Antwort | 24 + 2 × 1 = 26 mmol/l |
| Parameter | Wert |
|---|---|
| pH | 7,26 |
| pCO₂ | 60 mmHg |
| HCO₃⁻ (aktuell) | 26 mmol/l |
Der Befund passt zum angegebenen akuten Verlauf. Der pH bleibt deutlich sauer; die kleine Pufferantwort hebt die Störung nicht auf.

Abbildung: Der akute Rechenweg verbindet den CO₂-Anstieg mit der kleinen Bikarbonatantwort und dem weiterhin sauren pH. Quelle: eigene Darstellung.
Multiple Choice
Einen neuen CO₂-Anstieg umrechnen
Ein akuter respiratorischer Prozess lässt pCO₂ von etwa 40 auf 50 mmHg steigen. Welches HCO₃⁻ erwartest du nach der einfachen akuten Regel ungefähr?
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Vorgabe in der Aufgabe |
|---|---|
| Zeitverlauf | akut |
| pCO₂ zuvor | etwa 40 mmHg |
| pCO₂ danach | 50 mmHg |
- a)23 mmol/l.
- b)25 mmol/l.
- c)34 mmol/l.
Freie Antwort
Welcher Wert wird jetzt erwartet?
Eine klar akut entstandene respiratorische Azidose zeigt pCO₂ 70 mmHg. Erkläre, welchen Wert du abschätzt und wie du zu ihm kommst.
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Vorgabe in der Aufgabe |
|---|---|
| Bekannter Prozess | respiratorische Azidose |
| Zeitverlauf | klar akut entstanden |
| pCO₂ | 70 mmHg |
CO₂-Anstieg über mehrere Tage
Lernziel: Du kannst die renale Antwort bei chronischer respiratorischer Azidose erklären.
Die Niere verändert die Antwort
Bleibt pCO₂ länger erhöht, passt sich die Niere an: Sie steigert die Säureausscheidung und erhält beziehungsweise erzeugt mehr Bikarbonat. Diese Antwort entwickelt sich über Tage. Sie beginnt nach Stunden und ist nach etwa 3–5 Tagen maximal.

Abbildung: Ein anhaltender CO₂-Anstieg führt über die renale Anpassung innerhalb von Tagen zu einer größeren Bikarbonatantwort. Quelle: eigene Darstellung.
Deshalb erwarten wir bei einer stabilen chronischen respiratorischen Azidose einen größeren Bikarbonatanstieg als unmittelbar nach einem akuten CO₂-Anstieg.
Eine chronische Arbeitsnäherung
Häufig wird bei chronischer respiratorischer Azidose ein Anstieg von etwa 3,5–4 mmol/l HCO₃⁻ je 10 mmHg pCO₂-Anstieg verwendet. Für unsere Rechnung nehmen wir gerundet 4.
Das ist keine exakte biologische Grenze. Studien an stabilen Patienten fanden teils stärkere Antworten. Kleine Abweichungen müssen deshalb zusammen mit Nierenfunktion, Ausgangswerten und Verlauf eingeordnet werden.
Kleine Abweichungen von der Näherung werden mit drei Angaben eingeordnet.
| Angabe | Rolle im Vergleich |
|---|---|
| Nierenfunktion | Zusammen mit der Abweichung berücksichtigen |
| Ausgangswerte | Zum Vergleich heranziehen |
| Verlauf | Stabilität und zeitliche Entwicklung berücksichtigen |
Zeit verändert die Bikarbonatantwort bei CO₂-Anstieg:
| Verlauf | HCO₃⁻-Anstieg je 10 mmHg |
|---|---|
| Akut (Pufferung) | Etwa 1 mmol/l |
| Über Tage (renale Anpassung) | Etwa 3,5–4 mmol/l, gerundet 4 |

Abbildung: Derselbe pCO₂ von 55 mmHg ergibt akut und chronisch unterschiedliche Bikarbonaterwartungen. Quelle: eigene Darstellung.
Gleicher pCO₂, andere Erwartung
Bei seit Tagen stabilem pCO₂ von 60 mmHg:
- Anstieg über 40: 20 mmHg = zwei Zehnerschritte.
- Chronische Näherung: 24 + 2 × 4 = 32 mmol/l.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| pH | 7,35 |
| pCO₂ | 60 mmHg |
| HCO₃⁻ (aktuell) | 32 mmol/l |
Dieser Befund ist mit einer chronischen respiratorischen Azidose und renaler Gegenreaktion vereinbar. Ein HCO₃⁻ über dem Laborbereich ist hier nicht automatisch eine zweite primäre metabolische Alkalose.

Abbildung: Der chronische Beispielbefund wird aus Zeitverlauf, Rechnung und gemessenen Werten begründet. Quelle: eigene Darstellung.

Rechts der CO₂-Anstieg: Die chronische Linie steigt viel steiler als die akute. Die Linien sind Arbeitsnäherungen und keine exakten Grenzen.
Quelle: Eigene Darstellung (programmatisch erstellt), 18.10.2026.
So liest du das Bild: Lies zuerst den pCO₂ auf der x-Achse ab und gehe dann senkrecht nach oben zur passenden Linie: akut oder chronisch.
Multiple Choice
Akut und chronisch unterscheiden
pCO₂ beträgt in beiden Fällen 60 mmHg. Fall A ist akut aufgetreten; Fall B besteht stabil seit mehreren Tagen. Welche grobe HCO₃⁻-Erwartung passt zu den hier gelernten Regeln?
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Vergleich | Fall A | Fall B |
|---|---|---|
| pCO₂ | 60 mmHg | 60 mmHg |
| Zeitverlauf | akut aufgetreten | seit mehreren Tagen stabil |
- a)A etwa 26, B etwa 32 mmol/l.
- b)A etwa 32, B etwa 26 mmol/l.
- c)Beide zwingend genau 24 mmol/l.
Multiple Choice
Eine klare Diskrepanz
Ein stabiler chronischer CO₂-Anstieg ist seit Tagen belegt. pCO₂ beträgt 60 mmHg, HCO₃⁻ nur 18 mmol/l. Welche Einordnung passt?
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Vorgabe in der Aufgabe |
|---|---|
| Zeitverlauf | chronischer CO₂-Anstieg seit Tagen stabil belegt |
| pCO₂ | 60 mmHg |
| HCO₃⁻ | 18 mmol/l |
- a)Die Situation muss jetzt ausschließlich mit Winters bewertet werden.
- b)Das niedrige HCO₃⁻ ist keine passende alleinige chronische Gegenreaktion; weitere Ursachen prüfen.
- c)18 mmol/l beweist eine besonders ausgeprägte normale chronische Kompensation.
Freie Antwort
Warum steigt Bikarbonat?
Erkläre einem Kollegen, warum HCO₃⁻ bei länger bestehendem pCO₂-Anstieg erhöht sein kann, ohne allein deshalb eine primäre metabolische Alkalose zu beweisen.
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Vorgabe in der Aufgabe |
|---|---|
| Zeitverlauf | länger bestehender pCO₂-Anstieg |
| Zu erklärender Befund | HCO₃⁻ erhöht |
Respiratorische Alkalose: akut
Lernziel: Du kannst die rasche Bikarbonatänderung bei akutem CO₂-Abfall abschätzen.
Die CO₂-Abnahme beginnt den Prozess
Bei einer akuten respiratorischen Alkalose sinkt pCO₂ zuerst. Weniger CO₂ hebt den pH an. Die unmittelbare Pufferreaktion lässt dabei auch HCO₃⁻ etwas abnehmen.
Ein kleiner Bikarbonatabfall muss deshalb nicht bedeuten, dass zusätzlich eine eigenständige metabolische Azidose entstanden ist.

Abbildung: Bei akutem CO₂-Abfall geben Puffer H⁺ ab; HCO₃⁻ sinkt dadurch leicht, ohne dass eine metabolische Azidose vorliegen muss. Quelle: eigene Darstellung.
Die akute Näherung
Für eine klar akute respiratorische Alkalose verwenden wir: HCO₃⁻ sinkt um ungefähr 2 mmol/l je 10 mmHg pCO₂-Abfall unter 40 mmHg. Ausgangspunkt für die Übung ist HCO₃⁻ 24 mmol/l.
Beispiel: pCO₂ fällt von 40 auf 30 mmHg. Das ist ein Zehnerschritt. Erwartetes HCO₃⁻: 24 − 2 = 22 mmol/l.

Abbildung: Der akute Rechenweg führt von einem Zehnerschritt CO₂-Abfall zur erwarteten Bikarbonatabnahme. Quelle: eigene Darstellung.
Das Beispiel Schritt für Schritt:
| Schritt | Rechnung |
|---|---|
| CO₂-Abfall | 40 − 30 = 10 mmHg |
| Zehnerschritte | 10 ÷ 10 = 1 |
| HCO₃⁻-Antwort | 24 − 1 × 2 = 22 mmol/l |

Fällt CO₂ akut, sinkt H⁺ und der pH steigt (untere Kette). Die unmittelbare Pufferreaktion lässt dabei auch HCO₃⁻ etwas abnehmen.
Quelle: Eigene Darstellung (programmatisch erstellt), 18.10.2026.
Die Werte zusammen ansehen
Der akute Beginn der verstärkten Ventilation ist bekannt.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| pH | 7,49 |
| pCO₂ | 30 mmHg |
| HCO₃⁻ (aktuell) | 22 mmol/l |
Der niedrige pCO₂ erklärt die Alkaliämie. HCO₃⁻ 22 mmol/l passt zur kleinen akuten Antwort. Die leichte Bikarbonatabnahme wirkt der pH-Anhebung entgegen.

Abbildung: Im akuten Befund erklärt CO₂ die Alkaliämie, während die kleine Bikarbonatabnahme entgegenwirkt. Quelle: eigene Darstellung.
Multiple Choice
Eine andere CO₂-Abnahme
Bei klar akutem Beginn fällt pCO₂ von ungefähr 40 auf 20 mmHg. Welche ungefähre HCO₃⁻-Antwort ergibt die akute Regel?
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Vorgabe in der Aufgabe |
|---|---|
| Zeitverlauf | klar akut |
| pCO₂ zuvor | ungefähr 40 mmHg |
| pCO₂ danach | 20 mmHg |
- a)20 mmol/l.
- b)28 mmol/l.
- c)4 mmol/l.
Freie Antwort
Niedriges Bikarbonat vorsichtig einordnen
Eine klar akut begonnene respiratorische Alkalose zeigt pCO₂ 20 mmHg und HCO₃⁻ 20 mmol/l. Warum ist „HCO₃⁻ niedrig, also zusätzlich metabolische Azidose“ zu schnell?
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Vorgabe in der Aufgabe |
|---|---|
| Bekannter Prozess | respiratorische Alkalose, klar akut |
| pCO₂ | 20 mmHg |
| HCO₃⁻ | 20 mmol/l |
CO₂-Abfall über mehrere Tage
Lernziel: Du kannst niedriges HCO₃⁻ bei chronisch erniedrigtem pCO₂ erklären.
Mit Zeit wird die Bikarbonatantwort größer
Wenn pCO₂ über Tage niedrig bleibt, passt die Niere ihre Säureausscheidung und Bikarbonatregulation an. Das Bikarbonat fällt stärker ab als bei der unmittelbaren Pufferreaktion. Auch diese Anpassung ist nach etwa 3–5 Tagen maximal.

Abbildung: Bei anhaltend niedrigem CO₂ vergrößert die renale Anpassung den Bikarbonatabfall. Quelle: eigene Darstellung.
Die Abnahme wirkt dem pH-anhebenden Effekt des niedrigen CO₂ entgegen. Sie ist zunächst als mögliche Gegenreaktion zu verstehen, nicht automatisch als zweiter primärer Prozess.
Die chronische Näherung
Für eine stabile chronische respiratorische Alkalose verwenden wir ungefähr 4 mmol/l HCO₃⁻-Abfall je 10 mmHg pCO₂-Abfall unter 40 mmHg.
Beispiel: pCO₂ beträgt seit mehreren Tagen etwa 30 mmHg. Ein Zehnerschritt unter 40 ergibt HCO₃⁻ ungefähr 24 − 4 = 20 mmol/l. Die Rechnung ist eine Orientierung, keine alleinige Diagnosesicherung.
Akut und chronisch bei CO₂-Abfall unter 40 mmHg:
| Verlauf | HCO₃⁻-Abnahme je 10 mmHg |
|---|---|
| Akut | Etwa 2 mmol/l |
| Über Tage | Etwa 4 mmol/l |

Abbildung: Bei pCO₂ 22 mmHg erwartet die akute Regel etwa 20,4, die chronische etwa 16,8 mmol/l HCO₃⁻. Quelle: eigene Darstellung.
Warum der normale pH nicht alles erklärt
Ein über Tage stabiler niedriger pCO₂ ist durch Vorbefunde belegt.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| pH | 7,45 |
| pCO₂ | 30 mmHg |
| HCO₃⁻ (aktuell) | 20 mmol/l |
Der pH liegt am oberen Rand des Arbeitsreferenzbereichs. Der CO₂-Abfall wirkt pH-anhebend; die Bikarbonatabnahme wirkt entgegen und passt zur chronischen Näherung.
Diese Konstellation ist mit chronischer respiratorischer Alkalose und renaler Anpassung vereinbar. Der pH allein zeigt den zugrunde liegenden Prozess nicht vollständig.

Abbildung: Der pH am Referenzrand wird zusammen mit den gegensinnigen CO₂- und Bikarbonatveränderungen erklärt. Quelle: eigene Darstellung.
Der pH am Referenzrand wird durch die Einzelwirkungen erklärt.
| Messwert | Einordnung |
|---|---|
| pH 7,45 | Oberer Rand des Arbeitsreferenzbereichs |
| pCO₂ 30 mmHg | pH-anhebende Wirkung |
| HCO₃⁻ 20 mmol/l | Gegenwirkung; chronische Näherung passt |

Links der CO₂-Abfall: Die chronische Linie fällt doppelt so steil wie die akute. Ein niedriges HCO₃⁻ kann deshalb zur zeitabhängigen Gegenreaktion gehören.
Quelle: Eigene Darstellung (programmatisch erstellt), 18.10.2026.
Multiple Choice
Zeit verändert die Erwartung
pCO₂ beträgt 30 mmHg. Welches Zahlenpaar passt zu den hier verwendeten akuten und chronischen Näherungen?
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Vorgabe in der Aufgabe |
|---|---|
| pCO₂ | 30 mmHg |
| Zu vergleichen | akute und chronische Näherung |
- a)Akut ungefähr HCO₃⁻ 20, chronisch ungefähr 22 mmol/l.
- b)Chronisch muss HCO₃⁻ erhöht sein.
- c)Akut ungefähr HCO₃⁻ 22, chronisch ungefähr 20 mmol/l.
Multiple Choice
Winters oder eine andere Frage?
pCO₂ ist seit Tagen stabil erniedrigt; pH ist hoch-normal, HCO₃⁻ passt zur chronischen respiratorischen Gegenreaktion. Wie gehst du vor?
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Vorgabe in der Aufgabe |
|---|---|
| pCO₂-Verlauf | seit Tagen stabil erniedrigt |
| pH | hoch-normal |
| HCO₃⁻ | passt zur chronischen respiratorischen Gegenreaktion |
- a)Zuerst die respiratorische Ausgangsstörung und passende HCO₃⁻-Antwort prüfen.
- b)Niedriges HCO₃⁻ beweist eine metabolische Azidose; sofort Winters anwenden.
- c)Bei pH im Referenzbereich alle übrigen Werte ignorieren.
Freie Antwort
Die frühere Stolperfalle selbst lösen
Eine unveränderte respiratorische Alkalose ist seit Tagen durch Vorbefunde belegt. pCO₂ liegt bei 25 mmHg, aktuelles HCO₃⁻ bei 18 mmol/l. Erkläre, warum diese Zahlen grundsätzlich zusammenpassen können.
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Vorgabe in der Aufgabe |
|---|---|
| Vorbefunde | respiratorische Alkalose seit Tagen unverändert |
| pCO₂ | 25 mmHg |
| HCO₃⁻ aktuell | 18 mmol/l |
Was eine Formel nicht zeigt
Lernziel: Du kannst Zeit, Einheiten und Beatmung bei der Befundung berücksichtigen.
Die Zeit gehört zur Interpretation
Die Atemantwort auf eine metabolische Störung beginnt rasch und entwickelt sich weiter. Die vollständige renale Anpassung an eine respiratorische Störung benötigt mehrere Tage. Die Atemantwort setzt innerhalb von Minuten ein, die renale Anpassung ist nach etwa 3–5 Tagen maximal.
Bei rasch wechselndem Zustand ist eine BGA eine Momentaufnahme. Du verwendest sie sofort zur Beurteilung und beziehst Vorwerte, Verlauf und gegebenenfalls eine Kontroll-BGA ein. Eine feste Wartezeit ist keine Voraussetzung, überhaupt rechnen zu dürfen.

Abbildung: Bei raschem Wechsel wird die aktuelle Messung mit Vorwerten und Verlauf verbunden. Quelle: eigene Darstellung.
Zeitbedarf der Gegenreaktionen:
| Gegenreaktion | Zeitbedarf |
|---|---|
| Atemantwort auf eine metabolische Störung | Beginnt rasch und entwickelt sich weiter |
| Renale Anpassung an eine respiratorische Störung | Mehrere Tage |
Kontrollierte Beatmung verändert den Zusammenhang
Bei kontrollierter Beatmung wird die Ventilation wesentlich durch das Beatmungsgerät mitbestimmt. Der gemessene pCO₂ zeigt deshalb nicht ausschließlich eine spontane körpereigene Gegenreaktion.
Der Vergleich mit einem Erwartungswert kann weiterhin eine Einordnung unterstützen. Aus der Formel allein folgt aber keine sichere Beatmungseinstellung; Oxygenierung, Mechanik, Grunderkrankung und klinischer Verlauf gehören dazu.

Abbildung: Unter kontrollierter Beatmung wird der pCO₂ gemeinsam mit Geräteeinfluss und klinischem Kontext beurteilt. Quelle: eigene Darstellung.
Unter kontrollierter Beatmung werden Vergleich und Einstellung getrennt betrachtet.
| Angabe | Bedeutung |
|---|---|
| Gemessener pCO₂ | Auch durch das Beatmungsgerät mitbestimmt |
| Erwartungswert | Unterstützt die Einordnung |
| Beatmungseinstellung | Zusätzlich Oxygenierung, Mechanik, Grunderkrankung und Verlauf |

Intensivbeatmungsgerät mit Druckkurve und eingestellten Parametern. Bei kontrollierter Beatmung bestimmt das Gerät die Ventilation wesentlich mit; der pCO₂ zeigt dann nicht nur eine körpereigene Gegenreaktion. Die angezeigten Werte und die Alarmmeldung gehören zu diesem Foto und sind keine Lehrwerte.
Quelle: Blogotron, Wikimedia Commons, CC0 1.0 (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Respirator_icu.JPG); oberer Rand mit Herstellerschriftzug abgeschnitten, als WebP gespeichert.
Den Vergleich in derselben Einheit führen
Aus G01 kennst du 1 kPa ≈ 7,5 mmHg. Unsere Kompensationsformeln liefern mmHg. Deshalb wird ein gemessener pCO₂ in kPa vor dem Vergleich umgerechnet.
Umrechnung mit 1 kPa ≈ 7,5 mmHg, gerundet:
| pCO₂ in kPa | pCO₂ in mmHg |
|---|---|
| 4,7 | ≈ 35 |
| 5,3 | ≈ 40 |
| 6,0 | 45 |
Lies zuerst die Einheit am Befund. Eine kleine kPa-Zahl ist kein Beleg für einen besonders niedrigen CO₂-Partialdruck. Die folgende Aufgabe verbindet diese Einheitenkontrolle mit der bereits gelernten Kompensationsprüfung.

Abbildung: Der Vergleich beginnt mit der Einheit und führt bei kPa über die Umrechnung in mmHg. Quelle: eigene Darstellung.
Multiple Choice
Einheitenfehler mit klinischer Folge
Bei begründeter metabolischer Azidose beträgt der Erwartungsbereich 27–31 mmHg. Das Gerät meldet pCO₂ 4,0 kPa. Welche Einordnung passt?
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Vorgabe in der Aufgabe |
|---|---|
| Bekannter Prozess | metabolische Azidose |
| Erwarteter pCO₂ | 27–31 mmHg |
| Geräteangabe pCO₂ | 4,0 kPa |
- a)4,0 kPa sind ungefähr 30 mmHg: im Erwartungsbereich.
- b)4,0 ist kleiner als 27: deutlicher Hinweis auf zusätzliche respiratorische Alkalose.
- c)Die Angabe ist grundsätzlich unbrauchbar, weil Winters keine kPa-Zahlen annimmt.
Passend ist eine begrenzte Aussage
Passt pCO₂ zur Winters-Erwartung, stützt das eine angemessene respiratorische Kompensation. Es zeigt nicht, dass die metabolische Azidose nur eine Ursache hat.
Mehrere nichtrespiratorische Prozesse können gleichzeitig das aktuelle Bikarbonat bestimmen. Wie wir solche Konstellationen weiter unterscheiden, wird erst nach ihren Grundlagen gelernt. Für jetzt lautet die präzise Aussage: Die respiratorische Antwort passt; die Ursache bleibt weiter zu klären.

Abbildung: Die Aussage über die Atemantwort wird von der weiterhin offenen Ursachenfrage getrennt. Quelle: eigene Darstellung.
Was der Kompensationsvergleich beantwortet:
| Frage | Beantwortet? |
|---|---|
| Passt die respiratorische Antwort zur Erwartung? | Ja |
| Hat die metabolische Azidose nur eine Ursache? | Nein |
| Welche Beatmungseinstellung ist richtig? | Nein |
Multiple Choice
Eine Aussage richtig begrenzen
Ein beatmeter Patient hat eine begründete metabolische Azidose. Der gemessene pCO₂ passt zum Winters-Bereich. Welche Aussage ist gerechtfertigt?
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Vorgabe in der Aufgabe |
|---|---|
| Patient | beatmet |
| Bekannter Prozess | metabolische Azidose |
| pCO₂-Vergleich | passt zum Winters-Bereich |

Abbildung: Versorgung eines beatmeten Patienten auf der Intensivstation. Quelle: U.S. Navy (Flickr), über Wikimedia Commons, CC BY 2.0, verkleinert.
- a)Der Vergleich passt; die Beatmung beeinflusst den Wert und die Ursache bleibt zu prüfen.
- b)Der Körper kompensiert nachweislich vollständig ohne Hilfe.
- c)Jede weitere metabolische Störung ist ausgeschlossen.
Freie Antwort
Eine Rechnung mit richtigem Vorbehalt
Eine metabolische Azidose verändert sich rasch. Ein einzelner pCO₂ liegt etwas über dem berechneten Winters-Bereich. Formuliere, was du jetzt prüfst, ohne eine bestimmte Ursache allein aus der Zahl zu behaupten.
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Vorgabe in der Aufgabe |
|---|---|
| Bekannter Prozess | metabolische Azidose |
| Verlauf | rasch veränderlich |
| Einzelner pCO₂ | etwas über dem berechneten Winters-Bereich |
Du begründest den Befund
Lernziel: Du kannst bei neuen Befunden die passende Kompensationsprüfung auswählen.
Vor dem selbstständigen Durchgang
Du hast jede Grundstörung einzeln erklärt und ihre Gegenreaktion geübt. Jetzt verbindest du die Schritte. Die Fälle enthalten nur bereits eingeführte Zusammenhänge.
Prüfe bei jedem Fall: Probe und klinische Priorität → pH → führender Prozess → passende Erwartungsbeziehung → Vergleich → begrenzte Aussage. Zahlen ohne Erklärung genügen nicht.

Abbildung: Der vollständige Prüfweg: Priorität, pH, primärer Prozess mit passender Erwartungsbeziehung, Vergleich und begrenzte Aussage. Quelle: eigene Darstellung.

Abbildung: Bei respiratorischen Prozessen bestimmen Richtung und Zeitverlauf die erwartete Bikarbonatantwort. Quelle: eigene Darstellung.

Dieselbe Reihenfolge gilt für jeden Fall in diesem Durchgang.
Quelle: eigene Darstellung.
Alle Erwartungsbeziehungen dieses Abschnitts im Überblick:
| Primärer Prozess | Erwartete Gegenreaktion |
|---|---|
| Metabolische Azidose | pCO₂ = 1,5 × HCO₃⁻ + 8 ± 2 |
| Metabolische Alkalose | pCO₂ ≈ 40 + 0,7 × (HCO₃⁻ − 24) |
| Respiratorische Azidose, akut | HCO₃⁻ etwa +1 je 10 mmHg Anstieg |
| Respiratorische Azidose, chronisch | HCO₃⁻ etwa +4 je 10 mmHg Anstieg |
| Respiratorische Alkalose, akut | HCO₃⁻ etwa −2 je 10 mmHg Abfall |
| Respiratorische Alkalose, chronisch | HCO₃⁻ etwa −4 je 10 mmHg Abfall |

Abbildung: Der metabolische Primärprozess entscheidet, welche Beziehung für den erwarteten pCO₂ gewählt wird. Quelle: eigene Darstellung.
Multiple Choice
Welche Beziehung gehört zu diesem Fall?
Eine seit Tagen stabile primäre CO₂-Erhöhung ist belegt. pCO₂ beträgt 60 mmHg, HCO₃⁻ 32 mmol/l. Welche Prüfung ist passend?
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Vorgabe in der Aufgabe |
|---|---|
| Primäre Veränderung | CO₂-Erhöhung seit Tagen stabil |
| pCO₂ | 60 mmHg |
| HCO₃⁻ | 32 mmol/l |
- a)Winters, weil das Bikarbonat nicht genau 24 beträgt.
- b)Die Atemantwort auf eine primäre metabolische Alkalose ist bereits bewiesen.
- c)Die chronische HCO₃⁻-Antwort auf einen CO₂-Anstieg.
Freie Antwort
Ein neuer einfacher Azidosebefund
Die arterielle Probe ist plausibel. Der Patient ist stabil, die Oxygenierung ist bereits eingeordnet. Nach anhaltendem Durchfall ist ein Bikarbonatverlust klinisch belegt.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| pH | 7,31 |
| pCO₂ | 31 mmHg |
| HCO₃⁻ (aktuell) | 15 mmol/l |
Gehe den Säure-Basen-Befund Schritt für Schritt durch. Nenne auch, was die Rechnung noch nicht erklärt.
In der App sprechen üben →Multiple Choice
Eine Änderung zwingt zur Neubewertung
Beim selben Patienten mit HCO₃⁻ 15 mmol/l steigt pCO₂ im Verlauf auf 43 mmHg. Er wird schläfrig. Die Winters-Erwartung bleibt 28,5–32,5 mmHg. Was ist jetzt entscheidend?
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Vorgabe in der Aufgabe |
|---|---|
| HCO₃⁻ | 15 mmol/l |
| pCO₂ im Verlauf | auf 43 mmHg gestiegen |
| Winters-Erwartung | 28,5–32,5 mmHg |
| Klinischer Verlauf | Patient wird schläfrig |
- a)Der pCO₂ liegt deutlich darüber; die klinisch verschlechterte Ventilation sofort beurteilen.
- b)43 liegt noch im allgemeinen Referenzbereich; die erste Bewertung bleibt unverändert.
- c)Eine frühere passende Kompensation gilt unabhängig von späteren Werten weiter.
Freie Antwort
Ein anderer primärer Prozess
Ein akut verstärkter Atemantrieb ist bekannt und wird klinisch abgeklärt. Die arterielle BGA zeigt:
| Parameter | Wert |
|---|---|
| pH | 7,55 |
| pCO₂ | 25 mmHg |
| HCO₃⁻ (aktuell) | 21 mmol/l |
Erkläre den führenden Prozess. Prüfe anschließend mit der passenden akuten Näherung, ob das Bikarbonat dazu passt.
In der App sprechen üben →Freie Antwort
Formuliere einen kurzen, nachvollziehbaren Befund.
Den Befund in Prüfungssprache vorstellen
Eine metabolische Azidose durch klinisch belegten Bikarbonatverlust zeigt HCO₃⁻ 16 mmol/l und pCO₂ 25 mmHg. Probe und Oxygenierung sind bereits beurteilt.
Stelle in drei bis vier Sätzen die primäre Störung, den Rechenvergleich und seine Bedeutung vor.
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Vorgabe in der Aufgabe |
|---|---|
| Bekannter Prozess | metabolische Azidose durch belegten Bikarbonatverlust |
| HCO₃⁻ | 16 mmol/l |
| pCO₂ | 25 mmHg |
| Bereits beurteilt | Probe und Oxygenierung |
