Elektrolyte sicher behandeln
Lernziel: Du kannst Elektrolytstörungen erklären, behandeln und ihren Verlauf beurteilen.
Messwert und Körperbestand
Lernziel: Du kannst Verteilung, Verschiebung und Gesamtbestand auseinanderhalten.
Ein auffälliger Laborwert ist der Anfang einer Entscheidung. Du klärst, ob die Messung plausibel ist, welches Risiko besteht und ob eine Verschiebung oder ein tatsächlicher Verlust beziehungsweise Überschuss vorliegt. Danach trennst du Akutbehandlung, Ursachenbehandlung und Verlaufskontrolle.
Der Weg: Messwert und Bestand → EKG → Kalium → Kalzium → Magnesium → Phosphat → Refeeding → gemeinsame Fälle → Wiederholung und EKG-Pool. Die klinischen Fallvignetten sind fiktiv; die ausdrücklich bezeichneten EKG-Datensätze sind reale anonymisierte Aufzeichnungen. Alle Behandlungsbeispiele beziehen sich auf Erwachsene. Dosen sind mit Wirkstoff, Zubereitung, Nierenfunktion und dem örtlichen Behandlungsstandard abzugleichen; Kinder benötigen eigene Schemata.
Was wird eigentlich gemessen?
Ein Elektrolyt liegt im Körper als elektrisch geladenes Teilchen vor. Die Konzentration sagt, wie viele Millimol in einem Liter der untersuchten Flüssigkeit enthalten sind. Sie sagt weder unmittelbar, wie viel davon im ganzen Körper vorhanden ist, noch wie schnell sich der Zustand verändert.
Das Labor untersucht meist Serum oder Plasma. Eine Blutgasanalyse kann unter anderem Kalium und ionisiertes Kalzium in Vollblut messen. Die Ergebnisse verschiedener Probenarten und Geräte müssen im Zusammenhang mit ihren Referenzbereichen beurteilt werden. Für einen Verlauf sind Zeitpunkt, Probenart und Methode wichtig.
| Parameter | Beispielbereich für Erwachsene | Besonderheit |
|---|---|---|
| Kalium im Serum/Plasma | etwa 3,5–5,0 mmol/l | Laborgrenze beachten |
| Gesamt-Kalzium im Serum | etwa 2,2–2,6 mmol/l | Albumin beeinflusst den Wert |
| Ionisiertes Kalzium | etwa 1,15–1,30 mmol/l | pH und Probenhandhabung beachten |
| Magnesium im Serum | etwa 0,7–1,0 mmol/l | bildet den Körpervorrat nur begrenzt ab |
| Phosphat im Serum | etwa 0,8–1,5 mmol/l | Alter, Tageszeit und Ernährung wirken mit |
Diese Bereiche dienen der Orientierung. Der auf dem Befund angegebene Referenzbereich hat Vorrang. Eine Therapieentscheidung hängt zusätzlich von Symptomen, EKG, Dynamik und Organfunktion ab.

Abbildung: Probenart und Referenzbereich bestimmen, wie der Wert in den Verlauf eingeordnet wird. Quelle: eigene Darstellung.
Drei verschiedene Veränderungen
Verteilung beschreibt den normalen Aufenthaltsort. Rund 98 % des Kaliums liegen innerhalb von Zellen. Im Blut befindet sich nur ein kleiner Anteil. Kalzium und Phosphat haben große Speicher im Knochen; Magnesium befindet sich überwiegend in Knochen und Zellen.

Abbildung: Die Blutprobe erfasst bei allen vier Elektrolyten nur einen kleinen Teil des Körperbestands. Die Anteile sind gerundete Lehrbuchwerte und schwanken individuell. Quelle: eigene Darstellung.
Verschiebung bedeutet einen Wechsel zwischen Zellinnerem und Außenraum. Insulin und eine Stimulation von β₂-Rezeptoren fördern die Aufnahme von Kalium in Zellen. Der Blutwert kann innerhalb kurzer Zeit fallen, ohne dass dieselbe Menge den Körper verlassen hat. Bei Insulinmangel kann er steigen, obwohl durch vermehrte Urinausscheidung bereits viel Kalium verloren gegangen ist. Eine Azidose kann die Verteilung verändern; der Effekt hängt von ihrer Ursache ab. Eine feste Umrechnungsregel zwischen pH und Kalium ist für den einzelnen Patienten unzuverlässig.
Bestandsänderung bedeutet Zufuhr oder Verlust über die Körpergrenze: Nahrung und Infusionen führen Elektrolyte zu; Urin, Durchfall und andere Verluste entfernen sie. Ein Patient kann zugleich einen Mangel im ganzen Körper und einen hohen Blutwert haben.

Abbildung: Eine Verschiebung verändert zunächst nur die Verteilung, eine Bestandsänderung die Gesamtmenge. Beides kann gleichzeitig ablaufen. Der Balken in Kasten 1 ist proportional. Quelle: eigene Darstellung.
Ausgearbeitetes Beispiel
Bei einer Patientin mit Insulinmangel beträgt Kalium 5,6 mmol/l. Sie hat viel Urin ausgeschieden. Der hohe Blutwert beweist keinen vollen Kaliumspeicher: Fehlendes Insulin verschiebt Kalium nach außen, während die osmotische Diurese Kalium entfernt. Nach Insulin kann der Wert rasch abfallen. Deshalb gehört Kaliumkontrolle zur Behandlung; das vollständige Vorgehen bei einer diabetischen Ketoazidose ist ein eigener Notfallpfad.

Abbildung: Das ausgearbeitete Beispiel als Ablauf. Die Verlaufskurve ist schematisch und zeigt nur die Richtung: Nach Insulin kann Kalium bis unter den Normalbereich fallen. Quelle: eigene Darstellung.
Die Niere verbindet Bestand und Ausscheidung
Die Niere filtriert Blutplasma und verändert die Zusammensetzung der entstehenden Flüssigkeit entlang der Tubuli. Für Kalium ist die späte tubuläre Abgabe in den Urin besonders wichtig. Aldosteron fördert dort die Natriumaufnahme und Kaliumabgabe. Auch das Natriumangebot und der Flüssigkeitsfluss im distalen Tubulus beeinflussen, wie viel Kalium ausgeschieden werden kann.
Eine niedrige Filtration, wenig Urin und eine verminderte Aldosteronwirkung begrenzen die Ausscheidung. Schleifen- und Thiaziddiuretika erhöhen dagegen häufig die Kaliumverluste. Kreatinin, Verlauf der Urinmenge, Volumenstatus und Arzneimittel gehören deshalb zur Elektrolytbeurteilung. Die geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) beschreibt die filtrierende Nierenleistung. Ein einzelner eGFR-Wert ist bei rasch verändertem Kreatinin keine zuverlässige Momentaufnahme der Nierenleistung.

Abbildung: Die Niere bestimmt, wie viel Kalium den Körper verlässt. Das Diagramm zeigt funktionelle Beziehungen, keine Nephronanatomie. Quelle: eigene Darstellung.
Freie Antwort
Den Mechanismus vervollständigen
Aufgabe
Nach einer β₂-agonistischen Inhalationsbehandlung fällt Kalium von 4,0 auf 3,3 mmol/l. Es gibt bislang keine Hinweise auf neue Verluste. Vervollständige: „Der Wert kann durch … gefallen sein. Das bedeutet für den Gesamtbestand …“
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Beobachtung |
|---|---|
| Behandlung | β₂-agonistische Inhalation |
| Kalium vorher | 4,0 mmol/l |
| Kalium nachher | 3,3 mmol/l |
| Neue Verluste | Bislang keine Hinweise |

Abbildung: Inhalation über eine Verneblermaske, hier an einer Übungspuppe gezeigt. Quelle: British Columbia Institute of Technology (BCIT), Clinical Procedures for Safer Patient Care, CC BY 4.0, verkleinert.
In der App sprechen üben →Multiple Choice
Gleicher Wert, andere Lage
Aufgabe
Zwei Personen haben Kalium 3,0 mmol/l. Person A hat seit vier Tagen Durchfall; Person B erhielt vor einer Stunde Insulin. Welche Aussage passt am besten?
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Person A | Person B |
|---|---|---|
| Kalium | 3,0 mmol/l | 3,0 mmol/l |
| Vorgeschichte | Durchfall seit vier Tagen | Insulin vor einer Stunde |
- a)Beide haben aufgrund des gleichen Werts denselben Kaliumverlust.
- b)Bei A ist ein Bestandsverlust plausibel, bei B kann eine Verschiebung beitragen.
- c)Bei B ist eine Rhythmusgefährdung ausgeschlossen, weil Kalium im Körper bleibt.
Plausibilität prüfen, eine Gefahr nicht verzögern
Bei einer Pseudohyperkaliämie ist der gemessene Wert außerhalb des Körpers erhöht: etwa durch Hämolyse bei schwieriger Abnahme, langes Stauen oder wiederholtes Faustballen. Stark erhöhte Thrombozyten oder Leukozyten können ebenfalls eine Rolle spielen. Ein unauffälliges EKG schließt eine echte Hyperkaliämie nicht aus. Ein entsprechender Laborhinweis und ein unerwarteter Einzelwert führen zu einer raschen, schonenden Kontrollabnahme; das Labor berät zur passenden Probenart. Viele Blutgasgeräte erkennen Hämolyse nicht automatisch.

Abbildung: Pseudohyperkaliämie in der Blutgasanalyse. Links Plasma aus einer Blutgasspritze, die beim Transport direkt auf Eis lag: rötlich verfärbt, Kalium 5,5 mmol/l; das Blutgasgerät hatte keinen Hämolysealarm gegeben. Rechts die sofort abgenommene Kontrollprobe derselben Person im Lithium-Heparin-Röhrchen: gelbes Plasma, Kalium 4,6 mmol/l. Quelle: Salvagno GL, Demonte D, Lippi G. Biochem Med (Zagreb) 2019;29(1):011003, Abb. 1 (PMC6366946); CC BY 4.0; zugeschnitten, Beschriftung entfernt.
Bei hohem Kalium und neuem breitem QRS, Bradykardie oder Kreislaufstörung erfolgt die Notfallbehandlung parallel zur Bestätigung. Ein Verdacht auf Messfehler rechtfertigt hier kein Abwarten. Nimm Kontrollproben nicht aus einer Leitung mit laufender Elektrolytzufuhr ab.
Die Tabelle trennt Messplausibilität und akute Gefährdung.
| Befund | Nächster Schritt |
|---|---|
| Unerwarteter Wert / Hämolyse | Rasche schonende Kontrollprobe |
| Breiter QRS / Bradykardie / Kreislaufstörung | Notfallbehandlung parallel zur Bestätigung |
| Unauffälliges EKG | Echte Hyperkaliämie weiterhin möglich |

Abbildung: Ein möglicher Messfehler hebt die Notfallzeichen nicht auf. Bei Gefahrenzeichen laufen Behandlung und Kontrollprobe gleichzeitig. Quelle: eigene Darstellung.
Freie Antwort
Plausibel handeln
Aufgabe
Ein unerwarteter Kaliumwert von 6,2 mmol/l ist als deutlich hämolytisch markiert. Die Person ist beschwerdefrei; das EKG zeigt keine auffälligen Veränderungen. Beschreibe deine nächsten zwei Schritte und die Grenze des abwartenden Vorgehens.
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Befund |
|---|---|
| Kalium | 6,2 mmol/l; unerwarteter Wert |
| Probenhinweis | Deutlich hämolytisch |
| Beschwerden | Keine |
| EKG | Keine auffälligen Veränderungen |

Abbildung: Serumproben mit stufenweise steigendem Gehalt an freiem Hämoglobin (von links 0 bis 10 g/l; Rinderserum aus einer Laborstudie): Je mehr Hämoglobin, desto röter das Serum. Quelle: Larrán B, López-Alonso M, Miranda M, Pereira V, Rigueira L, Suárez ML, Herrero-Latorre C. Sci Rep 2022;12:13523, doi:10.1038/s41598-022-17842-4, Abb. 1, CC BY 4.0, verkleinert.
In der App sprechen üben →Elektrolyte und EKG
Lernziel: Du kannst elektrische Warnzeichen erkennen und ihre Aussage begrenzen.
Warum die Verteilung elektrisch wichtig ist
Zwischen Innen- und Außenseite einer Zellmembran besteht eine elektrische Spannungsdifferenz. Kaliumkanäle und der große Konzentrationsunterschied zwischen innen und außen bestimmen das Ruhepotenzial wesentlich mit. Die Natrium-Kalium-Pumpe hält die Konzentrationsunterschiede aufrecht.
Viel Kalium außerhalb der Zelle macht das Ruhepotenzial weniger negativ. Bei ausgeprägter Hyperkaliämie stehen dadurch weniger schnelle Natriumkanäle für die Erregung zur Verfügung: Die Leitung kann langsamer werden. Niedriges Kalium verändert unter anderem die Repolarisation und begünstigt zusätzliche Erregungen. Magnesium- und Kalziummangel können diese Instabilität verstärken. Aus einem Laborwert allein lässt sich der genaue EKG-Verlauf nicht vorhersagen.

Abbildung: Hohes Kalium außen verlangsamt eher die Leitung, niedriges Kalium destabilisiert eher die Erholung. Welche Zeichen tatsächlich auftreten, lässt sich aus dem Laborwert nicht genau vorhersagen. Quelle: eigene Darstellung.
Die nötigen EKG-Begriffe
Die P-Welle zeigt die Vorhoferregung. Das PQ-Intervall reicht vom Beginn der P-Welle bis zum Beginn des QRS-Komplexes; es beträgt gewöhnlich 120–200 ms. Der QRS-Komplex bildet die Kammererregung ab und ist normalerweise schmaler als 120 ms. ST-Strecke und T-Welle gehören zur Erholungsphase der Kammern. Die QT-Zeit reicht vom QRS-Beginn bis zum Ende der T-Welle und enthält damit Erregung und Erholung.
Bei 25 mm/s entsprechen 1 mm horizontal 40 ms und 5 mm 200 ms. Bei 10 mm/mV entsprechen 10 mm vertikal 1 mV. Prüfe diese Angaben vor jeder Messung. Eine U-Welle ist eine zusätzliche kleine Welle nach der T-Welle; sie gehört nicht zur QT-Zeit. Wenn T und U verschmelzen, muss das T-Ende in einer besser geeigneten Ableitung gesucht werden. Ist es nicht sicher abgrenzbar, dokumentiere die Unsicherheit.

Abbildung: Jede Messung beginnt und endet an einem festen Punkt. Die U-Welle folgt erst nach dem T-Ende und wird nicht in die QT-Zeit eingerechnet. Schematischer Herzschlag mit vereinfachten Amplituden. Quelle: eigene Darstellung.
Ausgearbeitetes Beispiel
Ein QRS ist bei 25 mm/s vier kleine Kästchen breit: 4 × 40 ms = 160 ms. Er ist verbreitert. Bei gleichzeitigem Kalium von 7,0 mmol/l ist das ein bedrohlicher Befund; ein Schenkelblock, eine ventrikuläre Erregung oder ein Arzneimitteleffekt bleiben mögliche zusätzliche Ursachen.
Die Tabelle ordnet Messstrecke und Zeitmaß zu.
| Messung | Bezug | Orientierung |
|---|---|---|
| PQ | P-Beginn bis QRS-Beginn | 120–200 ms |
| QRS | Kammererregung | <120 ms |
| QT | QRS-Beginn bis T-Ende | U-Welle nicht einschließen |
| Papier bei 25 mm/s | 1 mm / 5 mm | 40 ms / 200 ms |

Abbildung: Erst der Maßstab, dann Beginn und Ende jeder Strecke. Ein breiter QRS bei hohem Kalium ist bedrohlich; ein unsicheres T-Ende wird als Unsicherheit dokumentiert. Quelle: eigene Darstellung.
Muster erkennen, Grenzen behalten
| Störung | Mögliche EKG-Veränderung | Klinische Bedeutung |
|---|---|---|
| Hyperkaliämie | hohe, schmale T-Wellen; später PQ-Verlängerung, flache/fehlende P-Wellen, breiter QRS | Bradyarrhythmie, Kammerarrhythmie, Kreislaufstillstand möglich |
| Hypokaliämie | flache T-Wellen, ST-Senkung, deutliche U-Wellen, T-U-Verschmelzung | scheinbare QT-/tatsächliche QU-Verlängerung; Arrhythmierisiko |
| Hypokalzämie | verlängerte ST-Strecke, verlängerte QT-Zeit | bei ausgeprägter Störung elektrische Instabilität |
| Hyperkalzämie | verkürzte ST-/QT-Zeit | nicht bei jeder Person deutlich |
| Hypomagnesiämie | oft unspezifisch; Begünstigung von QT-assoziierten Arrhythmien | häufig zusammen mit niedrigem K oder Ca |
Ab 6,5 mmol/l wird eine Hyperkaliämie im hier verwendeten Schema als schwer eingestuft. Die Veränderungen treten nicht in einer verlässlichen Reihenfolge auf. Ein unauffälliges EKG schließt auch eine schwere Hyperkaliämie nicht aus. Hohe T-Wellen beweisen umgekehrt keine Hyperkaliämie; beispielsweise können Ischämie oder individuelle Varianten ähnlich wirken. Du verbindest EKG, zeitnahen Laborwert und klinischen Kontext.

Abbildung: Die typischen Formen nebeneinander. Im echten EKG sind sie oft weniger deutlich, kommen gemischt vor und folgen keiner festen Reihenfolge. Schematische Herzschläge, keine Patientenkurven. Quelle: eigene Darstellung.

Abbildung: Niedrige, breite T-Wellen, die in V2 und V3 mit einer folgenden U-Welle verschmelzen. Die ärztliche Datensatzbeschreibung lautet sinngemäß: prominente U-Welle, Hypokaliämie ausschließen. Ein Kaliumwert ist nicht bekannt – das Muster lenkt den Verdacht, beweist ihn aber nicht. In II ist das T-Ende leichter abzugrenzen. Quelle: PTB-XL 1.0.3, Datensatz 18093, Wagner et al., CC BY 4.0. Unveränderte Kurvenwerte, von medeKI neu gezeichnet (Ausschnitt II und V2–V4, 0–6 s). Auswahlhilfe: PTB-XL+ 1.0.1; ärztliche Datensatzbeschreibung, die Kurve wurde gesondert angesehen.

Abbildung: Hohe, schmalbasige T-Wellen in V2 bis V4; P-Wellen sind nicht abgrenzbar, je zwei schmale Kammerkomplexe folgen dicht aufeinander, dann eine Pause. Gemessenes Serum-Kalium zu dieser Aufnahme: 7,5 mmol/l. Quelle: Kooner A et al., Medicine (Baltimore) 2025;104(47):e46228, Abb. 2, CC BY 4.0; oberer Rand beschnitten.

Abbildung: Wert und Kurve werden gemeinsam bewertet. Ein unauffälliges EKG hebt die Dringlichkeit einer schweren Hyperkaliämie nicht auf; EKG-Zeichen machen auch einen niedrigeren Wert dringlich. Die Behandlung folgt in E04-U04. Quelle: eigene Darstellung.
QT verlängert: Risiko einschätzen
Die QT-Zeit wird bei höherer Herzfrequenz normalerweise kürzer. Deshalb werden frequenzkorrigierte Werte verwendet. Bei der Fridericia-Formel gilt: QTcF = QT / ∛RR, mit QT und RR in Sekunden. RR ist der zeitliche Abstand zweier aufeinanderfolgender R-Zacken; bei regelmäßigem Rhythmus gilt RR in Sekunden = 60 / Herzfrequenz pro Minute. ∛RR bedeutet die dritte Wurzel aus diesem Wert. Bei QT 0,48 s und RR 1,00 s ergibt sich QTcF 0,48 s, also 480 ms. Die häufig vom Gerät ausgegebene Bazett-Korrektur ist bei deutlich schneller oder langsamer Frequenz besonders fehleranfällig. Automatische Messungen müssen zur Kurve passen.
Eine QTc über 500 ms oder eine deutliche Zunahme gegenüber dem Vorbefund ist ein Warnsignal, besonders bei Bradykardie, Pausen, QT-verlängernden Medikamenten sowie niedrigem Kalium oder Magnesium. Torsade de pointes ist eine Form polymorpher Kammertachykardie im Zusammenhang mit verlängerter Repolarisation. Bei Bewusstlosigkeit oder Kreislaufinstabilität alarmierst du das Reanimationsteam und folgst dem Reanimationsalgorithmus. Elektrolytkorrektur ersetzt die elektrische Notfalltherapie nicht.
Bei Torsade de pointes gehört Magnesium zur Akuttherapie: 2 g Magnesiumsulfat (etwa 8 mmol) i.v. über zehn Minuten. Bei fehlendem Puls oder Instabilität hat die elektrische Therapie Vorrang; Einzelheiten folgen in E04-U08-S03.
Die Tabelle ordnet die frequenzkorrigierte QT-Zeit grob ein.
| QTc | Einordnung | Nächster Schritt |
|---|---|---|
| < 450 ms (Männer), < 460 ms (Frauen) | meist unauffällig | Ausgangswert dokumentieren |
| darüber bis 500 ms | verlängert | Ursachen, Medikamente, K⁺ und Mg²⁺ prüfen |
| > 500 ms oder Zunahme > 60 ms | deutliches Warnsignal | QT-Medikamente überprüfen, Elektrolyte ausgleichen, Monitor erwägen |

Abbildung: Torsade de pointes: Die polymorphe Kammertachykardie scheint sich um die Grundlinie zu drehen. Unten rechts beendet ein Schock die Rhythmusstörung. Quelle: Wikimedia Commons, „Torsades converted by AICD ECG strip Lead II“, Displaced, gemeinfrei (Public Domain); zugeschnitten (Gerätetext entfernt) und in zwei Zeilen angeordnet.

Abbildung: Messen, korrigieren, Warnsignal erkennen, dann nach Kreislaufzustand handeln. Magnesium ergänzt die Notfalltherapie, ersetzt aber keine Defibrillation. Quelle: eigene Darstellung.
Eine echte Kurve systematisch lesen
Beginne mit Kalibrierung und Qualität, dann folgen Rhythmus/Frequenz → elektrische Achse → PQ/QRS → QT → ST/T → klinische Bedeutung. Ein Sinusrhythmus zeigt gewöhnlich gleichartige P-Wellen vor den QRS-Komplexen mit regelmäßiger Überleitung; in II sind die P-Wellen meist positiv. Bei regelmäßigem Rhythmus kannst du die Frequenz mit 60/RR in Sekunden berechnen. Bei unregelmäßigem Rhythmus liefert die Anzahl der QRS in einem zehnsekündigen Streifen mal sechs eine grobe mittlere Frequenz.

Abbildung: Dieselbe Reihenfolge bei jeder Kurve verhindert, dass ein auffälliger Einzelbefund den Rest überdeckt. Das folgende Beispiel geht diese Schritte durch. Quelle: eigene Darstellung.
Die elektrische Achse beschreibt die mittlere Richtung der Kammererregung in der Frontalebene. Für diesen Pool genügt eine grobe Einordnung: überwiegend positive QRS in I und aVF sprechen für eine Achse im normalen Quadranten. I positiv, aVF negativ und II noch positiv passen zu einem Linkstyp im Bereich ungefähr −30° bis 0°. Eine überwiegend positive Achse in II/III/aVF bei kleinem aVL kann steil, aber noch normal sein. Der Lagetyp allein diagnostiziert keine Elektrolytstörung. Die vollständige Achsen- und Rhythmusdiagnostik gehört in den EKG-Pfad.

Abbildung: I und aVF ordnen den Quadranten, II trennt Linkstyp und überdrehten Linkstyp. Nach deutscher Einteilung reicht der Linkstyp von −30° bis +30°; I und aVF positiv schließt ihn also nicht aus. Im folgenden Beispiel sind I und II positiv, aVF negativ: Linkstyp. Quelle: eigene Darstellung.
Ausgearbeitetes Beispiel

Quelle: PTB-XL 1.0.3, Datensatz 39, Wagner et al., CC BY 4.0. Unveränderte Kurvenwerte, von medeKI neu gezeichnet. Auswahlhilfe: maschinelle GE-12SL-Angabe aus PTB-XL+ 1.0.1; die Kurve wurde gesondert angesehen.
| Prüfschritt | Befund dieser Kurve |
|---|---|
| Qualität/Kalibrierung | 25 mm/s, 10 mm/mV; zwölf Ableitungen, unten zehn Sekunden II; T-Ende unter anderem in V3/V5 beurteilbar |
| Rhythmus/Frequenz | Regelmäßige Sinusaktion, RR etwa 0,67 s: 60/0,67 ergibt rund 89/min |
| Achse | I und II überwiegend positiv, III/aVF negativ: linksgerichtet, Linkstyp |
| Überleitung/Kammererregung | PQ ungefähr 160 ms; QRS ungefähr 100–110 ms |
| QT | In V3/V5 ungefähr 450–480 ms; das Ende der T-Welle zählt, nicht der Beginn der nächsten P-Welle |
| ST/T | Niedrige beziehungsweise flache T-Wellen mit leichten ST-Veränderungen; lange Repolarisation |
Rechnen wir mit einem mittleren Näherungswert: QT 0,46 s und RR 0,67 s ergeben QTcF ungefähr 0,526 s = 526 ms. Auch mit dem Messbereich bleibt die QTcF etwa 515–550 ms und damit deutlich auffällig. Es ist sinnvoller, Messableitung, Formel und Unsicherheit anzugeben, als eine exakt wirkende Millisekundenzahl auszugeben.
Die Kurve beweist eine verlängerte Repolarisation, keine bestimmte Ursache. Ein zugehöriger Kalium-, Magnesium- oder Kalziumwert fehlt. Im klinischen Alltag prüfst du Symptome, Medikamente, Begleitelektrolyte, Nierenfunktion und Vor-EKG. Eine QTc über 500 ms verlangt eine zeitnahe Risikobeurteilung; bei Synkope oder Instabilität wird sofort eskaliert. Im späteren EKG-Pool wendest du dieselbe Reihenfolge auf andere reale Kurven an.
Freie Antwort
Messen und deuten
Aufgabe
Bei 25 mm/s misst du einen QRS von drei kleinen Kästchen. Wie lang ist er? Weshalb reicht diese Messung allein nicht, um Hyperkaliämie zu diagnostizieren?
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Messung |
|---|---|
| Papiergeschwindigkeit | 25 mm/s |
| QRS-Breite | Drei kleine Kästchen |

Abbildung: Übungskurve zum Ausmessen der QRS-Dauer bei 25 mm/s; Beginn und Ende des QRS-Komplexes werden in der Ableitung bestimmt, in der beide am deutlichsten sind. Zu dieser Aufnahme ist kein Kaliumwert bekannt. Quelle: [PTB-XL 1.0.3, Datensatz 1024], Wagner et al., [CC BY 4.0]. Unveränderte Kurvenwerte, von medeKI neu gezeichnet (Ausschnitt I, II, V1 und V6, 0–6 s).
In der App sprechen üben →Multiple Choice
Eine gefährliche Entwarnung vermeiden
Aufgabe
Kalium beträgt in einer zuverlässig gewonnenen Probe 6,8 mmol/l. Das EKG ist unauffällig. Welche Entscheidung ist angemessen?
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Befund |
|---|---|
| Kalium | 6,8 mmol/l |
| Probe | Zuverlässig gewonnen |
| EKG | Unauffällig |

Abbildung: Beispiel einer Zwölfkanal-Kurve ohne auffälligen Befund, wie sie in dieser Aufgabe vorliegt. Die Aufnahme stammt von einer anderen Person; ein Kaliumwert ist dazu nicht bekannt. Quelle: [PTB-XL 1.0.3, Datensatz 1714], Wagner et al., [CC BY 4.0]. Unveränderte Kurvenwerte, von medeKI neu gezeichnet.
- a)Die schwere Hyperkaliämie erfordert dringliche Behandlung und Überwachung.
- b)Ohne hohe T-Wellen ist der Messwert als falsch zu behandeln.
- c)Eine Kontrollmessung in einer Woche genügt bei Beschwerdefreiheit.
Hypokaliämie behandeln
Lernziel: Du kannst Kaliummangel erkennen, sicher ersetzen und seine Ursache suchen.
Ursachen und Folgen verbinden
Eine Hypokaliämie liegt unterhalb der Laboruntergrenze, meist unter 3,5 mmol/l. Zur Orientierung gelten 3,0–3,4 als mild, 2,5–2,9 als mäßig und unter 2,5 mmol/l als schwer. Symptome, EKG und Geschwindigkeit können auch bei höheren Werten Dringlichkeit erzeugen.
Die Ursachen lassen sich nach dem gerade gelernten Prinzip ordnen:
| Mechanismus | Typische Auslöser | Hilfreiche Frage |
|---|---|---|
| Verlust über die Niere | Schleifen-/Thiaziddiuretika, Mineralokortikoidüberschuss, einige Tubulusstörungen | Welche Mittel, welcher Blutdruck, welche Urinbefunde? |
| Verlust über den Darm | Durchfall, Laxanzien; bei Erbrechen auch sekundär renaler Verlust | Welche Menge und Dauer, welche Begleitverluste? |
| Verschiebung in Zellen | Insulin, β₂-Agonisten, Alkalose, Refeeding | Was hat sich kurz vor der Messung verändert? |
| Zu wenig Zufuhr | Mangelernährung, lange Nahrungskarenz | Meist zusammen mit weiteren Verlusten? |
Erbrechen führt nicht nur zum Verlust von Mageninhalt. Volumen- und Chloridmangel sowie hormonelle Gegenregulation können die renale Kaliumausscheidung erhöhen und eine Alkalose aufrechterhalten. Hier wird dieser Zusammenhang für die sichere Elektrolytbehandlung genutzt.

Abbildung: Bei Erbrechen entsteht der größere Kaliumverlust oft erst sekundär über die Niere. Quelle: eigene Darstellung.
Muskelschwäche, Krämpfe, Obstipation bis zum Ileus und bei ausgeprägtem Mangel Atemmuskelschwäche sind möglich. Herzklopfen, Synkope, EKG-Veränderungen und Lähmungen sind Warnzeichen. Eine Hypokaliämie erhöht unter Digoxin und QT-verlängernden Arzneimitteln das Arrhythmierisiko. Beschwerden können trotz deutlicher Erniedrigung zunächst fehlen.

Abbildung: Warnzeichen und Begleitrisiken bestimmen die Dringlichkeit mit, nicht nur der Laborwert. Quelle: eigene Darstellung.
Die Tabelle zeigt die im Text verwendeten Schweregrade.
| Kalium | Einordnung |
|---|---|
| 3,0–3,4 mmol/l | Mild |
| 2,5–2,9 mmol/l | Mäßig |
| <2,5 mmol/l | Schwer |
| Symptome, EKG, rascher Abfall | Dringlichkeit auch bei höheren Werten |
Die Ursache strukturiert eingrenzen
Erfrage Arzneimittel einschließlich Diuretika, Laxanzien und frei verkäuflicher Mittel, Erbrechen/Durchfall, Ernährung, Alkohol und zeitnahe Insulin- oder Inhalationsbehandlung. Untersuche Kreislauf, Hydratation, Muskelkraft und Herzrhythmus. Miss Kalium, Magnesium, Kreatinin und bei passender Frage den Säure-Basen-Status; schreibe bei ausgeprägtem Mangel, Symptomen oder kardialem Risiko ein EKG.
Wenn die Ursache unklar bleibt, kann die Kaliumausscheidung im Urin zeigen, ob die Niere trotz Hypokaliämie weiter Kalium verliert. Einzelne Urinkonzentrationen hängen von der Verdünnung ab; die Interpretation von Sammelurin oder Kalium/Kreatinin-Verhältnis gehört in den Kontext von Diuretika, Nierenfunktion und bereits erfolgter Substitution. Eine akut nötige Behandlung wartet nicht auf diese Abklärung. Hypertonie, Hypokaliämie und Alkalose begründen beispielsweise eine gezielte Abklärung vermehrter Mineralokortikoidwirkung; sie beweisen sie nicht.

Abbildung: Erst den Mechanismus zuordnen, dann gezielt weiter untersuchen – die Behandlung wartet nicht. Quelle: eigene Darstellung.
Zur Orientierung: Ein Kalium/Kreatinin-Quotient im Spontanurin unter etwa 1,5 mmol/mmol (≈ 13 mmol/g) oder weniger als 15 mmol Kalium pro 24 Stunden spricht dafür, dass die Niere Kalium spart; die Ursache liegt dann eher im Darm, in einer Verschiebung oder in geringer Zufuhr. Höhere Werte sprechen für einen renalen Verlust. Säure-Basen-Status und Blutdruck ordnen weiter: Azidose etwa bei renal-tubulärer Azidose oder Ketoazidose, Alkalose mit normalem Blutdruck bei Diuretika oder Erbrechen, Alkalose mit Hypertonie bei vermehrter Mineralokortikoidwirkung. Kurz nach einer Diuretikagabe oder nach begonnenem Ersatz sind diese Grenzen nur eingeschränkt verwertbar.
Die Tabelle fasst die Orientierungswerte zusammen.
| Urinbefund und Begleitbefund | Spricht eher für |
|---|---|
| K/Krea < 1,5 mmol/mmol oder < 15 mmol/24 h | Darmverlust, Verschiebung, geringe Zufuhr |
| höher, dazu Azidose | renal-tubuläre Azidose, Ketoazidose |
| höher, Alkalose, Blutdruck normal | Diuretika, Erbrechen, seltene Tubulopathien |
| höher, Alkalose und Hypertonie | Mineralokortikoidüberschuss: Renin und Aldosteron bestimmen |

Abbildung: Ein Urinwert ist nur zusammen mit Verdünnung, Diuretika und bereits erfolgtem Ersatz aussagekräftig. Quelle: eigene Darstellung.
Kalium sicher ersetzen
Bei stabilen, asymptomatischen Personen mit nutzbarem Magen-Darm-Trakt ist orale Gabe meist vorzuziehen. Kaliumchlorid passt besonders zu einem gleichzeitigen Chloridmangel. Ein Beispiel für eine milde Hypokaliämie ist 24 mmol oral zwei- bis dreimal täglich, an Verlust, Nierenfunktion, Verträglichkeit und Kontrollwert angepasst. Präparate enthalten unterschiedliche Mengen: Verordne in mmol und prüfe die Menge pro Tablette oder Beutel. Übelkeit und Schleimhautreizung begrenzen die Verträglichkeit.
Schwere Hypokaliämie, relevante Beschwerden, EKG-Veränderungen oder fehlende enterale Möglichkeit können intravenöse Behandlung erfordern. Dabei wird Kalium verdünnt mit einer Infusionspumpe gegeben; Konzentrate sind keine direkt zu injizierenden Medikamente. Für die gewöhnliche stationäre Substitution gilt als konservativer Rahmen: höchstens 10 mmol pro Stunde, peripher üblicherweise höchstens 40 mmol/l. Höhere Raten oder Konzentrationen benötigen einen ausdrücklich dafür vorgesehenen überwachten Spezialstandard und erfahrene ärztliche Verantwortung. Reanimationsregime sind keine Regeln für die normale Substitution. NHS Specialist Pharmacy Service, Hypokaliämie
Die deutsche Fachinformation eines Kaliumchlorid-Konzentrats nennt für die symptomatische Hypokaliämie als Obergrenze 20 mmol pro Stunde. Die fertige Infusionslösung soll normalerweise höchstens 40 mmol/l enthalten; bei Serumkalium unter 2 mmol/l sind bei Erwachsenen bis 80 mmol/l zugelassen. Solche Raten und Konzentrationen gehören unter kontinuierliches EKG-Monitoring und in einen ausdrücklich dafür vorgesehenen Standard, meist auf einer Überwachungs- oder Intensivstation. Im hypokaliämischen Kreislaufstillstand empfiehlt der ERC 2025 20 mmol Kaliumchlorid i.v. über 2–3 Minuten, danach 10 mmol über 2 Minuten, mit anschließender Kaliumkontrolle; dieses Regime gilt nur für die Reanimation. Fachinformation Kaliumchlorid 7,45 % gefärbt, B. Braun · ERC 2025, Special Circumstances (Resuscitation Council UK)
Die Tabelle ordnet die Kaliumgabe nach Situation.
| Situation | Rahmen | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Mild, stabil, Darm nutzbar | z. B. 24 mmol oral 2–3 × täglich | Gehalt des Präparats in mmol prüfen |
| Gewöhnliche i.v. Substitution | ≤ 10 mmol/h, peripher ≤ 40 mmol/l | Pumpe, verdünnte Fertiglösung |
| Schwer oder symptomatisch, überwacht | bis 20 mmol/h; bei K < 2 mmol/l bis 80 mmol/l | Spezialstandard, kontinuierliches EKG |
| Hypokaliämischer Kreislaufstillstand | 20 mmol in 2–3 min, dann 10 mmol in 2 min | nur während der Reanimation |
Eine glukosehaltige Trägerlösung kann durch Insulinausschüttung die Hypokaliämie vorübergehend verstärken. Fertige geeignete Infusionslösungen und den lokalen Standard bevorzugen. Kontrolliere Zugang, Pumpeneinstellung, Gesamtvolumen, Urinausscheidung und Begleitinfusionen. Bei akuter Nierenschädigung (AKI), Oligurie oder fortgeschrittener Niereninsuffizienz wird nicht nach einem unbesehenen Standardschema ersetzt.

Abbildung: Oraler Ersatz und intravenöse Akutbehandlung haben unterschiedliche Voraussetzungen. Quelle: eigene Darstellung.
Dosis, Konzentration und Geschwindigkeit
Ausgearbeitetes Beispiel
Verordnet sind 20 mmol Kalium in einem Endvolumen von 500 ml über zwei Stunden, nach individueller Prüfung bei ausreichender Ausscheidung und ohne Volumenrestriktion.
- Gesamtmenge: 20 mmol.
- Konzentration: 20 mmol / 0,5 l = 40 mmol/l.
- Kaliumzufuhr: 20 mmol / 2 h = 10 mmol/h.
- Pumpenrate: 500 ml / 2 h = 250 ml/h.
Diese vier Angaben beschreiben verschiedene Dinge. Dieselben 20 mmol in 50 ml wären zehnmal so konzentriert. Ein gutes Rechenergebnis ersetzt nicht die Prüfung, ob die Flüssigkeitsmenge zur Person passt.
Die Tabelle trennt die vier Größen des Infusionsbeispiels.
| Größe | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Gesamtmenge | Vorgabe | 20 mmol |
| Konzentration | 20 mmol / 0,5 l | 40 mmol/l |
| Kaliumrate | 20 mmol / 2 h | 10 mmol/h |
| Pumpenrate | 500 ml / 2 h | 250 ml/h |

Abbildung: Endvolumen und Laufzeit führen zu unterschiedlichen Einheiten. Quelle: eigene Darstellung.
Freie Antwort
Die Pumpe einstellen
Aufgabe
Eine geeignete Infusion enthält 20 mmol Kalium in 500 ml Endvolumen. Sie soll über vier Stunden laufen. Berechne Pumpenrate, Kaliumzufuhr pro Stunde und Konzentration.
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Vorgabe | Wert |
|---|---|
| Kaliummenge | 20 mmol |
| Endvolumen | 500 ml |
| Laufzeit | Vier Stunden |

Abbildung: Volumetrische Infusionspumpe beim Einlegen des Infusionsbestecks; anschließend werden die Werte am Gerät programmiert. Quelle: Senior Airman Andrea Posey/U.S. Air Force, gemeinfrei (Werk der US-Bundesregierung), verkleinert.
In der App sprechen üben →Nach der Gabe weiterdenken
Bei schwerer Störung oder intravenöser Akutbehandlung werden EKG und Kalium engmaschig kontrolliert, initial häufig nach etwa 2–4 Stunden und vor einer weiteren größeren Gabe; bei Instabilität früher. Das konkrete Intervall hängt von Schwere, Rate, Ausscheidung und dem lokalen Protokoll ab. Bei stabiler oraler Therapie ist ein längeres, klar vereinbartes Intervall möglich. Ein offenes „bei Gelegenheit kontrollieren“ reicht nicht.
Bleibt Kalium trotz Ersatz niedrig, prüfe fortbestehende Verluste und Magnesiummangel. Dieser fördert renale Kaliumverluste und kann die Korrektur erschweren. Stoppe eine Substitution nicht nur deshalb, weil einmal ein knapp normaler Blutwert gemessen wurde; entscheide anhand von Ursache und Verlauf. Umgekehrt droht Überkorrektur, wenn eine Verschiebung zurückgeht oder die Ausscheidung abnimmt. Ernährung unterstützt die längerfristige Versorgung, ersetzt aber keine Akutbehandlung.

Abbildung: Fortbestehende Verluste und nachlassende Ausscheidung führen zu gegensätzlichen Risiken. Quelle: eigene Darstellung.

Abbildung: Intrazelluläres Magnesium bremst renale Kaliumkanäle (ROMK); fehlt es, geht ersetztes Kalium wieder über den Urin verloren. Quelle: eigene Darstellung.
Freie Antwort
Warum reicht Kalium allein nicht?
Aufgabe
Eine Patientin mit Durchfall hat Kalium 2,7 mmol/l, Magnesium 0,40 mmol/l und normale Nierenfunktion. Trotz erster Kaliumgaben bleibt der Wert niedrig. Begründe zwei zusätzliche Maßnahmen.
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Befund |
|---|---|
| Beschwerden | Durchfall |
| Kalium | 2,7 mmol/l |
| Magnesium | 0,40 mmol/l |
| Nierenfunktion | Normal |
| Bisheriger Verlauf | Kalium bleibt trotz erster Gaben niedrig |
Freie Antwort
Eine riskante Verordnung erkennen
Aufgabe
Ein Patient mit Kalium 2,4 mmol/l und Palpitationen soll Kaliumkonzentrat unverdünnt über einen peripheren Zugang erhalten. Formuliere die sicherheitsrelevante Rückmeldung und den weiteren Weg.
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Vorgabe im Fall |
|---|---|
| Kalium | 2,4 mmol/l |
| Beschwerden | Palpitationen |
| Geplantes Präparat | Kaliumkonzentrat, unverdünnt |
| Geplanter Zugang | Peripher |

Abbildung: Peripherer Venenzugang am Handrücken mit angeschlossener Infusionsleitung. Quelle: Michaelberry (Wikipedia-Nutzer), CC BY 3.0, nach WebP umgewandelt.

Abbildung: Beispielkurve mit sehr flachen T-Wellen und einem vorzeitigen Schlag. Die ärztliche Datensatzbeschreibung empfiehlt, eine Hypokaliämie auszuschließen; ein Kaliumwert ist zu dieser Aufnahme nicht bekannt. Quelle: [PTB-XL 1.0.3, Datensatz 4486], Wagner et al., [CC BY 4.0]. Unveränderte Kurvenwerte, von medeKI neu gezeichnet.
In der App sprechen üben →Hyperkaliämie beherrschen
Lernziel: Du kannst Herzschutz, Verschiebung, Elimination und Verlaufskontrolle trennen.
Ursache und Dringlichkeit
Eine Hyperkaliämie liegt oberhalb des lokalen Referenzbereichs. Für die Akutversorgung wird häufig in mild 5,5–5,9, mäßig 6,0–6,4 und schwer ab 6,5 mmol/l eingeteilt. Auch ein rascher Anstieg oder bedrohliche EKG-Veränderungen bei niedrigerem Wert verlangt dringliches Handeln.

Abbildung: Langsamer, unregelmäßiger Rhythmus mit hohen, spitzen T-Wellen in V2 bis V4. Gemessenes Serum-Kalium zu dieser Aufnahme: 5,8 mmol/l. Quelle: Hanumanthu BKJ et al., Cureus 2019;11(12):e6439, Abb. 2, CC BY 3.0; Rhythmusstreifen mit Markierungen der Autoren abgeschnitten.
Häufig wirken mehrere Ursachen zusammen: AKI oder fortgeschrittene chronische Nierenkrankheit (CKD) begrenzen die Ausscheidung; ACE-Hemmer, AT₁-Blocker, Mineralokortikoidrezeptor-Antagonisten und kaliumsparende Diuretika vermindern die Kaliumabgabe. Trimethoprim wirkt ebenfalls kaliumretinierend. Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) können die Nierenfunktion und hormonelle Regulation verschlechtern. Kaliumpräparate und kaliumhaltiger Salzersatz erhöhen die Zufuhr. Insulinmangel, Gewebezerfall und manche Azidosen verändern zusätzlich die Verteilung.

Abbildung: Ausscheidung und Zufuhr verändern den Kaliumbestand, eine Verteilungsstörung zunächst nur den Serumwert. Häufig wirken mehrere Gruppen zusammen. Quelle: eigene Darstellung.
Erfrage Schwäche, Lähmung, Herzklopfen und Synkope, aber verlasse dich nicht auf Beschwerden. Bei Kalium ab 6,0 mmol/l gehört rasch ein 12-Kanal-EKG zur Abklärung; schwere Hyperkaliämie, EKG-Veränderungen oder klinische Instabilität erfordern kontinuierliche Rhythmusüberwachung. Prüfe Kaliumquelle, Nierenfunktion, Urinmenge, Glukose und den Säure-Basen-Kontext. Wiederhole eine unplausible Messung, ohne eine notwendige Akuttherapie aufzuschieben.
Die Tabelle verbindet Kaliumbereiche mit der beschriebenen Sicherheitsebene.
| Kalium | Schweregrad | Sicherheitsebene |
|---|---|---|
| 5,5–5,9 mmol/l | Mild | Klinik und Dynamik beachten |
| 6,0–6,4 mmol/l | Mäßig | Rasch 12-Kanal-EKG |
| ≥6,5 mmol/l | Schwer | Kontinuierliche Überwachung |
| EKG-Veränderung / Instabilität | Unabhängig von starrer Grenze | Dringlich handeln |

Abbildung: Ab 6,0 mmol/l gehört ein rasches EKG zur Abklärung; EKG-Veränderung, Instabilität oder rascher Anstieg machen das Vorgehen unabhängig vom Zahlenwert dringlich. Quelle: eigene Darstellung.
Drei Behandlungsziele gleichzeitig planen
Herz schützen: Intravenöses Kalzium wirkt der elektrischen Gefährdung entgegen. Es senkt den Kaliumwert nicht.
Kalium in Zellen verschieben: Insulin und β₂-Agonisten senken den Wert vorübergehend, indem Kalium in Zellen aufgenommen wird. Der Gesamtbestand sinkt dadurch nicht.
Kalium entfernen: Ausscheidung über Niere oder Darm sowie Dialyse vermindern den Bestand. Welche Möglichkeit funktioniert, hängt von Nierenleistung, Volumenstatus, Schwere und zeitlichem Bedarf ab. Laufende Kaliumzufuhr wird gestoppt und eine auslösende Medikation überprüft.
Diese Maßnahmen sind keine lange Warteschlange. Bei einem gefährdeten Patienten werden Herzschutz, Senkung des Blutwerts und definitive Entfernung parallel organisiert. Früh nephrologische oder intensivmedizinische Hilfe hinzuziehen, besonders bei Oligurie, Dialysepflicht oder unzureichendem Ansprechen.
Als zeitliche Orientierung nennt die UKKA-Leitlinie 2023: Kalzium verbessert das EKG innerhalb von etwa 3 Minuten, wirkt aber nur 30–60 Minuten. Nach Insulin-Glukose beginnt Kalium nach etwa 15 Minuten zu sinken, am stärksten nach 30–60 Minuten um etwa 0,65–1,0 mmol/l; die Senkung hält bis etwa 2 Stunden an. Vernebeltes Salbutamol wirkt innerhalb von 30 Minuten für mindestens 2 Stunden.

Abbildung: Kalzium senkt das Kalium nicht, eine Verschiebung beseitigt den Überschuss nicht. Nur die Entfernung korrigiert den Bestand; die Zeitangaben sind gerundete Orientierungswerte nach UKKA 2023. Quelle: eigene Darstellung.
Kalzium bei elektrischer Gefährdung

Abbildung: Hyperkaliämietypische EKG-Zeichen als vereinfachte Einzelschläge, keine Originalableitung. Breiter QRS, fehlende P-Wellen und Sinuswellenmuster zeigen eine unmittelbare elektrische Gefährdung an. Quelle: eigene Darstellung.

Abbildung: Langsamer Rhythmus um 50/min mit flachen, kaum abgrenzbaren P-Wellen und hohen, spitzen, schmalbasigen T-Wellen in V2 bis V4. Ein Laborwert ist zu dieser Aufnahme nicht bekannt. Quelle: ZZU-ZUA-EKG-Datensatz (Tan J et al., figshare 2026), Datensatz Z03617, CC BY 4.0. Unveränderte Kurvenwerte, von medeKI neu gezeichnet.
Bei Hyperkaliämie mit bedrohlichen EKG-Veränderungen wird Kalzium intravenös unter EKG-Kontrolle gegeben. Zwei verbreitete ungefähr äquivalente Erwachsenendosen sind:
| Zubereitung | Beispiel bei Hyperkaliämie mit EKG-Veränderung | Elementares Kalzium |
|---|---|---|
| Kalziumglukonat 10 % | 30 ml i.v. über 10 Minuten | etwa 6,8 mmol |
| Kalziumchlorid 10 % | 10 ml i.v. über 5 Minuten | etwa 6,8 mmol |
10 ml Glukonat sind nicht gleich 10 ml Chlorid. Produktbezogene mmol-Angaben kontrollieren. Kalziumchlorid schädigt bei Extravasation Gewebe stärker; Zugang und örtlichen Notfallstandard beachten. Die UK Kidney Association bevorzugt außerhalb der Reanimation meist Glukonat, während RCUK 2025 bei schwerer Hyperkaliämie mit EKG-Veränderung Chlorid nennt und Glukonat als Alternative. Die Wahl wird deshalb als klar benanntes Protokoll getroffen. MHRA, Verwechslungs- und Unterdosierungsrisiko
EKG und Kreislauf werden unmittelbar nachbeurteilt. Wenn elektrische Veränderungen nach der ersten Gabe fortbestehen oder erneut auftreten, ist eine Wiederholung nach ärztlicher Neubewertung nötig. Die Schutzwirkung ist zeitlich begrenzt (etwa 30–60 Minuten); ein vorübergehend schmalerer QRS beendet die Kaliumbehandlung nicht. Bei vermuteter Digitalisintoxikation ist früh toxikologische/kardiologische Expertise nötig; die spezifische Behandlung wird nicht durch eine schematische Elektrolytliste ersetzt.

Abbildung: Zwei Aufnahmen derselben Person: oben ein sehr langsamer Kammerrhythmus mit langen Pausen, unten ein schnellerer Rhythmus mit muldenförmig gesenkten ST-Strecken in vielen Ableitungen. Gemessener Digoxin-Serumspiegel: 17,93 ng/ml. Quelle: Muñoz NL et al., Open Cardiovasc Med J 2017;11:58–60, Abb. 1 A/B, CC BY 4.0; Panelbuchstaben abgeschnitten.

Abbildung: Verglichen wird die elementare Kalziummenge, nicht allein das Volumen. Quelle: eigene Darstellung.
Insulin und Glukose: zwei Risiken im Blick
Ein verbreitetes Akutschema bei mäßiger bis schwerer Hyperkaliämie ist 10 Einheiten lösliches Insulin zusammen mit 25 g Glukose intravenös, nach institutionellem Schema kontrolliert verabreicht. Vorher wird die Glukose gemessen. Bei Ausgangsglukose unter 7 mmol/l sieht UKKA zusätzlich Glukose 10 % mit 50 ml/h über fünf Stunden vor. Die Glukosezufuhr soll Hypoglykämien verhindern; sie macht Kontrollen nicht überflüssig. Bei Niereninsuffizienz kann die Wirkung länger anhalten.
Salbutamol 10–20 mg vernebelt kann die Verschiebung ergänzen; es ersetzt bei schwerer Hyperkaliämie nicht die übrige Therapie. Tachykardie und unzuverlässiges Ansprechen sind relevante Grenzen. Intravenöses Bikarbonat ist bei Hyperkaliämie außerhalb besonderer Situationen keine routinemäßige Standardmaßnahme; eine ausgeprägte Azidose erfordert eine eigene begründete Entscheidung. RCUK 2025, Elektrolytstörungen
Ausgearbeitetes Beispiel
Glukose 10 % enthält 10 g pro 100 ml. Für 25 g werden 250 ml benötigt. Bei einem anderen Präparat muss neu gerechnet werden: Dieselbe Zahl in ml liefert sonst eine andere Glukosemenge. Bei Volumenrestriktion wählt das Team eine geeignete Zubereitung und einen passenden Zugang. Insulin wird in Einheiten, Glukose in Gramm, Kalium in mmol verordnet.
Die Tabelle hält Wirkstoffmenge und Zubereitung auseinander.
| Angabe | Akutbeispiel |
|---|---|
| Lösliches Insulin | 10 Einheiten i.v. |
| Glukose | 25 g i.v. |
| Bei Glukose <7 mmol/l | Zusätzlich 10 %: 50 ml/h für 5 h |
| Salbutamol ergänzend | 10–20 mg vernebelt |

Abbildung: Die zusätzliche Glukose bei niedrigem Ausgangswert ersetzt die weitere Glukosekontrolle nicht. Quelle: eigene Darstellung.
Entfernung und Wiederanstieg
Bei ausreichender Nierenfunktion kann eine geeignete Behandlung des Volumenproblems und gegebenenfalls ein Schleifendiuretikum die Ausscheidung unterstützen. Ein Diuretikum ist bei Anurie keine verlässliche Kaliumtherapie. Moderne enterale Kaliumbinder können ergänzend eingesetzt werden; Produkt, Wechselwirkungen und Darmfunktion sind zu berücksichtigen. Sie ersetzen bei elektrischer Gefährdung weder Kalzium noch die rasche Verschiebungstherapie. Bei schwerer, anhaltender oder erneut ansteigender Hyperkaliämie, insbesondere mit unzureichender Nierenleistung, muss Dialyse zeitnah organisiert werden.
Natriumzirconiumcyclosilicat (SZC) wird in der Korrekturphase mit 10 g dreimal täglich oral gegeben, höchstens 72 Stunden; die Wirkung beginnt nach etwa einer Stunde, die Erhaltungsdosis beginnt mit 5 g einmal täglich. Patiromer beginnt mit 8,4 g einmal täglich und wirkt erst nach etwa 4–7 Stunden; andere orale Arzneimittel werden mit mindestens 3 Stunden Abstand eingenommen.
Die Tabelle ordnet die Wege der Kaliumentfernung nach Dosis und Wirkbeginn.
| Weg | Erwachsenendosis | Wirkbeginn / Grenze |
|---|---|---|
| Schleifendiuretikum | nach Volumenstatus | nur bei erhaltener Diurese |
| SZC | 10 g 3×/Tag oral, max. 72 h | etwa 1 h; natriumreich |
| Patiromer | 8,4 g 1×/Tag oral | 4–7 h; 3 h Abstand zu anderen oralen Mitteln |
| Dialyse | nephrologisch festgelegt | rasch; bei refraktärer oder schwerer Form mit unzureichender Nierenleistung |

Abbildung: Die Nierenleistung entscheidet, ob Diurese reicht oder Dialyse früh geplant werden muss; Kaliumbinder ergänzen, wirken aber erst nach Stunden. Quelle: eigene Darstellung.
Rebound bedeutet einen Wiederanstieg nach anfänglichem Erfolg. Sobald die Verschiebungswirkung nachlässt, kann Kalium erneut im Außenraum erscheinen. Solange Ursache und Bestand nicht korrigiert sind, ist ein guter Einzelwert keine Entwarnung.

Abbildung: Vereinfachter Beispielverlauf, keine Messreihe. Der Wert nach einer Stunde sieht in beiden Fällen gleich aus; erst die weiteren Kontrollen zeigen, ob der Bestand korrigiert wurde. Quelle: eigene Darstellung.
Nach UKKA werden Kaliumwerte zumindest nach 1, 2, 4, 6 und 24 Stunden beurteilt; klinische Instabilität verlangt zusätzliche Messungen. Nach Insulin-Glukose erfolgt die Glukosekontrolle bei 0, 30, 60, 90, 120, 180, 240, 300 und 360 Minuten. Bei erneuter Insulingabe oder hohem Hypoglykämierisiko wird länger kontrolliert. Alle Zeitangaben beziehen sich auf die Behandlung; im Verlauf muss der Plan ausdrücklich weitergegeben werden. UKKA, Hyperkaliämie-Leitlinie 2023

Abbildung: Kontrollintervalle nach UKKA 2023, Empfehlungen 17.1 und 17.2. Null bezeichnet den Ausgangswert unmittelbar vor Therapie beziehungsweise Insulingabe; die Kaliumachse ist nach sechs Stunden unterbrochen. Die Originalgrafik der Leitlinie wurde nicht übernommen. Quelle: eigene Darstellung nach UKKA (2023).
Multiple Choice
Was tut welches Medikament?
Aufgabe
Nach Kalziumgabe wird der QRS schmaler. Kalium bleibt bei 7,1 mmol/l. Welche Erklärung trifft zu?
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Beobachtung |
|---|---|
| Behandlung | Kalziumgabe |
| QRS danach | Schmaler |
| Kalium danach | Unverändert 7,1 mmol/l |

Abbildung: Beispiel einer Kurve vor Behandlungsbeginn mit verbreiterten QRS-Komplexen. Aufnahme einer anderen Person; Serum-Kalium zu dieser Aufnahme: 9,1 mmol/l. Quelle: Biladeau S, Grell R, Cureus 2023;15(1):e34437, Abb. 1, CC BY 3.0; Bildinhalt unverändert.
- a)Die Kalziumgabe war wirkungslos, weil Kalium unverändert ist.
- b)Die Hyperkaliämie ist beseitigt, weil das EKG besser geworden ist.
- c)Der elektrische Schutz kann wirken; Kalium muss weiter gesenkt und entfernt werden.
Freie Antwort
Glukosemenge prüfen
Aufgabe
Das festgelegte Insulin-Glukose-Schema verlangt 25 g Glukose. Es steht Glukose 20 % zur Verfügung. Berechne das nötige Volumen. Benenne außerdem eine Kontrolle vor und eine nach der Behandlung.
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Vorgabe | Angabe |
|---|---|
| Benötigte Glukosemenge | 25 g |
| Verfügbare Lösung | Glukose 20 % |
Freie Antwort
Der Rückfall nach vier Stunden
Aufgabe
Ein oligurischer Patient hat initial Kalium 7,0 mmol/l und einen verbreiterten QRS. Nach Akutbehandlung fällt Kalium auf 5,6 mmol/l; nach vier Stunden steigt es auf 6,6 mmol/l. Erkläre den Verlauf und formuliere die nächste Priorität.
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Zeitpunkt / Angabe | Befund |
|---|---|
| Urinausscheidung | Oligurie |
| Initial | Kalium 7,0 mmol/l; QRS verbreitert |
| Nach Akutbehandlung | Kalium 5,6 mmol/l |
| Nach vier Stunden | Kalium 6,6 mmol/l |
Kalzium richtig messen
Lernziel: Du kannst Gesamt- und ionisiertes Kalzium sowie Albumin und pH einordnen.
Aktiver Anteil und Speicher
Kalzium stabilisiert unter anderem Knochen und ist für Muskelkontraktion, Nervenfunktion und Gerinnung wichtig. Der größte Teil liegt im Knochen. Im Blut ist ungefähr die Hälfte frei ionisiert, etwa 40 % sind proteingebunden und der Rest liegt in kleinen Komplexen vor. Für die unmittelbare biologische Wirkung ist das ionisierte Kalzium entscheidend.
Albumin ist das wichtigste Bindungsprotein. Sinkt Albumin, kann das Gesamt-Kalzium sinken, obwohl der freie Anteil normal ist. Eine Hypoalbuminämie allein ist daher keine Indikation zur intravenösen Kalziumgabe. Umgekehrt kann bei normalem Gesamtwert das ionisierte Kalzium zu niedrig sein.

Abbildung: Die ungefähren Fraktionen erklären, warum Gesamt- und ionisiertes Kalzium unterschiedliche Aussagen liefern. Die tatsächlichen Anteile hängen unter anderem von Albumin und pH ab. Quelle: eigene Darstellung.
Typische Erwachsenen-Referenzbereiche helfen beim Einordnen; maßgeblich ist immer der Bereich des eigenen Labors.
| Messgröße | Typischer Bereich | Merke |
|---|---|---|
| Gesamt-Kalzium | 2,20–2,60 mmol/l | Hängt vom Albumin ab |
| Ionisiertes Kalzium | 1,15–1,30 mmol/l | Biologisch aktiver Anteil |
| Albumin | 35–52 g/l | Wichtigstes Bindungsprotein |
| pH | 7,35–7,45 | Alkalämie senkt den freien Anteil |

Abbildung: Erst der ionisierte Wert zeigt, ob ein niedriger oder normaler Gesamtwert wirklich zu wenig aktives Kalzium bedeutet. Quelle: eigene Darstellung.
Warum der pH dazugehört
Bei Alkalämie bindet Albumin mehr Kalzium. Dadurch kann der ionisierte Anteil fallen, ohne dass plötzlich Kalzium aus dem Körper verloren geht. Rasche Hyperventilation kann deshalb Kribbeln oder eine Pfötchenstellung begünstigen. Trotzdem muss die Ursache der Hyperventilation geprüft werden: Schmerzen, Hypoxämie, Lungenembolie oder andere ernste Erkrankungen dürfen nicht vorschnell als Angstreaktion erklärt werden. Rückatmung in eine Papiertüte ist keine geeignete Routinebehandlung.

Abbildung: Die Alkalämie verschiebt Kalzium vom freien in den gebundenen Anteil; die Gesamtmenge bleibt gleich. Die Balkenanteile sind qualitativ, der orange Rest steht für komplexgebundenes Kalzium. Quelle: eigene Darstellung.
Eine Probe zur Messung von ionisiertem Kalzium muss korrekt abgenommen, luftarm verschlossen und rasch analysiert werden. CO₂-Verlust verändert den pH und damit die Messung. Achte darauf, ob das Labor den tatsächlich gemessenen oder auf einen Standard-pH berechneten Wert angibt.

Abbildung: Die Probenqualität und die Art der Laborangabe gehören zur Beurteilung des aktiven Kalziumanteils. Quelle: eigene Darstellung.
Albuminkorrekturformeln versuchen den Gesamtwert rechnerisch anzupassen. Sie sind jedoch keine direkte Messung des aktiven Anteils und können insbesondere bei kritischer Erkrankung, Niereninsuffizienz und pH-Verschiebungen irreführen. Eine gebräuchliche Näherung lautet: korrigiertes Kalzium (mmol/l) ≈ gemessenes Gesamt-Kalzium + 0,02 × (40 − Albumin in g/l); viele Labore verwenden eine eigene, lokal angepasste Formel. Bei passenden Symptomen oder unklarer Diskrepanz wird ionisiertes Kalzium gemessen.
Ausgearbeitetes Beispiel
Eine stabile Patientin hat Gesamt-Kalzium 1,95 mmol/l, Albumin 22 g/l und ionisiertes Kalzium 1,20 mmol/l bei pH 7,40. Der Gesamtwert ist niedrig, der aktive Anteil liegt im Beispielreferenzbereich. Die Befundkombination spricht gegen eine aktuelle relevante ionisierte Hypokalzämie. Die niedrige Albuminkonzentration und ihre Ursache müssen trotzdem geklärt werden. Rechnerisch ergäbe die Näherung 1,95 + 0,02 × (40 − 22) = 2,31 mmol/l; das passt hier zum gemessenen ionisierten Wert, ersetzt ihn aber nicht.
Die Beispielwerte zeigen, warum Gesamt-Kalzium und aktiver Anteil getrennt gelesen werden.
| Messgröße | Beispielwert | Einordnung im Beispiel |
|---|---|---|
| Gesamt-Kalzium | 1,95 mmol/l | Niedriger Gesamtwert |
| Albumin | 22 g/l | Niedrige Konzentration; Ursache klären |
| Albuminkorrigiert (Näherung) | 2,31 mmol/l | Rechenwert, keine Messung |
| Ionisiertes Kalzium | 1,20 mmol/l | Im Beispielreferenzbereich |
| pH | 7,40 | Kontext der Messung |

Abbildung: Die Albuminkorrektur kann einen niedrigen Gesamtwert erklären, aber den gemessenen aktiven Anteil nicht ersetzen. Quelle: eigene Darstellung.
PTH, Vitamin D und Niere
Die Nebenschilddrüsen setzen bei sinkendem ionisiertem Kalzium Parathormon (PTH) frei. Es erhöht die renale Kalziumrückresorption und vermindert die renale Phosphatrückresorption. Außerdem fördert es die Bildung von aktivem Vitamin D, Kalzitriol, in der Niere. Kalzitriol steigert die Aufnahme von Kalzium und Phosphat im Darm. PTH kann über den Knochenumbau Kalzium und Phosphat mobilisieren; seine Gesamtwirkung hängt vom zeitlichen und physiologischen Kontext ab.
Damit ist ein PTH-Wert nie isoliert zu lesen: Bei Hyperkalzämie sollte PTH normalerweise unterdrückt sein. Ein formal „normaler“ PTH-Wert kann bei hohem Kalzium deshalb unangemessen hoch sein. Bei niedrigem Kalzium wäre eine Gegenregulation zu erwarten. Magnesiummangel kann PTH-Freisetzung und -Wirkung stören. Eine eingeschränkte Niere verändert sowohl Phosphatausscheidung als auch Vitamin-D-Aktivierung. Typisch sind zwei Konstellationen: Hohes Kalzium mit nicht unterdrücktem PTH spricht für eine PTH-abhängige Ursache wie einen primären Hyperparathyreoidismus; niedriges Kalzium mit niedrigem oder unangemessen normalem PTH spricht für einen Hypoparathyreoidismus, etwa nach Schilddrüsenoperation, oder einen Magnesiummangel.
PTH und Kalzitriol wirken an mehreren Organen; ihr Nettoeffekt auf das Phosphat unterscheidet sich.
| Ort | PTH | Kalzitriol |
|---|---|---|
| Niere | Ca-Rückresorption ↑, Phosphatausscheidung ↑, Kalzitriolbildung ↑ | Ca-Rückresorption gering ↑ |
| Darm | Indirekt über Kalzitriol | Aufnahme von Ca und Phosphat ↑ |
| Knochen | Anhaltend erhöht: Ca und Phosphat werden mobilisiert | Liefert indirekt Ca und Phosphat für die Mineralisierung |
| Nebenschilddrüse | Freisetzung bei sinkendem ionisiertem Ca | Hemmt die PTH-Bildung |
| Netto im Serum bei intakter Niere | Ca ↑, Phosphat ↓ | Ca ↑, Phosphat ↑ |

Abbildung: Die Nettoangabe gilt für erhaltene Nierenfunktion; bei chronischer Nierenkrankheit darf daraus kein identisches Phosphatmuster vorhergesagt werden. Der Knochenpfad beschreibt anhaltend erhöhtes PTH und keine direkte Wirkung an Osteoklasten. Quelle: eigene Darstellung.

Abbildung: Die Kalziumkonstellation entscheidet, ob ein PTH-Wert als angemessen gelten kann. Rot markiert eine unpassende, grün eine passende Antwort der Nebenschilddrüsen; die Ursachen sind Beispiele, keine vollständige Liste. HPT = Hyperparathyreoidismus, SD-OP = Schilddrüsenoperation, CKD = chronische Nierenkrankheit. Quelle: eigene Darstellung.
Multiple Choice
Welcher Wert beantwortet die Frage?
Aufgabe
Nach schneller Atmung treten periorales Kribbeln und ein Handkrampf auf. Gesamt-Kalzium ist normal. Welche Zusatzmessung klärt den vermuteten Mechanismus am direktesten?
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Befund |
|---|---|
| Zeitlicher Zusammenhang | Nach schneller Atmung |
| Beschwerden | Periorales Kribbeln; Handkrampf |
| Gesamt-Kalzium | Normal |

Abbildung: Nachgestellte Handstellung bei einem Handkrampf, von einer gesunden Person demonstriert. Quelle: Huckfinne (Wikimedia-Nutzer), gemeinfrei (Public Domain), nach WebP umgewandelt.
- a)Gesamt-Kalzium erneut messen und allein anhand dieses Werts entscheiden.
- b)Ionisiertes Kalzium zusammen mit dem aktuellen Säure-Basen-Status.
- c)Albumin allein, weil es den freien Anteil eindeutig angibt.
Freie Antwort
Eine Diskrepanz erklären
Aufgabe
Bei einer Person mit Sepsis liegen Gesamt-Kalzium 2,10 mmol/l, Albumin 18 g/l und ionisiertes Kalzium 0,90 mmol/l vor. Eine Albuminkorrektur ergibt rechnerisch einen unauffälligen Gesamtwert. Welche Information ist für die aktuelle Kalziumbeurteilung entscheidend, und warum?
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Befund |
|---|---|
| Klinischer Zusammenhang | Sepsis |
| Gesamt-Kalzium | 2,10 mmol/l |
| Albumin | 18 g/l |
| Ionisiertes Kalzium | 0,90 mmol/l |
| Albuminkorrektur | Rechnerisch unauffälliger Gesamtwert |
Hypokalzämie behandeln
Lernziel: Du kannst eine gefährliche Hypokalzämie erkennen und gezielt behandeln.
Ursachen und Warnzeichen
Bei Vitamin-D-Mangel oder Malabsorption gelangt weniger Kalzium aus dem Darm in den Körper. Nach Eingriffen an Schilddrüse oder Nebenschilddrüsen kann PTH fehlen. Bei Niereninsuffizienz wirken Phosphatretention und verminderte Kalzitriolbildung zusammen. Ein ausgeprägter Magnesiummangel stört die PTH-Regulation; nach großen Transfusionen kann Zitrat vorübergehend ionisiertes Kalzium binden. Auch antiresorptive Arzneimittel wie Bisphosphonate oder Denosumab können den Wert senken.
Die gesteigerte neuromuskuläre Erregbarkeit zeigt sich durch Kribbeln um den Mund oder an den Fingern, Muskelkrämpfe und Tetanie. Laryngospasmus, Krampfanfall, ausgeprägte QT-Verlängerung oder Rhythmusstörung sind Notfallzeichen. Ein Chvostek- oder Trousseau-Zeichen kann zur Untersuchung passen, beweist aber weder allein die Störung noch deren Schwere. Beim Chvostek-Zeichen zucken nach Beklopfen des N. facialis vor dem Ohr die Gesichtsmuskeln der gleichen Seite; beim Trousseau-Zeichen löst eine über den systolischen Druck aufgepumpte Oberarmmanschette innerhalb von etwa drei Minuten einen Karpalspasmus aus („Pfötchenstellung“). Sichere Atemweg und Kreislauf bei entsprechenden Beschwerden.

Abbildung: Schmale QRS-Komplexe, danach eine lange, flach verlaufende ST-Strecke; die normal geformte T-Welle folgt spät. Die Autoren geben eine QTc von 588 ms an. Albuminkorrigiertes Kalzium zu dieser Aufnahme: unter 1,25 mmol/l. Quelle: Ashwin Reddy S, Case Rep Cardiol 2019:4851073, Abb. 1, CC BY 4.0; Bildinhalt unverändert.
Die Ursachen lassen sich nach dem gestörten Kalziumweg ordnen.
| Konstellation | Beitrag zur Hypokalzämie |
|---|---|
| Vitamin-D-Mangel oder Malabsorption | Weniger Kalziumaufnahme aus dem Darm |
| Schilddrüsen-/Nebenschilddrüseneingriff | PTH kann fehlen |
| Niereninsuffizienz | Phosphatretention und weniger Kalzitriol |
| Ausgeprägter Magnesiummangel | PTH-Regulation gestört |
| Große Transfusionen | Zitrat bindet vorübergehend ionisiertes Kalzium |
| Bisphosphonate oder Denosumab | Weniger Kalziumfreisetzung aus dem Knochen |

Abbildung: Jeder Ursachenweg hat einen eigenen Laborhinweis – er führt später zur gezielten Weiterbehandlung. Quelle: eigene Darstellung.

Abbildung: Ab der dritten Stufe ist die Hypokalzämie ein Notfall; die Untersuchungszeichen ergänzen nur. Quelle: eigene Darstellung.

Abbildung: Spontaner Karpalspasmus bei akuter Hypokalzämie – Handgelenk gebeugt, Finger gestreckt und aneinandergelegt, Daumen angelegt („Pfötchenstellung“), hier an der Hand mit Venenverweilkanüle. Quelle: Joseph ADD et al., BMC Endocrine Disorders 2019;19:111, doi:10.1186/s12902-019-0438-4, Abb. 1; CC BY 4.0; Rahmen entfernt.

Abbildung: Trousseau-Test – die Manschette wird über den systolischen Druck aufgepumpt; der Pfeil markiert die Hand, an der der Karpalspasmus auftritt. Quelle: Sawant R et al., Cureus 2024;16(2):e54516, doi:10.7759/cureus.54516, Abb. 1; CC BY 4.0; zugeschnitten, beschriftetes Formular unkenntlich gemacht.

Abbildung: Chvostek-Zeichen – nach Beklopfen der Wange über dem N. facialis kontrahieren Mund- und Augenmuskulatur derselben Seite (hier rechts, im Bild links). Quelle: Loomis A, Thompson WG (Hrsg.), A System of Practical Medicine by American Authors, Bd. 4; gemeinfrei, via Wikimedia Commons; Rand beschnitten.
Messen und die Ursache finden
Erfasse Zeitpunkt, Operationen, Nierenkrankheit, Ernährung, Diarrhö und Medikamente. Bestimme ionisiertes Kalzium beziehungsweise Gesamt-Kalzium mit Albumin, dazu Magnesium, Phosphat, Nierenfunktion und gegebenenfalls pH. PTH und 25-OH-Vitamin D helfen, die Ursache einzugrenzen. Wenn möglich, nimm diagnostische Proben vor der Therapie ab; ein Notfall wird dafür nicht verzögert.
Ausgearbeitetes Beispiel
Einen Tag nach einer Schilddrüsenoperation entwickelt eine Patientin Handkrämpfe. Ionisiertes Kalzium liegt bei 0,82 mmol/l, PTH ist erniedrigt. Der zeitliche Zusammenhang und die fehlende PTH-Antwort sprechen für einen postoperativen Hypoparathyreoidismus. Die Symptome erfordern Akutbehandlung; ob sich die Nebenschilddrüsenfunktion erholt, zeigt erst der Verlauf.

Abbildung: Erst die Notfallfrage, dann vier Laborschritte – PTH mit Phosphat ordnet die häufigen Ursachen. Quelle: eigene Darstellung.
Typische Befundmuster helfen bei der Eingrenzung; Mischbilder und Begleiterkrankungen sind häufig.
| Ursache | PTH | Phosphat | Wegweiser |
|---|---|---|---|
| Hypoparathyreoidismus, z. B. postoperativ | niedrig oder inadäquat normal | hochnormal bis erhöht | Halsoperation, zeitlicher Zusammenhang |
| Vitamin-D-Mangel oder Malabsorption | erhöht | niedrig bis normal | 25-OH-Vitamin D niedrig |
| Niereninsuffizienz | erhöht | erhöht | eGFR vermindert |
| Ausgeprägter Magnesiummangel | niedrig oder inadäquat normal | variabel | Magnesium niedrig |
Akuttherapie und Weiterbehandlung
Symptomatische Hypokalzämie oder stark erniedrigtes Kalzium ist ein medizinischer Notfall. Die Society for Endocrinology nennt albuminbezogen beurteiltes beziehungsweise albuminadjustiertes Gesamt-Kalzium unter 1,9 mmol/l oder Symptome bei erniedrigtem Wert als schwere Konstellation. Bei kritischer Erkrankung und pH-Störung hat der ionisierte Wert besonderes Gewicht.
Ein Erwachsenenschema ist 10–20 ml Kalziumglukonat 10 %, entsprechend ungefähr 2,2–4,4 mmol Kalzium, in 50–100 ml Glukose 5 % über zehn Minuten i.v., mit EKG-Überwachung. Die klinische Antwort und wiederholte Messungen steuern weitere Gaben. Eine nötige Dauerinfusion wird fachärztlich titriert; ein verwendeter Bereich liegt bei etwa 1,1–2,2 mmol Kalzium pro Stunde. Die Society for Endocrinology beschreibt dafür 100 ml Kalziumglukonat 10 % in 1 l NaCl 0,9 % oder Glukose 5 % mit 50–100 ml/h, titriert bis zur Normokalzämie; die Infusion läuft, bis die Behandlung der Ursache wirkt. Der Bolus kann bis zur Beschwerdefreiheit wiederholt werden. Konzentrat, Verdünnung, Zugang und Verträglichkeit kontrollieren. Society for Endocrinology, Hypokalzämie, Ergänzung zur Zubereitung
Kalzium nicht ungeprüft zusammen mit Phosphat oder Bikarbonat in derselben Leitung mischen: Ausfällungen sind möglich. Große Infusionsvolumina passen nicht automatisch zu fortgeschrittener Niereninsuffizienz oder Dialyse. Bei Digoxintherapie ist besondere EKG- und fachärztliche Kontrolle erforderlich.

Abbildung: Bolus, Dauerinfusion und Kontrolle sind getrennte Schritte; die Dosis gilt für Erwachsene und nicht für das Hyperkaliämieschema. Quelle: eigene Darstellung nach Society for Endocrinology (2016).
Anschließend wird die Ursache behandelt: Magnesium ersetzen, Vitamin-D-Mangel korrigieren oder bei PTH-Mangel beziehungsweise unzureichender Aktivierung aktives Vitamin D erwägen. Bei milden, stabilen Störungen sind orale Kalziumpräparate mit individuell berechneter elementarer Kalziummenge möglich. „1 g Kalziumsalz“ ist nicht „1 g elementares Kalzium“. Bei längerfristiger Behandlung kontrollierst du auch Hyperkalziurie und Nierenkomplikationen; eine zu starke Korrektur kann selbst schaden.
Entscheidend ist der Anteil an elementarem Kalzium, nicht die Salzmenge.
| Kalziumsalz | Elementarer Anteil | Beispiel |
|---|---|---|
| Kalziumcarbonat | etwa 40 % | 1 g Salz ≈ 400 mg Kalzium |
| Kalziumcitrat | etwa 21 % | 1 g Salz ≈ 210 mg Kalzium |
| Kalziumlaktat | etwa 13 % | 1 g Salz ≈ 130 mg Kalzium |
| Kalziumglukonat | etwa 9 % | 10 ml Lösung 10 % ≈ 90 mg ≈ 2,2 mmol |
Konkrete Startpunkte nennt die Society for Endocrinology: Bei asymptomatischer Hypokalzämie mit albuminadjustiertem Kalzium über 1,9 mmol/l werden orale Kalziumpräparate in zwei Tagesgaben eingesetzt; ihre Beispielschemata entsprechen etwa 3,6–4 g elementarem Kalzium pro Tag. Nach einer Schilddrüsenoperation wird Kalzium bei fehlenden Beschwerden nach 24 Stunden erneut gemessen. Bleibt die milde Hypokalzämie nach der Operation trotz Kalzium länger als 72 Stunden bestehen, wird Alfacalcidol 0,25 µg pro Tag begonnen; bei Hypoparathyreoidismus liegen die Startdosen von Alfacalcidol oder Calcitriol bei etwa 0,25–0,5 µg pro Tag. Diese aktiven Vitamin-D-Metabolite können selbst eine Hyperkalzämie auslösen: Anfangs sind häufige Kontrollen nötig, danach etwa eine Woche nach Entlassung sowie nach einem, drei und sechs Monaten, mit Nachsorge durch eine in Kalziumstörungen erfahrene Fachperson. Einen Vitamin-D-Mangel gleicht man mit Cole- oder Ergocalciferol aus, insgesamt etwa 300 000 IE über 6–10 Wochen. Society for Endocrinology, Hypokalzämie

Abbildung: Akutgabe, Ursachenbehandlung und Kontrolle folgen aufeinander; zu viel Korrektur ist ebenso ein Fehler wie zu wenig. Quelle: eigene Darstellung.

Abbildung: Nach Schilddrüsenoperation entscheidet der Verlauf, ob die Therapie zurückgenommen werden kann oder dauerhaft nötig bleibt. Quelle: eigene Darstellung nach Society for Endocrinology (2016).
Multiple Choice
Die passende Akutreaktion
Aufgabe
Eine Patientin nach Schilddrüsenoperation hat ausgeprägte Tetanie und ionisiertes Kalzium 0,78 mmol/l. Welche Maßnahme hat Vorrang?
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Befund |
|---|---|
| Zeitlicher Zusammenhang | Nach Schilddrüsenoperation |
| Beschwerden | Ausgeprägte Tetanie |
| Ionisiertes Kalzium | 0,78 mmol/l |

Abbildung: Narbe am vorderen Hals etwa zehn Wochen nach einer Schilddrüsenoperation. Quelle: Starvee44 (Wikipedia-Nutzer), gemeinfrei (Public Domain), verkleinert.
- a)Mit oraler Kalziumgabe beginnen und die Wirkung bis zum nächsten Tag abwarten.
- b)Kalziumglukonat als unverdünnte schnelle Injektion ohne EKG geben.
- c)Überwachte intravenöse Kalziumbehandlung einleiten und die Ursache parallel klären.
Freie Antwort
Dauerhaft erklären statt nur korrigieren
Aufgabe
Kalzium fällt nach einer ersten erfolgreichen Gabe wieder ab. Magnesium beträgt 0,35 mmol/l; die Person hat seit Wochen Durchfall. Erkläre eine mögliche Ursache und einen geeigneten Kontrollplan.
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Befund |
|---|---|
| Kalziumverlauf | Nach erster erfolgreicher Gabe wieder abgefallen |
| Magnesium | 0,35 mmol/l |
| Anamnese | Durchfall seit Wochen |
Hyperkalzämie einordnen
Lernziel: Du kannst Hyperkalzämie nach Dringlichkeit, PTH und Ursache beurteilen.
Der klinische Zusammenhang
Hyperkalzämie kann Polyurie, Durst, Austrocknung, Obstipation, Übelkeit, Muskelschwäche und kognitive Veränderungen verursachen. Verwirrtheit, erhebliche Dehydratation, akute Nierenfunktionsverschlechterung und Herzrhythmusstörungen sind Warnzeichen. Ein langsamer Anstieg kann zunächst wenig Beschwerden machen; ein rascher Anstieg kann bei niedrigerem Wert bereits gefährlich sein.

Abbildung: Die Beschwerden verteilen sich auf mehrere Organsysteme. Rot markiert sind die Warnzeichen, die eine rasche Behandlung verlangen. Quelle: eigene Darstellung.
Bei länger bestehender Hyperkalzämie können Nierensteine, eine Nephrokalzinose und selten eine bandförmige Kalkablagerung in der Hornhaut (Bandkeratopathie) entstehen. Im EKG kann die QT-Zeit verkürzt sein; ein unauffälliges EKG schließt eine relevante Hyperkalzämie nicht aus.

Abbildung: Medulläre Nephrokalzinose im Röntgenbild. Die Kalkherde liegen beidseits im Nierenmark. Nephrokalzinose hat mehrere mögliche Ursachen; die Aufnahme zeigt den Befund, nicht dessen Ursache. Quelle: Felix-felix, Wikimedia Commons (File:Nephrocalcinosis.jpg), gemeinfrei; unverändert, nach WebP umgewandelt.

Abbildung: Bandkeratopathie. Kalksalze lagern sich in den oberflächlichen Hornhautschichten im Lidspaltenbereich ab; die kleinen Lücken geben das typische durchlöcherte Bild. Bei dieser Person bestand eine chronische Uveitis; dasselbe Bild kann bei lange bestehender Hyperkalzämie entstehen. Quelle: Nascimento H et al. J Ophthalmic Inflamm Infect 2015;5:35, Abb. 1 (PMC4654727); CC BY 4.0; Rand beschnitten, nach WebP umgewandelt.
Gesamt-Kalzium zwischen 3,0 und 3,5 mmol/l erfordert je nach Symptomen und Verlauf eine zügige Behandlung; über 3,5 mmol/l besteht hohe Dringlichkeit. Albumin und bei Diskrepanz ionisiertes Kalzium werden mitbeurteilt. Eine scheinbar klare Zahl ersetzt die klinische Untersuchung nicht.
Die Dringlichkeit ergibt sich aus Wert, Beschwerden und Anstiegstempo zusammen.
| Gesamt-Kalzium | Einordnung | Vorgehen |
|---|---|---|
| unter 3,0 mmol/l | meist mild | Ursache klären; Beschwerden und Verlauf beachten |
| 3,0–3,5 mmol/l | mittelschwer | je nach Symptomen und Verlauf zügig behandeln |
| über 3,5 mmol/l | schwer | hohe Dringlichkeit; Monitor, rasche Behandlung |
| jeder Wert mit Warnzeichen | dringlich | rasch behandeln und überwachen |
Die beiden häufigen Ursachengruppen sind primärer Hyperparathyreoidismus und Malignomerkrankungen. Weitere Auslöser sind etwa Thiazide, Lithium, übermäßige Kalzium-/Vitamin-D-Zufuhr und granulomatöse Erkrankungen. Bei länger bestehender milder Hyperkalzämie kann eine familiäre hypokalziurische Hyperkalzämie relevant sein; ihre Abgrenzung gehört zur gezielten endokrinologischen Diagnostik und verhindert unnötige Eingriffe.
Die Anamnese ordnet häufige Ursachen und besondere Konstellationen.
| Gruppe | Beispiele oder Hinweis |
|---|---|
| Häufige Ursachengruppen | Primärer Hyperparathyreoidismus; Malignomerkrankung |
| Arzneimittel und Zufuhr | Thiazide; Lithium; zu viel Kalzium oder Vitamin D |
| Weitere Erkrankungen | Granulomatöse Erkrankungen |
| Länger bestehende milde Hyperkalzämie | FHH gezielt endokrinologisch abgrenzen |

Abbildung: Der Zahlenbereich wird immer zusammen mit Warnzeichen und Anstiegsgeschwindigkeit gelesen. Quelle: eigene Darstellung.
PTH lenkt die weitere Suche
Ausgearbeitetes Beispiel
Bei Kalzium 2,95 mmol/l liegt PTH in der Mitte des Laborreferenzbereichs. Das ist nicht automatisch ein normaler Regelkreis: Bei erhöhtem Kalzium müsste PTH deutlich unterdrückt sein. Die Konstellation macht eine PTH-abhängige Ursache plausibel.
Ein tertiärer Hyperparathyreoidismus entsteht, wenn nach langjähriger Stimulation, oft im Zusammenhang mit Nierenkrankheit, eine autonome PTH-Sekretion zurückbleibt. Die familiäre hypokalziurische Hyperkalzämie (FHH) ist eine weitere wichtige Differenzialdiagnose mit meist geringer Urinkalziumausscheidung; die sichere Abgrenzung verlangt zusätzliche Diagnostik.
Bei Kalzium 3,4 mmol/l und supprimiertem PTH suchst du dagegen nach PTH-unabhängigen Ursachen, beispielsweise Malignom, Vitamin-D-Wirkung oder Medikamenten. Die weiterführende Auswahl von Tumordiagnostik, Vitamin-D-Metaboliten oder Urinkalzium folgt Anamnese und Befund; ein einzelner hoher Kalziumwert beweist kein Malignom.

Abbildung: Ein PTH-Wert im Referenzbereich kann bei Hyperkalzämie unangemessen hoch sein. HPT steht für Hyperparathyreoidismus, FHH für familiäre hypokalziurische Hyperkalzämie. Die genannten Ursachen sind Beispiele. Quelle: eigene Darstellung.
Malignombedingt entsteht die Hyperkalzämie meist humoral über ein PTH-verwandtes Peptid (PTHrP), außerdem lokal osteolytisch bei Knochenmetastasen oder multiplem Myelom und selten über vermehrte Calcitriolbildung, fast nur bei Lymphomen. In allen drei Fällen ist PTH supprimiert.

Abbildung: Die drei Mechanismen erklären, warum PTH bei malignombedingter Hyperkalzämie supprimiert ist und warum bei calcitriolvermittelter Form zusätzlich Glukokortikoide helfen. Quelle: eigene Darstellung.
Die beiden Beispiele machen die Abhängigkeit der PTH-Bewertung vom Kalziumwert sichtbar.
| Kalzium | PTH | Folgerung |
|---|---|---|
| 2,95 mmol/l | Mitte des Referenzbereichs | Bei hohem Kalzium unangemessen; PTH-abhängige Ursache plausibel |
| 3,4 mmol/l | Supprimiert | PTH-unabhängige Ursache suchen; kein Malignombeweis |
Typische Konstellationen lenken die gezielte Weiterdiagnostik; keine einzelne Spalte stellt allein die Diagnose.
| Ursache | PTH | Weiterer Hinweis |
|---|---|---|
| Primärer Hyperparathyreoidismus | erhöht oder unangemessen normal | Urinkalzium normal bis erhöht |
| FHH | normal bis leicht erhöht | Urinkalzium niedrig; oft lange mild, familiär |
| Tertiärer Hyperparathyreoidismus | deutlich erhöht | lange Nierenkrankheit, oft nach Transplantation |
| Lithium | normal bis erhöht | Medikamentenanamnese |
| Malignom | supprimiert | Tumor oft bekannt; PTHrP, Osteolysen oder Lymphom |
| Vitamin-D-Wirkung, Granulome | supprimiert | Zufuhr; Vitamin-D-Metabolite erhöht |
Volumen und Ursache behandeln
Hohes Kalzium vermindert die Konzentrationsfähigkeit der Niere. Die Polyurie führt zu Volumenmangel, die glomeruläre Filtration sinkt, und die Niere scheidet weniger Kalzium aus; so verstärkt sich die Hyperkalzämie selbst.

Abbildung: Der Volumenmangel ist Folge und Verstärker der Hyperkalzämie zugleich. Deshalb steht die angepasste Volumengabe am Anfang der Behandlung. Quelle: eigene Darstellung.
Beende unnötige Kalzium-/Vitamin-D-Zufuhr und überprüfe auslösende Arzneimittel. Bei Volumenmangel wird isotone Kochsalzlösung kontrolliert gegeben; Herzleistung, Urinausscheidung, Atmung, Gewicht und Nierenfunktion steuern Menge und Geschwindigkeit. Eine starre Literzahl kann bei Herz- oder Niereninsuffizienz gefährlich sein. Schleifendiuretika sind keine routinemäßige Kalziumsenkung; sie kommen insbesondere bei entstandener Volumenüberlastung infrage.
Bei malignombedingter Hyperkalzämie werden antiresorptive Medikamente eingesetzt. Ein Beispiel ist Zoledronsäure 4 mg einmalig i.v. über mindestens 15 Minuten, nach individueller Nieren- und Hydratationsprüfung. Die Wirkung entwickelt sich verzögert: In den Zulassungsstudien wurde Normokalzämie im Median nach etwa 4 Tagen erreicht; ein erneuter Anstieg trat im Median nach 30–40 Tagen auf. Kalzium, Phosphat, Magnesium und Nierenfunktion werden weiter kontrolliert. Fortgeschrittene Niereninsuffizienz, Schwangerschaft und Stillzeit verlangen eine gesonderte Wahl beziehungsweise Beachtung der Gegenanzeigen. EMA, Zometa-Produktinformation
Denosumab ist eine weitere fachärztliche Option bei malignombedingter Hyperkalzämie, auch bei unzureichender Wirkung von Bisphosphonaten; seine Wirkung setzt nach etwa 3–10 Tagen ein. Es kann besonders bei Niereninsuffizienz schwere Hypokalzämien verursachen. Bei schwerer malignombedingter Hyperkalzämie kann Kalzitonin kurzfristig zusätzlich rascher wirken, nach etwa 4–6 Stunden; wegen nachlassender Wirkung wird seine Anwendung auf 48–72 Stunden begrenzt. Bei calcitriolvermittelter Hyperkalzämie, etwa bei Lymphomen, schlägt die Leitlinie Glukokortikoide als erste Behandlung vor. Endocrine Society, Hyperkalzämie bei Malignomen
Ein produktspezifisches Beispiel für Kalzitonin ist 100 I.E. subkutan oder intramuskulär alle 6–8 Stunden; Auswahl und Anpassung erfolgen im spezialisierten Behandlungsplan. Übelkeit, Überempfindlichkeit und Hypokalzämie sind zu beachten. Unterschiedliche Produkt- und Leitlinienregime dürfen nicht zu einer eigenen Mischdosierung verbunden werden. Calcitonin, Fachinformation §4.2
Die kalziumsenkenden Maßnahmen unterscheiden sich in Dosis, Wirkbeginn und Hauptrisiko.
| Maßnahme | Beispiel | Wirkbeginn | Achte auf |
|---|---|---|---|
| Isotone Kochsalzlösung | nach Volumenstatus, kein starres Schema | sofort | Volumenüberlastung |
| Kalzitonin | 100 I.E. s.c./i.m. alle 6–8 h (Produktbeispiel) | nach 4–6 h | Wirkverlust; nur 48–72 h |
| Zoledronsäure | 4 mg i.v. einmalig über ≥ 15 min | nach Tagen; Median 4 Tage bis Normokalzämie | Nierenfunktion, Hypokalzämie |
| Denosumab | fachärztlich | nach 3–10 Tagen | schwere Hypokalzämie, v. a. Niereninsuffizienz |

Abbildung: Die Maßnahmen ergänzen sich zeitlich. Die Zeitachse ist nicht linear; die Balken zeigen ungefähre Wirkzeiträume aus Fachinformation und Leitlinie. Quelle: eigene Darstellung.
Bei sehr schwerer Hyperkalzämie mit unzureichender Ausscheidung oder wenn eine erforderliche Volumengabe nicht möglich ist, kann Dialyse nötig werden. Die definitive Behandlung richtet sich nach der Ursache, beispielsweise operative Behandlung eines passenden primären Hyperparathyreoidismus oder Therapie des Malignoms. Ein normalisierter Wert allein heilt diese Ursachen nicht.
Vor einer Operation wird das Nebenschilddrüsenadenom bildgebend lokalisiert, etwa mit Halssonografie und Sestamibi-Szintigrafie. Die Bildgebung dient der Operationsplanung; die Diagnose des primären Hyperparathyreoidismus bleibt laborchemisch.

Abbildung: Sestamibi-Szintigrafie, Spätaufnahme nach 2 Stunden, bei erhöhtem PTH und Kalzium. Das Nebenschilddrüsenadenom hält den Tracer länger als das Schilddrüsengewebe und bleibt als Herd sichtbar (weißer Pfeil; hier ungewöhnlich innerhalb des rechten Schilddrüsenlappens). Die schwarzen Pfeile markieren braune Tumoren im Kiefer, eine Knochenfolge des schweren Hyperparathyreoidismus. Quelle: Bin Saeedan M, Aljohani IM, Khushaim AO, Bukhari SQ, Elnaas ST. Insights Imaging 2016;7(4):601–617, Abb. 22f (PMC4956631), via Wikimedia Commons; CC BY 4.0; Teilbild ausgeschnitten, Beschriftung entfernt, nach WebP umgewandelt.

Abbildung: Volumenbehandlung, Antiresorption und kurzfristige Zusatztherapie werden nach Ursache und Organfunktion gewählt. Quelle: eigene Darstellung.
Multiple Choice
Die PTH-Antwort prüfen
Aufgabe
Kalzium beträgt 3,1 mmol/l; PTH ist nicht unterdrückt. Welcher erste Schluss ist richtig?
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Befund |
|---|---|
| Kalzium | 3,1 mmol/l |
| PTH | Nicht unterdrückt |
- a)Eine PTH-abhängige Ursache muss geprüft werden.
- b)Ein PTH-Wert im Referenzbereich schließt eine hormonelle Ursache aus.
- c)Die Werte beweisen eine malignombedingte Hyperkalzämie.
Freie Antwort
Einen Plan individualisieren
Aufgabe
Ein älterer Patient mit bekannter Herzinsuffizienz ist verwirrt. Kalzium liegt bei 3,7 mmol/l, die Schleimhäute sind trocken und die Nierenfunktion verschlechtert. Weshalb ist „rasch mehrere Liter und routinemäßig Furosemid“ kein ausreichender Plan? Nenne die wesentlichen nächsten Schritte.
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Befund |
|---|---|
| Person | Älterer Patient |
| Vorerkrankung | Bekannte Herzinsuffizienz |
| Bewusstseinslage | Verwirrt |
| Kalzium | 3,7 mmol/l |
| Schleimhäute | Trocken |
| Nierenfunktion | Verschlechtert |
Magnesium mitdenken
Lernziel: Du kannst Magnesiumstörungen und ihre Folgen für Kalium und Kalzium erklären.
Ein kleiner Serumanteil mit großer Wirkung
Magnesium unterstützt zahlreiche Enzyme, den Energiestoffwechsel und die elektrische Stabilität. Der Serumwert ist nur ein kleiner Ausschnitt des Bestands. Eine Konzentration unter etwa 0,7 mmol/l spricht für Hypomagnesiämie; unter 0,5 mmol/l ist sie ausgeprägt. Symptome und Begleitstörungen bestimmen die Dringlichkeit. Der Referenzbereich liegt je nach Labor bei etwa 0,7–1,05 mmol/l.

Abbildung: Der Serumwert ordnet den Schweregrad grob ein; Symptome und Begleitstörungen entscheiden über Weg und Tempo der Substitution. Quelle: eigene Darstellung.
Chronischer Durchfall, Malabsorption, Alkoholprobleme und Mangelernährung können die Zufuhr beziehungsweise Aufnahme vermindern. Diuretika, manche Zytostatika und andere nephrotoxische Arzneimittel fördern renale Verluste; Protonenpumpenhemmer können bei längerer Einnahme einen Magnesiummangel begünstigen. Beim Refeeding wird zusätzlich Magnesium in Zellen aufgenommen.
Ein Mangel kann Tremor, Krämpfe, Tetanie und Arrhythmien verursachen. Besonders lehrreich sind zwei Wechselwirkungen: Niedriges Magnesium begünstigt renale Kaliumverluste; ein ausgeprägter Mangel kann zugleich PTH-Freisetzung und -Wirkung beeinträchtigen. Eine schwer korrigierbare Hypokaliämie oder Hypokalzämie ist deshalb Anlass, Magnesium zu messen. Bei ausgeprägtem Mangel sind auch Krampfanfälle möglich.

Abbildung: Der PTH-Weg betrifft insbesondere ausgeprägten Magnesiummangel; Kalium- oder Kalziumgabe allein kann dann unzureichend wirken. Quelle: eigene Darstellung.
Die Ursachen des Magnesiummangels betreffen Aufnahme, renale Verluste oder Verteilung.
| Weg | Beispiele |
|---|---|
| Zufuhr oder Aufnahme vermindert | Chronischer Durchfall, Malabsorption, Alkoholprobleme, Mangelernährung |
| Renale Verluste | Diuretika, manche Zytostatika, andere nephrotoxische Arzneimittel |
| Längere Arzneimitteleinnahme | Protonenpumpenhemmer können Mangel begünstigen |
| Aufnahme in die Zellen | Refeeding |
Substitution nach Situation
Bei mildem, symptomarmem Mangel und geeignetem Darm sind 10–24 mmol Magnesium pro Tag oral, auf mehrere Gaben verteilt, ein möglicher Rahmen. Durchfall kann die Verträglichkeit begrenzen und den Mangel verstärken. Passe das Präparat und die Menge daran an.
Bei ausgeprägtem oder symptomatischem Mangel wird intravenös ersetzt. Ein Beispiel bei Erwachsenen mit ausreichend erhaltener Nierenfunktion ist 5 g Magnesiumsulfat, entsprechend ungefähr 20 mmol Magnesium, verdünnt über mehrere Stunden. Eine gewöhnliche Rate liegt bei 1–2 g Magnesiumsulfat pro Stunde, also etwa 4–8 mmol Magnesium pro Stunde. Das ist kein universeller Plan für jeden Patienten. Prüfe das konkrete Produkt und seine Angabe von mmol pro ml. Bei schwerem Mangel können über mehrere Tage wiederholte Gaben nötig sein; NHS SPS nennt bis zu 40 g Magnesiumsulfat (160 mmol) über fünf Tage. NHS SPS, akute Hypomagnesiämie
Bei AKI, fortgeschrittener CKD oder Dialyse ist eine fachärztlich angepasste Gabe erforderlich. Bei CKD der Stadien 1–3 wird die intravenöse Startdosis um 25–50 % reduziert. Kontrolliere Magnesium nach intravenösen Gaben, außerdem Kalium, Kalzium, Nierenfunktion, Blutdruck und bei schwerer Störung das EKG. Während der Infusion achtest du zusätzlich auf Patellarsehnenreflex, Atemfrequenz und Urinausscheidung, weil sie eine beginnende Überdosierung früh anzeigen. Nach oraler Substitution wird Magnesium nach etwa sieben Tagen kontrolliert. Ein normaler Serumwert bedeutet noch nicht, dass die Speicher aufgefüllt sind. Dauer und weitere Dosen richten sich nach Verlauf und Ursache. Magnesiumsulfat, Produktinformation

Abbildung: Die Substitutionsgeschwindigkeit richtet sich nach der Situation; ein normaler Serumwert beweist keine gefüllten Speicher. Quelle: eigene Darstellung.
Magnesiumsulfat wird in Gramm verordnet, Magnesium in mmol bilanziert; diese Umrechnung kommt in diesem Abschnitt immer wieder vor.
| Magnesiumsulfat-Heptahydrat | Magnesium | Situation |
|---|---|---|
| 1 g | ≈ 4 mmol (98,6 mg) | Umrechnungsbasis |
| 2 g | ≈ 8 mmol | Torsade de pointes, über 10 Minuten |
| 5 g | ≈ 20 mmol | Beispiel für i.v.-Ersatz über mehrere Stunden |
| 1–2 g/h | ≈ 4–8 mmol/h | Gewöhnliche Infusionsrate |
QT-assoziierte Rhythmusnotfälle
Für Torsade de pointes gilt ein eigener Rhythmusnotfallweg. Bei polymorpher Kammertachykardie mit verlängerter QT-Zeit nennt der RCUK-Algorithmus 8 mmol Magnesium i.v. über zehn Minuten; das entspricht ungefähr 2 g Magnesiumsulfat-Heptahydrat. Dieses Notfallregime unterscheidet sich ausdrücklich von der langsamen Speicherauffüllung. QT-verlängernde Medikamente werden überprüft, Kalium korrigiert und Ursachen wie Pausen oder Bradykardie fachärztlich behandelt. Zur Frequenzanhebung kommen dabei zum Beispiel Isoprenalin oder eine passagere Schrittmacherstimulation infrage. Amiodaron kann bei dieser QT-assoziierten Konstellation die Repolarisationsstörung verschärfen und soll vermieden werden. Bei Kreislaufinstabilität oder fehlendem Puls hat die erforderliche elektrische Therapie beziehungsweise Reanimation Vorrang; sie wartet nicht auf die Magnesiuminfusion. RCUK, Tachyarrhythmiealgorithmus, März 2026 Einen realen Monitorstreifen einer Torsade de pointes findest du in E04-U02-S04.

Abbildung: Drei gleichzeitig registrierte Ableitungen: Nach einer kurzen Pause folgt eine schnelle Folge breiter Kammerkomplexe, deren Ausschläge spindelförmig zu- und abnehmen und die Richtung wechseln; gegen Ende des Streifens hört sie auf. Elektrolytwerte sind zu dieser Aufnahme nicht bekannt. Quelle: ZZU-ZUA-EKG-Datensatz (Tan J et al., figshare 2026), Datensatz Z06499, CC BY 4.0. Unveränderte Kurvenwerte, von medeKI neu gezeichnet (Ausschnitt II, V2 und V5, 0–10 s).

Abbildung: Der TdP-Weg unterscheidet sich von der langsamen Magnesiumsubstitution. Quelle: eigene Darstellung.
Freie Antwort
Magnesium in der Rechnung
Aufgabe
Für ein kontrolliertes Ersatzschema sind 20 mmol Magnesium über fünf Stunden vorgesehen. Die gewählte Zubereitung enthält 0,4 mmol/ml vor der vorgeschriebenen Verdünnung. Berechne die Konzentratmenge und die Magnesiumrate. Die Pumpenrate in ml/h ist noch nicht berechenbar: Welche Angabe fehlt?
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Befund |
|---|---|
| Vorgesehene Magnesiummenge | 20 mmol |
| Vorgesehene Dauer | 5 Stunden |
| Zubereitung vor Verdünnung | 0,4 mmol/ml |

Abbildung: Mehrere Spritzenpumpen und eine Infusionspumpe an einer Versorgungseinheit auf einer Intensivstation. Quelle: Stefan Bellini, CC0 1.0, verkleinert.
In der App sprechen üben →Zu viel Magnesium
Eine Hypermagnesiämie entsteht häufig, wenn eine eingeschränkte Niere zugeführtes Magnesium nicht ausreichend ausscheidet. Denke an magnesiumhaltige Antazida, Laxanzien und Infusionen. Leichte Erhöhungen können unauffällig bleiben. Zunehmende Muskelschwäche, abgeschwächte Reflexe, Hypotonie, Bradykardie und Atemdepression weisen auf relevante Toxizität hin. Als grobe Orientierung nennt die Fachinformation abgeschwächte Reflexe ab etwa 2,1 mmol/l, erloschene Reflexe, Hypotonie und EKG-Veränderungen ab etwa 2,9 mmol/l sowie Atemstillstand und Herzstillstand oberhalb von etwa 5 mmol/l. Der Patellarsehnenreflex ist deshalb ein einfaches Warnzeichen am Bett: Erlischt er, droht als Nächstes die Atemdepression.

Abbildung: Die Stufen sind eine Orientierung nach Fachinformation; Klinik und Verlauf entscheiden. Quelle: eigene Darstellung.

Abbildung: Patellarsehnenreflex am übergeschlagenen Bein; die gepunktete Linie zeigt die reflektorische Streckung des Unterschenkels. Ein schwächer werdender oder erloschener Reflex ist bei Magnesiumgabe ein Warnzeichen. Quelle: William R. Gowers, A Manual of Diseases of the Nervous System, 1886, Fig. 1; via Wikimedia Commons, gemeinfrei (Public Domain); zugeschnitten, Bildunterschrift entfernt, Tonwertkorrektur.
Stoppe die Magnesiumzufuhr und beurteile Atemweg, Atmung, Kreislauf, EKG und Nierenfunktion. Bei schwerer Symptomatik wird intravenöses Kalzium nach Notfallstandard zur Antagonisierung eingesetzt. Die Magnesium-Fachinformation nennt 100–200 mg elementares Kalzium, entsprechend etwa 2,5–5 mmol, i.v. über 5–10 Minuten. EKG-Überwachung und die Umrechnung in ml des konkret verfügbaren Kalziumpräparats sind nötig. Bei Kalziumglukonat 10 % mit etwa 0,22–0,23 mmol/ml, je nach Hersteller, sind das ungefähr 11–22 ml. Kalzium entfernt dabei kein Magnesium. Magnesiumsulfat, §4.9 Eine schwere Vergiftung bei unzureichender Nierenleistung kann Dialyse erfordern. Gezielte Flüssigkeits- und gegebenenfalls diuretische Behandlung setzt ausreichende Ausscheidung und passende Volumenlage voraus.
Antagonisierung und Entfernung des Magnesiums haben verschiedene Aufgaben.
| Maßnahme | Aufgabe | Bedingung |
|---|---|---|
| Magnesiumzufuhr stoppen | Weitere Zufuhr beenden | Antazida, Laxanzien und Infusionen mitprüfen |
| Kalzium i.v. | Antagonisierung; keine Magnesiumentfernung | Schwere Symptomatik; EKG-Überwachung |
| Dialyse | Magnesium entfernen | Schwere Vergiftung und unzureichende Nierenleistung |
| Flüssigkeit, ggf. Diuretikum | Gezielte Behandlung bei möglicher Ausscheidung | Ausreichende Ausscheidung und passende Volumenlage |

Abbildung: Kalzium schützt durch Antagonisierung; die Magnesiumentfernung erfordert einen eigenen Plan. Quelle: eigene Darstellung.
Freie Antwort
Das frei verkäufliche Mittel
Aufgabe
Eine Patientin mit fortgeschrittener CKD nimmt täglich ein magnesiumhaltiges Abführmittel. Sie wird schläfrig, der Blutdruck fällt, die Reflexe sind schwach; Magnesium ist stark erhöht. Erkläre den Zusammenhang und die ersten Prioritäten.
Die Tabelle bündelt die Angaben der Aufgabe.
| Angabe | Befund |
|---|---|
| Vorerkrankung | Fortgeschrittene CKD |
| Einnahme | Täglich magnesiumhaltiges Abführmittel |
| Bewusstseinslage | Schläfrig |
| Blutdruck | Fällt |
| Reflexe | Schwach |
| Magnesium | Stark erhöht |

Abbildung: Historische Flasche eines frei verkäuflichen Magnesiumhydroxid-Präparats („Milch der Magnesia“). Quelle: Nosferattus (Wikimedia-Nutzer), CC0 1.0, verkleinert.
In der App sprechen üben →Phosphat und Energie
Lernziel: Du kannst Phosphatstörungen, ihre Ursachen und eine sichere Korrektur erklären.
Wofür Phosphat gebraucht wird
Phosphat gehört zum Knochenmineral, zu Zellmembranen und zu energiereichen Verbindungen wie Adenosintriphosphat (ATP). ATP stellt Energie für Muskelarbeit und viele Zellvorgänge bereit. Phosphat ist außerdem Bestandteil von 2,3-Diphosphoglycerat in Erythrozyten, das die Sauerstoffabgabe beeinflusst. Etwa 85 % des Körperphosphats liegen im Knochen, rund 15 % in Zellen und Weichgeweben und weniger als 1 % im Extrazellulärraum; der Serumwert zeigt also nur einen kleinen Ausschnitt.

Abbildung: Der Serumwert erfasst weniger als 1 % des Körperphosphats. Die Balkenanteile sind gerundete Richtwerte. Quelle: eigene Darstellung.
Ein normaler Serumwert schließt erschöpfte Speicher bei Mangelernährung nicht aus. Nach Beginn der Ernährung können Insulinwirkung und der neue Bedarf den Serumwert rasch senken. Die Richtung des Phosphatwerts ist deshalb zusammen mit dem zeitlichen Verlauf zu lesen. Typischerweise fällt der Wert in den ersten Tagen nach Ernährungsbeginn. Die ASPEN-Konsensempfehlung ordnet einen solchen Abfall bis zu fünf Tage nach Beginn oder deutlicher Steigerung der Energiezufuhr dem Refeeding-Syndrom zu und empfiehlt bei hohem Risiko, Kalium, Magnesium und Phosphat vor Beginn und in den ersten drei Tagen alle zwölf Stunden zu kontrollieren. ASPEN-Konsensempfehlungen zum Refeeding-Syndrom, 2020

Abbildung: Qualitativer Verlauf, keine Messwerte einer realen Person. Der Ausgangswert kann trotz leerer Speicher normal sein. Quelle: eigene Darstellung.
Zu wenig Phosphat
Eine Hypophosphatämie liegt meist unter 0,8 mmol/l. Werte unter ungefähr 0,3–0,32 mmol/l gelten in klinischen Protokollen als schwer. Symptome, Geschwindigkeit und Organfunktion sind mindestens ebenso wichtig wie diese Grenze.
Ein Krankenhausprotokoll stuft das Serumphosphat Erwachsener so ein; der klinische Zustand entscheidet mit. Worcestershire Acute Hospitals, WAHT-PHA-011, Version 6, 2026
| Einordnung | Serumphosphat | Typisches Vorgehen |
|---|---|---|
| Normal | 0,8–1,5 mmol/l | – |
| Leicht | 0,6–0,79 mmol/l | Ohne Symptome meist kein Präparat |
| Mäßig | 0,32–0,59 mmol/l | Ersatz erwägen, möglichst enteral |
| Schwer | < 0,32 mmol/l | Dringlich, meist intravenös und überwacht |
Ursachen sind unzureichende Zufuhr oder Aufnahme, Alkoholprobleme, Phosphatbinder und renale Verluste. PTH erhöht die Phosphatausscheidung; manche Tubulusschäden und Medikamente tun dies ebenfalls. Insulin und Refeeding verschieben Phosphat in Zellen. Eine respiratorische Alkalose kann durch beschleunigten intrazellulären Stoffwechsel ebenfalls einen raschen Abfall begünstigen.

Abbildung: Schweregrad und Ursache werden getrennt bestimmt; Organzeichen können die Einstufung hochsetzen. Quelle: eigene Darstellung.
Ausgeprägter Mangel kann Muskelschwäche einschließlich Atemmuskelschwäche, Herzfunktionsstörung, Verwirrtheit, Krampfanfälle, Rhabdomyolyse oder Hämolyse verursachen. Gerade bei Schwierigkeiten mit der Entwöhnung von Beatmung ist Phosphat daher ein klinisch relevanter Wert. Anhaltender Mangel kann außerdem zu Osteomalazie und Knochenschmerzen führen.

Abbildung: Energiemangel und schlechtere Sauerstoffabgabe erklären, warum Atmung und Herz zuerst gefährdet sind. Rot markiert die akut lebensbedrohlichen Organfolgen. Quelle: eigene Darstellung.
Phosphat kontrolliert ersetzen
Bei mildem asymptomatischem Phosphatmangel stehen Ursachenbehandlung, passende Ernährung und Verlaufskontrolle im Vordergrund; eine medikamentöse Substitution ist häufig nicht nötig. Wenn eine Ergänzung erforderlich ist und keine schwere Symptomatik besteht, wird nach Möglichkeit enteral ersetzt. Präparate unterscheiden sich in Phosphat-, Natrium- und Kaliumgehalt; der verordnete Wert muss sich auf mmol Phosphat beziehen. Bei schwerer oder symptomatischer Störung beziehungsweise fehlender enteraler Möglichkeit ist nach klinischer Beurteilung in der Regel eine intravenöse Gabe mit engmaschiger Kontrolle angezeigt.
Für die enterale Gabe ist in Deutschland zum Beispiel eine Tablette aus Kaliumdihydrogenphosphat und Natriummonohydrogenphosphat zugelassen (Reducto-spezial). Ihre Fachinformation nennt bei Hypophosphatämie initial 5–8 Tabletten pro Tag, verteilt auf mehrere Einzeldosen zu den Mahlzeiten und gesteuert nach dem Serumphosphat; das entspricht etwa 32–51 mmol Phosphat täglich. Bei Hypokalzämie wird die Dosis reduziert, bei schweren Nierenfunktionsstörungen ist das Präparat kontraindiziert. Kalzium-, Magnesium- oder aluminiumhaltige Antazida werden nicht gleichzeitig eingenommen, weil sie Phosphat binden. Fachinformation Reducto-spezial, Stand Februar 2018
Vor der Verordnung zählt neben den mmol Phosphat die mitgelieferte Kationenmenge:
| Präparat | Phosphat | Zusätzlich enthalten |
|---|---|---|
| Natriumglycerophosphat-Konzentrat (i.v.) | 1 mmol/ml | 2 mmol Natrium/ml |
| Kaliumphosphat-Konzentrat 1-molar (i.v.) | 1 mmol/ml | 1 mmol Kalium/ml |
| Phosphattablette, z. B. Reducto-spezial (oral) | 6,4 mmol/Tablette | 4,4 mmol Kalium + 4,1 mmol Natrium |
Ein konkretes Beispiel aus einem Krankenhausprotokoll, keine allgemeine Einheitsdosis: Bei symptomatischer mäßiger Hypophosphatämie können 20 mmol Natriumglycerophosphat in 250 ml Glukose 5 % über zwölf Stunden gegeben werden. Bei Phosphat unter 0,32 mmol/l nennt dasselbe Protokoll als Beispiel 40 mmol Natriumglycerophosphat, zugesetzt zu 500 ml Glukose 5 %, über 24 Stunden. Dieses Beispiel setzt ein Körpergewicht von mindestens 60 kg sowie geeignete Nieren- und Volumenverhältnisse voraus; unter 60 kg wird eine halbe Dosis erwogen. Die genannten 250 beziehungsweise 500 ml sind Trägerlösungsmengen: Das zugesetzte Arzneimittelvolumen muss bei der tatsächlichen Pumpeneinstellung berücksichtigt werden. Körpergewicht, Nierenfunktion, Flüssigkeitsbedarf und Begleitelektrolyte bestimmen die Auswahl. Höhere, schnellere oder wiederholte Gaben werden nicht aus einem einzelnen Blutwert improvisiert. Worcestershire Acute Hospitals, WAHT-PHA-011, Version 6, 2026
Intravenöses Phosphat kann Kalzium senken, Ausfällungen verursachen und bei eingeschränkter Ausscheidung akkumulieren. Prüfe die Kompatibilität mit anderen Infusionen und gib Phosphat nicht ungeprüft zusammen mit Kalzium. Kontrolliere Phosphat, Kalzium, Kalium, Magnesium und Nierenfunktion; bei schwerem Mangel nennt das Beispielprotokoll Kontrollen im Abstand von zwölf Stunden, bei klinischer Instabilität entsprechend früher. Ein kaliumhaltiges Phosphatpräparat liefert zugleich Kalium: Diese Menge zählt zur gesamten Kaliumzufuhr. Bei mäßigem Mangel nennt das Beispielprotokoll tägliche Kontrollen bis zur Normalisierung, bei eingeschränkter Nierenfunktion tägliche Phosphatkontrollen. Der Ersatz kann beendet werden, sobald Phosphat wieder im Bereich von 0,8–1,5 mmol/l liegt; die Ursache wird weiter behandelt.
Die Beispiele des Krankenhausprotokolls setzen ab 60 kg geeignete Nieren- und Volumenverhältnisse voraus; zusätzliches Arzneimittelvolumen zählt bei der Pumpeneinstellung mit.
| Konstellation | Phosphatgabe | Trägerlösung und Dauer |
|---|---|---|
| Symptomatischer mäßiger Mangel | 20 mmol Natriumglycerophosphat | 250 ml Glukose 5 % über 12 h |
| Phosphat < 0,32 mmol/l | 40 mmol Natriumglycerophosphat | 500 ml Glukose 5 % über 24 h |
| Körpergewicht < 60 kg | Halbe Dosis erwägen | Nierenfunktion und Flüssigkeitsbedarf berücksichtigen |

Abbildung: Die intravenösen Mengen stammen aus einem Krankenhausprotokoll und sind Beispiele, keine Einheitsdosis; die Tablettenmenge entspricht der deutschen Fachinformation. Quelle: eigene Darstellung.
Freie Antwort
Warum wird die Atmung schwach?
Aufgabe
Nach längerer Mangelernährung beginnt die Ernährung. Zwei Tage später beträgt Phosphat 0,22 mmol/l und die Patientin entwickelt zunehmende Muskelschwäche. Ergänze die Kette: Ernährung → … → niedriger Serumwert; Phosphatmangel → … → mögliche Atemschwäche.
Die Tabelle fasst die vorgegebenen Angaben zusammen.
| Angabe | Vorgabe |
|---|---|
| Vorgeschichte | Längere Mangelernährung |
| Zeitpunkt | Zwei Tage nach Ernährungsbeginn |
| Phosphat | 0,22 mmol/l |
| Beschwerden | Zunehmende Muskelschwäche |
Zu viel Phosphat
Bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz wird Phosphat zurückgehalten. Akut können massiver Zellzerfall, beispielsweise Tumorlyse oder Rhabdomyolyse, und eine zu hohe Zufuhr den Wert steigern. Ein unerwarteter Wert erfordert auch die Prüfung auf Probenfehler. Der Kontext entscheidet, ob ein chronisches Regulationsproblem oder ein akuter Notfall vorliegt.
Ein hoher Phosphatwert lässt sich nach dem Mechanismus ordnen:
| Mechanismus | Beispiele | Worauf achten |
|---|---|---|
| Ausscheidung ↓ | Fortgeschrittene CKD, AKI | Verlauf mit Kalzium und PTH |
| Freisetzung aus Zellen | Tumorlyse, Rhabdomyolyse | Oft Kalium ↑ und AKI: Notfall |
| Zufuhr ↑ | Phosphathaltige Abführmittel oder Einläufe, i.v.-Phosphat | Medikamentenanamnese |
| Nur scheinbar erhöht | Hämolytische Probe | Kontrolle vor Therapie |
Phosphatüberschuss kann den freien Kalziumanteil senken und bei ausgeprägten oder anhaltenden Störungen Kalzium-Phosphat-Ablagerungen begünstigen. Bei CKD werden Phosphat, Kalzium und PTH als Verlauf zusammen beurteilt. Ernährung und phosphathaltige Zusatzstoffe, Phosphatbinder zu den Mahlzeiten und die Dialysebehandlung werden individuell angepasst. Eine stark restriktive Ernährung darf keine Mangelernährung erzeugen. Kalziumhaltige Binder sind wegen zusätzlicher Kalziumbelastung nicht beliebig steigerbar. KDIGO, CKD-MBD-Leitlinie
Der Zusammenhang bei CKD: Mit sinkender GFR wird Phosphat zurückgehalten; früh steigt FGF23, das die Calcitriolbildung hemmt. Weniger Calcitriol bedeutet weniger Kalziumaufnahme aus dem Darm. Hohes Phosphat, niedriges Kalzium und Calcitriolmangel stimulieren die Nebenschilddrüsen (sekundärer Hyperparathyreoidismus) und stören den Knochenumbau; hohes Phosphat begünstigt zugleich Gefäßverkalkungen. Im Röntgenbild erscheinen solche Verkalkungen als feine, schienenartige Verschattungen entlang der Arterien.

Abbildung: Deshalb werden bei CKD nicht einzelne Werte, sondern Phosphat, Kalzium und PTH gemeinsam im Verlauf gesteuert. Quelle: eigene Darstellung.

Abbildung: Arterielle Gefäßverkalkungen an Händen und Unterarmen bei einer Person unter Hämodialyse. Die Pfeile markieren verkalkte Arterienwände in der Mittelhand und am Unterarm; die Knochen selbst sind nicht das Thema dieser Aufnahme. Quelle: Hong D, Wu S, Pu L et al. BMC Nephrol 2013;14:120, Abb. 2 (PMC3691830); CC BY 2.0; seitlich beschnitten (anonymisierte Bildecken, Seitenbuchstaben und Gerätetext entfernt), nach WebP umgewandelt.
Akute Tumorlyse mit hohem Phosphat, steigendem Kalium und AKI benötigt sofortige fachärztliche Notfallversorgung; ein oraler Binder allein genügt nicht. Dialyse kann nötig sein. Eine asymptomatische hypokalzämische Begleitkonstellation wird bei ausgeprägter Hyperphosphatämie nicht blind „auf Normalwert“ mit Kalzium aufgefüllt; schwere Symptome erfordern dennoch eine eng überwachte individuelle Akutentscheidung.

Abbildung: Tumorlyse mit steigendem Kalium und AKI verlangt mehr als einen oralen Phosphatbinder. Quelle: eigene Darstellung.
Freie Antwort
Die zweite Last mitrechnen
Aufgabe
Bei Hyperkaliämie und eingeschränkter Ausscheidung soll gleichzeitig Phosphatmangel ersetzt werden. Welche Information über das Phosphatpräparat muss vor der Verordnung geprüft werden, und welche Werte kontrollierst du?
Die Tabelle fasst die vorgegebenen Angaben zusammen.
| Angabe | Vorgabe |
|---|---|
| Kalium | Hyperkaliämie |
| Ausscheidung | Eingeschränkt |
| Geplante Maßnahme | Gleichzeitiger Ersatz eines Phosphatmangels |
Multiple Choice
Chronisch oder akut?
Aufgabe
Nach Beginn einer Tumortherapie steigen Phosphat und Kalium rasch an; Kreatinin steigt mit. Welche Einordnung ist am geeignetsten?
Die Tabelle fasst die vorgegebenen Angaben zusammen.
| Angabe | Vorgabe |
|---|---|
| Zeitbezug | Nach Beginn einer Tumortherapie |
| Phosphat | Rascher Anstieg |
| Kalium | Rascher Anstieg |
| Kreatinin | Steigt mit |

Abbildung: Infusionen am Tag einer intravenösen Tumortherapie mit mehreren Substanzen. Quelle: Retired electrician (Wikimedia-Nutzer), CC0 1.0,.jpg; verkleinert, handschriftliche Etikettbeschriftung weichgezeichnet.
- a)Zuerst nur einen Phosphatbinder beginnen und die weitere Diagnostik vom Kontrollwert abhängig machen.
- b)Ein akutes Zellzerfallssyndrom mit Nierengefährdung muss sofort abgeklärt und behandelt werden.
- c)Die Phosphaterhöhung schützt vor Folgen der Hyperkaliämie.
Arzneimittel und Refeeding
Lernziel: Du kannst Auslöser erkennen und einen sicheren Ernährungsbeginn begründen.
Die Medikamentenliste als Befund
Ramipril ist beispielsweise ein ACE-Hemmer, Spironolacton ein Mineralokortikoidrezeptor-Antagonist. Ein zeitlicher Zusammenhang kann die Ursache erklären: neues Medikament, Dosissteigerung, zusätzliche Selbstmedikation oder ein akuter Verlust bei unveränderter Dauermedikation. Entscheidend ist oft die Kombination.
| Konstellation | Mögliche Folge | Gezielte Prüfung |
|---|---|---|
| ACE-Hemmer/AT₁-Blocker plus Spironolacton; zusätzlich AKI oder Trimethoprim | Kalium steigt | K, Nierenfunktion, aktuelle Indikation |
| Schleifen-/Thiaziddiuretikum plus geringe Zufuhr oder Durchfall | K und Mg sinken | Verlust, Volumen, Ersatzbedarf |
| Thiazid, Lithium oder hohe Ca-/Vitamin-D-Zufuhr | Kalzium steigt | Ca, PTH, Zufuhr und zeitlicher Verlauf |
| Langfristiger Protonenpumpenhemmer (PPI) | Magnesium kann sinken | Indikation, Mg, begleitendes K/Ca |
| Insulin oder hoch dosierter β₂-Agonist | Kalium verschiebt sich nach innen | Zeitpunkt und Kontrollen |
| Phosphatbinder oder magnesiumhaltiges Laxans | Phosphat sinkt beziehungsweise Mg steigt | Präparat, Darm, Nierenfunktion |
Bei der Kaliumretention addieren sich die Mechanismen: ACE-Hemmer und AT₁-Blocker senken Aldosteron, Spironolacton blockiert dessen Rezeptor, Trimethoprim hemmt wie Amilorid den epithelialen Natriumkanal (ENaC) im distalen Nephron, und eine AKI senkt GFR und distalen Fluss.

Abbildung: Jede Substanz allein ist oft beherrschbar; gefährlich wird die Summe, besonders wenn eine AKI hinzukommt. ENaC = epithelialer Natriumkanal, AKI = akute Nierenschädigung. Quelle: eigene Darstellung.
Pausieren oder Anpassen einer Behandlung kann im Akutfall nötig sein. Nach Stabilisierung wird ausdrücklich geprüft, ob eine wichtige Langzeittherapie wieder aufgenommen werden kann. Ein einmal hoher Kaliumwert bedeutet beispielsweise nicht automatisch, dass jede prognostisch wirksame Herzinsuffizienztherapie dauerhaft entfällt. Die Wiederaufnahme benötigt einen Kontrollplan und gehört zur zuständigen Organbehandlung.

Abbildung: Die Medikamentenliste wird wie ein Befund gelesen: zuerst der zeitliche Zusammenhang, dann die Kombination, zuletzt die Frage nach der Wiederaufnahme. Quelle: eigene Darstellung.
Freie Antwort
Die neue Kombination
Aufgabe
Ein Patient nimmt seit Monaten Ramipril und Spironolacton. Seit drei Tagen erhält er Trimethoprim; wegen Übelkeit trinkt er wenig. Kalium liegt jetzt bei 6,3 mmol/l. Benenne drei plausible Beiträge und die unmittelbare Sicherheitsebene.
Die Tabelle fasst die vorgegebenen Angaben zusammen.
| Angabe | Vorgabe |
|---|---|
| Dauermedikation | Ramipril und Spironolacton seit Monaten |
| Neu seit drei Tagen | Trimethoprim |
| Aktuelle Aufnahme | Wenig Flüssigkeit wegen Übelkeit |
| Kalium | 6,3 mmol/l |
Wie Refeeding entsteht
Bei längerem Nahrungsmangel werden körpereigene Reserven verbraucht. Kalium, Magnesium und Phosphat können insgesamt fehlen, während die Serumwerte anfangs noch normal sind. Mit neuer Energiezufuhr, besonders Kohlenhydraten, steigt Insulin. Elektrolyte wandern in Zellen und werden für den Stoffwechsel gebraucht. Zugleich wächst der Bedarf an Thiamin (Vitamin B₁); Natrium- und Wasserretention können hinzukommen.
Das Refeeding-Syndrom ist eine klinisch relevante Entgleisung nach Wiederbeginn oder deutlicher Steigerung der Ernährung. Phosphatabfall ist ein wichtiger Hinweis, aber nicht der einzige: niedrige K-/Mg-Werte, Ödeme, Herzinsuffizienz, Rhythmusstörungen, Schwäche, Atemprobleme und neurologische Veränderungen gehören dazu. Es kann bei oraler, enteraler oder parenteraler Ernährung auftreten; auch glukosehaltige Infusionen liefern Energie.

Abbildung: Der Insulinanstieg verändert die Verteilung bei bereits verminderten Speichern; er erzeugt nicht schlagartig einen Gesamtverlust. Die drei unteren Äste zeigen mögliche Folgen, keine zwangsläufige Abfolge. Quelle: eigene Darstellung.
Zeitlich liegt das Risiko vor allem in den ersten Tagen. Die ASPEN-Konsensusempfehlung von 2020 spricht von Refeeding-Syndrom, wenn Phosphat, Kalium und/oder Magnesium innerhalb von fünf Tagen nach Beginn oder deutlicher Steigerung der Energiezufuhr abfallen, und stuft den Schweregrad nach dem Ausmaß des Abfalls ein.
Die Einteilung bezieht sich auf den Abfall gegenüber dem Ausgangswert.
| Schweregrad | Abfall von Phosphat, K oder Mg | Zusatzkriterium |
|---|---|---|
| Leicht | 10–20 % | – |
| Mittelgradig | 20–30 % | – |
| Schwer | > 30 % | oder Organdysfunktion durch den Abfall oder durch Thiaminmangel |

Abbildung: Ein normaler Wert am Tag null sagt nichts über die Speicher. Die Kurven sind schematisch und zeigen keine Messwerte. Quelle: eigene Darstellung.
Das Risiko vor der ersten Mahlzeit einschätzen
Erfrage tatsächliche Nahrungsaufnahme und Dauer, unbeabsichtigten Gewichtsverlust, Alkohol, Malabsorption und vorausgegangene Behandlung. Eine Person mit BMI unter 16 kg/m², ungewolltem Gewichtsverlust über 15 % innerhalb von 3–6 Monaten, mehr als zehn Tagen nahezu fehlender Aufnahme oder bereits niedrigen K-, Mg- oder Phosphatwerten ist besonders gefährdet. Hohes Risiko besteht auch bei mindestens zwei der folgenden Faktoren: BMI unter 18,5 kg/m², ungewollter Gewichtsverlust über 10 % in 3–6 Monaten, nahezu fehlende Aufnahme über mehr als fünf Tage oder Alkoholmissbrauch beziehungsweise Einnahme von Insulin, Chemotherapie, Antazida oder Diuretika. Ein normales Gewicht schließt Risiko nach erheblichem Verlust nicht aus.
Vor Beginn werden K, Mg, Phosphat, Glukose und Nierenfunktion bestimmt sowie Volumenstatus und Gewicht erfasst. Gib bei Risikopersonen Thiamin vor dem geplanten Ernährungsbeginn und während der ersten zehn Tage; ein verbreiteter oraler Bereich ist 200–300 mg täglich. Bei vermuteter Wernicke-Enzephalopathie oder fehlender oraler Aufnahme ist ein gesondertes parenterales Behandlungsschema nötig. Eine lebensrettende Glukosegabe bei Hypoglykämie darf nicht verzögert werden.
Die Ernährung wird mit einem erfahrenen Ernährungsteam kontrolliert begonnen. Ein konservatives Rechenbeispiel bei hohem Risiko ist 10 kcal/kg/Tag, anschließend schrittweise Steigerung, wenn Klinik und Laborkontrollen es erlauben. Bei extremem Risiko kann ein noch niedrigerer Einstieg nötig sein. NICE nennt als extrem hohes Risiko einen BMI unter 14 kg/m² oder mehr als 15 Tage vernachlässigbare Aufnahme; dann wird mit 5 kcal/kg/Tag begonnen und der Herzrhythmus fortlaufend überwacht. Das ist kein dauerhaft ausreichender Energiebedarf. Protokolle unterscheiden sich; ihre Startmengen dürfen nicht ohne Einschätzung von Risiko und Verlauf übernommen werden. Worcestershire Acute Hospitals, Ernährung und Refeeding
Die Thiamingabe und ihre Ausnahmen gehören zum geplanten Ernährungsbeginn.
| Situation | Vorgehen | Zeitbezug oder Grenze |
|---|---|---|
| Refeeding-Risiko | Thiamin oral: verbreitet 200–300 mg täglich | Vor Beginn und während der ersten 10 Tage |
| Verdacht auf Wernicke-Enzephalopathie oder keine orale Aufnahme | Gesondertes parenterales Behandlungsschema | Gesondertes Behandlungsschema nötig |
| Hypoglykämie | Lebensrettende Glukose geben | Glukosegabe nicht verzögern |

Abbildung: Die zwei Risikowege laufen vor Thiamingabe und kontrolliertem Ernährungsbeginn zusammen; die Startmenge richtet sich nach der Risikostufe. Quelle: eigene Darstellung.
Kontrollen gehören zur Ernährung
Elektrolyte werden bedarfsgerecht neben dem vorsichtigen Ernährungsbeginn ersetzt; eine pauschale mehrtägige Nahrungskarenz bis zur vollständigen Normalisierung ist keine allgemeine Regel. Lebensbedrohliche Defizite verlangen jedoch zuerst beziehungsweise gleichzeitig intensive Stabilisierung und eine neu abgestimmte Zufuhr. Die Nierenfunktion begrenzt mögliche Ersatzmengen.
Kontrolliere anfangs mindestens täglich Phosphat, Magnesium und Kalium sowie Glukose und Nierenfunktion; bei ausgeprägter Störung oder intravenöser Korrektur häufiger. Verfolge Bilanz, Gewicht, Ödeme, Puls, Blutdruck, Atmung und neurologische Veränderungen. Bei Verschlechterung wird die Steigerung gestoppt beziehungsweise die Zufuhr individuell reduziert und die Komplikation behandelt. Ein stabiler Wert am Tag null verhindert keinen Abfall am Tag zwei.
Für den Ersatz nennt NICE einen wahrscheinlichen Tagesbedarf als Orientierung, sofern die Ausgangswerte nicht erhöht sind; Nierenfunktion und tägliche Werte bestimmen die tatsächliche Dosis.
| Elektrolyt | Wahrscheinlicher Bedarf | Hinweis |
|---|---|---|
| Kalium | 2–4 mmol/kg/Tag | oral, enteral oder i.v.; i.v.-Laufrate begrenzen |
| Phosphat | 0,3–0,6 mmol/kg/Tag | bei eingeschränkter Nierenfunktion reduzieren |
| Magnesium | 0,2 mmol/kg/Tag i.v. oder 0,4 mmol/kg/Tag oral | oral kann Durchfall auslösen |
Ausgearbeitetes Beispiel
Bei 50 kg Körpergewicht und einem gewählten Start von 10 kcal/kg/Tag ergeben sich 500 kcal am ersten Tag. Dazu zählen alle Energiequellen. Aus dieser Rechnung folgt weder eine feste Flüssigkeitsmenge noch eine automatische Elektrolytdosis. Der tägliche Verlauf steuert die Steigerung und Ergänzung. Als Ziel nennt NICE für die meisten Erwachsenen 25–35 kcal/kg/Tag, bei 50 kg also 1250–1750 kcal; bei hohem Risiko wird es schrittweise, typischerweise bis Tag 4–7, erreicht.

Abbildung: Start- und Zielwerte sind feste Zahlen; die gepunkteten Zwischenstufen sind schematisch und werden täglich nach dem Verlauf festgelegt. Quelle: eigene Darstellung.

Abbildung: Die Energierechnung ersetzt weder die Bilanz noch die tägliche Kontrolle der Elektrolyte. Quelle: eigene Darstellung.
Freie Antwort
Den Ernährungsstart planen
Aufgabe
Ein 60 kg schwerer Patient hat nach längerem Nahrungsmangel ein hohes Refeeding-Risiko. Das Team wählt 10 kcal/kg/Tag als Start. Berechne die Energie und nenne drei Sicherheitsmaßnahmen, die unabhängig von der Rechnung nötig sind.
Die Tabelle fasst die vorgegebenen Angaben zusammen.
| Angabe | Vorgabe |
|---|---|
| Körpergewicht | 60 kg |
| Vorgeschichte | Längerer Nahrungsmangel |
| Risikoangabe | Hohes Refeeding-Risiko |
| Gewählter Start | 10 kcal/kg/Tag |

Abbildung: Dünnlumige nasogastrale Ernährungssonde mit Führungsdraht. Quelle: AlexNB (Wikipedia-Nutzer), gemeinfrei (Public Domain), verkleinert.
In der App sprechen üben →Freie Antwort
Normal am Anfang
Aufgabe
Nach zwölf Tagen sehr geringer Aufnahme sind K, Mg und Phosphat am Tag null noch normal. Warum wäre sofortige volle Ernährung ohne Kontrollen trotzdem riskant?
Die Tabelle fasst die vorgegebenen Angaben zusammen.
| Angabe | Vorgabe |
|---|---|
| Nahrungsaufnahme | Seit zwölf Tagen sehr gering |
| Kalium am Tag null | Normal |
| Magnesium am Tag null | Normal |
| Phosphat am Tag null | Normal |
Gemeinsam entscheiden
Lernziel: Du kannst Befund, Therapie, Kontrolle und verständliche Erklärung verbinden.
Vom Laborwert zum kurzen Plan
Eine gute Übergabe enthält vier Dinge: das aktuelle Problem mit Zeitpunkt und Schwere, die wahrscheinlich beitragenden Ursachen, bereits tatsächlich durchgeführte Maßnahmen und den nächsten konkreten Kontroll- beziehungsweise Eskalationsschritt. Vermutungen kennzeichnest du als solche. Ein Plan darf nicht nachträglich wie ein beobachteter Erfolg klingen.
Ausgearbeitetes Beispiel
„Ich stelle Herrn M., 68 Jahre, mit Kalium 6,9 mmol/l bei AKI und Oligurie vor. Im EKG besteht eine neu aufgetretene QRS-Verbreiterung; Kaliumpräparat und Spironolacton sind mögliche Mitursachen. Er wird überwacht, die Kaliumzufuhr wurde beendet und die Akutbehandlung ist eingeleitet; ein Erfolg ist noch nicht dokumentiert. Ich benötige die aktuelle EKG- und Kaliumkontrolle sowie die nephrologische Entscheidung zur Entfernung. Nach Insulin läuft zusätzlich die zeitgebundene Glukosekontrolle.“
Eine bedingte Prognose lautet: „Wenn die Ausscheidung wieder zunimmt und die Ursache behoben wird, kann sich der Kaliumhaushalt stabilisieren. Bis dahin sind Wiederanstieg und Behandlungskomplikationen möglich; wir beurteilen dies anhand von Kalium, Glukose, EKG und Nierenverlauf.“ Damit versprichst du keinen bereits sicheren Ausgang.

Abbildung: Begonnene Akutbehandlung ist noch kein nachgewiesener Erfolg; die nächste Kontrolle wird ausdrücklich genannt. Quelle: eigene Darstellung.
Die Wortwahl zeigt, wie sicher eine Aussage ist.
| Inhalt | Passende Formulierung | Irreführend |
|---|---|---|
| Gesicherter Befund | „Kalium 6,9 mmol/l, gemessen um …“ | „Kalium ist hoch.“ |
| Vermutete Ursache | „mögliche Mitursache“, „spricht für“ | „Ursache ist Spironolacton.“ |
| Nur verordnet | „verordnet, noch nicht begonnen“ | „läuft“ |
| Gegeben, Wirkung offen | „gegeben um …, Kontrolle steht aus“ | „ist behandelt“ |
| Prognose | „Wenn …, kann …“ | „wird wieder gut“ |
Den Eskalationsschritt übergibst du als konkrete Wenn-dann-Angabe. Treten neue oder breitere EKG-Veränderungen auf, folgt sofort eine ärztliche Neubewertung und gegebenenfalls eine erneute Kalziumgabe, weil deren Schutz nur etwa 30–60 Minuten anhält. Liegt Kalium zwei Stunden nach Insulin-Glukose nicht unter 6,0 mmol/l, wird eine weitere Gabe erwogen und die nephrologische Entscheidung beschleunigt. Eine Glukose unter 4,0 mmol/l wird sofort behandelt. Bleibt die Urinmenge gering oder steigt Kalium erneut, entscheidet das nephrologische oder intensivmedizinische Team zeitnah über eine Dialyse. UKKA, Hyperkaliämie-Leitlinie 2023

Abbildung: Eine gute Übergabe sagt nicht nur, was kontrolliert wird, sondern auch, ab welchem Befund jemand sofort handelt. Quelle: eigene Darstellung.
Freie Antwort
Eine Übergabe vervollständigen
Aufgabe
Eine Patientin mit Durchfall hat Kalium 2,6 mmol/l und Magnesium 0,42 mmol/l. Sie ist kreislaufstabil, das EKG zeigt abgeflachte T-Wellen. Kaliumersatz wurde verordnet, aber noch nicht begonnen. Vervollständige die Übergabe um Ursache, Sicherheitsplan und eine ehrliche Aussage zum bisherigen Verlauf.
Die Tabelle fasst die vorgegebenen Angaben zusammen.
| Angabe | Vorgabe |
|---|---|
| Beschwerden | Durchfall |
| Kalium | 2,6 mmol/l |
| Magnesium | 0,42 mmol/l |
| Kreislauf | Stabil |
| EKG | Abgeflachte T-Wellen |
| Kaliumersatz | Verordnet, noch nicht begonnen |

Abbildung: Beispiel abgeflachter T-Wellen, wie sie in der Übergabe genannt werden. Zu dieser Aufnahme sind keine Kalium- oder Magnesiumwerte bekannt. Quelle: [PTB-XL 1.0.3, Datensatz 743], Wagner et al., [CC BY 4.0]. Unveränderte Kurvenwerte, von medeKI neu gezeichnet.
In der App sprechen üben →Dem Patienten erklären, was als Nächstes geschieht
Nutze eine kurze verständliche Ursache-Wirkung-Erklärung, benenne den nächsten Schritt und frage nach Verständnis. Bei Müdigkeit oder Angst ist eine lange Aufzählung aller Laborwerte wenig hilfreich. Die Erklärung muss zu dem passen, was bereits bekannt ist.
Ausgearbeitetes Beispiel
„Ihr Kaliumwert ist deutlich erhöht. Kalium beeinflusst die elektrischen Signale des Herzens. Wir überwachen deshalb Ihren Herzrhythmus und geben Medikamente, die das Herz schützen und den Wert zunächst senken. Zusätzlich müssen wir dafür sorgen, dass überschüssiges Kalium den Körper verlässt. Weil ein Teil der Behandlung den Blutzucker senken kann, messen wir auch diesen mehrfach. Können Sie mir sagen, warum die Überwachung trotz einer ersten Verbesserung weitergeht?“

Abbildung: Die drei Behandlungsziele werden in Alltagssprache erklärt; erst die Rückfrage zeigt, ob die Erklärung angekommen ist. Quelle: eigene Darstellung.
Fachliche Schritte lassen sich ohne Fachwort erklären.
| Fachlich | Verständlich gesagt |
|---|---|
| Hyperkaliämie | „Ihr Kaliumwert ist deutlich erhöht.“ |
| Kalzium i.v. zur Membranstabilisierung | „Ein Medikament schützt das Herz; den Wert senkt es nicht.“ |
| Insulin-Glukose, Salbutamol | „Andere Medikamente senken den Wert für einige Stunden.“ |
| Diuretikum, Kaliumbinder, Dialyse | „Das überschüssige Kalium muss über Niere, Darm oder Blutwäsche hinaus.“ |
| Hypoglykämierisiko nach Insulin | „Wir messen den Blutzucker mehrmals.“ |
| Rebound | „Der Wert kann wieder steigen; deshalb kontrollieren wir weiter.“ |
Freie Antwort
Die Erklärung anpassen
Aufgabe
Eine Patientin mit Magnesiummangel fragt: „Warum bekomme ich noch Magnesium, obwohl mein Kalium schon fast normal ist?“ Formuliere drei verständliche Sätze und eine Rückfrage zum Verständnis.
Die Tabelle fasst die vorgegebenen Angaben zusammen.
| Angabe | Vorgabe |
|---|---|
| Magnesium | Mangel |
| Kalium | Schon fast normal |
| Aktuelle Behandlung | Weitere Magnesiumgabe |
| Patientinnenfrage | Warum noch Magnesium? |
Eine Infusion sicher übergeben
Bei Elektrolytkonzentraten ist eine vollständige Verordnung Teil der Behandlung: Wirkstoff und elementare Menge, Präparatkonzentration, Verdünnung/Endvolumen, Weg, Pumpenrate, Dauer und Kontrollplan. Prüfe Identität, Indikation, aktuellen Laborzeitpunkt, Nierenfunktion, Zugang und Kompatibilität. Erkläre dem Patienten die Maßnahme; kontrolliere unter der Gabe Einstichstelle und Beschwerden. Nach örtlicher Regel erfolgt eine zweite Prüfung besonders riskanter Berechnungen.
Die folgende Übung wird am Rechenblatt oder mit einem geeigneten Trainingssystem durchgeführt. Sie ist keine Aufforderung zur selbstständigen praktischen Medikamentengabe und belegt keine praktische Handlungskompetenz.
Eine sichere Übergabe verbindet die vollständige Verordnung mit der Prüfung vor und während der Infusion.
| Bereich | Erforderliche Angaben oder Prüfung |
|---|---|
| Verordnung | Wirkstoff, elementare Menge, Präparatkonzentration, Verdünnung und Endvolumen |
| Verabreichung | Weg, Pumpenrate, Dauer und Kontrollplan |
| Vor der Gabe | Identität, Indikation, Laborzeitpunkt, Nierenfunktion, Zugang und Kompatibilität |
| Begleitung und Gegenprüfung | Patienteninformation; Einstichstelle und Beschwerden unter der Gabe; zweite Prüfung riskanter Berechnungen nach örtlicher Regel |
Bei der Zweitprüfung rechnet eine zweite Person unabhängig aus Verordnung und Präparatangabe, ohne das erste Ergebnis zu kennen; erst danach werden beide Ergebnisse verglichen. Beispiel: 20 mmol Natriumglycerophosphat (1 mmol Phosphat und 2 mmol Natrium pro ml) in 250 ml Glukose 5 % über zwölf Stunden ergeben 20 ml Konzentrat, 270 ml Endvolumen, 22,5 ml/h und etwa 1,7 mmol Phosphat pro Stunde; zugleich erhält der Patient 40 mmol Natrium. Weichen die Ergebnisse ab, wird die Infusion nicht gestartet, sondern mit der verordnenden Person geklärt.
Gleiche Milliliter bedeuten bei Konzentraten sehr unterschiedliche Mengen.
| Konzentrat | Gehalt pro ml | Unter der Gabe beachten |
|---|---|---|
| Kaliumchlorid 7,45 % | 1 mmol Kalium | Nie unverdünnt; Venenschmerz, Rhythmus |
| Kalziumglukonat 10 % | etwa 0,225 mmol Kalzium | Paravasat; zu rasch: Bradykardie |
| Kalziumchlorid 10 % | etwa 0,68 mmol Kalzium | Dreimal mehr pro ml; stärker gewebeschädigend |
| Magnesiumsulfat 10 % / 50 % | etwa 0,4 / 2 mmol Magnesium | Prozentangabe prüfen; Reflexe, Atmung, Blutdruck |
| Natriumglycerophosphat | 1 mmol Phosphat + 2 mmol Natrium | Nicht mit Kalzium mischen; Natrium mitzählen |

Abbildung: Die zweite Person rechnet selbst, statt das erste Ergebnis nur abzuhaken; das zugesetzte Konzentrat zählt zum Endvolumen. Quelle: eigene Darstellung.
Freie Antwort
Den fehlenden Teil erkennen
Aufgabe
Auf dem Übergabeblatt steht nur: „Kalium 20, läuft mit 100.“ Liste die fehlenden Informationen auf und formuliere eine eindeutige Beispielverordnung für 20 mmol in 500 ml Endvolumen über fünf Stunden, nachdem Indikation, Nierenfunktion und Volumenverträglichkeit geprüft wurden.
Die Tabelle fasst die vorgegebenen Angaben zusammen.
| Angabe | Vorgabe |
|---|---|
| Angabe auf dem Blatt | „Kalium 20, läuft mit 100.“ |
| Menge für die Beispielverordnung | 20 mmol |
| Endvolumen | 500 ml |
| Dauer | Fünf Stunden |
| Voraussetzungen | Indikation, Nierenfunktion und Volumenverträglichkeit geprüft |

Abbildung: Display einer Spritzenpumpe während einer laufenden Medikamentengabe; die Vergrößerung rechts oben stammt aus dem Originalfoto. Quelle: Stefan Bellini, CC0 1.0, verkleinert.
In der App sprechen üben →Freie Antwort
Mehrere Störungen nach Ernährungsbeginn
Aufgabe
Ein 52-jähriger Mann hatte zwei Wochen lang kaum gegessen. Am zweiten Tag nach deutlicher Ernährungssteigerung treten Ödeme und Muskelschwäche auf. Phosphat fällt von 0,85 auf 0,24 mmol/l, Kalium von 3,7 auf 2,8 mmol/l, Magnesium beträgt 0,44 mmol/l. Die Urinmenge nimmt ab. Stelle den Befund vor und begründe Akutplan, Ursachenbehandlung und Kontrollen.
Die Tabelle fasst die vorgegebenen Angaben zusammen.
| Angabe | Vorgabe |
|---|---|
| Patient | 52-jähriger Mann |
| Vorgeschichte | Zwei Wochen kaum gegessen |
| Zeitpunkt | Zweiter Tag nach deutlicher Ernährungssteigerung |
| Beschwerden | Ödeme und Muskelschwäche |
| Phosphat | 0,85 → 0,24 mmol/l |
| Kalium | 3,7 → 2,8 mmol/l |
| Magnesium | 0,44 mmol/l |
| Urinmenge | Nimmt ab |

Abbildung: Ausgeprägte Schwellung von Unterschenkel und Fuß (Bild aus einem anderen klinischen Zusammenhang). Quelle: Wang K-F, Pan H-M, Lou H-Z, Shen L-R, Zhu X-Y. BMC Cancer 2011;11:204, doi:10.1186/1471-2407-11-204, CC BY 2.0, nach WebP umgewandelt.
In der App sprechen üben →Freie Antwort
Ein kurzer Bericht mit bedingter Prognose
Aufgabe
Eine 74-jährige Patientin wird wegen Verwirrtheit und Durst aufgenommen. Gesamt-Kalzium 3,6 mmol/l, Albumin 40 g/l, Kreatinin gegenüber der Vorwoche deutlich erhöht, PTH supprimiert. Ein Malignom ist nicht bekannt. Bisher wurde nur ein EKG geschrieben; die Behandlung wird geplant. Schreibe einen kurzen Bericht: Befund → Verdachtsursachen → Plan → bedingte Prognose.
Die Tabelle fasst die vorgegebenen Angaben zusammen.
| Angabe | Vorgabe |
|---|---|
| Patientin | 74 Jahre |
| Beschwerden | Verwirrtheit und Durst |
| Gesamt-Kalzium | 3,6 mmol/l |
| Albumin | 40 g/l |
| Kreatinin | Deutlich höher als in der Vorwoche |
| PTH | Supprimiert |
| Malignom | Nicht bekannt |
| Bisher erfolgt | Nur EKG; Behandlung wird geplant |
Wiederholung und Transfer
Lernziel: Du kannst die gelernten Zusammenhänge in neuen Situationen anwenden.
Freie Antwort
Die folgenden Aufgaben greifen bereits erklärte Zusammenhänge auf. Bearbeite sie ohne Blick auf die jeweilige Lösung. Sie bilden einen zusätzlichen Übungspool; daraus folgt kein automatischer Wiederholungszeitplan.
Ein Blutwert nach Insulin
Aufgabe
Kalium sinkt nach Insulingabe von 5,2 auf 3,6 mmol/l. Die Person hat vorher viel Urin verloren. Welche zwei Aussagen über den Gesamtbestand bleiben möglich, und welche Messung ist für die weitere Sicherheit nötig?
Die Tabelle fasst die vorgegebenen Angaben zusammen.
| Angabe | Vorgabe |
|---|---|
| Kalium vor Insulin | 5,2 mmol/l |
| Kalium nach Insulin | 3,6 mmol/l |
| Vorheriger Verlauf | Viel Urin verloren |
Freie Antwort
Eine kleine Einheit mit großer Bedeutung
Aufgabe
Ein Infusionsplan nennt 10 mmol/h. Eine Kollegin liest daraus 10 mmol/l. Erkläre den Unterschied anhand einer Infusion mit 40 mmol/l bei 250 ml/h.
Die Tabelle fasst die vorgegebenen Angaben zusammen.
| Angabe | Vorgabe |
|---|---|
| Angabe im Infusionsplan | 10 mmol/h |
| Lesart der Kollegin | 10 mmol/l |
| Konzentration im Beispiel | 40 mmol/l |
| Pumpenrate im Beispiel | 250 ml/h |

Abbildung: Eingabemaske einer Infusionspumpe mit getrennten Feldern für Konzentration, Dosis und Rate. Quelle: Navy Medicine (U.S. Navy), gemeinfrei (Werk der US-Bundesregierung),.jpg; verkleinert.
In der App sprechen üben →Multiple Choice
Nach scheinbar erfolgreicher Senkung
Aufgabe
Nach Insulin-Glukose ist Kalium normal, der Patient bleibt anurisch. Welche Aussage ist richtig?
Die Tabelle fasst die vorgegebenen Angaben zusammen.
| Angabe | Vorgabe |
|---|---|
| Bisherige Maßnahme | Insulin-Glukose |
| Kalium danach | Normal |
| Ausscheidung | Weiterhin anurisch |
- a)Die normale Konzentration beweist, dass genügend Kalium entfernt wurde.
- b)Insulin kann beendet und jede Glukosekontrolle sofort gestrichen werden.
- c)Rebound und Hypoglykämie bleiben zu beachten; definitive Entfernung muss gesichert sein.
Freie Antwort
Albumin verändert die Geschichte
Aufgabe
Gesamt-Kalzium ist niedrig, ionisiertes Kalzium bei zuverlässig gewonnener Probe normal. Die Patientin hat eine ausgeprägte Hypoalbuminämie und keine passenden Beschwerden. Erkläre, warum eine automatische i.v.-Kalziumgabe nicht aus diesem Gesamtwert folgt.
Die Tabelle fasst die vorgegebenen Angaben zusammen.
| Angabe | Vorgabe |
|---|---|
| Gesamt-Kalzium | Niedrig |
| Ionisiertes Kalzium | Normal |
| Probe | Zuverlässig gewonnen |
| Albumin | Ausgeprägte Hypoalbuminämie |
| Beschwerden | Keine passenden Beschwerden |
Freie Antwort
Zwei Mängel, eine Verbindung
Aufgabe
Kalium und Kalzium lassen sich trotz erster Ersatzgaben schlecht stabilisieren. Welcher zusätzliche Elektrolyt ist besonders wichtig, und welche zwei Mechanismen erklären das?
Die Tabelle fasst die vorgegebenen Angaben zusammen.
| Angabe | Vorgabe |
|---|---|
| Betroffene Werte | Kalium und Kalzium |
| Bisherige Behandlung | Erste Ersatzgaben |
| Verlauf | Beide Werte lassen sich schlecht stabilisieren |
Freie Antwort
Phosphat bei CKD
Aufgabe
Bei CKD ist Phosphat bei mehreren Messungen erhöht. Weshalb reicht ein isolierter Blick auf den heutigen Phosphatwert für die Langzeitentscheidung nicht?
Die Tabelle fasst die vorgegebenen Angaben zusammen.
| Angabe | Vorgabe |
|---|---|
| Erkrankung | CKD |
| Phosphat | Bei mehreren Messungen erhöht |
| Entscheidung | Langzeitentscheidung |
Freie Antwort
Eine zusätzliche Energiequelle
Aufgabe
Ein unterernährter Patient erhält bereits glukosehaltige Infusionen, bevor die Sondennahrung beginnt. Warum ist das für den Refeeding-Plan relevant?
Die Tabelle fasst die vorgegebenen Angaben zusammen.
| Angabe | Vorgabe |
|---|---|
| Ernährungszustand | Unterernährt |
| Bereits verabreicht | Glukosehaltige Infusionen |
| Sondennahrung | Beginnt erst danach |

Abbildung: Gabe über eine Magensonde mit einer Spritze in einer Übungssituation. Quelle: British Columbia Institute of Technology (BCIT), Clinical Procedures for Safer Patient Care, CC BY 4.0, verkleinert.
In der App sprechen üben →Freie Antwort
Eine schwere Nebenwirkung erkennen
Aufgabe
Nach Magnesiumgabe entwickeln sich bei einem Patienten mit AKI Hypotonie und abgeschwächte Reflexe. Begründe deine sofortige Reaktion.
Die Tabelle fasst die vorgegebenen Angaben zusammen.
| Angabe | Vorgabe |
|---|---|
| Nierenkontext | AKI |
| Vorausgegangene Maßnahme | Magnesiumgabe |
| Kreislaufbefund | Hypotonie |
| Reflexbefund | Abgeschwächte Reflexe |

Abbildung: Prüfung des Patellarsehnenreflexes, historische Lehrabbildung. Quelle: Wellcome Collection, CC BY 4.0, Bildunterschrift entfernt.
In der App sprechen üben →EKG-Übungspool
Lernziel: Du kannst reale Repolarisationsbefunde beschreiben und Messgrenzen erklären.
So bearbeitest du den Pool
Die fünf Aufgaben ergänzen das erklärte EKG aus E04-U02-S05. Zuerst kommen drei QT-/Repolarisationsfälle, danach zwei ST/T-Fälle mit Messgrenzen. Für jede Kurve formulierst du zunächst den kurzen vollständigen Befund nach derselben Reihenfolge. Anschließend beantwortest du die konkrete Frage. Die Lösung enthält gerundete visuelle Näherungen; wenige Millisekunden Abweichung sind bei einem unscharfen T-Ende kein sinnvolles Bestehensmerkmal.
Die Bilder zeigen zwölf Ableitungen bei 25 mm/s und 10 mm/mV. Die vier Spalten enthalten aufeinanderfolgende Zeitabschnitte von je 2,5 Sekunden; die untere Ableitung II läuft über zehn Sekunden. Komplexe in verschiedenen Spalten sind deshalb nicht derselbe Herzschlag. Für QT und RR wählst du passende, gut erkennbare Schläge; ein zufällig herausgegriffener kurzer oder langer RR-Abstand verfälscht die Einordnung.

Abbildung: Die Spalten laufen zeitlich nacheinander; nur der untere Streifen zeigt alle zehn Sekunden derselben Ableitung. Quelle: eigene Darstellung.
Zur Fridericia-Formel kommt hier ein Vergleich hinzu: QTcB nach Bazett = QT/√RR, ebenfalls in Sekunden. √RR ist die Quadratwurzel. Bei QT 0,36 s und RR 0,64 s ergibt sich 0,36/0,80 = 0,45 s. Bei Tachykardie korrigiert Bazett häufig stärker nach oben als Fridericia. Deshalb nennst du die Formel und prüfst die Kurve, statt einen Maschinenwert ungeprüft zu übernehmen.
Dieselbe gemessene QT von 0,36 s ergibt je nach Frequenz und Formel unterschiedliche QTc-Werte (gerundet):
| Frequenz (RR) | QTcB (Bazett) | QTcF (Fridericia) |
|---|---|---|
| 50/min (1,20 s) | 329 ms | 339 ms |
| 60/min (1,00 s) | 360 ms | 360 ms |
| 80/min (0,75 s) | 416 ms | 396 ms |
| 94/min (0,64 s) | 450 ms | 418 ms |
| 120/min (0,50 s) | 509 ms | 454 ms |

Abbildung: Dieselbe gemessene QT ergibt je nach Formel einen anderen QTc-Wert; deshalb gehört die Formel in den Befund. Quelle: eigene Darstellung.
Fehlen konstante P-Wellen bei völlig unregelmäßigen RR-Abständen, passt das zu Vorhofflimmern; ein PQ-Intervall lässt sich dann nicht zuverlässig bestimmen. In solchen Ausschnitten ist die QT-Beurteilung aufwendiger und braucht mehrere geeignete Schläge sowie erfahrene Beurteilung. Eine driftende Grundlinie oder sehr flache T-Wellen können eine verlässliche Messung zusätzlich verhindern. Das Benennen dieser Grenze ist eine richtige Befundentscheidung.
Für keinen der sechs hier verwendeten realen Datensätze liegen verifizierte K-/Ca-/Mg-Laborwerte vor. Du sollst daher weder eine Elektrolytursache noch eine Digitalisintoxikation aus dem Bild allein behaupten. Die Therapieentscheidungen der vorangegangenen Einheiten beruhen auf Klinik, Labor und Verlauf zusammen.

Abbildung: Eine Messgrenze und eine unbelegte Ursachenzuordnung werden ausdrücklich getrennt benannt. Quelle: eigene Darstellung.
Freie Antwort
Eine Formel verändert den Zahlenwert
Aufgabe
Befunde die Kurve zuerst systematisch. Vergleiche dann für einen gerundeten Messpunkt QT 0,37 s und RR 0,57 s die Formeln: √0,57 ≈ 0,755; ∛0,57 ≈ 0,829. Welche QTc-Werte entstehen? Welche Aussage zur Sicherheit und Ursache wäre zu weitgehend?
Die Tabelle fasst die vorgegebenen Angaben zusammen.
| Angabe | Vorgabe |
|---|---|
| QT, vorgegebener Rechenwert | 0,37 s |
| RR, vorgegebener Rechenwert | 0,57 s |
| Quadratwurzel | √0,57 ≈ 0,755 |
| Dritte Wurzel | ∛0,57 ≈ 0,829 |

Quelle: PTB-XL 1.0.3, Datensatz 5994, Wagner et al., CC BY 4.0. Unveränderte Kurvenwerte, von medeKI neu gezeichnet. Auswahlhilfe: PTB-XL+ 1.0.1, maschinelle GE-12SL-Angabe.
In der App sprechen üben →Freie Antwort
QT und Frequenz gemeinsam beurteilen
Aufgabe
Formuliere den vollständigen Kurzbefund. Suche ein gut erkennbares T-Ende in V4 oder V5. Passt die lange Repolarisation ausschließlich zu einer langsamen Frequenz? Nenne drei klinische Informationen, die du zur Einordnung zusätzlich brauchst.
Die Tabelle fasst die vorgegebenen Angaben zusammen.
| Angabe | Vorgabe |
|---|---|
| Aufzeichnung | Zwölfkanal-EKG mit Rhythmusstreifen II |
| Kalibrierung | 25 mm/s und 10 mm/mV |
| Genannter Messbereich | V4 oder V5 |

Quelle: PhysioNet/CinC Challenge 2021, Version 1.0.3, Chapman-Shaoxing, Datensatz JS03961; Reyna et al. und Zheng et al., CC BY 4.0. Unveränderte Kurvenwerte, von medeKI neu gezeichnet.
In der App sprechen üben →Freie Antwort
Auch eine negative T-Welle hat ein Ende
Aufgabe
Befunde das EKG. Woran orientierst du das QT-Ende in V4/V5? Formuliere anschließend eine kurze ärztliche Übergabe, die den auffälligen Befund, eine erforderliche Risikoprüfung und die Grenze der Ursachenzuordnung enthält.
Die Tabelle fasst die vorgegebenen Angaben zusammen.
| Angabe | Vorgabe |
|---|---|
| Aufzeichnung | Zwölfkanal-EKG mit Rhythmusstreifen II |
| Kalibrierung | 25 mm/s und 10 mm/mV |
| Genannter Messbereich | V4/V5 |

Quelle: PhysioNet/CinC Challenge 2021, Version 1.0.3, Chapman-Shaoxing, Datensatz JS04862; Reyna et al. und Zheng et al., CC BY 4.0. Unveränderte Kurvenwerte, von medeKI neu gezeichnet.
In der App sprechen üben →Freie Antwort
Ein Muster ist kein Medikamentenspiegel
Aufgabe
Befunde die Kurve einschließlich ihrer technischen Grenzen. In der Datenbank wurde sie unter „Digitaliswirkung“ gefunden. Eine Kollegin schließt daraus: „Damit ist eine Digitalisintoxikation bewiesen; Kalium brauchen wir nicht zu messen.“ Formuliere eine fachliche Korrektur und deinen nächsten Abklärungsschritt.
Die Tabelle fasst die vorgegebenen Angaben zusammen.
| Angabe | Vorgabe |
|---|---|
| Aufzeichnung | Zwölfkanal-EKG |
| Suchetikett in der Datenbank | „Digitaliswirkung“ |
| Zu prüfende Aussage | „Damit ist eine Digitalisintoxikation bewiesen; Kalium brauchen wir nicht zu messen.“ |

Quelle: PTB-XL 1.0.3, Datensatz 19926, Wagner et al., CC BY 4.0. Unveränderte Kurvenwerte, von medeKI neu gezeichnet.
In der App sprechen üben →Freie Antwort
Die richtige Grenze einer Messung
Aufgabe
Befunde Rhythmus, Frequenz, Achse, PQ/QRS und ST/T. Beurteile besonders den langen II-Streifen und die Grundlinie in V4. Weshalb wäre „QTc 487 ms“ aus einem einzigen zufällig gewählten Schlag hier eine unzureichende Zusammenfassung? Beschreibe, wie du zu einem besseren Befund kommst.
Die Tabelle fasst die vorgegebenen Angaben zusammen.
| Angabe | Vorgabe |
|---|---|
| Genannte Bildbereiche | Langer II-Streifen und Grundlinie in V4 |
| Diskussionswert | „QTc 487 ms“ |
| Auswahl des Schlags | Ein einziger zufällig gewählter Schlag |

Quelle: PTB-XL 1.0.3, Datensatz 16487, Wagner et al., CC BY 4.0. Unveränderte Kurvenwerte, von medeKI neu gezeichnet. Die Zahl in der Frage ist ein fiktiver Diskussionswert, kein gemessener Datensatzwert.
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