medeKI
Lernpfade

Herzinsuffizienz

Lernziel: Du kannst bei Herzinsuffizienz einen Akut- und Verlaufsplan begründen.

Pumpen und Füllen

Lernziel: Du kannst Pump- und Füllungsstörungen sowie EF-Gruppen unterscheiden.

Du gehst vom Pumpen und Füllen über Untersuchung und Akutbehandlung zur langfristigen Versorgung. Alle Patientenfälle sind erfunden.

Zwei Aufgaben des Ventrikels

In der Diastole entspannt sich die Herzkammer und nimmt Blut auf. In der Systole wirft sie einen Teil davon aus. Die linke Kammer versorgt den Körperkreislauf, die rechte den Lungenkreislauf. Beide Kreisläufe sind hintereinandergeschaltet.

Herzinsuffizienz ist ein klinisches Syndrom: Eine strukturelle oder funktionelle Herzstörung führt zu Beschwerden, etwa Atemnot oder Leistungsminderung, gegebenenfalls mit Stauungszeichen. Eine auffällige Ejektionsfraktion allein beschreibt noch nicht alle Bestandteile dieses Syndroms. Umgekehrt schließt eine erhaltene Ejektionsfraktion Herzinsuffizienz nicht aus.

Vier nummerierte Schritte: Störung am Herzen, hämodynamische Folge mit erhöhten Füllungsdrücken oder vermindertem Herzzeitvolumen, Beschwerden und Zeichen sowie objektive Belege wie altersbezogenes NT-proBNP. Drei farbige Ergebnisfelder: nur auffällige EF ist noch keine Diagnose, passen alle Bausteine, liegt Herzinsuffizienz vor, eine LVEF ab 50 Prozent schließt sie nicht aus.

Abbildung: Herzinsuffizienz entsteht erst aus mehreren Bausteinen. Die NT-proBNP-Verdachtsschwellen gelten für nicht akute Beschwerden und werden in der Diagnostik ausführlich behandelt. Quelle: eigene Darstellung.

BegriffBedeutungKlinischer Zusammenhang
VorlastFüllung und Wanddehnung vor der KontraktionMehr Füllung kann zunächst den Auswurf erhöhen; zu hoher Füllungsdruck fördert Stauung.
NachlastWiderstand gegen den AuswurfHoher arterieller Druck erschwert die Auswurfleistung.
KontraktilitätKraftentwicklung des MyokardsInfarktschaden kann sie vermindern.
Relaxation/DehnbarkeitEntspannung und Aufnahme von BlutEine steife Kammer benötigt höhere Füllungsdrücke.

Invasiv gemessen gelten nach der ESC-Herzinsuffizienz-Leitlinie ein pulmonalkapillärer Verschlussdruck (PCWP) ≥15 mmHg oder ein linksventrikulärer enddiastolischer Druck ≥16 mmHg in Ruhe als erhöhter linksseitiger Füllungsdruck. Die PH-Leitlinie 2022 nutzt für dieselbe Messgröße die Grenze PAWP >15 mmHg (U02).

Links die Füllung in der Diastole mit Vorlast und Relaxation, rechts der Auswurf in der Systole mit Nachlast und Kontraktilität, jeweils mit Grenzwerten wie PCWP ab 15 mmHg, Hypertonie ab 140/90 mmHg, Wanddicke über 1,0 cm und LVEF unter 50 Prozent. Beide Seiten bestimmen Schlagvolumen mal Herzfrequenz gleich Herzzeitvolumen; Ergebnisfelder: Füllungsdruck zu hoch, Vorwärtsfluss zu gering oder beides.

Abbildung: Vorlast und Relaxation bestimmen die Füllung, Nachlast und Kontraktilität den Auswurf. Zu hoher Füllungsdruck führt zur Stauung, zu geringer Vorwärtsfluss zur Leistungsminderung; oft liegt beides vor. Quelle: eigene Darstellung.

Ein kontraktionsgeschwächter Ventrikel lässt häufig viel Restblut zurück. Ein steifer Ventrikel kann bereits bei vergleichsweise kleiner Füllung hohe Drücke entwickeln. Systolische und diastolische Störungen können gemeinsam vorkommen; „HFrEF = ausschließlich systolisch“ und „HFpEF = ausschließlich diastolisch“ wären zu eng.

Im Echo fällt die erweiterte Kammer etwa durch einen enddiastolischen Innendurchmesser über 5,8 cm (Männer) beziehungsweise 5,2 cm (Frauen) auf, die steife Kammer durch Wanddicken über 1,0 cm, einen vergrößerten linken Vorhof (>34 ml/m² im Sinusrhythmus) und ein E/e′ >9 in Ruhe.

Zwei Spalten mit je drei nummerierten Schritten. Links Kraft vermindert: Ursachen wie Infarktnarbe, im Echo weite Kammer über 5,8 beziehungsweise 5,2 cm und LVEF unter 50 Prozent, Folge viel Restblut. Rechts Steifigkeit erhöht: Ursachen wie Hypertonie, im Echo Wand über 1,0 cm, Vorhof über 34 ml/m² und E/e′ über 9, Folge hoher Druck bei kleiner Füllung. Ergebnisfelder: meist HFrEF, gemischt, HFpEF möglich.

Abbildung: Kontraktionsschwäche und Steifigkeit unterscheiden sich in Ursache, Echobefund und Folge; beide Wege können gemeinsam vorkommen. Die EF-Gruppe allein legt den Mechanismus nicht fest. Quelle: eigene Darstellung.

Parasternale lange Achse mit stark erweitertem linkem Ventrikel; die eingezeichnete Messlinie zeigt einen Innendurchmesser von 6,2 cm.

Abbildung: Erweiterte, kontraktionsgeschwächte Kammer in der parasternalen langen Achse bei HFrEF nach chronischem Verschluss des Ramus interventricularis anterior. Der gemessene linksventrikuläre Innendurchmesser beträgt 6,2 cm; enddiastolisch liegt die Obergrenze bei Erwachsenen etwa bei 5,2 cm (Frauen) beziehungsweise 5,8 cm (Männer). Das Septum ist dünn. Die biplan nach Simpson gemessene LVEF lag bei etwa 18 %. Quelle: Gembala WM, Marczuk JK, Kobielusz-Gembala I, Cureus 2025;17(12):e98903, Abb. 3, doi:10.7759/cureus.98903; CC BY 4.0; oberer Rand mit abgeschnittener Messzeile entfernt, WebP.

Parasternale lange Achse mit deutlich verdicktem Septum von 1,89 cm und verdickter Hinterwand von 1,82 cm bei nicht erweiterter linker Kammer.

Abbildung: Verdickte, typischerweise steifere Kammer in der parasternalen langen Achse: Septum 1,89 cm (Messung 1) und Hinterwand 1,82 cm (Messung 2); der Normbereich liegt etwa bei 0,6–1,0 cm. Ursache ist hier ein Morbus Fabry. Eine solche Wandverdickung ist ein häufiges strukturelles Korrelat einer Füllungsstörung. Die Füllungsdrücke selbst zeigt das Standbild nicht; dafür braucht es weitere objektive Befunde. Quelle: Germain DP, Fabry disease, Orphanet J Rare Dis 2010;5:30, Abb. 8 (Aufnahme: A. A. Hagège, Paris), doi:10.1186/1750-1172-5-30, über Wikimedia Commons; CC BY 2.0; weißer Rand entfernt, WebP.

Eine Fraktion ist kein Herzzeitvolumen

Ausgearbeitetes Beispiel

Das enddiastolische Volumen (EDV) beträgt 150 ml, das endsystolische Volumen (ESV) 105 ml. Das Schlagvolumen ist EDV − ESV = 45 ml. Die linksventrikuläre Ejektionsfraktion (LVEF) ist Schlagvolumen / EDV × 100 = 45 / 150 × 100 = 30 %. Bei 80 Schlägen/min ergibt sich ein rechnerisches Herzzeitvolumen von 45 × 80 = 3600 ml/min = 3,6 l/min. Dieser vereinfachte Zusammenhang setzt unter anderem voraus, dass kein wesentlicher rückwärts gerichteter Klappenfluss den effektiven Vorwärtsauswurf vermindert.

Zum Vergleich: Gesunde Erwachsene haben in Ruhe einen Herzindex (Herzzeitvolumen pro m² Körperoberfläche) von etwa 3,5 ± 0,7 l/min/m²; bei 1,9 m² entsprächen 3,6 l/min nur etwa 1,9 l/min/m².

Nummerierte Rechenschritte: EDV 150 ml und ESV 105 ml im Echo, Schlagvolumen 45 ml, dann getrennt EF 30 Prozent als Anteil und Herzzeitvolumen 3,6 Liter pro Minute bei 80 Schlägen. Darunter Normwerte in Ruhe mit Herzindex 3,5 plus minus 0,7 l/min/m², Umrechnung auf 1,9 l/min/m² bei 1,9 m² und ein Warnfeld zur Überschätzung bei Mitralinsuffizienz. Ergebnisfelder: EF reduziert, Herzzeitvolumen niedrig, EF ist kein Fluss.

Abbildung: Nach dem Schlagvolumen verzweigt die Rechnung in einen Anteil (EF) und einen Fluss pro Minute (Herzzeitvolumen). Die Körperoberfläche von 1,9 m² ist ein angenommenes Beispiel; bei relevantem Rückfluss über eine Klappe überschätzt die Rechnung den Vorwärtsauswurf. Quelle: eigene Darstellung.

Eine Kammer mit EDV 80 ml und Schlagvolumen 48 ml hat dagegen eine EF von 60 %. Die Prozentzahl ist erhalten; das absolute Schlagvolumen ist trotzdem nicht groß. Füllungsdruck, Herzfrequenz, Klappenfunktion und Belastungsreserve bleiben entscheidend.

Zwei Kammern im gleichen Maßstab als Balken: A mit EDV 150 ml, davon 45 ml Schlagvolumen und 105 ml Restblut, EF 30 Prozent; B mit EDV 80 ml, davon 48 ml Schlagvolumen und 32 ml Restblut, EF 60 Prozent. Darunter, was die EF nicht zeigt: Füllungsdruck, Herzfrequenz, Klappenrückfluss und Belastungsreserve. Ergebnisfelder: A Anteil klein, B Anteil erhalten bei kleinem Schlagvolumen, EF ist ein Anteil.

Abbildung: Beide Kammern werfen fast gleich viel Blut aus; die EF unterscheidet sich trotzdem um das Doppelte. Die Balkenlängen sind im gleichen Maßstab gezeichnet. Quelle: eigene Darstellung.

Apikaler Vierkammerblick enddiastolisch und endsystolisch mit umfahrener Innenkontur der linken Kammer; die Software zeigt EDV 102,2 ml, ESV 45,0 ml und EF 56 %.

Abbildung: So entsteht die Rechnung in der Echokardiografie. Die Innenkontur der linken Kammer wird enddiastolisch (links, ED) und endsystolisch (rechts, ES) umfahren; die Software berechnet daraus die Volumina nach der Scheibchensummation (Simpson). EDV 102 ml − ESV 45 ml ≈ 57 ml Schlagvolumen; 57 / 102 ≈ 56 % EF. Hier wurde nur in einer Ebene gemessen; empfohlen ist die biplane Messung im Vier- und Zweikammerblick. Quelle: Maret E, Brudin L, Lindström L et al., Cardiovasc Ultrasound 2008;6:55, Abb. 3, doi:10.1186/1476-7120-6-55; CC BY 2.0; Volumenkurve, Bedienleiste und weitere Softwarefelder entfernt, Messwertfelder EF/EDV/ESV unter die Echobilder gesetzt, 2-fach vergrößert, WebP.

EF-Begriffe mit Datum verstehen

Arztbriefe und ältere Lehrbücher verwenden weiterhin die bisherige Dreiteilung. Die ESC hat sie im August 2026 geändert. Deshalb gehören Zahlenwert, Verlauf und zugrunde gelegte Definition zusammen.

Bisherige ESC-Einteilung 2021/2023LVEFZuordnung nach ESC 2026
HFrEF: reduced EF≤40 %HFrEF
HFmrEF: mildly reduced EF41–49 %In HFrEF aufgenommen
HFpEF: preserved EF≥50 %HFpEF nur mit passender Vorgeschichte und objektivem Befund

Aktuell bezeichnet HFrEF eine LVEF <50 %. HFpEF verlangt eine LVEF ≥50 %, die zuvor nicht unter 50 % lag, sowie passende Symptome/Zeichen und objektive Hinweise auf die kardiale Funktionsstörung beziehungsweise erhöhte Füllungsdrücke. Bei früher erniedrigter und jetzt verbesserter EF wird der Verlauf ausdrücklich benannt; das ist keine automatische Heilung. Die genaue EF bleibt auch für Therapie- und Geräteentscheidungen wichtig. ESC 2026, Abschnitte 3.3.1 und 5.2.2.

Als verbessert gilt die EF nach ESC 2026, wenn sie absolut um mindestens 10 Prozentpunkte gestiegen ist und über 40 % liegt. Objektive Echo-Hinweise für HFpEF sind ein linksventrikulärer Massenindex ≥95 g/m² (Frauen) beziehungsweise ≥115 g/m² (Männer) oder eine relative Wanddicke >0,42, ein linker Vorhof >34 ml/m² (bei Vorhofflimmern >40 ml/m²), E/e′ >9 in Ruhe und ein geschätzter systolischer Pulmonalarteriendruck >35 mmHg; je mehr davon zutreffen, desto wahrscheinlicher ist HFpEF.

Ablauf von Symptomen über LVEF-Messung mit Vorbefunden zur Einordnung nach ESC 2026 in drei Spalten mit Bedingungen: aktuell unter 50 Prozent HFrEF einschließlich der alten Gruppen bis 40 und 41 bis 49 Prozent; ab 50 Prozent und nie darunter HFpEF prüfen mit LV-Masse, Vorhofgröße, E/e′, Pulmonalarteriendruck und NT-proBNP; Anstieg um mindestens 10 Punkte auf über 40 Prozent als verbesserte EF. Ergebnisfelder: HFrEF mit genauer EF, HFpEF nur mit objektiven Befunden, verbesserte EF ist keine Heilung.

Abbildung: Die Bedingungen an den Pfeilen ordnen die gemessene EF mit ihrer Vorgeschichte ein. Eine verbesserte EF kann noch unter 50 % liegen und wird als Verlauf benannt; sie bedeutet keine automatische Heilung. Quelle: eigene Darstellung.

Andere EinteilungBeschreibtBeschreibt nicht
Links/rechts/globalBetroffene KreislaufseiteEine bestimmte EF
Kompensiert/dekompensiertAktuelle klinische StabilitätEine unveränderliche Krankheitsform
NYHA I–IVBelastungsabhängige BeschwerdenAllein die Ursache oder Prognose

NYHA I bedeutet keine Einschränkung bei üblicher Belastung, II Beschwerden bei üblicher Belastung, III bereits bei geringer Belastung und IV Beschwerden in Ruhe. Die Einteilung hängt vom aktuellen Zustand ab.

Die NYHA-Klassen ordnen Beschwerden nach der Belastung im aktuellen Zustand.

NYHABeschwerden bei Belastung
IKeine Einschränkung bei üblicher Belastung
IIBeschwerden bei üblicher Belastung
IIIBeschwerden bereits bei geringer Belastung
IVBeschwerden in Ruhe

Vier Felder führen zu einer Diagnosezeile: EF-Gruppe mit LVEF 30 Prozent als HFrEF, Kreislaufseite links, rechts oder global, klinische Stabilität kompensiert oder dekompensiert und NYHA-Klasse I bis IV. Grünes Ergebnisfeld mit dem Beispiel HFrEF (LVEF 30 %), Linksherzinsuffizienz, kompensiert, NYHA II; darunter: Ursache gesondert nennen und NYHA im Verlauf neu einstufen.

Abbildung: Die Einteilungen ergänzen sich zu einer vollständigen Diagnosezeile. Die Beispielzeile ist erfunden; die Ursache wird zusätzlich genannt. Quelle: eigene Darstellung.

Freie Antwort

Unterstützt rechnen

Aufgabe: Eine Patientin hat EDV 120 ml und ESV 54 ml. Berechne zuerst das Schlagvolumen, dann die EF. Reicht das Ergebnis allein für die Diagnose HFpEF?

Die Tabelle enthält die gegebenen Messwerte der Patientin.

MessgrößeWert
Enddiastolisches Volumen (EDV)120 ml
Endsystolisches Volumen (ESV)54 ml
In der App sprechen üben →

Multiple Choice

Einen Arztbrief übersetzen

Aufgabe: Ein Brief von 2024 nennt bei symptomatischer Herzinsuffizienz und EF 46 % „HFmrEF“. Die EF beträgt aktuell ebenfalls 46 %. Welche Aussage trifft zu?

Die Tabelle ordnet die Angaben aus dem Arztbrief zeitlich.

ZeitpunktAngabe
2024Symptomatische Herzinsuffizienz; EF 46 %; Bezeichnung „HFmrEF“
AktuellEF ebenfalls 46 %
  1. a)Der alte Brief war nach der damaligen Klassifikation falsch.
  2. b)Nach ESC 2026 wird dies als HFrEF eingeordnet; der Messwert blieb gleich.
  3. c)Die neue Bezeichnung beweist eine klinische Verschlechterung.
Lösung in der App →

Stauung und Perfusion

Lernziel: Du kannst Stauung und Minderperfusion getrennt beurteilen.

Rückstau und Vorwärtsversorgung

Kann die linke Kammer das ankommende Blut nur bei erhöhtem Druck aufnehmen oder auswerfen, steigt der Druck davor: im linken Vorhof und in den Lungenvenen. Flüssigkeit tritt vermehrt in das Lungeninterstitium und bei stärkerer Ausprägung in Alveolen über. Das begünstigt Atemnot, insbesondere im Liegen. Bei rechtsseitiger Störung steigt der systemvenöse Druck: Halsvenenfüllung, abhängige Ödeme, Leberstauung und Aszites können folgen. Eine länger bestehende Linksherzinsuffizienz kann das rechte Herz mitbelasten; beide Seiten können auch gemeinsam erkranken. Orientierend gilt ein linksseitiger Füllungsdruck (pulmonalarterieller Verschlussdruck, PAWP) über 15 mmHg als erhöht; beim kardialen Lungenödem liegt er meist über 18 mmHg.

Ablauf in zwei Spalten: Links führt eine schwache linke Kammer mit PAWP über 15 mmHg über Vorhof und Lungenvenen (über 18 mmHg kardiales Lungenödem) zu Atemnot, Orthopnoe, Rasselgeräuschen und Kerley-B-Linien. Rechts führt ein erhöhter Druck im rechten Vorhof (normal etwa 5–6 mmHg) über gefüllte Halsvenen und Leberstauung zu Ödemen, sakralen Ödemen bei Bettlägerigen, Aszites und Gewichtszunahme. Beide Spalten münden in den Zusammenhang beider Seiten; die farbige Ergebniszeile unterscheidet linksbetonte, rechtsbetonte und globale Stauung.

Abbildung: Lies jede Spalte von oben nach unten: Der erhöhte Druck wird stromaufwärts weitergegeben, das Blut fließt dabei nicht rückwärts. Die mmHg-Werte sind invasive Orientierungswerte; am Bett erkennst du Stauung an den Befunden in Schritt 3. Quelle: eigene Darstellung.

KonstellationTypische HinweiseWichtige Grenze
Linksbetonte StauungOrthopnoe, nächtliche Atemnot, RasselgeräuscheFehlende Rasselgeräusche schließen Herzinsuffizienz nicht aus.
Rechtsbetonte StauungHalsvenenstauung, Beinödeme, AszitesBeinödeme haben auch venöse, renale oder medikamentöse Ursachen.
Globale HerzinsuffizienzLungen- und KörpervenenstauungDie Ursache beider Seiten muss geklärt werden.

Stark vorgewölbtes, gespanntes Abdomen eines liegenden Mannes; seitlich eine EKG-Elektrode, oben das hochgeschobene Krankenhaushemd.

Abbildung: Ausgeprägte Bauchvorwölbung durch Aszites bei systemvenöser Stauung. Derselbe Patient hatte gestaute Halsvenen, beidseitige eindrückbare Beinödeme, einen Pleuraerguss und im Ultraschall eine Leberstauung mit erweiterter unterer Hohlvene; Ursache war eine ringförmige konstriktive Perikarditis. Aszites allein beweist keine kardiale Ursache: Leberzirrhose und andere Ursachen bleiben zu prüfen. Quelle: Yi D, Li L, Han M, Qiu R, Tao L, Liu L, Liu C. Front Cardiovasc Med 2023;10:1100425, Abb. 1A (rechter Bildteil), PMC9905231, CC BY 4.0; zugeschnitten und verkleinert.

Orthopnoe ist Atemnot im Liegen, die sich im Sitzen bessert. Im Liegen strömt mehr Blut aus den abhängigen Körperregionen zum Herzen zurück. Ein bereits hoher linksseitiger Füllungsdruck kann weiter steigen. Nächtliche Anfälle mit Aufwachen und Luftnot sind besonders verdächtig, aber nicht allein beweisend. Frage nach der Zahl der Kissen, mit denen die Person schläft, und dokumentiere sie.

Flachlage erhöht den venösen Rückstrom; der schon erhöhte linksseitige Füllungsdruck (PAWP über 15 mmHg) steigt weiter, ein kardiales Lungenödem tritt meist über 18 mmHg auf. Daraus folgen Orthopnoe (flach liegen nicht möglich, Kissenzahl notieren, Sitzen bessert) und nächtliche Anfälle (Aufwachen mit Luftnot, Aufsetzen erleichtert, verdächtig, nicht beweisend). Eine Raute fragt nach weiteren Stauungszeichen: ja führt zu „Herzinsuffizienz wahrscheinlich“ mit NT-proBNP und Echo, nein zu „allein kein Beweis“.

Abbildung: Lies den Weg von der Körperlage über den Füllungsdruck zum Symptom. Erst zusammen mit Halsvenen, Ödemen oder Rasselgeräuschen wird eine Herzinsuffizienz wahrscheinlich; der NT-proBNP-Grenzwert für akute Atemnot (unter 300 pg/ml spricht dagegen) folgt in U03. Quelle: eigene Darstellung.

Viel Flüssigkeit und trotzdem schlecht versorgt

Stauung beschreibt erhöhte Füllungsdrücke beziehungsweise Flüssigkeitsansammlung. Perfusion beschreibt die Durchblutung der Organe. Ein Mensch kann Ödeme haben und zugleich zu wenig effektiven Vorwärtsfluss. Deshalb folgt aus niedrigem Blutdruck bei Ödemen keine automatische Indikation zu einer großen Infusion. Invasiv gemessen entspricht „feucht“ etwa einem Lungenkapillarverschlussdruck (PCWP) über 18 mmHg und „kalt“ einem Herzindex unter 2,2 l/min/m² (Forrester-Einteilung); am Bett werden beide Achsen klinisch geschätzt. Grob gilt: Warm-feucht wird entstaut, bei kalt-trocken kann nach Prüfung des Volumenstatus vorsichtig Volumen nötig sein, und kalt-feucht ist ein Schockverdacht für die Intensivstation (Einzelheiten in U04).

Sympathikus und Renin-Angiotensin-Aldosteron-System versuchen bei verminderter effektiver Kreislauffüllung, Druck und Durchblutung zu erhalten. Langfristig fördern Vasokonstriktion, Salz- und Wasserretention sowie Umbau des Herzens die Erkrankung. Darauf zielt ein Teil der Dauertherapie. Vermittler sind unter anderem Noradrenalin, Angiotensin II und Aldosteron; Betablocker, ACE-Hemmer/ARB/ARNI und Mineralokortikoidrezeptorantagonisten (MRA) setzen hier an (U05).

Verminderte effektive Kreislauffüllung aktiviert den Sympathikus (Noradrenalin, Puls und Kontraktionskraft steigen, Gefäße eng) und das RAAS (Angiotensin II verengt Gefäße, Aldosteron hält Salz und Wasser zurück). Kurzfristig werden Blutdruck und Organdurchblutung gestützt, langfristig steigen Nachlast und Volumen, und das Herz baut um. Ein Teufelskreis verstärkt die Aktivierung; die grüne Ergebniszeile nennt Betablocker, RAAS-Hemmer (ACE-Hemmer, ARB, ARNI) und MRA.

Abbildung: Der zeitliche Wechsel ist entscheidend: Was kurzfristig den Kreislauf stützt, verstärkt langfristig die Herzinsuffizienz. Die grüne Zeile zeigt, an welcher Stelle die Dauertherapie aus U05 den Kreis unterbricht. Quelle: eigene Darstellung.

Oben zwei Prüfkästen: „feucht“ an Orthopnoe, Halsvenen, Ödemen, Rasselgeräuschen und Gewichtszunahme (invasiv PCWP über 18 mmHg), „kalt“ an neuer Verwirrtheit, kalter Haut, Rekapillarisierung über 3 Sekunden, wenig Urin und Laktat ab 2 mmol/l (invasiv Herzindex unter 2,2 l/min/m²). Darunter vier Profile mit Konsequenz: warm-trocken kompensiert, warm-feucht Diuretikum i. v. und bei RR über 110 mmHg Vasodilatator erwägen, kalt-trocken Volumenstatus klären und vorsichtig Volumen, kalt-feucht Schockverdacht mit Intensivstation und Herzzentrum.

Abbildung: „Warm/kalt“ und „trocken/feucht“ sind klinische Kurzbegriffe. Die Untersuchung mehrerer Organsysteme entscheidet; eine kalte Hand allein beweist keinen Schock, und das Profil kann sich im Verlauf ändern. Die invasiven Werte (Forrester) dienen nur der Einordnung. Quelle: eigene Darstellung.

FrageGeeignete BefundeKonsequenz
Ist Stauung vorhanden?Orthopnoe, Halsvenen, Ödeme, Gewicht, LungenbefundEntstauung erwägen und Ursache suchen.
Ist die Perfusion gefährdet?Bewusstsein, Hauttemperatur, Rekapillarisierung, Urin, LaktatDringlichkeit und Kreislaufunterstützung prüfen.
Verändert sich der Zustand?Verlauf von Atemarbeit, Druck und OrganzeichenWiederholt untersuchen; Momentaufnahme genügt nicht.

Beide Knie einer sitzenden Patientin mit fleckig-netzförmiger, livid-bläulicher Hautzeichnung; darunter weiße Strümpfe.

Abbildung: Marmorierte Haut über beiden Knien: ein klinisches Zeichen gestörter Hautdurchblutung. Die Knieregion ist ein typischer Ort, um Marmorierung zu prüfen. Erst zusammen mit Rekapillarisierungszeit, Bewusstsein, Urinmenge und Laktat entsteht das Urteil „kalt“. Bei dieser Patientin lag eine akute Mesenterialischämie mit Kreislaufversagen vor; das Zeichen zeigt die Minderperfusion, nicht ihre Ursache. Quelle: Yabe M, Nomoto Y, Watanabe H. J Gen Fam Med 2025;26(1):95–97, Abb. 1B, PMC11702435, CC BY 4.0; Bildteil B ausgeschnitten, oberer Rand mit Bildbuchstaben entfernt, 2,5-fach vergrößert und leicht nachgeschärft.

Bei plötzlich einsetzender Atemnot mit atemabhängigem Brustschmerz, Tachykardie und Hypoxämie ist unter anderem eine Lungenembolie zu prüfen. Chronische Beinödeme erklären diese neue Konstellation nicht. Die systematische Abgrenzung folgt in U04. Nach ESC folgt bei instabilem Kreislauf (systolisch unter 90 mmHg) sofort eine Echokardiografie am Bett; bei stabilem Kreislauf entscheidet die klinische Wahrscheinlichkeit (Wells- oder Genf-Score) zwischen D-Dimer-Bestimmung (ab 50 Jahren altersangepasster Grenzwert: Alter × 10 µg/l) und direkter CT-Pulmonalisangiografie.

Ablauf bei bekannten Ödemen und neuer akuter Atemnot: Zuerst wird geprüft, was neu ist (plötzlicher Beginn, atemabhängiger Brustschmerz, Puls über 100/min, Hypoxämie mit SpO₂ unter 90 %, keine neue Orthopnoe). Eine Raute fragt nach instabilem Kreislauf mit systolisch unter 90 mmHg: ja führt zum Notfall mit Echo am Bett und Prüfung einer Reperfusion, nein zur klinischen Wahrscheinlichkeit nach Wells oder Genf. Bei niedriger oder mittlerer Wahrscheinlichkeit D-Dimer mit altersangepasstem Grenzwert ab 50 Jahren, bei hoher direkt CT-Pulmonalisangiografie. Ergebnis: Lungenembolie bestätigt oder ausgeschlossen.

Abbildung: Der Zeitverlauf entscheidet: Was neu und plötzlich ist, braucht eine eigene Erklärung, auch wenn alte Ödeme bestehen. Die Abbildung zeigt nur die Weiche; Diagnostik und Behandlung der Lungenembolie werden hier nicht vollständig gelehrt. Quelle: eigene Darstellung.

Eine erhöhte Laktatkonzentration kann Minderdurchblutung anzeigen, hat aber auch andere Ursachen. Blutdruck ist wichtig, jedoch kein vollständiges Maß der Organperfusion. Schock kann in einer frühen Phase trotz noch erhaltenem Blutdruck vorliegen. Nach ESC liegt ein kardiogener Schock bei systolischem Druck unter 90 mmHg trotz ausreichender Füllung plus Zeichen der Minderperfusion vor; Warnzeichen sind unter anderem Laktat ab 2 mmol/l, eine Urinmenge unter 0,5 ml/kg/h (etwa unter 30 ml/h) und eine Rekapillarisierungszeit über 3 Sekunden. Im ABCDE-Ersteindruck gilt nach ERC schon über 2 Sekunden als auffällig (U04); über 3 Sekunden ist ein deutliches Schockzeichen.

Vier gelbe Prüfkästen für die Perfusion: Gehirn (neu verwirrt, unruhig, somnolent), Haut (kalt, schweißig, marmoriert, Rekapillarisierung über 3 Sekunden), Niere (Urin unter 0,5 ml/kg/h, etwa unter 30 ml/h) und Labor (Laktat ab 2 mmol/l mit auch anderen Ursachen, Kreatininanstieg, metabolische Azidose). Eine Raute fragt nach Zeichen der Minderperfusion. Ja führt zu „dringlich“ und je nach Blutdruck zu kardiogenem Schock (RR unter 90 mmHg) oder normotensivem Schock (RR ab 90 mmHg); nein führt zu weiterer Beobachtung und zum Profil „warm“.

Abbildung: Der Blutdruck entscheidet nicht allein: Mit Organzeichen ist die Lage auch bei normalem Druck dringlich. Die Grenzwerte sind Orientierungen aus Schockdefinitionen und ersetzen nicht die wiederholte Untersuchung. Quelle: eigene Darstellung.

Untersuchung am Bett

Lesetext und praktische Aufgabe

Erkläre die Untersuchung, hole das Einverständnis ein, desinfiziere die Hände und schütze die Intimsphäre. Bei schwerer Atemnot beginnt die Hilfe sofort; eine vollständige Routineuntersuchung darf sie nicht verzögern. Beurteile Atemfrequenz und Atemarbeit, periphere Sauerstoffsättigung (SpO₂) mit plausibler Pulskurve, Puls, Blutdruck, Bewusstsein und Hautperfusion. Untersuche Halsvenen bei angepasster Oberkörperneigung, auskultiere Herz und Lungen und prüfe Ödeme beidseits. Bei bettlägerigen Menschen können Ödeme sakral liegen. Ein neues Herzgeräusch lenkt auf eine Klappenkomplikation. Eine Atemfrequenz über 25/min oder eine SpO₂ unter 90 % zeigt eine bedrohliche Atemstörung an (Vorgehen in U04). Bei 30–45° Oberkörperneigung ist die Jugularvene in Atemmittellage normalerweise kollabiert (etwa 8 cm Wassersäule beziehungsweise 5–6 mmHg vor dem rechten Vorhof); bei Stauung dokumentierst du den Winkel, bei dem sie kollabiert, zum Beispiel „Halsvenenstauung bis 60°“. Sind die Halsvenen schon im Sitzen gestaut und entleeren sich auch die Handvenen beim Anheben nicht, spricht das für eine zentrale Stauung; eine nur einseitige Stauung, etwa bei Struma, hat eher eine lokale Ursache.

Nach der Vorbereitung (erklären, Einverständnis, Hände desinfizieren, Intimsphäre) fragt eine Raute nach schwerer Atemnot: ja führt zu „Sofort helfen“ mit Hilfe rufen, Oberkörper hoch, Sauerstoff bei SpO₂ unter 90 % und NIV bei Atemfrequenz über 25/min und SpO₂ unter 90 % erwägen. Nein führt zu 1 Atmung, 2 Kreislauf und Perfusion (systolisch unter 90 mmHg, Rekapillarisierung über 3 Sekunden), 3a Halsvenen, Herz und Lunge sowie 3b Ödeme beidseits und sakral, dann zu 4 Dokumentieren. Die farbige Ergebniszeile ordnet warm-trocken, warm-feucht, kalt-trocken und kalt-feucht zu.

Abbildung: Schwere Atemnot unterbricht die Routine sofort. Sonst verbindet die Untersuchung Vitalzeichen mit beidseitigen Stauungsbefunden und endet mit einem Profil aus S02. Quelle: eigene Darstellung.

Ablauf der Halsvenenbeurteilung: Oberkörper 30–45° anheben und die Vene am Jugulum in Atemmittellage ansehen. Eine Raute fragt, ob sie gefüllt ist. Nein bedeutet normal (kollabiert, etwa 8 cm Wassersäule beziehungsweise 5–6 mmHg). Ja führt zu langsamem Aufrichten mit Notieren des Kollapswinkels, zum Beispiel bis 60°, und zur Prüfung von Seiten und Handvenen. Beidseitige Stauung mit gestauten Handvenen spricht für eine zentrale Ursache wie Rechtsherzinsuffizienz, Pericarditis constrictiva oder Kompression der oberen Hohlvene, eine nur einseitige Stauung für eine lokale Ursache wie eine Struma.

Abbildung: Die Halsvenen zeigen den Druck vor dem rechten Herzen ungefähr an. Entscheidend sind Lagerung, Atemmittellage und der dokumentierte Winkel; der Wert in mmHg ist nur eine Schätzung. Quelle: eigene Darstellung.

Beide Unterschenkel und Füße eines liegenden Mannes, geschwollen und mit bräunlich-fleckiger Haut; ein Finger drückt seitlich auf die linke Wade.

Abbildung: Ödemprüfung am Bett: Einige Sekunden mit dem Finger auf Schienbein, Knöchel oder Wade drücken, loslassen und auf eine bleibende Delle achten; immer beide Seiten vergleichen. Hier bestehen beidseitige eindrückbare Ödeme bei systemvenöser Stauung (derselbe Patient wie beim Aszites in S01). Die bräunlich-fleckige Haut kann bei lange bestehender venöser Stauung entstehen. Beinödeme haben auch medikamentöse (z. B. Kalziumkanalblocker), venöse oder renale Ursachen; sie werden deshalb immer mit Halsvenen, Lungenbefund, Gewicht und Verlauf zusammen bewertet. Quelle: Yi D, Li L, Han M, Qiu R, Tao L, Liu L, Liu C. Front Cardiovasc Med 2023;10:1100425, Abb. 1A (linker Bildteil), PMC9905231, CC BY 4.0; zugeschnitten, Bildbuchstabe entfernt.

Übe diese Abfolge an einem Modell oder unter Anleitung an einer einwilligenden Person. Die beobachtende Person achtet auf Lagerung, beidseitige Untersuchung, korrekte Befundbeschreibung und rechtzeitige Hilfe. Dokumentiere auch fehlende oder nicht sicher erhebbare Befunde. Ein digitales Fallurteil ersetzt die praktische Beobachtung nicht.

Ausgearbeitetes Beispiel: Ein Patient hat Orthopnoe, Halsvenenstauung und Knöchelödeme, ist wach, mit warmen Extremitäten und RR 138/82 mmHg. Das spricht für Stauung ohne derzeit erkennbare relevante Minderperfusion: „warm-feucht“. Daraus folgen Überwachung, Entstauung und Auslösersuche; nicht routinemäßig ein Inotropikum.

Freie Antwort

Das fehlende Urteil ergänzen

Aufgabe: Eine Patientin ist orthopnoisch, hat Ödeme, kaltschweißige Haut, ist neu verwirrt und scheidet kaum Urin aus. Ergänze: „Es bestehen Zeichen von … und …; deshalb …“

Die Tabelle enthält die beschriebenen Befunde der Patientin.

BereichBefund
AtmungOrthopnoe
GewebeÖdeme
HautKaltschweißig
BewusstseinNeu verwirrt
AusscheidungKaum Urin
In der App sprechen üben →

Multiple Choice

Ödeme erklären nicht alles

Aufgabe: Beidseitige Knöchelödeme bestehen seit Monaten. Heute plötzlich pleuritischer Brustschmerz, Tachykardie und Hypoxämie, ohne neue Orthopnoe. Welche Entscheidung ist am besten begründet?

Die Tabelle trennt die länger bestehenden und die neuen Angaben.

ZeitpunktBefund
Seit MonatenBeidseitige Knöchelödeme
Heute plötzlichPleuritischer Brustschmerz
HeuteTachykardie und Hypoxämie
HeuteKeine neue Orthopnoe

Seitenansicht eines liegenden Unterschenkels mit Fuß: Die Haut über Schienbein, Knöchel und Fußrücken ist gespannt und glänzend, die Knöchelkontur ist verstrichen.

Abbildung: Beispielbild eines anderen Menschen: Schwellung von Unterschenkel, Knöchel und Fußrücken mit gespannter, glänzender Haut. Bei diesem Menschen war die Schwellung nicht kardial bedingt (Kapillarleck unter einem Medikament). Quelle: Wang K, Pan H, Lou H, Shen L, Zhu X (BMC Cancer 2011;11:204), CC BY 2.0

  1. a)Die akute Symptomatik verlangt unter anderem eine gezielte Abklärung auf Lungenembolie.
  2. b)Die Ödeme beweisen eine kardiale Ursache der neuen Atemnot.
  3. c)Ein Diuretikum ersetzt die Abklärung, wenn das Gewicht erhöht ist.
Lösung in der App →

Diagnose und Auslöser

Lernziel: Du kannst Verdacht, Ursache und Auslöser mit passenden Untersuchungen klären.

Warum gerade jetzt?

Die Grunderkrankung erklärt, warum das Herz verletzlich ist; der Auslöser erklärt, warum die Beschwerden jetzt zunehmen. Koronare Herzkrankheit, langjährige Hypertonie, relevante Klappenfehler und Kardiomyopathien sind wichtige Ursachen. Rhythmusstörungen, Infektionen, neue Ischämie, Blutdruckentgleisung, Nierenfunktionsverschlechterung oder eine veränderte Einnahme können dekompensieren lassen. Frage wertfrei nach Gründen für Einnahmelücken: Nebenwirkungen, Kosten, Verständnis oder erschwerter Zugang zur Toilette sind behandelbare Probleme.

Konkrete Hilfen: Ab drei gleichzeitig verordneten Arzneimitteln besteht Anspruch auf einen Medikationsplan, Zuzahlungen sind auf 2 % der jährlichen Bruttoeinnahmen begrenzt (bei chronisch Kranken 1 %), und orales Furosemid wirkt nach etwa 30 Minuten, sodass sich die Einnahmezeit planen lässt. Bei eingeschränkter Pumpfunktion ist die koronare Herzkrankheit mit etwa 50 % die häufigste Ursache, Kardiomyopathien folgen mit etwa 15 %.

Ablauf in drei Schritten: Grunderkrankung (koronare Herzkrankheit ca. 50 %, Kardiomyopathien ca. 15 %, Hypertonie, Klappenfehler) und akuter Auslöser (Vorhofflimmern über 110/min, Ischämie, Infektion, Blutdruckentgleisung, Kreatininanstieg, NSAR, Steroide) werden getrennt gesucht; danach werden Einnahmehindernisse geklärt: Nebenwirkungen, Zuzahlungsgrenze 2 beziehungsweise 1 %, Medikationsplan ab drei Arzneimitteln, Einnahmezeit des Furosemids. Ergebnisreihe: Ursache benennen, Auslöser behandeln, Hindernis lösen.

Abbildung: Die Grunderkrankung erklärt die Verletzlichkeit, der Auslöser den Zeitpunkt; Einnahmelücken werden mit konkreten Lösungen besprochen. Quelle: eigene Darstellung.

AuslöserhinweisGezielte Frage/UntersuchungWarum relevant?
Brustschmerz, neuer Leistungsknick12-Kanal-EKG, Troponin im VerlaufIschämie kann Pumpfunktion akut verschlechtern.
Herzrasen, unregelmäßiger PulsEKG, Frequenz und KreislaufwirkungSchneller Rhythmus verkürzt die Füllung.
Fieber, HustenInfektionsfokus, passende Labor-/BilddiagnostikInfekt erhöht Bedarf und kann Sepsis auslösen.
Neue MedikamenteNSAR, Steroide, Interaktionen, EinnahmeplanRetention oder Nierenschaden sind möglich.
Plötzliche DyspnoeEmbolie, Klappenproblem, Pneumothorax prüfenNicht jede Atemnot ist Volumenüberlastung.

Bei akutem Koronarsyndrom mit akuter Herzinsuffizienz ist eine sofortige Koronarangiografie innerhalb von 2 Stunden angezeigt; Troponin wird bevorzugt nach dem 0-h/1-h-Algorithmus bestimmt (ESC 2023).

Fünf Zeilen mit je drei Kästen: Warum relevant, gezielt prüfen, dann. Brustschmerz: EKG und hs-Troponin 0 h/1 h, bei akutem Koronarsyndrom mit akuter Herzinsuffizienz Koronarangiografie innerhalb 2 h. Herzrasen: EKG, Frequenz, Blutdruck; instabil Kardioversion, stabil Ziel unter 110/min. Fieber: Fokus, CRP, Bildgebung. Neue Medikamente: NSAR, Steroide, Interaktionen; absetzen, Kreatinin und Kalium kontrollieren. Plötzliche Dyspnoe: Lungenembolie, Klappe, Pneumothorax.

Abbildung: Jeder Auslöserhinweis führt zu einer gezielten Untersuchung und einer konkreten Konsequenz. Quelle: eigene Darstellung.

Ein schneller, unregelmäßiger Rhythmus ist ein häufiger und gut erkennbarer Auslöser:

12-Kanal-EKG mit unregelmäßigen Abständen zwischen den QRS-Komplexen, ohne abgrenzbare P-Wellen, mit schmalen QRS-Komplexen und schneller Kammerfrequenz.

Abbildung: Echtes 12-Kanal-EKG (25 mm/s, 10 mm/mV) eines 57-jährigen Patienten mit tachykardem Vorhofflimmern: absolut unregelmäßige RR-Abstände (etwa 310 bis 850 ms), keine abgrenzbaren P-Wellen, schmale QRS-Komplexe, mittlere Kammerfrequenz etwa 115/min. Die verkürzte Füllungszeit kann ein vorgeschädigtes Herz dekompensieren lassen; Frequenz und Kreislaufwirkung gehören deshalb in die Erstbeurteilung. Quelle: PTB-XL (Wagner et al.), PhysioNet, CC BY 4.0, ecg_id 15781; Kurvenwerte unverändert, neu gezeichnet.

Bei stabilem Kreislauf ist das erste Ziel eine Ruhefrequenz <110/min, meist mit Betablocker; bei LVEF ≤40 % werden Verapamil und Diltiazem vermieden. Führt die Tachykardie zu Schock, Lungenödem oder Ischämie, wird synchronisiert elektrisch kardiovertiert (ESC 2024).

Ablauf bei tachykardem Vorhofflimmern: EKG mit unregelmäßigen RR-Abständen, ohne P-Wellen, Frequenz etwa 115/min; kürzere Diastole und fehlende Vorhofkontraktion erhöhen den Füllungsdruck. Danach Kreislaufwirkung prüfen: instabil synchronisierte Kardioversion, stabil Ruhefrequenz unter 110/min mit Betablocker, bei LVEF bis 40 % kein Verapamil oder Diltiazem, Antikoagulation nach CHA2DS2-VA.

Abbildung: Die hohe Frequenz verkürzt die Füllungszeit; die Kreislaufwirkung entscheidet zwischen Kardioversion und Frequenzkontrolle. Quelle: eigene Darstellung.

Verdacht objektivieren

BNP (B-Typ-natriuretisches Peptid) und NT-proBNP (N-terminales Fragment seines Vorläufers) entstehen bei der Verarbeitung von proBNP; NT-proBNP ist biologisch inaktiv. Ihre Konzentrationen steigen häufig bei kardialer Wandspannung. Sie helfen besonders, die Wahrscheinlichkeit einer Herzinsuffizienz einzuordnen. Ein erhöhter Wert ist kein alleiniger Beweis: Alter, Vorhofflimmern, eingeschränkte Nierenfunktion und andere kardiale Belastungen können ihn erhöhen; Adipositas kann Werte senken.

Diagnoseweg in fünf Schritten: Ersteindruck instabil führt zu sofortiger Stabilisierung mit paralleler Suche nach akuter Ursache, stabil zu Anamnese, Befund und EKG, dann NT-proBNP mit Altersschwellen 125, 250 und 500 pg/ml und Echo binnen zwei Wochen ab 2000 pg/ml. Beide Wege münden in die Echokardiografie und die Einordnung als HFrEF mit LVEF unter 50 %, HFpEF oder andere Ursache.

Abbildung: Instabile Patienten werden parallel stabilisiert und untersucht; der strukturierte Weg über Peptid und Echo gilt für stabile Beschwerden. Quelle: eigene Darstellung.

Nicht akute Beschwerden: AlterNT-proBNP: Verdachtsschwelle 2026Konsequenz im passenden Kontext
Unter 50 Jahren≥125 pg/mlEchokardiografisch abklären.
50 bis 74 Jahre≥250 pg/mlEchokardiografisch abklären.
Ab 75 Jahren≥500 pg/mlEchokardiografisch abklären.

Diese altersbezogenen Werte unterstützen den Verdacht, beweisen ihn aber nicht. Die ältere ambulante Ausschlussgrenze von 125 pg/ml findet sich weiterhin in früheren Leitlinien und Briefen; sie ist nicht dieselbe Entscheidungsregel. Bei akut aufgetretener Dyspnoe macht NT-proBNP <300 pg/ml eine Herzinsuffizienz weniger wahrscheinlich. Bei hohem klinischem Verdacht, etwa bei Adipositas, wird auch unterhalb einer Schwelle weiter untersucht. Bei NT-proBNP >2000 pg/ml soll die fachärztliche/echokardiografische Abklärung beschleunigt erfolgen, vorzugsweise binnen zwei Wochen; Instabilität verlangt sofortiges Handeln. pg/ml und ng/l sind numerisch gleich. ESC 2026, Diagnostik.

Für BNP liegt die entsprechende Grenze bei akuter Dyspnoe bei <100 pg/ml.

Zwei Spalten: akute Dyspnoe mit NT-proBNP unter 300 pg/ml oder BNP unter 100 pg/ml als Grenze, nicht akute Beschwerden mit altersbezogenen Verdachtsschwellen 125, 250 und 500 pg/ml. Ergebnisreihe: unter der Schwelle andere Ursache suchen, über der Schwelle Echo und Ursachensuche, über 2000 pg/ml Echo binnen zwei Wochen.

Abbildung: Erst der Kontext entscheidet, welche Schwelle gilt; über 2000 pg/ml wird die Abklärung beschleunigt. Quelle: eigene Darstellung.

Unter Sacubitril/Valsartan kann BNP durch Neprilysinhemmung beeinflusst werden; NT-proBNP eignet sich besser, wenn ein Peptidverlauf beurteilt wird.

Entstehung von BNP und NT-proBNP aus proBNP bei kardialer Wandspannung. Höhere Werte bei Alter, Vorhofflimmern, eingeschränkter Nierenfunktion und anderen kardialen Belastungen; niedrigere Werte bei Adipositas. Unter Sacubitril/Valsartan kann BNP steigen, NT-proBNP bleibt für den Verlauf verwertbar.

Abbildung: Ein Einzelwert beweist die Diagnose nicht; Begleiterkrankungen und Sacubitril/Valsartan verändern die Interpretation. Quelle: eigene Darstellung.

Was welche Untersuchung beantwortet

Die transthorakale Echokardiografie beurteilt unter anderem EF, Kammergrößen, regionale Wandbewegung, Klappen und Rechtsherzfunktion. Dopplerbefunde und weitere Parameter helfen, Füllungsdrücke einzuschätzen. Kein einzelner Dopplerwert beweist jede HFpEF. Bei unklarer Belastungsdyspnoe kann eine spezialisierte Funktionsdiagnostik nötig sein. Wiederholte Messungen werden mit Zeitpunkt, Rhythmus, Bildqualität und klinischem Zustand verglichen.

Nach ESC 2026 sprechen etwa E/e′ >9 in Ruhe, ein linksatrialer Volumenindex >34 ml/m² (bei Vorhofflimmern >40 ml/m²) und eine Trikuspidalinsuffizienz-Geschwindigkeit >2,8 m/s für erhöhte Füllungsdrücke; eine LV-Masse ≥95 g/m² (Frauen) beziehungsweise ≥115 g/m² (Männer) und eine relative Wanddicke >0,42 zeigen strukturelle Veränderungen. Eine TAPSE <17 mm spricht für eine eingeschränkte rechtsventrikuläre Funktion, eine V. cava inferior >21 mm mit <50 % Atemkollaps für einen erhöhten rechten Vorhofdruck.

Vier Fragen an die transthorakale Echokardiografie: Pumpfunktion (LVEF unter 50 % HFrEF), Füllungsdruck (E/e′ über 9, LAVI über 34 ml/m², TR-Geschwindigkeit über 2,8 m/s), Struktur (LV-Masse ab 95 beziehungsweise 115 g/m², relative Wanddicke über 0,42) und rechtes Herz (TAPSE unter 17 mm, V. cava über 21 mm mit weniger als 50 % Kollaps).

Abbildung: Die TTE beantwortet vier Fragen; erst mehrere passende Befunde machen eine HFpEF wahrscheinlich. Quelle: eigene Darstellung.

Apikaler Vierkammerblick in Diastole und Systole: bei Aufnahme bleibt der erweiterte linke Ventrikel in der Systole fast gleich groß, Monate später verkleinert er sich in der Systole deutlich.

Abbildung: Echte transthorakale Aufnahmen im apikalen Vierkammerblick einer 57-jährigen Patientin mit neu diagnostizierter HFrEF bei Lyme-Karditis. Oben bei Aufnahme: Der erweiterte linke Ventrikel (LV) verkleinert sich von der Diastole zur Systole kaum (EF 10–15 %, globale Hypokinesie). Unten Monate nach antibiotischer und leitliniengerechter HF-Therapie: deutliche systolische Verkleinerung, EF über 50 %. Der Vergleich zeigt, warum Verlaufsmessungen mit Zeitpunkt und klinischem Zustand gelesen werden. Orientierung: Die Schallkopfspitze liegt oben, der LV im Bild rechts der Kammerscheidewand. Quelle: Shukla K, Basile EJ, Van Name J, Ray N. Cureus 2025;17:e78770, Abb. 2A/B und 3A/B, CC BY 4.0; zugeschnitten, Geräteeinblendungen entfernt, deutsche Beschriftung ergänzt.

UntersuchungKonkrete FrageBegrenzung
EKGIschämie, Rhythmus, Leitungsstörung?Misst keine EF und beweist keine Stauung.
EchoPumpen, Füllen, Klappen, rechtes Herz?Untersuchungsabhängig; Verlauf einbeziehen.
ThoraxröntgenStauung, Erguss, Pneumonie oder andere Ursache?Normales Bild schließt HF nicht aus.
LungenultraschallInterstitielles Syndrom, Ergüsse?B-Linien sind nicht spezifisch kardial.
BasislaborNa, K, Kreatinin/eGFR, Albumin-Kreatinin-Quotient im Urin, Blutbild, Leberwerte, TSH, HbA1c, Lipide, Ferritin und TransferrinsättigungOrganfunktion, Begleiterkrankungen und Eisenmangel erfassen.
Gezieltes ZusatzlaborBeispielsweise Troponin bei akuter Situation/IschämieverdachtVerlauf und klinische Frage bestimmen die Interpretation.

Die eGFR ist die geschätzte glomeruläre Filtrationsrate und dient der Einordnung der Nierenfunktion. Ferritin beschreibt Eisenspeicher, kann bei Entzündung aber erhöht sein; deshalb wird es zusammen mit der Transferrinsättigung beurteilt.

Orientierung: Bei Herzinsuffizienz unterstützt die ESC 2026 die Definition des Eisenmangels über eine Transferrinsättigung <20 %; Ferritin <100 µg/l oder 100–299 µg/l mit Transferrinsättigung <20 % war die bisherige Definition. Eine Anämie (WHO) liegt bei Hb <12 g/dl (Frauen) beziehungsweise <13 g/dl (Männer), eine Albuminurie ab einem Albumin-Kreatinin-Quotienten von 30 mg/g und ein Diabetes bei HbA1c ≥6,5 % vor.

Die Tabelle unterscheidet die aktuelle und die bisherige Eisenmangeldefinition bei Herzinsuffizienz.

DefinitionKriterium
Aktuell, ESC 2026Transferrinsättigung <20 %
Bisherige DefinitionFerritin <100 µg/l oder 100–299 µg/l mit Transferrinsättigung <20 %

Die folgende Laborabbildung zeigt noch die bisherige Eisenmangeldefinition.

Vier Laborgruppen: Niere und Elektrolyte mit Albumin-Kreatinin-Quotient ab 30 mg/g; Blut und Eisen mit Anämiegrenzen 12 und 13 g/dl und Eisenmangel bei Ferritin unter 100 µg/l oder 100 bis 299 µg/l mit TSAT unter 20 %; Stoffwechsel mit TSH und HbA1c ab 6,5 %; Leberwerte und Troponin nach 0-h/1-h-Algorithmus.

Abbildung: Jeder Basiswert beantwortet eine klinische Frage: Organfunktion, Begleiterkrankung oder Auslöser. Quelle: eigene Darstellung.

Stauung im Röntgenbild erkennen: Kerley-B-Linien sind kurze, waagerechte Linien an der seitlichen Lungenbasis, die bis an die Pleura reichen. Sie entstehen, wenn die Bindegewebssepten zwischen den Lungenläppchen durch Stauungsflüssigkeit verdickt sind. Flüssigkeit kann sich außerdem im Interlobärspalt oder als Pleuraerguss sammeln; ein vergrößerter Herzschatten weist auf eine Herzvergrößerung hin. Im Bild liegt die rechte Körperseite links. Fehlen diese Zeichen, ist eine Herzinsuffizienz nicht ausgeschlossen.

Thoraxaufnahme mit markierter Flüssigkeit im rechten Interlobärspalt, Kerley-B-Linien links basal und vergrößertem Herzschatten.

Abbildung: Echte Thoraxaufnahme im posterior-anterioren Strahlengang eines 83-jährigen Patienten mit Atemnot nach früherer Bypassoperation; die Drahtschlingen am Brustbein stammen von dieser Operation. Markiert sind Flüssigkeit im horizontalen Interlobärspalt rechts, Kerley-B-Linien links basal und der vergrößerte Herzschatten. Ein ausgeprägtes alveoläres Lungenödem liegt hier nicht vor. Quelle: Mikael Häggström, Wikimedia Commons, CC0 1.0; deutsche Markierungen ergänzt.

Lungenultraschall nebeneinander: links normale Lunge ohne senkrechte Streifen, Mitte mehrere helle senkrechte B-Linien, rechts konfluierende B-Linien als weiße Lunge.

Abbildung: Echte Lungenultraschallbilder (Linearschallkopf). B-Linien sind helle, senkrechte Streifen, die von der Pleuralinie bis zum unteren Bildrand reichen und sich mit der Atmung bewegen. Mehrere B-Linien sprechen für ein interstitielles Syndrom; bei konfluierenden B-Linien erscheint die Lunge weiß. Der Befund ist nicht spezifisch kardial: Er wird mit Echo, Peptiden und Klinik eingeordnet. Quelle: Gargani L. Cardiovasc Ultrasound 2011;9:6, Abb. 1, CC BY 2.0; drei Felder zugeschnitten, englische Beschriftung entfernt, deutsche Beschriftung ergänzt.

Kerley-B-Linien sind meist nur bis etwa 1 cm lang; ein Herz-Thorax-Quotient >0,5 im p.a.-Bild spricht für ein vergrößertes Herz. Im Lungenultraschall gilt ein Interkostalraum mit drei oder mehr B-Linien als positive Zone; zwei oder mehr positive Zonen je Seite sprechen für ein interstitielles Syndrom.

Röntgen und Lungenultraschall nebeneinander: Kerley-B-Linien bis etwa 1 cm, Interlobärspalt, Erguss, Herz-Thorax-Quotient über 0,5; im Ultraschall ab drei B-Linien je Interkostalraum eine positive Zone, ab zwei positiven Zonen je Seite interstitielles Syndrom. Einordnung mit Echo, NT-proBNP und Klinik; ein normales Röntgen schließt Herzinsuffizienz nicht aus.

Abbildung: Röntgen und Lungenultraschall zeigen Stauungszeichen; ihre Bedeutung ergibt sich erst zusammen mit Echo, Peptid und Klinik. Quelle: eigene Darstellung.

Ultraschall und Echo verwenden keine ionisierende Strahlung. Röntgen, CT und nuklearmedizinische Verfahren brauchen eine konkrete Fragestellung; unnötige Wiederholungen vermeiden und eine mögliche Schwangerschaft berücksichtigen. CT ist keine Routineuntersuchung jeder Dekompensation. Kardiales MRT kann beispielsweise bei unklarer Kardiomyopathie oder Entzündungsverdacht helfen. Bei Amyloidoseverdacht kommen spezialisierte Labor- und gegebenenfalls nuklearmedizinische Abklärungen infrage; dies ist kein allgemeines HF-Screening.

Zur Einordnung: Eine Thoraxaufnahme entspricht etwa 0,01–0,03 mSv, eine CT des Brustkorbs etwa 5 mSv (Bundesamt für Strahlenschutz). Hinweise auf eine Amyloidose sind etwa eine linksventrikuläre Wanddicke ≥12 mm zusammen mit Warnzeichen wie beidseitigem Karpaltunnelsyndrom; dann folgen freie Leichtketten mit Immunfixation in Serum und Urin sowie eine Knochenszintigrafie.

Bildgebung nach Fragestellung: Echo und Ultraschall ohne Strahlung; Thoraxaufnahme etwa 0,01 bis 0,03 mSv, CT des Brustkorbs etwa 5 mSv und keine Routine. Bei besonderem Verdacht kardiales MRT oder Amyloidoseabklärung mit LV-Wand ab 12 mm und Warnzeichen, freien Leichtketten, Immunfixation und Knochenszintigrafie.

Abbildung: Die Fragestellung bestimmt die nächste Untersuchung; CT und Amyloidoseabklärung sind keine allgemeine Routine bei jeder Herzinsuffizienz. Quelle: eigene Darstellung.

Ausgearbeitetes Beispiel: Belastungsdyspnoe, erhöhtes NT-proBNP und EF 30 % machen symptomatische HFrEF plausibel. Sie erklären noch nicht deren Ursache. Ein altes Infarktereignis, neue Ischämie, Klappenbefund und Rhythmus werden gezielt geprüft; die Akutbehandlung richtet sich gleichzeitig nach Stauung und Perfusion.

Freie Antwort

Zwei Grenzen auseinanderhalten

Aufgabe: Bei einer 42-jährigen Person mit chronisch zunehmender Belastungsdyspnoe liegt NT-proBNP bei 220 pg/ml. Jemand will die Herzinsuffizienz ausschließen, weil der Wert unter 300 liegt. Begründe die Korrektur und den nächsten Untersuchungsschritt.

Die Tabelle enthält die Angaben, auf die sich die Begründung beziehen soll.

BereichAngabe
Alter42 Jahre
VerlaufChronisch zunehmende Belastungsdyspnoe
NT-proBNP220 pg/ml
Genannte BegründungAusschluss, weil der Wert unter 300 pg/ml liegt
In der App sprechen üben →

Multiple Choice

Ein hoher Wert ohne Schnellschluss

Aufgabe: Eine adipöse Patientin mit Vorhofflimmern und chronischer Nierenkrankheit hat Dyspnoe, erhöhtes NT-proBNP und EF 56 %. Welche Aussage ist richtig?

Die Tabelle fasst die vorliegenden Angaben der Patientin zusammen.

BereichAngabe
BeschwerdeDyspnoe
BegleiterkrankungenAdipositas, Vorhofflimmern, chronische Nierenkrankheit
NT-proBNPErhöht
Ejektionsfraktion56 %
  1. a)Die erhaltene EF schließt eine kardiale Ursache aus.
  2. b)Das erhöhte Peptid beweist HFpEF unabhängig vom Echo.
  3. c)Eine HFpEF ist möglich; Füllungsbefunde, Vorgeschichte und Alternativen müssen dazu passen.
Lösung in der App →

Akut handeln

Lernziel: Du kannst Lungenödem und Schock erkennen und erste Maßnahmen priorisieren.

Atemnot zunächst nach Gefahr ordnen

Akute Dekompensation bedeutet eine klinische Verschlechterung, die eine dringliche Therapieanpassung erfordert. Die ESC 2026 verwendet dafür den Oberbegriff „decompensated heart failure“. Das kann erstmals auftreten oder eine bekannte Herzinsuffizienz betreffen. Eine schwere Hypoxämie oder ein Schock wird sofort behandelt, während die Ursachenklärung läuft.

Beim kardialen Lungenödem erhöht sich der hydrostatische Druck in der Lunge. Flüssigkeit beeinträchtigt den Gasaustausch; Atemarbeit und Angst können erheblich steigen. Nicht immer besteht eine langsame Zunahme der gesamten Körperflüssigkeit: Ein rascher Druckanstieg und eine Umverteilung können ein hypertensives Lungenödem auslösen.

Als erhöht gilt ein pulmonalarterieller Verschlussdruck (PAWP) über 15 mmHg; steigt er weiter, tritt Flüssigkeit zuerst ins Interstitium und dann in die Alveolen über.

Von oben nach unten: langsame Volumenzunahme oder rasche Umverteilung erhöhen den linken Füllungsdruck (PAWP über 15 mmHg); es folgen interstitielles Ödem mit Kerley-B- und B-Linien, alveoläres Ödem mit Rasselgeräuschen und SpO₂ unter 90 Prozent sowie Atemnot mit Atemfrequenz über 25 pro Minute; unten drei farbige Konsequenzen: Sauerstoff/NIV, Schleifendiuretikum, Vasodilatator.

Abbildung: Zwei Wege führen zum selben Druckanstieg. Folge den Stufen von oben nach unten: Jede Stufe hat einen eigenen Befund, und die farbige Zeile zeigt, welche Maßnahme der jeweilige Befund anstößt. Quelle: eigene Darstellung.

Bedrohliche AlternativeHinweis im FallSofortige diagnostische Richtung
ACS/akute KlappenkomplikationBrustschmerz, Ischämiezeichen, neues GeräuschEKG, Troponin, dringliches Echo/Kardiologie
LungenemboliePlötzlicher Beginn, pleuritischer Schmerz, RisikofaktorenKreislaufstatus, klinische Wahrscheinlichkeit, gezielte Bildgebung
Pneumonie/SepsisInfektzeichen, fokaler Befund, OrgandysfunktionFokusdiagnostik und zeitkritische Behandlung
COPD/AsthmaObstruktives Atemmuster, VorgeschichteObstruktion und Blutgase prüfen; HF kann koexistieren.
PneumothoraxPlötzlicher Schmerz, einseitiger BefundBei Instabilität unverzügliche Notfalldiagnostik/-therapie

Giemen kann auch beim Lungenödem vorkommen. Weder Giemen noch Rasselgeräusche dürfen die Differenzialdiagnostik allein bestimmen.

Auch die Thoraxaufnahme grenzt ein kardiogenes Lungenödem nicht allein ab. Vergleiche die Verteilung der Verschattungen und bewerte sie immer zusammen mit Klinik und Echo.

Zwei Thoraxaufnahmen im Liegen untereinander: oben kardiogenes Lungenödem mit unscharfer, verdichteter Zeichnung um beide Hili; unten ARDS mit fleckigen, teils konfluierenden Verschattungen in beiden Lungen.

Abbildung: Zwei echte Thoraxaufnahmen im anterior-posterioren Strahlengang. A: Kardiogenes Lungenödem bei akutem Vorderwandinfarkt. Achte auf die unscharfe, verdickte Gefäß- und Bronchialzeichnung um beide Hili und auf feine Septumlinien (Kerley-B-Linien). B: Nicht kardiogenes Lungenödem (ARDS) bei Pneumokokken-Pneumonie mit septischem Schock. Hier sieht man fleckige, beidseitige Verschattungen mit Luftbronchogramm. Die runden Metallschatten sind EKG-Elektroden. Das Röntgenbild allein trennt beide Formen nicht sicher; Anamnese, Infektzeichen, Echo und Verlauf entscheiden. Quelle: Zanza C et al., Adv Respir Med 2023;91(5):445 (Abb. 3), doi:10.3390/arm91050034, CC BY 4.0; zugeschnitten, untereinander angeordnet, deutsch beschriftet.

Für ein ARDS verlangt die Berlin-Definition einen Beginn innerhalb einer Woche nach dem Auslöser, beidseitige Verschattungen und einen PaO₂/FiO₂-Quotienten ≤300 mmHg bei PEEP ≥5 cmH₂O, die sich nicht allein durch Herzinsuffizienz oder Überwässerung erklären.

Oben beidseitige Verschattung; links typische Zeichen des kardiogenen Lungenödems (zentral um die Hili, Kerley-B-Linien, Pleuraergüsse, großer Herzschatten), rechts des ARDS (fleckig peripher, Luftbronchogramm, selten Ergüsse, normale Herzgröße); darunter Berlin-Kriterien und die Entscheidung durch Klinik und Echo; unten drei Ergebnisfelder.

Abbildung: Lies die beiden Röntgenbilder oben mit dieser Gegenüberstellung. Die Zeichen sind nur Hinweise; Berlin-Kriterien, Echo und Verlauf entscheiden. Quelle: eigene Darstellung.

Oxygenierung und Atemunterstützung

Oxygenierung meint die Aufnahme von Sauerstoff ins Blut, Ventilation den Luftaustausch einschließlich CO₂-Abgabe. Eine gute SpO₂ schließt ein Ventilationsproblem nicht aus. Bei Erschöpfung, Bewusstseinsstörung oder möglicher CO₂-Retention hilft eine Blutgasanalyse; klinische Hilfe wartet nicht auf das Ergebnis.

Die Tabelle trennt Sauerstoffaufnahme und Luftaustausch.

FunktionBedeutungGrenze der Beurteilung
OxygenierungSauerstoffaufnahme ins BlutEine gute SpO₂ schließt ein Ventilationsproblem nicht aus.
VentilationLuftaustausch einschließlich CO₂-AbgabeBei Erschöpfung, Bewusstseinsstörung oder möglicher CO₂-Retention hilft die BGA.

ABCDE ordnet lebenswichtige Funktionen: A Atemweg, B Atmung, C Kreislauf, D neurologischer Zustand, E gezielte vollständige Untersuchung unter Wärmeerhalt. Lebensbedrohliche Probleme werden beim Erkennen behandelt und danach erneut beurteilt.

Nach ERC ist unter C eine Rekapillarisierungszeit über 2 Sekunden auffällig; über 3 Sekunden gilt sie als deutliches Schockzeichen (U02). Unter D gehört eine Blutzuckermessung dazu.

Von oben nach unten: Hilfe rufen und Monitoring, dann A Atemweg, B Atmung mit Atemfrequenz über 25 pro Minute und SpO₂ unter 90 Prozent, C Kreislauf mit Rekapillarisierung über 2 Sekunden, D Neurologie mit AVPU/GCS und Blutzucker, E Untersuchung; unten drei farbige Folgen.

Abbildung: Jeder Buchstabe hat eigene Prüfpunkte mit Schwellen. Ein erkanntes Problem wird sofort behandelt, danach beginnt die Beurteilung erneut bei A. Quelle: eigene Darstellung.

Fordere Unterstützung an, gehe nach ABCDE vor und beginne Monitoring einschließlich EKG, Blutdruck und SpO₂. Bei schwerer Atemnot und stabilem Kreislauf ist ein aufgerichteter Oberkörper häufig entlastend. Lege einen venösen Zugang und untersuche parallel mit fokussiertem Ultraschall/Echo, soweit verfügbar.

Lungenultraschall mit glatter, heller Pleuralinie oben (Pfeil) und mehreren hellen, senkrechten Artefaktbändern, die bis zum unteren Bildrand reichen.

Abbildung: Echter Lungenultraschall mit Sektorschallkopf bei kardiogenem Lungenödem. Unter der glatten Pleuralinie (Pfeil) ziehen mehrere helle, senkrechte Artefakte bis zum unteren Bildrand: B-Linien. Drei oder mehr B-Linien in einem Interkostalraum gelten als positive Zone. Mehrere positive Zonen auf beiden Seiten sprechen für ein interstitielles Syndrom. B-Linien sind nicht spezifisch kardial; sie kommen auch bei Pneumonie, ARDS und Lungenfibrose vor. Bei Fibrose ist die Pleuralinie meist unregelmäßig. Die grüne Linie am unteren Rand ist die EKG-Ableitung des Geräts. Quelle: Gargani L, Volpicelli G., Cardiovasc Ultrasound 2014;12:25 (Abb. 11A), doi:10.1186/1476-7120-12-25, CC BY 4.0; Teilbild A zugeschnitten, deutsch beschriftet.

Sauerstoff wird bei Hypoxämie gegeben, nicht routinemäßig bei normaler Sättigung. ESC-Orientierung: SpO₂ <90 % oder PaO₂ <60 mmHg. Dosiere kontrolliert und überwache den Effekt; bei Hyperkapnierisiko ist eine angepasste Zielvorgabe mit Blutgaskontrolle erforderlich. Eine schlechte periphere Durchblutung kann den Pulsoxymeterwert unzuverlässig machen.

Die deutsche S3-Leitlinie zur Sauerstofftherapie nennt als Zielbereich meist eine SpO₂ von 92–96 %, bei Hyperkapnierisiko 88–92 %.

Bei Lungenödem mit deutlicher Atemnot, beispielsweise Atemfrequenz >25/min und SpO₂ <90 %, ist früh eine nicht invasive Beatmung (NIV) zu erwägen. Positiver Druck verbessert die Belüftung und kann das linke Herz entlasten; er kann aber Blutdruck und venösen Rückstrom senken. NIV verlangt Mitarbeit, Schutzreflexe und enge Überwachung. Bei Erbrechen, nicht geschütztem Atemweg oder progredienter Erschöpfung darf sie die Intubation nicht verzögern. Bei Schock ist die Atemunterstützung besonders sorgfältig durch ein erfahrenes Team zu steuern. ESC 2026, offizielle Empfehlungen zur Atemunterstützung.

Oben SpO₂, Atemfrequenz und Bewusstsein messen; Entscheidungsraute SpO₂ unter 90 Prozent oder PaO₂ unter 60 mmHg: ja führt zu kontrolliertem Sauerstoff mit Zielbereich 92 bis 96 beziehungsweise 88 bis 92 Prozent, nein zu keinem Routine-Sauerstoff; bei Lungenödem mit Atemfrequenz über 25 pro Minute und SpO₂ unter 90 Prozent folgt frühe NIV; darunter Gründe für eine Intubation und zwei farbige Verlaufsfelder.

Abbildung: Die Bedingungen stehen an den Pfeilen. Achte auf den Übergang zur NIV und auf die dunkelrote Box: Sie nennt die Lagen, in denen NIV die Intubation nicht verzögern darf. Quelle: eigene Darstellung.

Parallel sucht die ESC 2026 akute Auslöser mit dem Merkwort CHAMPIT: akutes Koronarsyndrom, hypertensiver Notfall, Arrhythmie, mechanische Ursache, Lungenembolie, Infektion/Entzündung und Tamponade.

Oben dekompensierte Herzinsuffizienz; links akute Auslöser nach CHAMPIT, rechts vier klinische Bilder (kardiogener Schock, akutes Lungenödem, links- und rechtsführende Dekompensation); darunter Atemunterstützung nach Bedarf und vier grüne Therapiekästen; unten drei farbige Ergebnisfelder.

Abbildung: Auslöser und klinisches Bild werden gleichzeitig geklärt; das Bild bestimmt die Therapie. Vergleiche die vier grünen Kästen: Nur beim Schock steht die Kreislaufstützung vorn. Quelle: eigene Darstellung.

Entstauen oder Kreislauf stützen?

Bei Stauung werden intravenöse Schleifendiuretika eingesetzt. Als Initialbeispiel bei Erwachsenen ohne vorherige Schleifendiuretika kommen 20–40 mg Furosemid i.v. infrage. Bei Vorbehandlung richtet sich die Startdosis nach der bisherigen Gesamttagesdosis, Nierenfunktion und Schwere; dieselbe kleine Standarddosis ist dann nicht automatisch ausreichend. Urinausscheidung, Symptome, Blutdruck und Labor werden früh kontrolliert und die Dosis anhand der Antwort angepasst.

Bei oraler Vorbehandlung beträgt die erste i.v.-Dosis als Orientierung das 1- bis 2-Fache der oralen Tagesdosis; die ESC 2026 nennt die doppelte Tagesdosis.

Furosemid wird langsam gegeben: bei der genannten Injektionslösung höchstens 4 mg/min, bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz (Serumkreatinin >5 mg/dl) höchstens 2,5 mg/min. Beispiel: 40 mg bei 10 mg/ml sind 4 ml; bei maximal 4 mg/min dauert die Gabe mindestens 10 Minuten. Kontraindikationen wie ausgeprägter Volumenmangel, schwere Elektrolytstörungen oder Anurie ohne Ansprechen müssen beachtet werden. Fachinformation Lasix i.v., Abschnitte 4.2–4.4.

Oben Kontraindikationen; Verzweigung nach Vorbehandlung: ohne Vorbehandlung 20 bis 40 mg i.v., nach ESC 2026 40 mg; mit oraler Vorbehandlung 1- bis 2-fache orale Tagesdosis i.v., nach ESC 2026 die doppelte; danach höchstens 4 mg pro Minute, bei Serumkreatinin über 5 mg/dl höchstens 2,5 mg pro Minute; Rechenbeispiel 4 ml und mindestens 10 beziehungsweise 16 Minuten; unten Kontrollen nach 2 und 6 Stunden, Labor und Dosisanpassung.

Abbildung: Die Vorbehandlung entscheidet über die Startdosis, die Nierenfunktion über die Höchstgeschwindigkeit. Rechne das Beispiel selbst nach, bevor du die Lösung liest. Quelle: eigene Darstellung.

Nach ESC 2026 zeigen ein Spoturin-Natrium ≥70 mmol/l nach 2 Stunden oder eine Urinmenge ≥100 ml/h in den ersten 6 Stunden ein ausreichendes Ansprechen; sonst wird die Dosis verdoppelt oder bei Vorbehandlung Acetazolamid i.v. beziehungsweise Hydrochlorothiazid ergänzt. Kreatinin und Elektrolyte werden mindestens alle 24 Stunden kontrolliert.

Oben Start mit 40 mg Furosemid oder 1- bis 2-facher oraler Tagesdosis; Messung von Spoturin-Natrium nach 2 Stunden und Urinmenge in 6 Stunden; Raute Urin-Natrium mindestens 70 mmol/l oder Urin mindestens 100 ml pro Stunde: ja führt zur Wiederholung alle 12 Stunden, nein zu Dosisverdopplung oder Kombination, erneuter Prüfung und Eskalation; unten Laborkontrolle alle 24 Stunden und drei farbige Ergebnisfelder.

Abbildung: Die Antwort wird nach 2 und 6 Stunden gemessen, nicht geschätzt. Folge dem roten Pfad bei unzureichender Antwort bis zur Eskalation. Quelle: eigene Darstellung.

SituationBehandlungsprinzipSicherheitsgrenze
Stauung, ausreichende PerfusionSchleifendiuretikum; Wirkung früh kontrollierenKeine Entwässerung ohne Verlaufsbeurteilung
Hypertensives LungenödemAtemunterstützung, Entstauung; i.v. Vasodilatator erwägenBlutdruck überwachen; Nitrate bei Hypotonie/PDE-5-Hemmern kontraindiziert
Hypoperfusion/SchockIntensivteam, Ursache behandeln, ggf. Vasopressor/InotropikumKeine unkritische Nitrat- oder große Flüssigkeitsgabe

Intravenöse Vasodilatatoren kommen nach ESC bei systolischem Druck >110 mmHg infrage, besonders bei Druckentgleisung. Vor Nitraten nach kürzlich eingenommenen PDE-5-Hemmern fragen und relevante Ausflussbehinderungen beziehungsweise Rechtsherzinfarkt berücksichtigen. Eine Infusion wird durch das überwachte Behandlungsteam nach Präparat und lokalem Protokoll titriert. Opioide gehören nicht zur Routinebehandlung des Lungenödems.

Nach Tadalafil sollen laut Fachinformation mindestens 48 Stunden bis zu einer Nitratgabe vergehen, nach Sildenafil oder Vardenafil gelten als Orientierung 24 Stunden.

Oben Frage nach Nitrat i.v. beim Lungenödem; zuerst Blutdruck mit Schwelle systolisch über 110 mmHg, dann Kontraindikationen (Hypotonie unter 90 mmHg, PDE-5-Hemmer innerhalb 24 beziehungsweise 48 Stunden, Ausflussbehinderung, Rechtsherzinfarkt); Verzweigung in Nitrat i.v. oder Behandlung ohne Nitrat; unten drei farbige Verlaufsfelder.

Abbildung: Erst der Blutdruck, dann die Kontraindikationen: Nur wenn beides passt, folgt der grüne Pfad. Fällt der Blutdruck unter 90 mmHg, wird das Nitrat gestoppt. Quelle: eigene Darstellung.

Schock: kardial bedingte Minderperfusion

Lesetext und ausgearbeitetes Beispiel

Der kardiogene Schock entsteht, wenn eine primär kardiale Störung den Kreislauf so beeinträchtigt, dass Organe unzureichend perfundiert werden. Typisch sind Hypotonie, kalte Haut, Verwirrtheit, Oligurie und erhöhtes Laktat. Er muss von distributivem, hypovolämischem und obstruktivem Schock unterschieden werden; Mischformen sind möglich.

Die deutsch-österreichische S3-Leitlinie verlangt dafür einen systolischen Blutdruck <90 mmHg über mindestens 30 Minuten (oder Vasopressorbedarf) plus Zeichen der Minderperfusion, etwa Laktat >2 mmol/l oder Urin <30 ml/h.

Oben Schock als Organminderperfusion; vier Kästen: kardiogen mit gestauten Halsvenen und reduzierter Pumpfunktion, hypovolämisch mit flachen Halsvenen, distributiv bei Sepsis oder Anaphylaxie, obstruktiv bei Lungenembolie, Tamponade oder Spannungspneumothorax; darunter S3-Kriterien des kardiogenen Schocks und drei farbige Ergebnisfelder.

Abbildung: Halsvenen und Echo trennen die vier Formen am schnellsten. Achte auf die Kriterienbox: Hypotonie allein genügt nicht, es braucht Zeichen der Minderperfusion. Quelle: eigene Darstellung.

Bei einer Patientin nach Infarkt treten RR 78/50 mmHg, kaltschweißige Haut und ein neues Systolikum auf. Die Priorität ist überwachte Schockversorgung mit sofortigem Echo und Kardiologie/Herzzentrum: Eine mechanische Komplikation muss rasch erkannt werden. Noradrenalin kann unter Intensivüberwachung den Perfusionsdruck stützen; bei weiter unzureichendem Auswurf wird eine inotrope Therapie individuell erwogen. Diese Mittel ersetzen keine Revaskularisation oder Korrektur einer mechanischen Ursache. Mechanische Kreislaufunterstützung und Transplantationsfragen gehören in ein spezialisiertes Team.

Die S3-Leitlinie nennt als Ziel einen mittleren arteriellen Druck um 65 mmHg (Korridor 65–75 mmHg) und Dobutamin als Inotropikum; nach ESC 2026 kommt eine Mikroaxialpumpe nur bei ausgewählten Patienten mit STEMI-bedingtem Schock infrage, eine IABP nicht routinemäßig.

Oben Schock mit neuem Systolikum nach Infarkt, RR 78/50 mmHg; dann sofort Echo und Schocküberwachung mit Laktat über 2 mmol/l und Urin unter 30 ml pro Stunde; parallel Noradrenalin mit MAP um 65 mmHg und ggf. Dobutamin sowie Revaskularisation oder Herzchirurgie; danach Shock-Team mit MCS-Entscheidung; unten drei farbige Felder nach MAP.

Abbildung: Kreislaufstützung und Ursachenbehandlung laufen nebeneinander. Die farbige Zeile zeigt, wie der MAP-Korridor von 65–75 mmHg die Noradrenalin-Dosis steuert. Quelle: eigene Darstellung.

Im Echo zeigen sich die zwei typischen mechanischen Ursachen eines neuen Systolikums nach Infarkt: der Papillarmuskelabriss mit akuter Mitralinsuffizienz und die Ventrikelseptumruptur mit Links-rechts-Shunt.

Beide treten meist in den ersten Tagen auf (Papillarmuskelabriss etwa 2–7, Septumruptur etwa 3–5 Tage nach dem Infarkt) und verlangen eine dringliche chirurgische oder interventionelle Korrektur, bei Instabilität mit temporärer Kreislaufunterstützung als Brücke.

Oben neues Systolikum nach Infarkt; links Papillarmuskelabriss (etwa 2 bis 7 Tage, Holosystolikum an der Spitze, durchschlagendes Segel, Lungenödem), rechts Ventrikelseptumruptur (etwa 3 bis 5 Tage, raues Holosystolikum links parasternal, Links-rechts-Shunt, Schock); darunter Therapie im Herzzentrum; unten drei farbige Felder.

Abbildung: Zeitpunkt, Geräusch und Echo unterscheiden die beiden Komplikationen. Vergleiche danach die zwei echten Echobilder. Quelle: eigene Darstellung.

Zwei transösophageale Echobilder untereinander: oben ein abgerissener Papillarmuskelkopf am Mitralsegel (Pfeil), unten ein breiter, exzentrischer Farbdoppler-Jet in den linken Vorhof.

Abbildung: Echte transösophageale Echokardiografie (TEE) bei akuter schwerer Mitralinsuffizienz nach Papillarmuskelabriss. Im TEE liegt der linke Vorhof schallkopfnah oben. A: Der abgerissene Papillarmuskelkopf (Pfeil) hängt am durchschlagenden vorderen Mitralsegel und schlägt in den Vorhof. B: Der Farbdoppler zeigt einen exzentrischen, nach posterior gerichteten Jet einer schweren Mitralinsuffizienz. Die Folge können ein akutes Lungenödem und ein kardiogener Schock sein. Die mechanische Ursache muss rasch korrigiert werden, in der Regel herzchirurgisch. Quelle: Czarnecki A et al., Cardiovasc Ultrasound 2008;6:5 (Abb. 1A und 2A), doi:10.1186/1476-7120-6-5, CC BY 2.0; zugeschnitten, Originalbuchstaben abgedeckt, untereinander angeordnet, deutsch beschriftet.

Oben transthorakales Echo im Vierkammerblick mit farbigem Fluss durch das Kammerseptum (Pfeil), unten Kardio-MRT in der kurzen Achse mit Defekt im Septum zwischen linkem und rechtem Ventrikel (Pfeile).

Abbildung: Echte Bildgebung einer Ventrikelseptumruptur nach inferiorem Infarkt. A: Transthorakales Echo im apikalen Vierkammerblick. Der Farbdoppler zeigt einen Links-rechts-Shunt durch das Septum (Pfeil). B: Kardio-MRT in der kurzen Achse. Der Defekt im mittleren inferioren Septum (Pfeile) verbindet den linken und den rechten Ventrikel. Klinisch fallen typischerweise ein neues, raues Systolikum und eine rasche hämodynamische Verschlechterung auf. LV/RV = linker/rechter Ventrikel, LA/RA = linker/rechter Vorhof. Quelle: Dhaliwal S et al., BMC Res Notes 2012;5:583 (Abb. 3A und 3B), doi:10.1186/1756-0500-5-583, CC BY 2.0; zugeschnitten, Originalbuchstaben abgedeckt, untereinander angeordnet, deutsch beschriftet.

Freie Antwort

Die erste Minute begründen

Aufgabe: Ein wacher Patient ist schwer orthopnoisch, AF 32/min, SpO₂ 84 % unter Raumluft, RR 190/105 mmHg, beidseits Rasselgeräusche. Ergänze drei erste Maßnahmen mit Zweck.

Die Tabelle bündelt die Befunde aus der ersten Beurteilung.

ParameterAngabe
BewusstseinWach
AtmungSchwer orthopnoisch
Atemfrequenz32/min
SpO₂ unter Raumluft84 %
Blutdruck190/105 mmHg
LungenbefundBeidseits Rasselgeräusche

Röntgen-Thorax im Liegen von vorn mit EKG-Elektroden und Kabeln: stark verbreiterter Herzschatten, beidseits vermehrte, unscharfe Lungenzeichnung, vor allem um die Lungenwurzeln und in den unteren Feldern.

Abbildung: Beispielaufnahme eines anderen Menschen mit stark erhöhtem Blutdruck: stark verbreiterter Herzschatten und beidseits vermehrte, unscharfe Lungenzeichnung. Quelle: Sarguroh T, Punjwani A (Cureus 2023;15:e47545, Abb. 1), CC BY 3.0

In der App sprechen üben →

Multiple Choice

Die Strategie wechseln

Aufgabe: Bei einem anderen Patienten mit Lungenödem fällt der Blutdruck auf 76/48 mmHg; er wird somnolent. Welche Entscheidung passt?

Die Tabelle zeigt die beschriebene Veränderung des Zustands.

BereichAngabe
AusgangssituationLungenödem
Blutdruck im VerlaufAbfall auf 76/48 mmHg
Bewusstsein im VerlaufSomnolent

Lungenultraschall mit Konvexsonde: Unter der hellen Pleuralinie ziehen mehrere helle, senkrechte Streifen bis zum unteren Bildrand; kleine Pfeile mit dem Buchstaben B aus der Originalabbildung markieren sie.

Abbildung: Beispielbild eines anderen Menschen: mehrere senkrechte B-Linien in einem Zwischenrippenraum, wie sie bei Flüssigkeit im Lungeninterstitium auftreten. Quelle: Shaul NC, Smeltz AM, Raff EJ et al. (J Cardiovasc Imaging 2026;34:17, Abb. 4B), CC BY 4.0

  1. a)Nitrat erhöhen, weil das Lungenödem fortbesteht.
  2. b)Schock- und Atemwegsversorgung eskalieren, sofortige Ursachenklärung und Kreislaufstützung organisieren.
  3. c)Zwei Liter Flüssigkeit geben, weil jeder niedrige Blutdruck Volumenmangel bedeutet.
Lösung in der App →

Medikamente wählen

Lernziel: Du kannst Dauertherapie nach Nutzen, EF, Verträglichkeit und Risiken auswählen.

Unterschiedliche Ziele kombinieren

Die Dauerbehandlung soll Beschwerden lindern, Krankenhauseinweisungen verhindern und bei geeigneten Therapien das Überleben verbessern. Dazu kommen Behandlung der Ursache und der Begleiterkrankungen. Medikamente wirken an verschiedenen Stellen; eine hohe Dosis eines einzelnen Mittels ersetzt die anderen wirksamen Gruppen nicht.

Von oben nach unten: symptomatische HFrEF mit den Zielen weniger Beschwerden, weniger Klinikaufnahmen und längeres Überleben; vier grüne Kästen für ACE-Hemmer oder ARNI, Betablocker, MRA und SGLT2-Inhibitor mit Beispieldosen; darunter gemeinsamer Beginn mit höchstens zwei neuen Substanzen und Kontrollen alle 1–2 Wochen, ergänzend das Schleifendiuretikum; unten drei farbige Ergebniskästen.

Abbildung: Vier Gruppen mit unterschiedlichem Wirkprinzip werden kombiniert und verträglich gesteigert; das Schleifendiuretikum lindert Stauung, ersetzt aber keine Prognosetherapie. Die Bezeichnung HFrEF folgt ESC 2026; die Stärke der Evidenz hängt auch von der konkreten EF ab. Quelle: eigene Darstellung.

GruppeWirkprinzip in einfachen WortenZentraler Kontrollpunkt
ACE-Hemmer oder ARNI; ARB bei geeigneter AlternativeDämpfen Angiotensinwirkung; ARNI verstärkt zusätzlich natriuretische SignaleDruck, Kalium, Nierenfunktion
Evidenzbasierter BetablockerBremst schädliche chronische SympathikusaktivierungPuls, Druck, Stabilität
MRABlockiert MineralokortikoidwirkungHyperkaliämie, Nierenfunktion
SGLT2-InhibitorVerändert renale Glukose-/Natriumrückresorption mit kardiorenalem NutzenVolumenstatus, Nierenfunktion, Ketoazidosezeichen

ACE-Hemmer hemmen das Angiotensin-Converting-Enzym; ARB blockieren den Angiotensin-II-Rezeptor. ARNI bedeutet Angiotensinrezeptor-Neprilysin-Inhibitor; Sacubitril/Valsartan kombiniert beide Wirkungen. MRA bedeutet Mineralokortikoidrezeptorantagonist. SGLT2 steht für Natrium-Glukose-Kotransporter 2. Seine Inhibitoren nützen bei Herzinsuffizienz auch Menschen ohne Diabetes. Schleifendiuretika entstauen und lindern Symptome; sie ersetzen keine krankheitsmodifizierende Basistherapie.

Nach ESC 2026 gehören SGLT2-Inhibitor und MRA zur symptomatischen Herzinsuffizienz über das EF-Spektrum. Bei HFrEF kommen die weiteren genannten Grundpfeiler hinzu. Die neue HFrEF-Gruppe umfasst auch EF 41–49 %; für ACE-Hemmer/ARB/ARNI und Betablocker ist die Evidenz in diesem Teilbereich weniger unmittelbar als bei stärker reduzierter EF. Bei HFpEF liegt ein wesentlicher nachgewiesener Nutzen in weniger HF-Ereignissen; eine allgemeine Senkung der Gesamtsterblichkeit darf daraus nicht abgeleitet werden. ESC 2026, Therapieempfehlung mit Evidenzgrenzen.

Von oben nach unten: symptomatische Herzinsuffizienz; SGLT2-Inhibitor, MRA und Diuretikum bei Stauung für alle EF-Bereiche; drei Äste für EF bis 40 Prozent, EF 41 bis 49 Prozent und EF ab 50 Prozent mit den jeweils hinzukommenden Wirkstoffen; unten der jeweils belegte Nutzen.

Abbildung: Die aktuelle EF bestimmt, welche Gruppen zur gemeinsamen Basis aus SGLT2-Inhibitor und MRA hinzukommen und wie direkt ihr Nutzen belegt ist. Quelle: eigene Darstellung.

Sicher beginnen und steigern

Beurteile vor der Auswahl Blutdruck, Puls/Rhythmus, Stauung, Kalium, Nierenfunktion, Begleitmedikation und Präferenzen. Beginne die geeigneten Wirkstoffgruppen zeitnah, sobald die klinische Situation es erlaubt, und steigere verträglich. Die ESC 2026 empfiehlt, die Basistherapie mindestens alle 1–2 Wochen anhand von Beschwerden, Vitalwerten und Labor zu steigern. Für die einzelne Substanz nennen die NVL 2023 und die Sacubitril/Valsartan-Fachinformation Schritte im Abstand von 2–4 Wochen. Praktisch lässt sich beides verbinden, indem bei engmaschigen Kontrollen abwechselnd verschiedene Substanzen begonnen oder gesteigert werden; die NVL rät, nicht mehr als zwei Substanzen gleichzeitig neu zu beginnen. Ein Patient im Schock wird nicht durch routinemäßiges Starten oder Hochdosieren eines Betablockers behandelt. Ein Kreatininanstieg bis etwa 50 % über den Ausgangswert ist unter RAAS-Hemmung meist tragbar; bei stärkerem Anstieg, Kalium ≥5,5 mmol/l oder systolisch ≤95 mmHg mit Beschwerden werden zuerst Begleitmedikamente angepasst und dann die Dosis gesenkt.

Von oben nach unten: stabiler Kreislauf; Ausgangswerte erfassen; höchstens zwei Substanzen gleichzeitig neu beginnen; Kontrolle alle 1–2 Wochen; drei Äste: verträglich weiter steigern, Grenzbefund Stufe halten, Warnzeichen reduzieren; unten Zieldosis, Ursachensuche und kein Betablocker-Start im Schock.

Abbildung: Beginn und Steigerung folgen einem festen Kontrollrhythmus; Laborwerte und Kreislauf entscheiden, ob gesteigert, gehalten oder reduziert wird. Quelle: eigene Darstellung.

Beispiel bei ErwachsenenEinstieg und ZielWichtige Bedingung
Sacubitril/Valsartan oralHäufig 49/51 mg zweimal täglich; bei geeigneter Indikation niedriger Einstieg 24/26 mg zweimal täglich; Ziel 97/103 mg zweimal täglichSteigerung üblicherweise alle 2–4 Wochen nach Verträglichkeit
Bisoprolol oralBei stabiler HF 1,25 mg einmal täglich; stufenweise bis 10 mg einmal täglichLangsame präparatgerechte Titration; Puls, Druck und Beschwerden prüfen
Dapagliflozin oral10 mg einmal täglichKeine HF-Dosistitration; Neueinstellung bei GFR <25 ml/min laut Produktinformation nicht empfohlen

Diese Beispiele sind keine Verordnung für jeden Patienten. Für Sacubitril/Valsartan sprechen ACEI/ARB-naive Vorbehandlung, niedrige bisherige Dosen, niedrig-normaler Druck oder eingeschränkte Nierenfunktion für die Prüfung eines niedrigeren Einstiegs. Die Fachinformation nennt dafür einen systolischen Druck von 100–110 mmHg und eine eGFR <60 ml/min/1,73 m²; ohne ACEI/ARB-Vorbehandlung wird langsamer, alle 3–4 Wochen, verdoppelt. Nicht beginnen bei systolischem Druck <100 mmHg oder Kalium >5,4 mmol/l. Nach einem ACE-Hemmer müssen mindestens 36 Stunden bis zum ARNI liegen; auch in Gegenrichtung gilt die Pause. ARNI nicht mit ACE-Hemmer oder zusätzlichem ARB kombinieren. Ein früheres ACEI/ARB-assoziiertes Angioödem ist eine Kontraindikation. EMA Entresto, Abschnitte 4.2–4.5.

Von oben nach unten: Ausschlussgründe Blutdruck unter 100 mmHg, Kalium über 5,4 mmol/l, Angioödem und Schwangerschaft; Zeitachse von der letzten ACE-Hemmer-Dosis Montag 20 Uhr bis zum frühesten ARNI-Beginn Mittwoch 8 Uhr; zwei Einstiegsdosen mit ihren Bedingungen; Verdoppeln nach Verträglichkeit; unten Zieldosis, Grenzbefund und Angioödem.

Abbildung: Ausschlussgründe, 36-Stunden-Pause, Einstiegsdosis und Titration sind getrennte Sicherheitsschritte; die Zeitachse zeigt ein eigenes Rechenbeispiel. Quelle: eigene Darstellung.

Untere Gesichtshälfte eines Mannes mit stark geschwollener Zunge, die zwischen den ebenfalls geschwollenen Lippen hervortritt; ein Pfeil zeigt auf die Zunge.

Abbildung: Angioödem von Zunge und Lippen unter einem ACE-Hemmer; der Pfeil zeigt auf die geschwollene Zunge. Die Schwellung juckt typischerweise nicht und kann die Atemwege bedrohen. Ein solches Angioödem unter ACE-Hemmer oder ARB in der Vorgeschichte schließt Sacubitril/Valsartan aus; die 36-Stunden-Pause beim Wechsel senkt dieses Risiko. Quelle: Khalid M, Nafis S. Cureus 2026;18(1):e100829, Abb. 1, PMC12871083, CC BY 4.0.

Bisoprolol wird nur bei stabilem Zustand neu begonnen; die Fachinformation nennt als Zwischenschritte 2,5, 3,75, 5 und 7,5 mg täglich. Die ersten drei Stufen dauern je 1 Woche, 5 und 7,5 mg je 4 Wochen; 10 mg werden damit frühestens nach etwa 11 Wochen erreicht. Symptomatische Bradykardie, relevante Leitungsstörung ohne passenden Schrittmacherschutz oder Kreislaufinstabilität verlangen eine neue Beurteilung. Bisoprolol-Fachinformation.

Oben Prüfung von Puls, PQ-Zeit, Blutdruck, Gewicht und Stauung vor jeder Stufe; in der Mitte eine Treppe mit sechs grünen Stufen von 1,25 über 2,5, 3,75, 5 und 7,5 bis 10 mg mit der Dauer jeder Stufe; darunter drei Äste: nächste Stufe, Stufe halten, reduzieren; unten Zieldosis, Abwarten und kein Start im Schock.

Abbildung: Bisoprolol wird stufenweise über etwa 11 Wochen gesteigert; vor jeder Stufe entscheiden Puls, Leitung, Blutdruck und Stauung über den nächsten Schritt. Quelle: eigene Darstellung.

Zwölfkanal-EKG mit regelmäßigem Sinusrhythmus um 54 pro Minute, einer P-Welle vor jedem QRS-Komplex und knapp verlängerter PQ-Zeit; unten ein Rhythmusstreifen der Ableitung II.

Abbildung: Sinusbradykardie um 54/min mit PQ-Zeit um 0,22 s (AV-Block I. Grades), 25 mm/s. Miss vor Beginn und vor jeder Steigerung eines Betablockers Frequenz und PQ-Zeit und frage nach Schwindel oder Synkopen; ein solcher Befund verlangt eine Neubeurteilung von Dosis und Begleitmedikation, nicht automatisch das Absetzen. Quelle: PTB-XL 1.0.3 (Wagner et al.), ecg_id 9391, CC BY 4.0; Kurvenwerte unverändert neu gezeichnet.

Unter Dapagliflozin können Volumenmangel und genitale Infektionen auftreten. Bei Übelkeit, Bauchschmerz, Erbrechen oder unerklärter Atemnot an Ketoazidose denken, auch bei nur mäßig erhöhter Glukose, oft unter 250 mg/dl (14 mmol/l); Blutketone sind aussagekräftiger als Urinketone. Bei Verdacht absetzen und dringend untersuchen; bei schwerer akuter Erkrankung oder größeren Operationen pausieren und erst bei stabilisiertem Zustand nach ärztlichem Plan wieder beginnen. Vor einer geplanten größeren Operation wird Dapagliflozin mindestens 3 Tage vorher pausiert. Nicht bei Typ-1-Diabetes einsetzen. EMA Forxiga, Abschnitte 4.2–4.4.

Von oben nach unten: Dapagliflozin 10 mg ohne Titration; Prüfungen vor Beginn mit Typ-1-Diabetes und GFR unter 25 ml/min; Verlauf mit Volumenmangel und genitalen Infektionen; links Ketoazidosezeichen mit sofortigem Absetzen und Blutketonen, rechts Pause mindestens 3 Tage vor größerer Operation oder bei schwerer Erkrankung mit späterem Wiederbeginn; unten Notfall, Pause und Weiterführen.

Abbildung: Ketoazidoseverdacht führt zum sofortigen Absetzen und zur dringenden Abklärung, eine geplante Operation oder schwere Erkrankung nur zu einer vorübergehenden Pause. Quelle: eigene Darstellung.

MRA und HFpEF bewusst auswählen

Bei HFrEF sind Spironolacton und Eplerenon die klassischen steroidalen MRA. Vor Beginn sind Kalium und Nierenfunktion entscheidend; bei Hyperkaliämie oder erheblicher Nierenfunktionsstörung ist ein Standardstart gefährlich. Spironolacton beginnt typischerweise mit 25 mg einmal täglich, Ziel sind 50 mg täglich. Bei Spironolacton können hormonelle Nebenwirkungen wie Gynäkomastie auftreten; in der RALES-Studie betraf dies etwa 10 % der Männer. Die genaue Auswahl und Dosierung folgt der Indikation und Produktinformation.

Brustkorb eines Mannes von vorn mit beidseits vergrößerter, vorgewölbter Brustdrüse; zwei Pfeile markieren die Vergrößerung unterhalb der Brustwarzen.

Abbildung: Beidseitige Gynäkomastie (Pfeile) unter Spironolacton; der Patient hatte zusätzlich eine chronische Lebererkrankung. Typisch ist eine weiche, oft druckempfindliche Drüsenvergrößerung unter der Brustwarze. Bei dieser Nebenwirkung den Wechsel auf einen selektiveren MRA wie Eplerenon prüfen statt die MRA-Therapie ersatzlos zu beenden. Quelle: Brahmbhatt SV, Jain D. Cureus 2026;18(8):e114587, Abb. 1, PMC13575667, CC BY 4.0.

Dosierungsbeispiel Eplerenon: Bei passender zugelassener HFrEF-Konstellation, etwa NYHA II und EF ≤30 %, üblicher Einstieg 25 mg oral täglich, Ziel 50 mg täglich nach Kalium/Verträglichkeit. Bei Kreatinin-Clearance 30–60 ml/min beträgt der Einstieg 25 mg jeden zweiten Tag; unter 30 ml/min ist es kontraindiziert. Nicht bei Kalium >5,0 mmol/l beginnen. Kalium vor Beginn, in der ersten Woche und nach einem Monat sowie nach Dosisänderung kontrollieren. Die Steigerung auf 50 mg erfolgt möglichst innerhalb von 4 Wochen. Danach richtet sich die Dosis nach Kalium: <5,0 mmol/l steigern, 5,0–5,4 beibehalten, 5,5–5,9 reduzieren, ≥6,0 pausieren; Wiederbeginn mit 25 mg jeden zweiten Tag erst bei Kalium <5,0 mmol/l. Die neue HFrEF-Definition erweitert nicht automatisch die Produktzulassung. Inspra-Fachinformation, Abschnitte 4.1–4.4.

Von oben nach unten: Eplerenon bei zugelassener HFrEF-Konstellation; Ausschluss bei Kalium über 5,0 mmol/l, Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min und starken CYP3A4-Hemmern; zwei Einstiegsdosen je nach Kreatinin-Clearance; Kaliumkontrollen; vier farbige Kaliumbereiche mit steigern, beibehalten, reduzieren und pausieren; unten Wiederbeginn nach Pause.

Abbildung: Die Kreatinin-Clearance bestimmt den Einstieg, das gemessene Kalium jede weitere Dosisentscheidung. Die Leitliniendefinition erweitert die Zulassung nicht automatisch. Quelle: eigene Darstellung.

Für HFpEF ist inzwischen auch der nicht steroidale MRA Finerenon relevant. Die europäische HF-Zulassung umfasst symptomatische chronische Herzinsuffizienz mit LVEF ≥40 %. Leitliniengruppe, Zulassungsbereich und individuelle Eignung sind getrennt zu prüfen. MRA werden nicht miteinander kombiniert.

Finerenon bei HF: Ausgangs-eGFRAnfangsdosis oralZieldosis bei geeigneten Kontrollen
≥60 ml/min/1,73 m²20 mg einmal täglich40 mg einmal täglich
25 bis <60 ml/min/1,73 m²10 mg einmal täglich20 mg einmal täglich
<25 ml/min/1,73 m²Nicht neu beginnenKeine schematische Titration

Vor Beginn muss Kalium ≤5,0 mmol/l sein. Kalium/eGFR nach vier Wochen und nach Änderungen erneut prüfen; bei erhöhtem Risiko früher. Hyperkaliämie führt abhängig von Wert und Dosis zu Reduktion oder Pause nach der HF-Tabelle der Fachinformation. Die HF-Dosierung ist nicht identisch mit der Dosierung für chronische Nierenkrankheit (CKD). Starke CYP3A4-Hemmer sind kontraindiziert. EMA Kerendia, Abschnitte 4.1–4.5.

Die Tabelle unterscheidet MRA nach Zuordnung und Kontrolle.

MRAZuordnung im TextKontrolle und Besonderheit
SpironolactonKlassischer steroidaler MRA bei HFrEFKalium und Nierenfunktion; Gynäkomastie möglich
EplerenonSteroidal; zugelassene Konstellation, z. B. NYHA II und EF ≤30 %Kalium vor Beginn, Woche 1, Monat 1 und nach Dosisänderung
FinerenonNicht steroidal; symptomatische chronische HF mit LVEF ≥40 %Kalium/eGFR nach vier Wochen und nach Änderungen; bei Risiko früher

Von oben nach unten: nur ein MRA, nie kombiniert; gemeinsame Startbedingung Kalium bis 5,0 mmol/l; links steroidale MRA bei HFrEF mit Spironolacton und Eplerenon 25 auf 50 mg, rechts Finerenon ab LVEF 40 Prozent mit eGFR-abhängiger Dosis; Kontrollen; unten ein MRA in Zieldosis, Wechsel statt Addition und kein Finerenon-Beginn bei eGFR unter 25.

Abbildung: Die Auswahl richtet sich nach EF, Zulassung, Nierenfunktion und Verträglichkeit; ein zweiter MRA wird nie addiert, sondern ein Wechsel geplant. Quelle: eigene Darstellung.

Bei HFpEF bleiben Entstauung und Behandlung von Hypertonie, Vorhofflimmern, Adipositas, Diabetes, Nierenkrankheit und relevanten Klappenfehlern wesentlich. Ein Betablocker kann wegen einer zusätzlichen Indikation nötig sein; die HFrEF-Kombination wird nicht pauschal auf jede HFpEF übertragen. Bei symptomatischer HF mit LVEF ≥45 % und Adipositas mit BMI ≥30 kg/m² empfiehlt die ESC 2026, Semaglutid oder Tirzepatid zu erwägen, um Körpergewicht, Belastbarkeit und Lebensqualität zu verbessern; Zulassung und Kostenübernahme werden gesondert geprüft. In den Studien wurden Semaglutid 2,4 mg und Tirzepatid bis 15 mg jeweils einmal wöchentlich subkutan gegeben. ACE-Hemmer, ARB, ARNI und MRA werden in der Schwangerschaft nicht eingesetzt; bei Kinderwunsch ist vorher ein spezialisierter Wechselplan nötig. Auch SGLT2-Inhibitoren werden in der Schwangerschaft vermieden. Eine eingetretene Schwangerschaft verlangt eine rasche ärztliche Umstellung.

Von der laufenden HF-Medikation verzweigt der Weg in Kinderwunsch mit vorherigem spezialisiertem Wechselplan und eingetretene Schwangerschaft mit rascher ärztlicher Umstellung. Darunter stehen die in der Schwangerschaft nicht eingesetzten ACE-Hemmer, ARB, ARNI und MRA sowie die zu vermeidenden SGLT2-Inhibitoren.

Abbildung: Der Zeitpunkt bestimmt die Dringlichkeit des Wechselplans; die betroffenen Wirkstoffgruppen werden vor einer Schwangerschaft gezielt geprüft. Quelle: eigene Darstellung.

Von oben nach unten: HFpEF mit LVEF ab 50 Prozent; Stauung behandeln; drei nebeneinanderstehende Bausteine SGLT2-Inhibitor, Finerenon und GLP-1-Rezeptoragonist mit ihren Bedingungen und Dosen; Begleiterkrankungen gezielt behandeln; unten weniger HF-Ereignisse, bessere Lebensqualität und keine belegte Senkung der Sterblichkeit.

Abbildung: Bei HFpEF ergänzen Entstauung, SGLT2-Inhibitor, Finerenon und bei Adipositas ein GLP-1-Rezeptoragonist die gezielte Behandlung der Begleiterkrankungen; die HFrEF-Kombination wird nicht pauschal übertragen. Quelle: eigene Darstellung.

Auch wenn sich EF und Beschwerden unter Behandlung bessern, wird die wirksame Basistherapie im Regelfall weitergeführt. Die Besserung kann gerade von der Behandlung abhängen; Absetzen kann einen Rückfall auslösen. Eine mögliche Reduktion bei vollständig reversibler Ursache ist eine eng überwachte spezialisierte Einzelfallentscheidung. In der randomisierten TRED-HF-Studie trat nach schrittweisem Absetzen bei dilatativer Kardiomyopathie mit erholter EF innerhalb von 6 Monaten bei etwa 44 % ein Rückfall auf.

Von oben nach unten: EF unter Therapie von 28 auf 54 Prozent gebessert; Verlauf richtig benennen; links Regelfall Weiterführen, rechts seltene Ausnahme spezialisierte Reduktion; dunkelroter Kasten mit dem Rückfallrisiko nach Absetzen; unten stabil mit Therapie und Rückfall nach Absetzen.

Abbildung: Eine gebesserte EF wird als Verlauf dokumentiert; im Regelfall bleibt die wirksame Therapie bestehen, weil Absetzen häufig zum Rückfall führt. Quelle: eigene Darstellung.

Ein begründeter Anfangsplan

Ausgearbeitetes Beispiel

Eine euvoläme Patientin mit EF 30 %, Sinusrhythmus 82/min, RR 124/76 mmHg, Kalium 4,3 mmol/l und eGFR 65 ml/min/1,73 m² erhält bisher nur Furosemid. Nach Prüfung von Ursachen, Kontraindikationen und Vorbehandlung wird die krankheitsmodifizierende Kombination zeitnah begonnen. Weil sie bisher weder ACE-Hemmer noch ARB erhielt, kommt für Sacubitril/Valsartan der niedrige Einstieg 24/26 mg zweimal täglich infrage. Ein mögliches Vorgehen: am ersten Termin Dapagliflozin und Sacubitril/Valsartan, nach 1–2 Wochen mit Laborkontrolle Bisoprolol und ein MRA, danach abwechselnd steigern. Ein Schleifendiuretikum bleibt bedarfsabhängig. Jede neue Gabe wird mit einem Kontrolltermin verbunden. Das Ziel ist eine verträgliche Kombination, nicht das Erreichen aller Maximaldosen an einem Tag.

Von oben nach unten: euvoläme Patientin mit EF 30 Prozent, Sinusrhythmus 82 pro Minute, Blutdruck 124/76, Kalium 4,3 und eGFR 65; Voraussetzungen prüfen; Termin 1 mit Dapagliflozin und Sacubitril/Valsartan 24/26 mg; nach 1–2 Wochen Labor sowie Bisoprolol 1,25 mg und Eplerenon 25 mg; danach abwechselnd steigern; unten Ziel, Grenzbefund und Fehler.

Abbildung: Ein mögliches Vorgehen verbindet die Ausgangswerte mit höchstens zwei neuen Substanzen pro Termin, Kontrollen alle 1–2 Wochen und bedarfsabhängigem Furosemid; andere Reihenfolgen sind möglich. Quelle: eigene Darstellung.

Freie Antwort

Eine gefährliche Doppelung finden

Aufgabe: Ramipril wurde heute um 08:00 Uhr gegeben. Für 20:00 Uhr ist erstmals Sacubitril/Valsartan geplant. Was muss geändert werden, und warum?

Die Zeitangaben werden unverändert gegenübergestellt.

AngabeIm Fall genannt
RamiprilHeute um 08:00 Uhr gegeben
Sacubitril/ValsartanErstgabe heute um 20:00 Uhr geplant
In der App sprechen üben →

Multiple Choice

Therapie nach EF-Verlauf

Aufgabe: Unter Therapie steigt die EF von 28 auf 54 %, Beschwerden sind kaum vorhanden. Welche Aussage ist am besten?

Die Tabelle zeigt den in der Aufgabe beschriebenen Verlauf.

AngabeIm Fall genannt
Frühere EF28 %
EF unter Therapie54 %
BeschwerdenKaum vorhanden
  1. a)Alle krankheitsmodifizierenden Medikamente sofort beenden.
  2. b)Als neu entstandene HFpEF behandeln und die Vorgeschichte verwerfen.
  3. c)Den gebesserten Verlauf dokumentieren und die wirksame Therapie im Regelfall weiterführen.
Lösung in der App →

Freie Antwort

MRA sicher zuordnen

Aufgabe: Eine Patientin mit HFpEF, EF 60 %, eGFR 45 und Kalium 4,6 mmol/l soll nach ärztlicher Nutzen-Risiko-Abwägung Finerenon erhalten. Sie nimmt bereits Spironolacton. Nenne den vorrangigen Medikationsfehler und die zu prüfende Anfangsdosis für Finerenon.

Die Tabelle bündelt Befunde und genannte Medikamente.

AngabeIm Fall genannt
Herzinsuffizienz / EFHFpEF / 60 %
eGFR45 ml/min/1,73 m²
Kalium4,6 mmol/l
Bisher eingenommenSpironolacton
GeplantFinerenon nach Nutzen-Risiko-Abwägung
In der App sprechen üben →

Wirkung kontrollieren

Lernziel: Du kannst Entstauung und Nebenwirkungen anhand des Verlaufs beurteilen.

Diurese braucht ein Ziel

Schleifendiuretika hemmen die Salzrückresorption in der Henle-Schleife; Wasser folgt dem ausgeschiedenen Salz. Das Ziel ist eine klinisch angemessene Entstauung bei erhaltener Perfusion. Ein möglichst großer Urinbeutel ist kein eigenständiges Therapieziel. Bei fehlender Antwort prüfst du unter anderem bisherige Dosis, Aufnahme der oralen Medikation, Nierenfunktion, Perfusion, fortbestehende Auslöser und Harnabfluss.

Die intravenöse Therapie umgeht eine unzuverlässige Aufnahme im Darm. Wie in U04 gilt nach ESC 2026: Ein Spoturin-Natrium ≥70 mmol/l nach 2 Stunden oder eine Urinmenge ≥100 ml/h in den ersten 6 Stunden zeigt ein ausreichendes Ansprechen. Ist keins von beiden erreicht, wird die Schleifendosis verdoppelt, nach dem HFA-Positionspapier 2019 bis zu etwa 400–600 mg Furosemid pro Tag. Reicht sie nicht, können Dosisanpassung oder eine Kombination an unterschiedlichen Nephronabschnitten nötig sein. Die ESC 2026 nennt dafür kurzzeitig Acetazolamid i.v. oder Hydrochlorothiazid oral zusätzlich zum Schleifendiuretikum. Eine solche sequenzielle Nephronblockade gehört wegen erheblicher Elektrolyt- und Nierenrisiken in einen eng überwachten Plan.

Von oben nach unten: Schleifendiuretikum i.v. beginnen (ohne Vorbehandlung Furosemid 20–40 mg, sonst 1- bis 2-fache orale Tagesdosis); Antwort nach 2 und 6 Stunden messen; bei Urin-Natrium ≥70 mmol/l nach 2 Stunden oder Urin ≥100 ml/h in 6 Stunden fortsetzen, sonst Ursachen prüfen und die Dosis bis etwa 400–600 mg Furosemid pro Tag verdoppeln; danach Acetazolamid 500 mg i.v. oder Hydrochlorothiazid 25–100 mg ergänzen; Ergebnisreihe: entstaut, tägliches Labor, sofortige Neubewertung bei Hypotonie oder Oligurie.

Abbildung: Die Diureseantwort wird früh gemessen; erst nach Ursachensuche und Dosisverdopplung folgt ein zweites Diuretikum. Schwellen und Kombination nach ESC 2026, Höchstdosis nach dem HFA-Positionspapier 2019. Quelle: eigene Darstellung.

Vier Nephronabschnitte untereinander: proximaler Tubulus mit Acetazolamid (maximal etwa 4 % des filtrierten Natriums), Henle-Schleife mit Schleifendiuretika (20–25 %), früher distaler Tubulus mit Thiaziden (5–8 %) und später distaler Tubulus mit MRA (etwa 2 %); Ergebnisreihe: mehr Natriurese, mehr Elektrolyt- und Nierenrisiko, enge Überwachung.

Abbildung: Schleifendiuretika wirken am stärksten; ein zweiter Wirkort steigert die Natriurese, aber auch Kalium-, Natrium- und Nierenrisiken. Die Prozentwerte geben den höchstens ausgeschiedenen Anteil des filtrierten Natriums an (gemessen bei Personen ohne Herzinsuffizienz). Quelle: eigene Darstellung.

Kontrollkreislauf: Therapiebeginn oder Dosisänderung, Kontrolltermin festlegen (bei i.v.-Entstauung Labor mindestens täglich, ambulant oft nach 1–2 Wochen, Eplerenon in Woche 1 und nach einem Monat), Klinik und Labor erheben, gemeinsam einordnen; je nach Befund weiter entstauen, Plan halten oder bei Unverträglichkeit senken beziehungsweise pausieren; ein Pfeil führt zurück zum Anfang.

Abbildung: Jede Anpassung startet einen neuen Kontrollzyklus; ein Messwert wird erst zusammen mit Klinik und Kreislauf bewertet. Quelle: eigene Darstellung.

BeobachtungErwünschter VerlaufProblemhinweis
Atemnot/LagerungWeniger Orthopnoe und AtemarbeitErschöpfung oder neue Hypoxämie
Gewicht/ÖdemeRückgang passend zur EntstauungRascher Verlust mit Schwindel/Exsikkose
Urin/PerfusionAusreichende Ausscheidung, wacher PatientOligurie, Verwirrtheit, kalte Haut
LaborVertretbare stabile EntwicklungHypo-/Hyperkaliämie, relevante Na- oder Nierenwertänderung

Rechter Fuß und Knöchel im Verlauf: links ausgeprägtes eindrückbares Ödem mit sichtbaren Dellen an den gelben Pfeilen, rechts derselbe Fuß sechs Tage später ohne sichtbares Ödem.

Abbildung: Echter Verlauf bei einem älteren Patienten mit Herzinsuffizienz durch Thiaminmangel (feuchte Beriberi). A: ausgeprägtes eindrückbares Ödem am Fußrücken, die gelben Pfeile zeigen Dellen nach Fingerdruck. B: sechs Tage nach Behandlung des Auslösers ist kein Ödem mehr sichtbar; das Gewicht sank in den ersten zwei Tagen von 56,6 auf 52,4 kg. Ödemrückgang und Gewicht werden auch unter Diuretika immer zusammen mit Kreislauf, Urin und Labor beurteilt. Quelle: Kurisu S, Fujiwara H. Cureus 2024;16(8):e67445, Abb. 1 (doi:10.7759/cureus.67445), CC BY 4.0; ohne Zuschnitt, nur ins WebP-Format umgewandelt.

Nierenwerte im Zusammenhang lesen

Lesetext und ausgearbeitetes Beispiel

Ein Kreatininanstieg kann durch verminderten renalen Perfusionsdruck, venöse Stauung, Medikamente, Volumenmangel oder eine andere Nierenschädigung entstehen. Eine kleine Veränderung bei wirksamer Entstauung, stabilem Druck und guter Urinausscheidung bedeutet nicht automatisch, dass sämtliche wirksamen Medikamente beendet werden müssen. Ein schneller großer Anstieg, Oligurie, Hypotonie oder eine Kaliumstörung verlangt dagegen rasche Neubewertung. Nach KDIGO liegt eine akute Nierenschädigung vor bei einem Kreatininanstieg um mindestens 0,3 mg/dl innerhalb von 48 Stunden, auf das mindestens 1,5-Fache des Ausgangswerts innerhalb von 7 Tagen oder bei einer Urinmenge unter 0,5 ml/kg/h über 6 Stunden.

Die Tabelle ordnet die im Text genannten Ursachen eines Kreatininanstiegs.

EinflussbereichMögliche Ursachen
Kreislauf und VolumenVerminderter renaler Perfusionsdruck, venöse Stauung, Volumenmangel
Weitere UrsachenMedikamente oder andere Nierenschädigung

Patient A verliert unter Behandlung zwei Kilogramm, atmet leichter, ist wach, RR 118/72 mmHg; Kreatinin steigt von 1,1 auf 1,3 mg/dl. Man beurteilt den Verlauf engmaschig und prüft Ursachen, statt reflexhaft die gesamte Therapie zu stoppen. Patient B entwickelt bei gleicher Gewichtsabnahme RR 82/50, Schwindel und Oligurie: Hier müssen Perfusion, Volumenstatus und Medikation sofort neu bewertet werden. Die gleiche Waagenänderung kann zwei unterschiedliche Situationen begleiten.

Von oben nach unten: Kreatininanstieg nach KDIGO einordnen (mindestens 0,3 mg/dl in 48 Stunden, 1,5-facher Ausgangswert in 7 Tagen oder Urin unter 0,5 ml/kg/h über 6 Stunden); vier Ursachenfelder prüfen (Perfusionsdruck, venöse Stauung, Medikamente, andere Nierenschädigung); bei gleicher Abnahme um 2 kg wird Patient A mit RR 118/72 mmHg und Kreatinin 1,1 auf 1,3 mg/dl engmaschig beurteilt, Patient B mit RR 82/50 mmHg, Schwindel und Oligurie sofort neu bewertet.

Abbildung: Ausmaß, Ursache und Kreislauf bestimmen die Bedeutung eines Kreatininanstiegs; Patient A liegt mit +0,2 mg/dl unter der KDIGO-Schwelle, Patient B zeigt Warnzeichen der Minderperfusion. Quelle: eigene Darstellung.

Kalium, Chlorid und Alkalose

Kurze Wiederaufnahme und Transfer

Schleifendiuretika können Kalium- und Chloridverluste sowie eine metabolische Alkalose begünstigen. Das führt die bereits im BGA-Pfad erklärte Verbindung von Salzverlust und renaler H⁺-/K⁺-Ausscheidung fort. Eine Alkalose bei weiterhin gestautem Patienten rechtfertigt keine automatische NaCl-Infusion. Hier werden Diuretikaplan, Kalium/Magnesium, Volumenstatus und Begleitmedikation gemeinsam geprüft. Kaliumchlorid ersetzt dabei Kalium und Chlorid ohne zusätzliche Kochsalzlast; Acetazolamid (in der ADVOR-Studie 500 mg i.v.) steigert die Natriurese und senkt das Bicarbonat.

RAAS-hemmende Medikamente und MRA können dagegen Kalium erhöhen. Kaliumpräparate und kaliumhaltige Salzersatzmittel gehören deshalb ausdrücklich in die Medikamentenanamnese. Schwere Kaliumstörungen, Palpitationen, Synkope oder EKG-Veränderungen verlangen überwachte Akutbehandlung. Nach ERC gilt eine Hypokaliämie unter 2,5 mmol/l oder mit Symptomen als schwer, eine Hyperkaliämie ab 6,5 mmol/l; Kalium wird i.v. standardmäßig mit 10 mmol/h und höchstens 20 mmol/h zugeführt, schnellere Gaben bleiben dem drohenden Kreislaufstillstand vorbehalten. Für Eplerenon sieht die Fachinformation ab Kalium 5,5 mmol/l eine Dosisreduktion und ab 6,0 mmol/l eine Pause vor; neu begonnen wird mit 25 mg jeden zweiten Tag, sobald Kalium unter 5,0 mmol/l liegt. Ein unerwarteter Laborwert wird bei möglichem Probenfehler überprüft; bei bedrohlicher Klinik darf das die Therapie nicht verzögern.

Von oben nach unten: links Verlust unter Schleifendiuretika und Thiaziden (Kalium unter 3,5 mmol/l, Chlorid und Magnesium erniedrigt, Bicarbonat erhöht), rechts Anstieg unter RAAS-Hemmern und MRA (Kalium über 5,0 mmol/l); bei Stauung mit Alkalose kein automatisches NaCl, sondern Kaliumchlorid, Magnesium, Diuretikaplan und gegebenenfalls Acetazolamid; einen Kaliumanstieg mit Kontrollprobe und EKG absichern; bei Kalium unter 2,5 oder ab 6,5 mmol/l, Symptomen oder EKG-Veränderungen überwacht akut behandeln.

Abbildung: Schleifendiuretika senken, RAAS-Hemmer und MRA erhöhen Kalium; eine Alkalose bei weiter bestehender Stauung wird mit Kaliumchlorid statt mit NaCl ausgeglichen. Quelle: eigene Darstellung.

Zwei Spalten: links Hypokaliämie-Stufen nach ERC (3,0–3,4 leicht: oral ersetzen; 2,5–2,9 mittel: EKG und Magnesium; unter 2,5 oder mit Symptomen schwer: Monitor, i.v. 10 mmol/h, höchstens 20 mmol/h), rechts Eplerenon-Anpassung nach Kalium (unter 5,0 steigern möglich, 5,0–5,4 beibehalten, 5,5–5,9 reduzieren, ab 6,0 pausieren und EKG, ab 6,5 Monitor); Ergebnisreihe: Neustart mit 25 mg jeden zweiten Tag bei Kalium unter 5,0, Ursachen beseitigen, bei EKG-Zeichen sofort überwacht behandeln.

Abbildung: Der Kaliumwert bestimmt Ort und Tempo der Behandlung. Hypokaliämie-Stufen nach ERC 2021, MRA-Schritte nach der Eplerenon-Fachinformation; andere MRA folgen ihrer eigenen Fachinformation. Quelle: eigene Darstellung.

AnlassKlinische KontrolleLabor/Termin
Akute i.v. EntstauungAtemarbeit, Druck, Puls, Urin und Bilanz engmaschigElektrolyte/Nierenfunktion mindestens täglich, bei Instabilität häufiger
Relevanter Therapiebeginn oder DosisänderungBeschwerden, Gewicht, Druck und PulsAusgangswerte; häufig nach 1–2 Wochen, risikobedingt früher
MRA-BeginnVolumenstatus und BegleitmedikationPräparatspezifisch früh; Eplerenon in der ersten Woche und nach einem Monat
Klinisch stabiler VerlaufSymptome, Belastbarkeit, AdhärenzRegelmäßig; nach NVL Elektrolyte/Nierenwerte spätestens alle sechs Monate, unter MRA spätestens alle vier Monate

Das sind Planungsrahmen. Ein Termin in vier Wochen ersetzt keine frühere Kontrolle bei Kreislaufproblemen, interkurrentem Infekt oder hoher Hyperkaliämiegefahr. Unter Finerenon gilt zusätzlich die in U05 erklärte Kontrolle nach vier Wochen. NVL, Monitoringtabellen 17 und 19.

Freie Antwort

Entstaut, aber nicht sicher

Aufgabe: Nach mehreren Diuretikadosen sind die Ödeme geringer. Kalium beträgt 2,9 mmol/l; der Patient berichtet Herzstolpern. Was hat jetzt Vorrang, und welche Therapieinformation brauchst du?

Die Tabelle ordnet die Angaben nach der Diuretikagabe.

AngabeIm Fall genannt
Bisherige BehandlungMehrere Diuretikadosen
ÖdemeGeringer
Kalium2,9 mmol/l
BeschwerdeHerzstolpern
In der App sprechen üben →

Multiple Choice

Ein einzelner Laborwert

Aufgabe: Unter wirksamer Entstauung steigt Kreatinin leicht, während Atemnot und Ödeme abnehmen, Druck und Urinausscheidung stabil bleiben. Welche Antwort ist angemessen?

Die beschriebenen Veränderungen stehen nebeneinander.

AngabeIm Fall genannt
BehandlungWirksame Entstauung
KreatininLeichter Anstieg
Atemnot und ÖdemeNehmen ab
Blutdruck und UrinausscheidungBleiben stabil
  1. a)Alle HF-Medikamente dauerhaft absetzen.
  2. b)Klinischen Verlauf, Ursachen und weitere Laborwerte prüfen und die Therapie gezielt anpassen.
  3. c)Kreatinin hat unter Diuretika grundsätzlich keine Bedeutung.
Lösung in der App →

Freie Antwort

Stauung mit Alkalose

Aufgabe: Ein Patient bleibt orthopnoisch und ödematös; eine metabolische Alkalose ist festgestellt. Unter Schleifendiuretikum: pH 7,48, pCO₂ 46 mmHg, HCO₃⁻ 33 mmol/l, Kalium 3,1 mmol/l. Warum ist „Alkalose, also sofort reichlich NaCl“ kein sicherer Plan? Nenne zwei bessere Prüfschritte.

Die Tabelle zeigt Klinik und Messwerte der Aufgabe.

AngabeIm Fall genannt
KlinikWeiterhin Orthopnoe und Ödeme
MedikationSchleifendiuretikum
Festgestellter BefundMetabolische Alkalose
pH / pCO₂7,48 / 46 mmHg
HCO₃⁻ / Kalium33 mmol/l / 3,1 mmol/l

Röntgen-Thorax im Stehen von vorn: verbreiterter Herzschatten und beidseits vermehrte, netzartige Lungenzeichnung; ein kleiner weißer Pfeil aus der Originalabbildung liegt im linken Lungenfeld.

Abbildung: Beispielaufnahme eines anderen Menschen mit Herzinsuffizienz: verbreiterter Herzschatten und vermehrte interstitielle Lungenzeichnung beidseits. Quelle: Dave PR, Hacobian M (Cureus 2026;18:e106598, Abb. 4), CC BY 4.0

In der App sprechen üben →

ICD und CRT

Lernziel: Du kannst ICD und CRT mit ihrem jeweiligen Behandlungsziel zuordnen.

Zwei verschiedene Probleme

Ein implantierbarer Kardioverter-Defibrillator (ICD) erkennt gefährliche ventrikuläre Tachyarrhythmien und kann sie durch antitachykarde Stimulation oder Schock beenden. Sein Ziel ist vor allem die Verhinderung eines arrhythmischen plötzlichen Herztodes. Er beseitigt weder Stauung noch jede Ursache des Pumpversagens. Bei einer Kammertachykardie gibt er meist zuerst eine Kaskade schneller Überstimulationen ab; bleibt sie erfolglos oder liegt Kammerflimmern vor, folgt ein biphasischer Schock mit bis zu 45 J.

Thoraxaufnahme von vorn mit ICD-Aggregat links unter dem Schlüsselbein; eine Sonde zieht über die obere Hohlvene in den rechten Ventrikel und trägt zwei dicke, helle Abschnitte. Gelbe Nummern 1 bis 3 markieren Aggregat und beide Schockwendeln.

Abbildung: Thoraxaufnahme (p.-a.) nach Implantation eines Einkammer-ICD. Das Aggregat (1) liegt links pektoral, die Sonde verläuft über die obere Hohlvene bis in die Spitze des rechten Ventrikels. Die zwei dicken, röntgendichten Abschnitte sind Schockwendeln (2, 3), über die der Schock abgegeben wird; daran erkennst du eine ICD-Sonde und unterscheidest sie von einer reinen Schrittmachersonde. Quelle: Gregory Marcus, Wikimedia Commons, CC BY 3.0; Ausschnitt ohne Seitenmarker, vergrößert, deutsche Markierungen ergänzt.

Ablauf der ICD-Therapie: Die rechtsventrikuläre Sonde nimmt jede Kammeraktion wahr; liegt die Frequenz über der programmierten Grenze, wird eine Tachykardie erkannt. Bei Kammertachykardie folgt zuerst antitachykardes Pacing als Kaskade schneller Überstimulationen, bei Erfolglosigkeit automatisch ein Schock; bei Kammerflattern oder -flimmern sofort ein biphasischer Schock bis 45 J. Danach wird die Episode gespeichert. Die Ergebniszeile zeigt: Rhythmus beendet, Herzschwäche und Stauung bleiben.

Abbildung: Der ICD wählt seine Therapie nach dem erkannten Rhythmus: Bei Kammertachykardie versucht er zuerst die meist schmerzlose Überstimulation, bei Kammerflimmern schockt er sofort. Die Ergebniszeile erinnert daran, dass Herzschwäche und Stauung weiter behandelt werden müssen. Quelle: eigene Darstellung.

Eine kardiale Resynchronisationstherapie (CRT) soll bei geeigneter elektrischer Dyssynchronie die zeitliche Zusammenarbeit der Kammern verbessern. Dadurch können Pumpfunktion, Beschwerden und Prognose profitieren. CRT kann mit oder ohne Defibrillatorfunktion eingesetzt werden; die Wahl ist individuell. Vor einem Aggregatwechsel wird erneut gemeinsam abgewogen, ob Nutzen und Risiken weiterhin für das Gerät sprechen.

Röntgenausschnitt des Herzschattens mit großem Aggregat oben und drei Sonden: ein schwarzer Pfeil zeigt auf die Vorhofsonde, ein gestrichelter Pfeil auf die rechtsventrikuläre Sonde mit dicker Schockwendel und ein roter Pfeil auf die Sondenspitze an der Außenseite des linken Ventrikels.

Abbildung: Röntgenausschnitt eines CRT-Systems mit Defibrillatorfunktion (CRT-D). Neben der Vorhofsonde (schwarzer Pfeil) und der rechtsventrikulären Sonde (gestrichelter Pfeil) liegt eine dritte Sonde, die über den Koronarsinus in eine Vene an der Außenseite des linken Ventrikels geführt ist (roter Pfeil). So können beide Kammern zeitlich abgestimmt stimuliert werden. Die zwei Schockwendeln der Ventrikelsonde und das größere Aggregat zeigen die zusätzliche Defibrillatorfunktion; ein CRT-System ohne Defibrillator (CRT-P) hat keine Schockwendeln. Quelle: Gregory Marcus, Wikimedia Commons, CC BY 3.0; Originalpfeile belassen, vergrößert, deutsche Legende ergänzt.

Entscheidungsweg bei bestehender CRT-Indikation: Zuerst werden die ICD-Kriterien geprüft (EF ≤35 % trotz mindestens drei Monaten optimaler Therapie, stärkere Empfehlung bei ischämischer Ursache, überlebte instabile VT oder VF). Wird ein ICD-Nutzen erwartet, führt der Weg zum CRT-D mit Schockfunktion bei erwartetem Überleben über ein Jahr; ist er fraglich, etwa bei hohem Alter, Frailty, schwerer Komorbidität oder dem Wunsch nach keinen Schocks, zum CRT-P. Beide Wege münden in die gemeinsame Entscheidung, die vor einem Aggregatwechsel erneut abgewogen wird.

Abbildung: Die CRT-Frage und die ICD-Frage werden getrennt geprüft. Ob zusätzlich eine Schockfunktion sinnvoll ist, hängt von den ICD-Kriterien, der Lebenserwartung und dem Wunsch der Patientin oder des Patienten ab. Quelle: eigene Darstellung.

Zwei Spalten im Vergleich. ICD: Problem Kammertachykardie oder Kammerflimmern mit Gefahr des plötzlichen Herztodes; Einkammer-ICD mit einer Sonde im rechten Ventrikel, Aggregat links pektoral, im Röntgen dicke Schockwendel; Wirkung antitachykardes Pacing, biphasischer Schock bis 45 J und Schrittmacherfunktion bei Bradykardie; ersetzt weder Entstauung noch medikamentöse Dauertherapie. CRT: Problem zeitversetzte Kammeraktion, klarstes Beispiel Linksschenkelblock mit QRS ab 150 ms; drei Sonden in Vorhof, rechtem und über den Koronarsinus linkem Ventrikel; Wirkung abgestimmte Stimulation beider Kammern; ersetzt weder Ursachenbehandlung noch Medikamentenoptimierung. Ergebniszeile: ICD verhindert den plötzlichen Herztod, CRT koordiniert, CRT-D vereint beides.

Abbildung: Lies beide Spalten von oben nach unten: Problem, Gerät, Wirkung und Grenze. Ein CRT-D vereint beide Funktionen; keines der Geräte ersetzt Entstauung und medikamentöse Dauertherapie. Quelle: eigene Darstellung.

VerfahrenHauptzielNicht dadurch ersetzt
ICDGefährliche Kammerarrhythmie beendenDauertherapie und Entstauung
CRTBei geeigneter Dyssynchronie koordinierenUrsachenbehandlung und Medikamentenoptimierung
Spezialisierte HF-BeurteilungGesamtrisiko, Therapiereserve und Wünsche klärenDie individuelle gemeinsame Entscheidung

Wann Vorstellung veranlassen?

Der QRS-Komplex im EKG bildet die elektrische Kammererregung ab. Ein breiter QRS kann auf verzögerte Erregungsausbreitung hinweisen; beim Linksschenkelblock wird die linke Kammer auf verändertem Weg und zeitlich verzögert aktiviert. Breite und Muster werden deshalb gemeinsam beurteilt. Ein kompletter Linksschenkelblock liegt ab einer QRS-Dauer von 120 ms vor.

12-Kanal-EKG mit Sinusrhythmus und komplettem Linksschenkelblock.

Abbildung: Echtes 12-Kanal-EKG (25 mm/s, 10 mm/mV) mit Sinusrhythmus um 60/min und komplettem Linksschenkelblock. Achte auf den verbreiterten QRS-Komplex von etwa 150 ms, den tief negativen Komplex in V1–V3 und die breiten, positiven Komplexe ohne kleine Q-Zacke in I, aVL und V6. Die ST-Strecke verläuft gegensinnig zum Hauptausschlag des QRS-Komplexes: in V1–V3 angehoben, in I und V6 gesenkt. Quelle: PTB-XL 1.0.3 (Wagner et al., PhysioNet), ecg_id 4560, CC BY 4.0; Kurvenwerte unverändert, neu gezeichnet.

Mechanismus von links oben nach unten: Bei normaler Erregung leiten beide Tawara-Schenkel gleichzeitig, der QRS-Komplex ist schmaler als 120 ms. Beim kompletten Linksschenkelblock wird der rechte Ventrikel zuerst und der linke verspätet über das Myokard erregt, der QRS-Komplex ist 120 ms oder breiter. Daraus folgt eine Dyssynchronie mit weniger wirksamem Auswurf, sinkender EF und möglicher funktioneller Mitralinsuffizienz. Die CRT stimuliert vorhofgesteuert über rechts- und linksventrikuläre Sonde; reverses Remodeling verkleinert den Ventrikel. Bei Linksschenkelblock mit QRS ab 150 ms ist CRT klar angezeigt, bei QRS unter 130 ms ohne Stimulationsindikation nicht.

Abbildung: Der Linksschenkelblock ist der elektrische Ansatzpunkt der CRT. Je breiter der QRS-Komplex mit Linksschenkelblockmuster, desto größer ist der zu erwartende Nutzen; ein schmaler QRS-Komplex bietet keinen Ansatzpunkt. Quelle: eigene Darstellung.

Eine EF-Grenze allein ist keine Implantationsentscheidung. Benötigt werden Verlauf, Ursache, Symptome trotz Therapie, EKG, Begleiterkrankungen, erwarteter Nutzen und Patientenwunsch. Zur Primärprävention wird ein ICD typischerweise bei weiterhin EF ≤35 %, NYHA II–III, geeigneter Ursache und mindestens drei Monaten optimaler Therapie geprüft. Eine gute funktionelle Lebenserwartung von mehr als einem Jahr ist ein wichtiger Rahmen. Bei ischämischer Ursache ist die Empfehlung stärker als bei vielen nicht ischämischen Konstellationen. Innerhalb der ersten 40 Tage nach Infarkt erfolgt kein routinemäßiger primärpräventiver ICD. Überlebte gefährliche Kammerarrhythmien bilden eine andere, sekundärpräventive Fragestellung. Nach einer überlebten hämodynamisch instabilen Kammerarrhythmie wird ein ICD empfohlen, wenn keine reversible Ursache vorliegt, das Ereignis nicht in den ersten 48 h nach einem Infarkt auftrat und ein Überleben über ein Jahr mit gutem Funktionsstatus zu erwarten ist. Bei NYHA IV mit therapierefraktären Beschwerden wird kein ICD implantiert, außer CRT, ein Herzunterstützungssystem oder eine Transplantation kommen in Betracht.

Entscheidungsweg zur ICD-Indikation. Nach überlebter VT oder VF führt der Weg zur Sekundärprävention: hämodynamisch instabile Arrhythmie, keine reversible Ursache, nicht innerhalb von 48 Stunden nach Infarkt; nach ESC empfohlen. Ohne Ereignis führt der Weg zur Primärprävention: EF ≤35 % trotz mindestens drei Monaten optimaler Therapie und NYHA II–III; bei ischämischer Ursache empfohlen, bei nicht ischämischer Ursache zu erwägen. Für beide Wege gilt ein erwartetes Überleben über ein Jahr mit gutem Funktionsstatus. Grenzen: kein primärpräventiver ICD in den ersten 40 Tagen nach Infarkt, bei therapierefraktärer NYHA IV nur bei CRT-, VAD- oder Transplantationsoption. Ergebniszeile: ICD empfehlen, abwägen oder jetzt kein ICD.

Abbildung: Zuerst trennst du Sekundär- von Primärprävention. Die Lebenserwartung und die zeitlichen Grenzen gelten für beide Wege; ein jetzt nicht erfüllter Rahmen wird später neu bewertet. Quelle: eigene Darstellung.

Ein besonders klares CRT-Beispiel ist symptomatische HF mit EF ≤35 %, Sinusrhythmus, Linksschenkelblock und QRS ≥150 ms trotz geeigneter Therapie. Andere QRS-Konstellationen oder Vorhofflimmern verlangen differenzierte Prüfung. Bei QRS <130 ms ohne eigenständige Stimulationsindikation ist CRT nicht angezeigt. Eine frühe Vorstellung und Planung kann parallel zur Medikamenteneinstellung erfolgen; vor Implantation wird die Situation einschließlich EF erneut geprüft. ESC 2026, Geräteempfehlungen. Bei Linksschenkelblock mit QRS 130–149 ms oder Nicht-Linksschenkelblock ab 150 ms sollte CRT erwogen werden, bei Nicht-Linksschenkelblock mit 130–149 ms kann sie erwogen werden. Besteht bei HFrEF eine Stimulationsindikation wegen höhergradigem AV-Block, auch bei Vorhofflimmern, wird CRT statt rechtsventrikulärer Stimulation empfohlen.

Entscheidungsweg zur CRT bei symptomatischer HFrEF mit EF ≤35 % trotz optimaler Therapie. Im EKG werden Rhythmus, QRS-Morphologie und QRS-Dauer gelesen. Bei Linksschenkelblock ist CRT ab 150 ms empfohlen und bei 130–149 ms zu erwägen; bei Nicht-Linksschenkelblock, etwa Rechtsschenkelblock, ist sie ab 150 ms zu erwägen und bei 130–149 ms kann sie erwogen werden. Sonderfälle: Bei QRS unter 130 ms keine CRT außer bei Stimulationsindikation; bei höhergradigem AV-Block CRT statt rechtsventrikulärer Stimulation, auch bei Vorhofflimmern. Vor Implantation wird die EF erneut geprüft. Ergebniszeile: empfohlen, erwägen, nicht angezeigt.

Abbildung: QRS-Morphologie und QRS-Dauer bestimmen gemeinsam die Stärke der Empfehlung. Ein höhergradiger AV-Block ist ein eigener Weg zur CRT, unabhängig von der QRS-Breite. Quelle: eigene Darstellung.

Fallinformation für das ZentrumBegründung
Aktuelle und frühere EF, Dauer der TherapieZeigt Ausmaß und mögliche Erholung.
Rhythmus, QRS-Dauer und -MorphologieLenkt die CRT-Frage.
Synkope, dokumentierte VT/VF, InfarktdatumVerändert Risiko und Entscheidungsweg.
Frailty, Komorbiditäten, AlltagszieleBestimmt erwarteten Nutzen und Belastung.

Wiederholte Hospitalisierungen, anhaltende Beschwerden trotz verträglicher Kombination, zunehmende Organstörung oder Bedarf an Inotropika sind Gründe für ein HF-Zentrum. Die Abklärung fortgeschrittener Optionen darf nicht erst im irreversiblen Multiorganversagen beginnen. Palliative Symptomlinderung und Gespräche über Behandlungsziele können parallel zu krankheitsmodifizierender Therapie stattfinden. Die ESC beschreibt fortgeschrittene HF unter anderem mit anhaltender NYHA III–IV, EF ≤30 %, mindestens zwei ungeplanten Vorstellungen oder Hospitalisierungen wegen Stauung oder maligner Arrhythmien in 12 Monaten und einer 6-Minuten-Gehstrecke unter 300 m oder einer Spitzen-VO₂ unter 12–14 ml/kg/min. Das Zentrum prüft dann Optionen wie Herztransplantation oder ein Linksherzunterstützungssystem (LVAD).

Warnzeichen fortgeschrittener HF trotz optimaler Therapie in zwei Gruppen: Krankheitslast mit anhaltender NYHA III–IV, mindestens zwei ungeplanten Vorstellungen oder Aufnahmen in 12 Monaten und steigendem Diuretikabedarf; Organ- und Pumpversagen mit EF ≤30 %, zunehmender Nieren- oder Leberstörung, Inotropikabedarf und niedrigem Blutdruck. Die Belastbarkeit wird gemessen: 6-Minuten-Gehstrecke unter 300 m, Spitzen-VO₂ unter 12–14 ml/kg/min. Danach folgen die frühe Vorstellung im HF-Zentrum zur Prüfung von Transplantation und LVAD und parallel Gespräche über Behandlungsziele, Vorausplanung und Palliativversorgung. Ergebniszeile: Herztransplantation, LVAD oder symptomorientierte Behandlung.

Abbildung: Die Zahlen helfen, fortgeschrittene HF früh zu erkennen. Die Vorstellung im Zentrum und die palliative Begleitung laufen nebeneinander, nicht nacheinander. Quelle: eigene Darstellung.

Nutzen und Grenzen erklären

Ausgearbeitetes Beispiel

„Der Defibrillator kann lebensgefährliche schnelle Rhythmen behandeln. Er macht die Herzschwäche selbst nicht gesund. Wir besprechen deshalb den erwarteten Nutzen, mögliche Fehlbehandlungen, Eingriffsrisiken und was Ihnen für Ihren Alltag wichtig ist.“ Bei CRT lautet der zentrale Zusatz: „Hier wollen wir die zeitlich versetzte Herzaktion besser koordinieren.“ Weder eine Implantation noch deren Nutzen wird vor Abschluss der Beurteilung versprochen.

Zum Gespräch gehört auch, dass die Schockfunktion bei geändertem Behandlungsziel abgeschaltet werden kann; im Notfall unterdrückt ein aufgelegter Magnet ATP und Schock, solange er aufliegt, während die Schrittmacherfunktion erhalten bleibt.

Gesprächsablauf vor einer Geräteentscheidung: Zuerst wird das Ziel benannt (ICD beendet gefährliche schnelle Rhythmen, CRT koordiniert die zeitversetzte Herzaktion, keines heilt die Herzschwäche). Dann werden Belastungen genannt (inadäquate Schocks etwa bei Vorhofflimmern, Hämatom, Tascheninfektion, Pneumothorax, Sondendislokation oder -bruch) und persönliche Ziele erfragt (Belastbarkeit, Beruf, Haltung zu Schocks am Lebensende, Angehörige). Schließlich Lebensende und Notfall: Die Schockfunktion kann abgeschaltet werden; ein aufgelegter Magnet unterdrückt ATP und Schock, die Schrittmacherfunktion bleibt. Ergebniszeile: gemeinsam entscheiden, nichts vor Abschluss der Beurteilung versprechen, Medikamente weiterführen.

Abbildung: Ein gutes Aufklärungsgespräch nennt Nutzen und Belastungen gleichermaßen und fragt nach den Zielen der Patientin oder des Patienten. Die Möglichkeit, die Schockfunktion abzuschalten, gehört früh dazu. Quelle: eigene Darstellung.

Die Gesprächsbausteine machen Belastungen, Alltagsziele und Zusagegrenzen sichtbar.

GesprächspunktKonkret ansprechen
BelastungenMögliche Fehlbehandlungen und Eingriffsrisiken.
Persönliche ZieleErwarteter Nutzen und das, was für den Alltag wichtig ist.
ZusagegrenzeWeder Implantation noch Nutzen vor Abschluss der Beurteilung versprechen.

Freie Antwort

Unterstützt zuordnen

Aufgabe: EF 28 %, Sinusrhythmus, dokumentierter Linksschenkelblock mit QRS 162 ms, weiterhin NYHA III unter verträglicher Therapie. Welche spezialisierte Frage ergibt sich besonders, und warum?

Die Tabelle fasst die vorliegenden Befunde zusammen.

AngabeIm Fall genannt
EF28 %
RhythmusSinusrhythmus
QRS-MorphologieDokumentierter Linksschenkelblock
QRS-Dauer162 ms
Beschwerden / TherapieWeiterhin NYHA III unter verträglicher Therapie
In der App sprechen üben →

Multiple Choice

Einen falschen Geräteauftrag erkennen

Aufgabe: EF 32 %, QRS 96 ms, kein Stimulationsbedarf. Der Auftrag lautet: „CRT, weil EF unter 35 %.“ Welche Antwort passt?

Befunde und Wortlaut des Auftrags werden getrennt gezeigt.

AngabeIm Fall genannt
EF32 %
QRS-Dauer96 ms
StimulationsbedarfKeiner
Vorliegender Auftrag„CRT, weil EF unter 35 %.“
  1. a)CRT folgt aus jeder EF unter 35 %.
  2. b)Ein schmaler QRS erhöht hier die CRT-Indikation.
  3. c)Die EF allein reicht nicht; bei dieser QRS-Dauer besteht ohne andere Stimulationsindikation keine CRT-Indikation.
Lösung in der App →

Nachsorge und Gesamtplan

Lernziel: Du kannst Selbstbeobachtung und Nachsorge patientengerecht planen.

Einen alltagstauglichen Plan vereinbaren

Ein Entlassungsplan benennt Medikamente mit Zweck, aktuellem Einnahmeschema und Änderungen, Ansprechpartner, Kontrolltermine und Warnzeichen. Prüfe, ob die Person Medikamente beschaffen, Gewicht dokumentieren und Hilfe erreichen kann. Bei Bedarf werden Angehörige oder Pflege mit Einverständnis einbezogen. Eine verständliche Erklärung ist Teil der Behandlung.

Vor der Entlassung sollte die Person nach NVL hämodynamisch stabil und normovoläm sein, seit mindestens 24 Stunden ohne intravenöse Vasodilatatoren oder Inotropika und mit einem seit mindestens 24 Stunden stabilen oralen Diuretikaplan.

Fünf Schritte zur Entlassung: Entlassfähigkeit mit mindestens 24 Stunden ohne intravenöse Vasodilatatoren oder Inotropika und stabilem oralem Diuretikum; konkreter Medikations- und Warnzeichenplan; Nachkontrolle in 7 bis 10 Tagen, bei schwerer Herzinsuffizienz innerhalb von 3 Tagen; Alltag mit Medikamenten, Waage und erreichbarer Hilfe prüfen; Unterstützung mit Einverständnis. Ergebnisreihe: Plan verstanden, Lücke schließen, Übergabe an die Praxis.

Abbildung: Erst die Entlassfähigkeit prüfen, dann den Plan konkret benennen, Termine und Alltag prüfen und Unterstützung nur mit Einverständnis organisieren; die Rückfrage zeigt, ob der Plan verstanden wurde. Quelle: eigene Darstellung.

Gewicht möglichst täglich unter vergleichbaren Bedingungen messen: morgens nach dem Toilettengang, vor dem Frühstück, gleiche Waage und ähnliche Kleidung. Der Verlauf ist aussagekräftiger als ein einzelner Wert. Rascher Anstieg kann Retention anzeigen; Gewichtsabnahme kann erwünschte Entstauung, aber auch Dehydratation oder langfristig Mangelernährung bedeuten.

Als Orientierung nennt die NVL eine Zunahme von mehr als 1 kg über Nacht, mehr als 2 kg in drei Tagen oder mehr als 2,5 kg in einer Woche.

Die Richtung des Gewichtsverlaufs hat unterschiedliche mögliche Bedeutungen.

GewichtsbeobachtungEinordnung
Rascher AnstiegKann Retention anzeigen.
GewichtsabnahmeErwünschte Entstauung, aber auch Dehydratation oder langfristig Mangelernährung möglich.
Einzelwert und VerlaufDer Verlauf ist aussagekräftiger als ein einzelner Wert.

Oben die Messregeln: morgens nach dem Toilettengang und vor dem Frühstück, gleiche Waage, ähnliche Kleidung. Darunter ein fiktiver Gewichtsverlauf über sieben Tage mit Anstieg von 80,3 auf 82,6 kg, also plus 2,3 kg in drei Tagen. Unten drei Wege: Anstieg über 1 kg über Nacht, über 2 kg in drei Tagen oder über 2,5 kg in einer Woche führt zum vereinbarten Kontakt; Abnahme mit Schwindel führt zur ärztlichen Prüfung; stabiler Verlauf zum Fortführen des Plans.

Abbildung: Die Kurve zeigt ein erfundenes Beispiel: Von Tag 4 bis Tag 7 steigt das Gewicht von 80,3 auf 82,6 kg. Das überschreitet den unten genannten Beispiel-Kontaktwert, ist aber kein universeller Alarmgrenzwert. Die Richtung des Verlaufs führt zu unterschiedlichen Schritten; Beschwerden und vereinbarter Handlungsplan gehören zur Interpretation. Quelle: eigene Darstellung.

BeobachtungVereinbarte Handlung
Schwere Atemnot in Ruhe, Synkope, neue Verwirrtheit oder starker BrustschmerzSofort Notruf 112, nicht auf den nächsten Termin warten.
Rasche Gewichtszunahme, mehr Orthopnoe oder zunehmende ÖdemeZeitnah, im vereinbarten Plan meist am selben Tag, Kontakt aufnehmen.
Schwindel, Erbrechen, Durchfall oder deutlich weniger TrinkenVolumenstatus und Medikamente ärztlich prüfen lassen.
Stabiler ZustandEinnahme, Bewegung und dokumentierte Kontrollen fortführen.

Vier Zeilen, jeweils links Beobachtung und rechts Handlung: Notfallzeichen wie schwere Ruheatemnot, Synkope, neue Verwirrtheit oder starker Brustschmerz führen sofort zum Notruf 112, auch bei gleichem Gewicht; zunehmende Stauung mit über 2 kg in drei Tagen, mehr Kissen nachts oder zunehmenden Ödemen zum Kontakt am selben Tag; Schwindel, Erbrechen, Durchfall oder wenig Trinken zur ärztlichen Prüfung; stabiler Zustand zum Fortführen des Plans.

Abbildung: Vier Stufen mit klarer Handlung: Notfallzeichen gehen immer vor, auch wenn das Gewicht gleich bleibt; Diuretikadosen werden nur nach schriftlichem Plan verändert. Quelle: eigene Darstellung.

Links beide Unterschenkel und Füße eines sitzenden Mannes mit Schwellung an Knöcheln und Fußrücken; rechts ein Fußrücken mit einer hellen Delle nach Fingerdruck, auf die ein schwarzer Pfeil zeigt.

Abbildung: A: beidseitige Schwellung von Knöcheln und Fußrücken. B: Nach einigen Sekunden Fingerdruck bleibt eine Delle (Pfeil): eindrückbares Ödem. Zeige Betroffenen diesen Drucktest an Knöchel oder Schienbein; neu zunehmende Ödeme gehören in den vereinbarten Kontaktweg. Die Aufnahme stammt von einem Patienten mit nephrotischem Syndrom: Das Zeichen allein beweist keine kardiale Ursache. Quelle: Liew MH, Xavier A, Chieng ACR. Cureus 2026;18(8):e115185, Abb. 1, PMC13612749, CC BY 4.0; seitliche Ränder entfernt.

Ein möglicher individueller Kontaktwert lautet „mehr als 2 kg in drei Tagen“. Er wird ausdrücklich vereinbart und ersetzt keine Reaktion auf Warnsymptome. Diuretikadosen dürfen nur nach einem zuvor schriftlich vereinbarten Selbstanpassungsplan verändert werden. Eine pauschale starke Trinkmengenbegrenzung ist nicht für jeden geeignet; Trinkmenge und Salzaufnahme werden nach Stauung, Natrium, Nierenfunktion, Hitze und Begleiterkrankungen abgestimmt. Große Salzbelastungen und übermäßigen Alkoholkonsum vermeiden.

Die NVL nennt etwa 6 g Kochsalz pro Tag als Orientierung und rät von einer strengeren Begrenzung unter 6 g ab; mehr als etwa 3 Liter Flüssigkeit täglich gelten als ungünstig, eine Begrenzung auf 1,5–2 Liter kommt nur kurzfristig bei schwerer Symptomatik, Hypervolämie oder Hyponatriämie infrage. Alkohol höchstens in allgemein empfohlenen Mengen (Frauen etwa 10 g, Männer etwa 20 g reiner Alkohol pro Tag), bei alkoholtoxischer Kardiomyopathie gar nicht.

Bei stabilem Zustand unterstützen angepasste Bewegung und kardiale Rehabilitation die Belastbarkeit. Akute Dekompensation ist kein Anlass für unüberwachtes Belastungstraining; nach einer Dekompensation wird eine kardiale Rehabilitation erwogen, sobald sie sicher möglich ist. Rauchstopp, Impfberatung und die Behandlung von Schlafproblemen, Depression und sozialer Belastung gehören zur Versorgung.

Nach einer stationären Dekompensation besteht Anspruch auf eine Anschlussrehabilitation; ein Ausdauertraining beginnt mit etwa 5–10 Minuten täglich bei niedriger Intensität. Empfohlen werden besonders die Impfungen gegen Influenza (jährlich), Pneumokokken und COVID-19.

Fünf Bausteine für den stabilen Alltag: Salz etwa 6 g pro Tag, strengere Begrenzung unter 6 g nicht empfohlen; Trinkmenge nach Gewicht und Nierenfunktion, mehr als etwa 3 Liter ungünstig, 1,5 bis 2 Liter nur kurzfristig; Anschlussrehabilitation und Ausdauertraining ab 5 bis 10 Minuten täglich; Rauchstopp, Alkohol höchstens 10 beziehungsweise 20 g pro Tag und Impfungen gegen Influenza, Pneumokokken und COVID-19; Schlafprobleme, Depression und soziale Belastung mitbehandeln. Ergebnisreihe: Reha anmelden, individueller Trinkplan, Impfstatus prüfen.

Abbildung: Im stabilen Zustand gehören Salz, Trinkmenge, Bewegung, Schutzmaßnahmen und Begleitbelastungen zum Plan; die Trinkmenge wird individuell festgelegt, nicht pauschal begrenzt. Quelle: eigene Darstellung.

Nachsorge schließt die Behandlungsschleife

Nach einer stationären Dekompensation ist das Risiko einer erneuten Verschlechterung hoch. Plane früh einen Termin, häufig innerhalb von ein bis zwei Wochen, bei erhöhtem Risiko früher. Die ersten sechs Wochen brauchen eine enge, an Therapieänderungen angepasste Begleitung. Prüfe Reststauung, Blutdruck, Puls, Nierenwerte, Elektrolyte, Medikamenteneinnahme und Möglichkeiten weiterer Titration. Der Plan sagt, wer welche Kontrolle übernimmt und wer Ergebnisse bewertet.

Die NVL empfiehlt, die Nachkontrolle schon vor der Entlassung für innerhalb von 7–10 Tagen zu vereinbaren, bei schwerer Herzinsuffizienz innerhalb von höchstens drei Tagen; in der Studie STRONG-HF wurden die Zieldosen binnen zwei Wochen unter Sicherheitskontrollen angestrebt und Kontrollen in Woche 1, 2, 3 und 6 durchgeführt.

Nachsorge in fünf Schritten: Nachkontrolle in 7 bis 10 Tagen, bei schwerer Herzinsuffizienz innerhalb von 3 Tagen; Klinik mit Gewicht, Reststauung, Blutdruck und Puls; Labor mit Kreatinin, Kalium und Natrium, Kreatinin-Anstieg bis etwa 50 Prozent oft tolerabel, Kalium ab 5,5 mmol/l Dosis reduzieren; in den ersten sechs Wochen alle 1 bis 2 Wochen titrieren, in STRONG-HF Kontrollen in Woche 1, 2, 3 und 6; Zuständigkeiten festlegen. Ergebnisreihe: stabil weiter steigern, Reststauung Diuretikum anpassen, Laborentgleisung Dosis anpassen.

Abbildung: Ein früher, vor der Entlassung vereinbarter Termin verbindet Klinik, Labor und Einnahme mit der weiteren Titration; feste Zuständigkeiten schließen die Behandlungsschleife. Quelle: eigene Darstellung.

BegleiterkrankungWas du gezielt prüfstBedeutung für den Plan
Nierenkrankheit/DiabeteseGFR, Kalium, Glukose, MedikamentenrisikenDosis, Kontrollen und kardiorenale Therapie abstimmen.
Eisenmangel/AnämieBlutbild, Ferritin und Transferrinsättigung, UrsacheBei symptomatischer HFrEF mit Eisenmangel i.v. Eisen prüfen; nicht blind oral substituieren.
Vorhofflimmern/KHK/KlappenfehlerFrequenz, Ischämie, hämodynamische BedeutungUrsache behandeln; Antikoagulation nur bei eigener Indikation.
Adipositas/Frailty/MangelernährungFunktion, Ernährung und KörperzusammensetzungGewichtsziel nicht mit Entstauungsziel verwechseln.

Herzinsuffizienz hat einen variablen Verlauf. Wiederholte Hospitalisierungen, Nierenfunktionsstörung und fehlende Belastungsreserve können die Prognose verschlechtern. Eine präzise Prognose ist bedingt: „Wenn die Entstauung gelingt und die Therapie verträglich ist, erwarten wir eine Besserung der Atemnot. Ob sich auch die Pumpfunktion erholt, hängt unter anderem von Ursache und Verlauf ab; wir überprüfen das klinisch und echokardiografisch.“ Ein fester Überlebenswert lässt sich aus einer EF allein nicht ableiten.

Als verbesserte EF gilt nach ESC 2026 ein absoluter Anstieg um mindestens 10 Prozentpunkte auf über 40 %; vor einer ICD-Entscheidung wird die EF nach mindestens drei Monaten optimierter Therapie erneut gemessen.

Oben ungünstige Hinweise: wiederholte Hospitalisierungen, Nierenfunktionsstörung, fehlende Belastungsreserve, NT-proBNP über 2000 pg/ml. Daraus zwei Wege: Beschwerden mit der Wenn-dann-Aussage, dass sich bei gelungener Entstauung und verträglicher Therapie meist die Atemnot bessert; Pumpfunktion mit erneutem Echo nach mindestens 3 Monaten und der Definition der verbesserten EF als Anstieg um mindestens 10 Prozentpunkte auf über 40 Prozent. Danach Therapie auch bei Besserung fortführen. Ergebnisreihe: EF erholt, EF bleibt höchstens 35 Prozent mit ICD- und CRT-Prüfung, erneute Dekompensation.

Abbildung: Die Prognose wird als Wenn-dann-Aussage formuliert und an festgelegten Zeitpunkten überprüft; eine verbesserte EF ist kein Grund, die wirksame Therapie zu beenden. Quelle: eigene Darstellung.

Erklären, vortragen, dokumentieren

Ausgearbeitetes Beispiel

Patientenerklärung: „Wir vermuten, dass sich wegen Ihrer Herzschwäche Flüssigkeit zurückstaut. Das kann die Atemnot und die geschwollenen Beine erklären. Mit der Untersuchung und dem Herzultraschall klären wir die Ursache. Die entwässernde Behandlung soll Sie entlasten; dabei kontrollieren wir Kreislauf, Nierenwerte und Blutsalze. Können Sie mir sagen, bei welchen Beschwerden Sie sofort Hilfe holen würden?“

Ärztliche Vorstellung: „Ich stelle einen 71-jährigen Patienten mit seit drei Tagen zunehmender Orthopnoe und Beinödemen vor. Bei bekannter EF 30 % bestehen Stauungszeichen, aktuell ohne erkennbare Hypoperfusion. Eine Einnahmeunterbrechung ist ein möglicher Auslöser; Infekt und Ischämie werden geprüft. Geplant sind überwachte Entstauung, Labor-/Verlaufskontrollen und Ergänzung der verträglichen Dauertherapie.“

Dokumentation: Trenne Beobachtung, Verdacht und Plan. „Geplant ist Furosemid“ bedeutet nicht „Furosemid wurde gegeben“. Eine Epikrise beschreibt nur tatsächlich beobachtete Behandlung und Wirkung. Die Prognose nennt Bedingungen und Kriterien der erneuten Beurteilung.

Am Beispiel des 71-jährigen Patienten: Beobachtung mit dreitägiger Orthopnoe, Beinödemen, EF 30 Prozent und ohne erkennbare Hypoperfusion; Verdacht auf kardiale Dekompensation mit möglichem Auslöser Einnahmeunterbrechung; Plan mit überwachter Entstauung und Kontrollen. Danach zwei Spalten: angeordnet, Wirkung noch nicht beurteilbar, gegenüber durchgeführt mit Wirkstoff, Dosis, Uhrzeit und beobachteter Wirkung. Abschluss: Epikrise nur mit Beobachtetem, Prognose mit Bedingung, Verständnisfrage. Ergebnisreihe: gesehen, vermutet, vorgesehen.

Abbildung: Beobachtung, Verdacht und Plan stehen getrennt; eine angeordnete Maßnahme wird erst nach tatsächlicher Gabe mit Dosis, Uhrzeit und beobachteter Wirkung als durchgeführt dokumentiert. Quelle: eigene Darstellung.

Freie Antwort

Einen Satz vervollständigen

Aufgabe: Eine Patientin fragt: „Soll ich bei mehr Gewicht einfach die doppelte Tablette nehmen?“ Ergänze eine hilfreiche Antwort mit Handlungsplan und Rückfrage zum Verständnis.

Die Tabelle hält Anlass und Frage der Patientin fest.

AngabeIm Fall genannt
Angesprochene SituationMehr Gewicht
Frage der Patientin„Soll ich einfach die doppelte Tablette nehmen?“
In der App sprechen üben →

Freie Antwort

Eigenständiger Gesamtfall: HFrEF

Aufgabe: Ein 68-jähriger Patient mit ischämischer Kardiomyopathie, EF 29 %, berichtet vier Tage zunehmende Dyspnoe und 3 kg Gewichtszunahme. RR 132/78 mmHg, Puls 94/min, AF 24/min, SpO₂ 92 % unter Raumluft; wach, warme Extremitäten, Halsvenenstauung und beidseitige Ödeme. Kalium 4,5 mmol/l, eGFR 58. Er hat wegen eines Ausflugs sein Diuretikum ausgelassen. Das EKG zeigt Sinusrhythmus und einen bekannten Linksschenkelblock mit QRS 158 ms. Eine Medikamentenliste liegt noch nicht vor.

Die Tabelle bündelt die vorgegebenen Falldaten.

AngabeIm Fall genannt
Alter / Vorerkrankung68 Jahre / ischämische Kardiomyopathie
EF29 %
VerlaufSeit vier Tagen mehr Dyspnoe; +3 kg
RR / Puls132/78 mmHg / 94/min
AF / SpO₂24/min / 92 % unter Raumluft
UntersuchungWach, warme Extremitäten; Halsvenenstauung und beidseitige Ödeme
Kalium / eGFR4,5 mmol/l / 58 ml/min/1,73 m²
EinnahmeDiuretikum wegen eines Ausflugs ausgelassen; Medikamentenliste fehlt
EKGSinusrhythmus; bekannter Linksschenkelblock; QRS 158 ms

Zwölfkanal-EKG mit regelmäßigem Sinusrhythmus um 80 pro Minute und breiten QRS-Komplexen: in V1 bis V3 tiefe, breite negative Komplexe, in I, V5 und V6 breite, gekerbte positive Komplexe mit gegensinniger ST-Strecke; unten ein Rhythmusstreifen der Ableitung II.

Abbildung: Beispiel-EKG eines anderen Menschen mit vergleichbarem Befund (25 mm/s, 10 mm/mV): Sinusrhythmus um 80/min, QRS etwa 150 ms, tief negative Komplexe in V1–V3, breite, gekerbte R-Zacken ohne Q-Zacke in I, V5 und V6, ST-Strecke gegensinnig zum QRS. Quelle: PTB-XL 1.0.3 (Wagner et al., PhysioNet), ecg_id 12178, CC BY 4.0; Kurvenwerte unverändert, neu gezeichnet.

Formuliere einen gegliederten Plan: Form und Dringlichkeit; sofortiges Vorgehen; Auslöser-/Alternativensuche; Dauertherapie und Kontrollen; spätere Gerätefrage. Verwende höchstens sechs kurze Absätze.

In der App sprechen üben →

Freie Antwort

Eigenständiger Gesamtfall: HFpEF

Aufgabe: Eine 77-jährige Patientin hat Belastungsdyspnoe, Hypertonie, Adipositas und Vorhofflimmern. EF 61 %, nie dokumentiert unter 50 %; Echo zeigt vergrößerten linken Vorhof und weitere konsistente Hinweise auf erhöhte Füllungsdrücke. NT-proBNP 950 pg/ml, eGFR 43, Kalium 4,7 mmol/l. Sie ist aktuell euvoläm, RR 146/84 mmHg. Erkläre die Einordnung und drei wesentliche Bestandteile des weiteren Plans. Ergänze einen bedingten Prognosesatz.

Die Tabelle sammelt die Angaben der Patientin und ihre Befunde.

AngabeIm Fall genannt
Alter / Beschwerden77 Jahre / Belastungsdyspnoe
BegleiterkrankungenHypertonie, Adipositas, Vorhofflimmern
EF-Verlauf61 %; nie unter 50 % dokumentiert
EchoLinker Vorhof vergrößert; weitere Hinweise auf erhöhte Füllungsdrücke
NT-proBNP950 pg/ml
eGFR / Kalium43 ml/min/1,73 m² / 4,7 mmol/l
Volumenstatus / RREuvoläm / 146/84 mmHg

Apikaler Vierkammerblick im Herzultraschall mit Beschriftung von linkem und rechtem Ventrikel sowie linkem und rechtem Vorhof; der linke Vorhof ist größer als der rechte, die Wände des linken Ventrikels sind verdickt.

Abbildung: Apikaler Vierkammerblick eines anderen Menschen mit langjähriger Hypertonie: Der linke Vorhof (LA) ist leicht vergrößert, laut Originalarbeit mit einem Volumenindex von 40 ml/m²; ab mehr als 34 ml/m² gilt er im Sinusrhythmus als vergrößert. Die linksventrikulären Wände sind verdickt, die Kammer ist nicht erweitert. Ein vergrößerter Vorhof ist ein struktureller Hinweis auf chronisch erhöhte Füllungsdrücke, aber kein Einzelbeweis einer HFpEF. Quelle: Governa J, Marquês B, Agostinho P et al. Cureus 2025;17(12):e99860, Abb. 2C, PMC12823010, CC BY 4.0; Einzelbild C ausgeschnitten, Bildbuchstabe und Geräteanzeige am Rand entfernt.

In der App sprechen üben →

Freie Antwort

Befund und Patientengespräch

Aufgabe: Nutze den HFpEF-Fall aus Q03. Stelle die Patientin einer Kollegin in vier Sätzen vor. Erkläre anschließend der Patientin in einfacher Sprache, warum trotz erhaltener EF eine Herzschwäche vorliegen kann, und prüfe ihr Verständnis.

Die Kerndaten aus dem referenzierten Fall stehen für das Gespräch bereit.

AngabeIm Fall genannt
Alter / Beschwerden77 Jahre / Belastungsdyspnoe
BegleiterkrankungenHypertonie, Adipositas, Vorhofflimmern
EF-Verlauf61 %; nie unter 50 % dokumentiert
EchoLinker Vorhof vergrößert; Hinweise auf erhöhte Füllungsdrücke
Volumenstatus / RREuvoläm / 146/84 mmHg
eGFR / Kalium43 ml/min/1,73 m² / 4,7 mmol/l
In der App sprechen üben →

On this page

Pumpen und FüllenZwei Aufgaben des VentrikelsEine Fraktion ist kein HerzzeitvolumenEF-Begriffe mit Datum verstehenUnterstützt rechnenEinen Arztbrief übersetzenStauung und PerfusionRückstau und VorwärtsversorgungViel Flüssigkeit und trotzdem schlecht versorgtUntersuchung am BettDas fehlende Urteil ergänzenÖdeme erklären nicht allesDiagnose und AuslöserWarum gerade jetzt?Verdacht objektivierenWas welche Untersuchung beantwortetZwei Grenzen auseinanderhaltenEin hoher Wert ohne SchnellschlussAkut handelnAtemnot zunächst nach Gefahr ordnenOxygenierung und AtemunterstützungEntstauen oder Kreislauf stützen?Schock: kardial bedingte MinderperfusionDie erste Minute begründenDie Strategie wechselnMedikamente wählenUnterschiedliche Ziele kombinierenSicher beginnen und steigernMRA und HFpEF bewusst auswählenEin begründeter AnfangsplanEine gefährliche Doppelung findenTherapie nach EF-VerlaufMRA sicher zuordnenWirkung kontrollierenDiurese braucht ein ZielNierenwerte im Zusammenhang lesenKalium, Chlorid und AlkaloseEntstaut, aber nicht sicherEin einzelner LaborwertStauung mit AlkaloseICD und CRTZwei verschiedene ProblemeWann Vorstellung veranlassen?Nutzen und Grenzen erklärenUnterstützt zuordnenEinen falschen Geräteauftrag erkennenNachsorge und GesamtplanEinen alltagstauglichen Plan vereinbarenNachsorge schließt die BehandlungsschleifeErklären, vortragen, dokumentierenEinen Satz vervollständigenEigenständiger Gesamtfall: HFrEFEigenständiger Gesamtfall: HFpEFBefund und Patientengespräch

Wofür lernst du?

Wir zeigen dir nur die Inhalte, die für deine Prüfung gelten. Du kannst das jederzeit in der Seitenleiste anpassen.