medeKI
Lernpfade

Einführung

Lernziel: Du weißt, wie der Prüfungsteil abläuft und wie du dich vorbereitest.

Überblick & Ablauf

Lernziel: Du kennst Zeitrahmen, Ablauf und die feste Gesprächsstruktur.

Der Prüfungsteil „Patientenaufklärung"

Du bekommst eine kurze Aufgabenstellung zu einem Eingriff und klärst darüber eine Patientin oder einen Patienten auf. Deine Prüferin oder dein Prüfer spielt dabei den Patienten im Videogespräch.

2:30 Minuten hast du Zeit, die Aufgabenstellung still zu lesen. Danach bleiben 8:30 Minuten für das Gespräch. Nach 11 Minuten endet der Prüfungsteil.

Du darfst die Lesezeit vorzeitig beenden und früher ins Gespräch starten. Die Empfehlung ist trotzdem, die vollen 2:30 Minuten zu nutzen: Wer zu früh anfängt, spricht danach meist weniger flüssig.

Es ist ein Gespräch, kein Vortrag

Zwei Dinge machen aus deiner Erklärung ein Patientengespräch:

  • Dialog: Du stellst Rückfragen wie „Ist das in Ordnung für Sie?", beziehst den Patienten ein und beantwortest seine Fragen sofort.
  • Patientensprache: Fachbegriffe vermeidest du oder erklärst sie sofort.

Der Patient hat immer das Geschlecht deines Gesprächspartners im Video: Sprichst du mit einer Frau, ist es eine Patientin; sprichst du mit einem Mann, ist es ein Patient.

Warum dieser Teil schwierig ist

Die Sätze in der Aufgabenstellung sind knapp und im Nominalstil geschrieben, zum Beispiel „Desinfektion und sterile Abdeckung des Operationsgebiets". Daraus musst du flüssige, patientengerechte Sätze machen.

Das ist die eigentliche Schwierigkeit: nicht Deutsch sprechen, sondern paraphrasieren: einen Text lesen, ihn im Kopf umbauen und flüssig weitersprechen. Für die meisten ist das ein neues Prüfungskonzept.

Manchmal steht ein Wort im Text, das du nicht kennst. Auch damit kommst du zurecht, wenn du ein paar Techniken beherrschst.

Tipp

Du brauchst kein perfektes Deutsch. Mit einem soliden B2-Niveau und guter Fachsprache ist dieser Teil zu schaffen.

Die feste Struktur des Gesprächs

Jedes Aufklärungsgespräch läuft in derselben Reihenfolge ab:

  1. Begrüßung
  2. Ablauf des Eingriffs
  3. Allgemeine Risiken
  4. Spezielle Risiken
  5. Präoperatives Vorgehen
  6. Postoperatives Vorgehen

Danach folgt die Verabschiedung mit der Unterschrift auf dem Aufklärungsbogen. Diese Reihenfolge ist immer gleich, sodass du dich gut darauf vorbereiten kannst. Du füllst sie nur mit dem aktuellen Fall.

So sieht die Aufgabe aus

Das ist eine Beispiel-Aufgabenstellung. So knapp und so fachsprachlich bekommst du die Informationen. Alles, was hier steht, musst du im Gespräch ansprechen.

Situation

Du bist Viszeralchirurgin oder Viszeralchirurg und klärst Frau Krüger über einen Eingriff auf, der am nächsten Tag stattfinden soll.

Eingriff

Laparoskopische Cholezystektomie, Dauer ca. 45–60 Minuten. Grund: symptomatische Cholezystolithiasis mit rezidivierenden Gallenkoliken.

Ablauf: Vollnarkose; Anlage eines Kapnoperitoneums über einen Nabelzugang; Einbringen von drei Arbeitstrokaren; Darstellung des Calot-Dreiecks; Clippung und Durchtrennung von Arteria cystica und Ductus cysticus; retrograde Auslösung der Gallenblase aus dem Leberbett; Bergung über den Nabelzugang; Kontrolle auf Bluttrockenheit; Faszien- und Hautverschluss.

Vorerkrankung: arterielle Hypertonie. Dauermedikation: Ramipril 5 mg morgens.

Zu besprechen

  1. der Operationsablauf
  2. allgemeine Risiken: Blutung, Wundinfektion, Thrombose, Verletzung benachbarter Organe
  3. spezielle Risiken:
    • Verletzung des Hauptgallengangs, ggf. weitere Operation (ca. 1:300)
    • Austritt von Gallenflüssigkeit, ggf. Ableitung über einen Schlauch (ca. 1:50)
    • Wechsel zur offenen Operation bei unklaren Verhältnissen (ca. 1:20)
  4. präoperativ: ab 6 Stunden nüchtern, klare Flüssigkeit bis 2 Stunden vorher; Ramipril am OP-Morgen aussetzen; Schmuck und Piercings ablegen
  5. postoperativ: 24 Stunden kein Auto und keine Maschinen; 2 Wochen körperliche Schonung ohne schweres Heben; bei zunehmenden Bauchschmerzen, Fieber oder Gelbfärbung sofort vorstellen

Multiple Choice

Was erwartet die Prüfung von dir, wenn du einen Textbaustein aus der Aufgabenstellung wiedergibst?

  1. a)Du gibst ihn möglichst wörtlich wieder, damit fachlich nichts verloren geht.
  2. b)Du gibst den Inhalt mit anderem Satzbau und eigenen Worten wieder, ohne etwas wegzulassen.
  3. c)Du gibst ihn wieder und ergänzt zu jedem Punkt zusätzliche Details aus deinem Fachwissen.
Lösung in der App →

Multiple Choice

Was ist die beste Reaktion?

Du erklärst Frau Krüger gerade den Ablauf der Operation. Mitten im Satz fragt sie: „Bekomme ich eine Vollnarkose oder bleibe ich wach?"

  1. a)Du beantwortest die Frage sofort kurz und knüpfst dann wieder an deine Erklärung an.
  2. b)Du bringst den Abschnitt „Ablauf" zu Ende und gehst erst danach auf die Frage ein.
  3. c)Du bittest sie, ihre Fragen bis zum Ende der Erklärung aufzuheben, und sprichst weiter.
Lösung in der App →

Es ist ein Gespräch

Lernziel: Du bindest den Patienten mit Rückfragen aktiv ins Gespräch ein.

Deine Rückfragen an den Patienten

Ein Aufklärungsgespräch ist keine Einbahnstraße. Nach jedem der sechs Abschnitte holst du den Patienten mit einer kurzen Frage zurück ins Gespräch, bevor du weitergehst.

Nützliche Bausteine:

  • „Haben Sie das so weit verstanden?"
  • „Haben Sie Fragen dazu?"
  • „Ist das in Ordnung für Sie?"
  • „Soll ich etwas noch einmal erklären?"

So merkst du früh, wenn etwas unklar ist, und die Prüfung sieht, dass du ein Gespräch führst und keinen Vortrag hältst.

Der Patient ist König

Wenn der Patient dich unterbricht oder eine Frage stellt, hältst du an und beantwortest sie zuerst. Erst danach führst du deine Erklärung an derselben Stelle fort.

Antworte so ausführlich wie nötig, aber so kurz wie möglich. Rede nie über eine Patientenfrage hinweg, nur um deinen Satz zu Ende zu bringen.

Achtung

Weiterreden, während der Patient etwas fragen möchte, ist ein schwerer Fehler. Die Rückfrage geht immer vor.

Multiple Choice

Welcher Satz passt am besten, bevor du weitergehst?

Du hast Frau Krüger den Ablauf der Operation vollständig erklärt und willst zu den Risiken übergehen.

  1. a)„Haben Sie noch Fragen zum Ablauf?"
  2. b)„Gut, dann kommen wir jetzt zu den Risiken."
  3. c)„Das war viel Information, ich hoffe, es war verständlich."
Lösung in der App →

Multiple Choice

Was ist hier das Problem?

Du erklärst die Risiken. Frau Krüger setzt mehrmals zum Sprechen an, aber du redest weiter, weil du deinen Gedanken zu Ende bringen willst.

  1. a)Du hast die feste Reihenfolge der Abschnitte unterbrochen.
  2. b)Du lässt die Patientin nicht zu Wort kommen; ihre Frage hat Vorrang vor deinem Satz.
  3. c)Du solltest die Risiken schneller erklären, damit die Patientin gar nicht erst unterbricht.
Lösung in der App →

Fachbegriffe vermeiden

Lernziel: Du ersetzt oder erklärst Fachbegriffe für den Patienten.

Fachbegriff vermeiden oder erklären

Der Patient soll dich verstehen. Für jeden Fachbegriff gibt es drei Stufen, von gut bis schlecht:

  1. Am besten: gleich das Alltagswort. „Wir entfernen Ihre Gallenblase."
  2. Zweitbeste: Fachwort und sofort die Erklärung. „Wir entfernen Ihre Gallenblase, medizinisch nennt man das Cholezystektomie."
  3. Schlecht: nur das Fachwort. „Wir führen bei Ihnen eine Cholezystektomie durch."

Stufe 1 ist dein Ziel. Stufe 2 ist in Ordnung, wenn dir kein gutes Alltagswort einfällt.

Ein paar Übersetzungen

FachbegriffFür den Patienten
HypertonieBluthochdruck
SonographieUltraschall
PunktionEinstich
PeritonitisBauchfellentzündung
HämatomBluterguss

Der einfache Test: Würde der Patient dieses Wort selbst benutzen? Wenn nicht, ersetzt oder erklärst du es.

Multiple Choice

Welchen Satz sagst du Frau Krüger am besten?

Du willst erklären, dass vor der Operation ein Ultraschall der Gallenwege gemacht wird.

  1. a)„Vor der Operation machen wir eine Sonographie der Gallenwege."
  2. b)„Vor der Operation schauen wir uns Ihre Gallenwege mit Ultraschall an."
  3. c)„Vor der Operation erfolgt eine sonographische Darstellung des Gallengangsystems."
Lösung in der App →

Multiple Choice

Welches Wort solltest du dem Patienten trotzdem kurz erklären?

Du sagst: „Bitte kommen Sie am Operationstag nüchtern."

  1. a)„Operationstag" ist zu lang und zu technisch.
  2. b)„nüchtern" klingt alltäglich, hat aber eine genaue Bedeutung, die der Patient kennen muss.
  3. c)Bei „kommen" sagt man im Krankenhaus „sich vorstellen".
Lösung in der App →

Fachwort umschreiben

Lernziel: Du umschreibst Fachwörter, für die dir kein Alltagswort einfällt.

Wenn dir kein Alltagswort einfällt

Manchmal steht im Aufgabentext ein Fachbegriff, für den du kein gutes Alltagswort kennst, oft ein Nervenname oder eine anatomische Struktur. Das ist kein Problem.

Du beschreibst in einem Satz, wofür die Struktur da ist oder was sie tut. Steht im Text „Chorda tympani", sagst du: „ein kleiner Nerv, der für Ihren Geschmackssinn wichtig ist".

Ein paar Beispiele

Im TextFür den Patienten
Ductus hepatocholedochusder Gang, der die Galle aus der Leber zum Darm leitet
Nervus phrenicusder Nerv, der das Zwerchfell steuert
Anastomosedie Stelle, an der zwei Darmenden wieder zusammengenäht werden

Es ist in Ordnung, wenn du das gängige Wort nicht kennst. Wichtig ist, dass der Patient versteht, worum es geht.

Multiple Choice

Wie sagst du das der Patientin?

Im Aufgabentext steht als spezielles Risiko „Verletzung des Nervus phrenicus".

  1. a)„Es kann zu einer Läsion des Nervus phrenicus kommen."
  2. b)„Es kann passieren, dass der Nerv verletzt wird, der Ihr Zwerchfell steuert."
  3. c)„Es kann passieren, dass ein wichtiger Nerv verletzt wird."
Lösung in der App →

Multiple Choice

Was ist die beste Lösung?

Im Aufgabentext steht als spezielles Risiko „Verletzung des Ductus hepatocholedochus". Dir fällt kein Alltagswort für „Ductus hepatocholedochus" ein.

  1. a)Du lässt das Risiko weg, weil du das Wort nicht patientengerecht sagen kannst.
  2. b)Du sagst „Ductus hepatocholedochus" und sprichst schnell weiter, bevor die Patientin nachfragt.
  3. c)Du beschreibst die Funktion: „ein Gang, der die Gallenflüssigkeit aus der Leber ableitet".
Lösung in der App →

Struktur des Gesprächs

Lernziel: Du gehst die sechs Gesprächsteile in fester Reihenfolge durch.

Was in jeden Abschnitt gehört

Die sechs Abschnitte in einem Satz:

  1. Begrüßung: wer du bist, welcher Eingriff, warum, wie lange; Vorerkrankungen und Medikamente prüfen.
  2. Ablauf des Eingriffs: die Schritte aus dem Text, im Futur erzählt.
  3. Allgemeine Risiken: die Standardrisiken, kurz.
  4. Spezielle Risiken: die Risiken gerade dieses Eingriffs, mit Häufigkeit.
  5. Präoperatives Vorgehen: was der Patient vor dem Eingriff tun oder lassen muss.
  6. Postoperatives Vorgehen: dasselbe für die Zeit danach.

Die Reihenfolge gibst du vor

Diese sechs Abschnitte kommen immer in dieser Reihenfolge. Du musst sie nicht neu erfinden, du füllst nur eine feste Vorlage.

Der Patient darf jederzeit fragen. Seine Frage beantwortest du sofort, aber sie verschiebt nicht die Reihenfolge deiner Abschnitte: Du beantwortest kurz und kehrst dann an dieselbe Stelle zurück.

Nach jedem Abschnitt stellst du eine kurze Rückfrage, bevor du zum nächsten gehst.

Multiple Choice

Welcher Abschnitt kommt als Nächstes?

Du hast die Begrüßung gemacht und den Ablauf der Operation erklärt.

  1. a)Allgemeine Risiken
  2. b)Präoperatives Vorgehen
  3. c)Spezielle Risiken
Lösung in der App →

Multiple Choice

Wie gehst du vor?

Du erklärst gerade den Ablauf der Operation. Frau Krüger fragt: „Und wann darf ich danach wieder Auto fahren?"

  1. a)Du springst jetzt zum Abschnitt „Postoperatives Vorgehen" und arbeitest ihn komplett ab.
  2. b)Du gibst eine kurze Antwort („In den ersten 24 Stunden nicht.") und machst dann beim Ablauf weiter.
  3. c)Du sagst „Dazu sage ich jetzt nichts." und sprichst mit dem Ablauf weiter.
Lösung in der App →

Eingriff, OP, Untersuchung

Lernziel: Du unterscheidest die Begriffe und ihre Artikel sicher.

Eingriff, Operation, Untersuchung

Der Eingriff ist der Oberbegriff und passt für eine Operation genauso wie für eine diagnostische Prozedur.

  • Eine Gallenblasenentfernung ist ein Eingriff und eine Operation.
  • Eine Darmspiegelung ist ein Eingriff und eine Untersuchung.

In der Aufgabenstellung kann jeder dieser Begriffe stehen. Du solltest zu jedem sicher sprechen können.

Die Artikel

Kasusder Eingriffdie Operation
Nominativder Eingriffdie Operation
Akkusativden Eingriffdie Operation
Genitivdes Eingriffsder Operation
Dativdem Eingriffder Operation

„die Untersuchung" und „die Behandlung" gehen wie „die Operation".

Also: „der Ablauf der Operation", aber „der Ablauf des Eingriffs". Und: „nach der Untersuchung", aber „nach dem Eingriff".

Tipp

Achte besonders auf den Genitiv „des Eingriffs". Wer viel „Ablauf der OP" übt, sagt hier leicht ein falsches „der Eingriffs".

Multiple Choice

Welche Formulierung ist richtig?

Du willst sagen, dass du jetzt erklärst, wie der Eingriff abläuft.

  1. a)„Ich erkläre Ihnen jetzt den Ablauf des Eingriffs."
  2. b)„Ich erkläre Ihnen jetzt den Ablauf der Eingriffs."
  3. c)„Ich erkläre Ihnen jetzt den Ablauf dem Eingriff."
Lösung in der App →

Multiple Choice

Wie lässt sich eine Darmspiegelung einordnen?

Eine Darmspiegelung dient dazu, den Dickdarm von innen anzuschauen.

  1. a)Sie ist ein Eingriff und eine Untersuchung.
  2. b)Sie ist eine Operation.
  3. c)Sie ist eine Behandlung, aber kein Eingriff.
Lösung in der App →

Gut vorbereitet sein

Lernziel: Du weißt, wie du das Paraphrasieren gezielt trainierst.

Was dir in der Prüfung wirklich hilft

Drei Dinge machen den Unterschied:

  1. Synonyme. Für häufige Wörter (entfernen, prüfen, vermeiden, verletzen …) solltest du zwei bis drei Ersatzwörter parat haben. Das ist es, was hier „C1" bedeutet, nicht seltene Einzelvokabeln.
  2. Umformungen automatisieren. Die Techniken der nächsten Kapitel (Nominalstil in Futur-Sätze, Ursache und Wirkung trennen, Häufigkeitssatz) übst du so oft, bis sie ohne Nachdenken kommen.
  3. Die Lesezeit nutzen. Die vollen 2:30 Minuten zum Einlesen verwenden.

Wie es weitergeht

Die nächsten sechs Kapitel folgen den sechs Gesprächsabschnitten, von der Begrüßung bis zum postoperativen Vorgehen. In jedem Kapitel lernst du zuerst die passende Technik und übst sie dann, gegen Ende vor allem im Sprechen.

Zum Schluss gibt es ein Übungskapitel mit ganzen Fällen, in dem du eine komplette Aufklärung Satz für Satz durchsprichst.

Multiple Choice

Welche Vorbereitung ist am sinnvollsten?

Du hast noch einige Wochen bis zur Prüfung und willst den Aufklärungsteil gezielt üben.

  1. a)Du schreibst dir eine Musteraufklärung Wort für Wort auf und lernst sie auswendig.
  2. b)Du übst die Umformungen an vielen verschiedenen Sätzen, bis die Standardsätze automatisch kommen.
  3. c)Du lernst möglichst viele seltene Fachbegriffe auswendig.
Lösung in der App →

On this page

Wofür lernst du?

Wir zeigen dir nur die Inhalte, die für deine Prüfung gelten. Du kannst das jederzeit in der Seitenleiste anpassen.