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Krankheitsbilder

Lernziel: Du beschreibst kardiologische Krankheitsbilder patientengerecht.

Einführung

Lernziel: Du weißt, welche Krankheitsbilder folgen.

Krankheitsbilder verstehen und erklären

In diesem Modul vertiefst du dein Wissen zu den wichtigsten kardiologischen Krankheitsbildern: KHK, Angina pectoris, akutes Koronarsyndrom, Myokardinfarkt, Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen und Endokarditis. Alle medizinischen Fakten stehen in den Lesetexten. Die Übungen konzentrieren sich auf die passende Sprache, mit der du diese Krankheitsbilder Patienten und Kollegen gegenüber erklärst.

Wie dieses Modul aufgebaut ist

Die Krankheitsbilder folgen der klinischen Logik: KHK als Grunderkrankung, Angina pectoris als ihr Leitsymptom, akutes Koronarsyndrom und Myokardinfarkt als akute Komplikationen. Danach folgen Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen und Endokarditis als eigenständige Krankheitsbilder.

Multiple Choice

Worauf konzentrieren sich die Übungen in diesem Modul vor allem?

  1. a)Auf die Dosierung der jeweiligen Medikamente.
  2. b)Auf das Auswendiglernen aller Diagnosekriterien und Score-Systeme.
  3. c)Auf die patientengerechte und kollegiale Sprache rund um die Krankheitsbilder.
Lösung in der App →

KHK & Angina pectoris

Lernziel: Du erklärst KHK und Angina pectoris patientengerecht.

Koronare Herzkrankheit (KHK)

Die KHK ist eine chronische Verengung der Herzkranzgefäße durch Atherosklerose, die zu einer Minderdurchblutung des Herzmuskels (Myokardischämie) führt. Ätiologisch entsteht sie durch Plaquebildung in den Gefäßwänden, die das Gefäßlumen zunehmend einengt.

Man unterscheidet die stabile KHK (chronisches Koronarsyndrom) vom akuten Koronarsyndrom (ACS), das eine plötzliche Verschlechterung darstellt.

Risikofaktoren: nicht beeinflussbar sind Alter, männliches Geschlecht und familiäre Veranlagung; beeinflussbar sind Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes, erhöhte Blutfette, Übergewicht und Bewegungsmangel.

KHK: Beschwerden, Folgen und Diagnostik

Typisch ist eine belastungsabhängige Angina pectoris mit Ausstrahlung in Arm, Kiefer oder Rücken, oft begleitet von Atemnot und Leistungsminderung. Viele Patienten bleiben aber lange beschwerdefrei.

Unbehandelt kann eine KHK zu Angina pectoris, Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen oder zum plötzlichen Herztod führen.

Diagnostisch stehen Ruhe- und Belastungs-EKG, Echokardiographie sowie Laborwerte wie Blutfette und Blutzucker zur Verfügung. Goldstandard ist die Koronarangiographie.

KHK: Therapie

Die Behandlung erfolgt stufenweise: konservativ durch Lebensstiländerung sowie Statine, ASS, Betablocker und ACE-Hemmer; interventionell durch eine PCI mit Stentimplantation; operativ durch eine Bypass-Operation.

Vorsicht

Betablocker sind bei einem AV-Block III. Grades und bei schwerem Asthma kontraindiziert. ACE-Hemmer dürfen in der Schwangerschaft nicht gegeben werden.

Angina pectoris (AP)

Angina pectoris ist ein anfallsartiger retrosternaler Schmerz durch eine vorübergehende Myokardischämie, ohne dass dabei Herzmuskelgewebe abstirbt. Die CCS-Klassifikation (I bis IV) beschreibt den Schweregrad nach der auslösenden Belastung, von außergewöhnlicher Anstrengung (CCS I) bis Schmerzen in Ruhe (CCS IV).

Bei stabiler AP liegt eine fixierte Koronarstenose vor, bei instabiler AP eine Plaqueruptur oder ein Gefäßspasmus. Instabile AP zählt bereits zum akuten Koronarsyndrom.

Angina pectoris: Beschwerden und Behandlung

Typisch sind retrosternaler Druck oder Brennen mit Ausstrahlung in Arm, Kiefer oder Oberbauch, oft begleitet von Atemnot und Schweißausbruch. Stabile Angina pectoris bessert sich charakteristischerweise durch Nitrate.

Diagnostisch ergänzen Stressechokardiographie und Myokardszintigraphie das Belastungs-EKG. Akut werden Nitrate sublingual und Sauerstoff gegeben, langfristig Betablocker, Nitrate, Kalziumantagonisten, ASS und Statine.

Vorsicht

Nitrate sind bei gleichzeitiger Einnahme von PDE-5-Hemmern wie Sildenafil und bei Hypotonie kontraindiziert.

Multiple Choice

Wie erklärst du einem Patienten am verständlichsten, dass seine Herzkranzgefäße verengt sind?

  1. a)Sie leiden an einer Verengung, die keine Behandlung braucht.
  2. b)Sie haben eine koronare Herzkrankheit mit atherosklerotischer Genese.
  3. c)Ihre Herzkranzgefäße sind verengt. Dadurch bekommt Ihr Herzmuskel weniger Blut.
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Multiple Choice

Ein Patient berichtet: „Die Schmerzen treten nur bei starker Anstrengung auf und werden durch das Nitro-Spray unter der Zunge schnell besser." Welche Aussage trifft zu?

  1. a)Das spricht für eine instabile Angina pectoris.
  2. b)Das spricht für einen Myokardinfarkt.
  3. c)Das spricht für eine stabile Angina pectoris.
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Freie Antwort

Nenne den Fachbegriff für den beschriebenen Befund.

Patientenvorstellung: „Der Patient berichtete über belastungsabhängige Brustschmerzen, die sich in Ruhe bessern."

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Freie Antwort

Erkläre der Patientin mündlich, warum sie beim Gehen Brustschmerzen bekommt.

Befund: KHK mit belastungsabhängiger Angina pectoris.

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Freie Antwort

Erkläre dem Patienten mündlich, warum er das Nitro-Spray bei Schmerzen sofort verwenden soll.

Therapieempfehlung: Nitro-Spray sublingual bei Angina-pectoris-Anfall.

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ACS & Myokardinfarkt

Lernziel: Du beschreibst akutes Koronarsyndrom und Herzinfarkt korrekt.

Akutes Koronarsyndrom (ACS)

Das ACS ist der Oberbegriff für eine akute Durchblutungsstörung des Herzens durch einen plötzlichen Verschluss oder eine Verengung der Herzkranzgefäße. Ursache ist meist eine Plaqueruptur mit nachfolgender Thrombusbildung.

Man unterscheidet drei Formen anhand von EKG und Troponin: instabile Angina pectoris (kein Troponin-Anstieg, keine ST-Hebung), NSTEMI (Troponin erhöht, keine ST-Hebung) und STEMI (Troponin erhöht, ST-Hebung). Ein STEMI erfordert eine sofortige Reperfusionstherapie.

ACS: Beschwerden und Gefahren

Typisch ist ein akuter, anhaltender retrosternaler Schmerz von über 20 Minuten Dauer mit Atemnot, Schweißausbruch, Übelkeit und Todesangst. Bei Frauen und Diabetikern verläuft ein ACS oft atypisch, zum Beispiel mit Oberbauchschmerzen oder ausgeprägter Müdigkeit statt klassischem Brustschmerz.

Gefürchtete Komplikationen sind Herzrhythmusstörungen, insbesondere Kammerflimmern als häufigste Todesursache. Weitere mögliche Folgen sind kardiogener Schock, Herzwandruptur und Herzinsuffizienz.

ACS: Diagnostik und Therapie

Neben dem EKG (Frage nach ST-Hebung) ist die Bestimmung von Troponin nach einem festen 0/1/3-Stunden-Protokoll entscheidend. Bei STEMI muss die Wiedereröffnung des Gefäßes per PCI innerhalb von 90 Minuten erfolgen. Bei NSTEMI und instabiler Angina pectoris kommen Antikoagulation und eine doppelte Thrombozytenaggregationshemmung zum Einsatz.

Vorsicht

Eine Thrombolyse ist kontraindiziert bei einem Schlaganfall in den letzten drei Monaten, bei aktiver Blutung und bei unkontrollierter Hypertonie.

Myokardinfarkt

Ein Myokardinfarkt ist der irreversible Untergang von Herzmuskelzellen durch einen anhaltenden Koronarverschluss, das morphologische Resultat eines STEMI oder NSTEMI. Am häufigsten entsteht er durch eine Plaqueruptur mit Thrombose (Typ 1); seltener durch ein Missverhältnis zwischen Sauerstoffangebot und -bedarf (Typ 2), zum Beispiel bei Tachykardie oder Anämie.

Je nach Alter des Infarkts unterscheidet man frisch (unter 6 Stunden), akut (6 Stunden bis 7 Tage), subakut (7 bis 28 Tage) und chronisch (über 28 Tage, dann als Narbe).

Myokardinfarkt: Verlauf und Behandlung

In den ersten 48 Stunden drohen vor allem Kammerflimmern, AV-Block und kardiogener Schock. Im weiteren Verlauf können eine Perikarditis oder ein Papillarmuskelabriss auftreten, langfristig eine Herzinsuffizienz oder ein Ventrikelaneurysma.

Diagnostik und Akuttherapie entsprechen dem ACS, ergänzt um ein Herz-MRT zum Narbennachweis. Langfristig ist eine lebenslange Sekundärprävention mit Statinen, ASS, Betablockern und ACE-Hemmern notwendig.

Multiple Choice

Ein Patient mit akutem Brustschmerz hat im EKG eine ST-Hebung und erhöhtes Troponin. Welche Diagnose liegt vor, und was folgt daraus?

  1. a)NSTEMI, watchful waiting ist ausreichend.
  2. b)Instabile Angina pectoris, keine Notfallbehandlung erforderlich.
  3. c)STEMI, sofortige Reperfusion innerhalb von 90 Minuten ist notwendig.
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Multiple Choice

Wie erklärst du einem Angehörigen am verständlichsten, was gerade mit dem Patienten passiert ist?

  1. a)Es ist nichts Ernstes, das passiert häufiger.
  2. b)Der Patient hat einen Typ-1-Myokardinfarkt durch Plaqueruptur mit konsekutiver Thrombusbildung erlitten.
  3. c)Ein Blutgerinnsel hat ein Herzgefäß verstopft. Dadurch bekommt ein Teil des Herzmuskels kein Blut mehr und wird geschädigt.
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Freie Antwort

Nenne den Fachbegriff für den beschriebenen Befund.

Patientenvorstellung: „Der Patient berichtet über einen seit 45 Minuten anhaltenden, drückenden Brustschmerz mit Schweißausbruch und Übelkeit."

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Freie Antwort

Erkläre der Patientin mündlich, warum bei ihrem akuten Brustschmerz sofort ein EKG geschrieben werden muss.

Situation: Patientin mit akutem Brustschmerz in der Notaufnahme.

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Herzinsuffizienz

Lernziel: Du erklärst Herzschwäche und ihre Symptome patientengerecht.

Herzinsuffizienz (HI)

Herzinsuffizienz bezeichnet das Unvermögen des Herzens, den Körper ausreichend mit Blut zu versorgen (Vorwärtsversagen) oder einen Blutrückstau in Lungen- oder Körperkreislauf zu vermeiden (Rückwärtsversagen).

Man klassifiziert nach der Ejektionsfraktion (HFrEF unter 40 %, HFmrEF 40 bis 49 %, HFpEF ab 50 %), nach dem Verlauf (akut oder chronisch), nach der Lokalisation (Links-, Rechts- oder Globalinsuffizienz) sowie funktionell nach der NYHA-Klasse (I bis IV).

Ursachen der Herzinsuffizienz

Häufigste Ursache in westlichen Ländern ist die koronare Herzkrankheit, gefolgt von Bluthochdruck, Kardiomyopathien, Klappenerkrankungen, Myokarditis und Herzrhythmusstörungen. Weitere Risikofaktoren sind Vorhofflimmern, Alkohol und bestimmte Chemotherapien.

Herzinsuffizienz: Symptome je nach Seite

Bei Linksherzinsuffizienz stehen Atemnot, zunächst bei Belastung und später auch in Ruhe, Orthopnoe, Husten und im Extremfall ein Lungenödem im Vordergrund. Bei Rechtsherzinsuffizienz überwiegen Beinödeme, Aszites, eine gestaute Leber und sichtbar gestaute Halsvenen. Allgemein klagen Patienten über Leistungsminderung, Müdigkeit und ungewollte Gewichtszunahme durch Wassereinlagerungen.

Herzinsuffizienz: Gefahren und Diagnostik

Gefürchtete Komplikationen sind das akute Lungenödem, kardiogener Schock, Herzrhythmusstörungen, plötzlicher Herztod und ein durch die Herzschwäche bedingtes Nierenversagen.

Diagnostisch entscheidend sind BNP beziehungsweise NT-proBNP im Labor sowie die Echokardiographie als Goldstandard zur Bestimmung von Ejektionsfraktion und Klappenfunktion. Ergänzend werden EKG, Röntgen-Thorax und bei Bedarf ein Herzkatheter eingesetzt.

Herzinsuffizienz: Therapie

Bei HFrEF bilden vier Medikamentengruppen die Basistherapie: ACE-Hemmer oder ARNI, Betablocker, Mineralokortikoidrezeptor-Antagonisten und SGLT2-Hemmer, das sogenannte ABMS-Quadrupel. Diuretika lindern die Symptome. Bei ausgeprägter Pumpschwäche kommen ein ICD oder eine kardiale Resynchronisationstherapie infrage, im Endstadium eine Herztransplantation oder ein Kunstherzsystem.

Vorsicht

Betablocker sind bei akuter Dekompensation oder kardiogenem Schock kontraindiziert. NSAR verschlechtern eine Herzinsuffizienz und sollten vermieden werden.

Multiple Choice

Ein Patient berichtet: „Meine Beine sind abends stark geschwollen, und mein Bauch fühlt sich aufgebläht an." Welche Form der Herzinsuffizienz liegt am ehesten vor?

  1. a)Linksherzinsuffizienz
  2. b)Akutes Koronarsyndrom
  3. c)Rechtsherzinsuffizienz
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Multiple Choice

Wie erklärst du einer Patientin am verständlichsten, warum sie täglich vier verschiedene Tabletten gegen ihre Herzschwäche nehmen soll?

  1. a)Nehmen Sie einfach alle Tabletten. Welche davon Sie nehmen, ist nicht so wichtig.
  2. b)Diese vier Medikamente bilden das leitliniengerechte ABMS-Quadrupel der HFrEF-Basistherapie.
  3. c)Jedes Medikament wirkt auf einen anderen Mechanismus. Gemeinsam schützen sie Ihr Herz und verbessern Ihre Lebenserwartung.
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Freie Antwort

Nenne den Fachbegriff für den beschriebenen Befund.

Patientenvorstellung: „Der Patient berichtet über zunehmende Atemnot, die inzwischen auch in Ruhe auftritt, sowie nächtliches Aufsitzen zum besseren Atmen."

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Freie Antwort

Erkläre dem Patienten mündlich, warum er bei Herzinsuffizienz auf sein Körpergewicht achten soll.

Situation: Patient mit chronischer Herzinsuffizienz, Erstberatung.

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Herzrhythmusstörungen

Lernziel: Du beschreibst Herzrhythmusstörungen patientengerecht.

Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien)

Eine Herzrhythmusstörung ist jede Abweichung von Herzfrequenz, Rhythmus oder Erregungsleitung von der Norm, also von 60 bis 100 Schlägen pro Minute im regelmäßigen Sinusrhythmus. Man unterscheidet nach der Frequenz Tachykardien (über 100/min) von Bradykardien (unter 60/min) und nach dem Ursprung supraventrikuläre von ventrikulären Rhythmusstörungen.

Wichtige supraventrikuläre Formen sind Vorhofflimmern, Vorhofflattern und die AV-Knoten-Reentry-Tachykardie. Wichtige ventrikuläre Formen sind die ventrikuläre Tachykardie und das Kammerflimmern. Bradykarde Formen sind unter anderem das Sick-Sinus-Syndrom und der AV-Block.

Ursachen und Beschwerden

Häufige Auslöser sind eine strukturelle Herzerkrankung, Elektrolytstörungen, eine Schilddrüsenfunktionsstörung, Alkohol und bestimmte Medikamente, die das QT-Intervall verlängern.

Patienten berichten typischerweise über Palpitationen, Schwindel, Präsynkope oder Synkope, Atemnot und Brustschmerz. Kammerflimmern führt dagegen sofort zum Kreislaufstillstand, ohne dass der Patient noch selbst berichten kann.

Gefahren und Diagnostik

Vorhofflimmern erhöht das Risiko für eine Embolie und damit für einen Schlaganfall erheblich. Kammerflimmern ist die häufigste Ursache des plötzlichen Herztods.

Wichtigstes diagnostisches Instrument ist das 12-Kanal-EKG. Bei nicht durchgehend nachweisbaren Rhythmusstörungen ergänzen Langzeit-EKG und Ereignisrekorder die Diagnostik. Eine elektrophysiologische Untersuchung klärt den genauen Ursprung.

Therapie je nach Rhythmusstörung

Bei Vorhofflimmern wählst du zwischen Frequenzkontrolle und Rhythmuskontrolle und schätzt anhand des CHA₂DS₂-VASc-Scores die Notwendigkeit einer Antikoagulation ein. Supraventrikuläre Tachykardien lassen sich oft durch Vagusmanöver oder Adenosin akut beenden, ventrikuläre Tachykardien durch Amiodaron oder elektrische Kardioversion. Kammerflimmern erfordert eine sofortige Defibrillation, ein AV-Block III. Grades einen Herzschrittmacher.

Vorsicht

Verapamil ist bei WPW-Syndrom mit Vorhofflimmern kontraindiziert, da es Kammerflimmern auslösen kann. Adenosin ist bei Asthma kontraindiziert.

Multiple Choice

Ein Patient wird bewusstlos aufgefunden, das Monitoring zeigt Kammerflimmern. Was ist der nächste Schritt?

  1. a)Amiodaron oral verabreichen und beobachten.
  2. b)Einen Herzschrittmacher implantieren.
  3. c)Sofortige Defibrillation.
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Multiple Choice

Wie erklärst du einem Patienten mit neu diagnostiziertem Vorhofflimmern am verständlichsten, warum er Blutverdünner nehmen muss?

  1. a)Das steht so in der Leitlinie, das müssen Sie einfach nehmen.
  2. b)Ihr CHA₂DS₂-VASc-Score liegt bei zwei Punkten. Deshalb ist eine orale Antikoagulation indiziert.
  3. c)Ihr unregelmäßiger Herzschlag kann dazu führen, dass sich Blutgerinnsel im Herzen bilden. Die Blutverdünner senken das Risiko, dass so ein Gerinnsel einen Schlaganfall auslöst.
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Freie Antwort

Nenne den Fachbegriff für den beschriebenen Befund.

Patientenvorstellung: „Der Patient berichtet über einen seit Wochen unregelmäßigen, meist schnellen Herzschlag ohne Bewusstseinsverlust."

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Erkläre dem Patienten mündlich, was ein Schrittmacher macht und warum er einen braucht.

Befund: symptomatischer AV-Block III. Grades, geplante Schrittmacherimplantation.

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Endokarditis

Lernziel: Du erklärst Endokarditis und ihre Symptome patientengerecht.

Endokarditis (Infektiöse Endokarditis, IE)

Die Endokarditis ist eine Entzündung der Herzinnenhaut, meist der Herzklappen, durch Mikroorganismen mit Bildung von Vegetationen. Man unterscheidet einen akuten, foudroyanten Verlauf, häufig durch Staphylococcus aureus, von einem subakuten, schleichenden Verlauf (Endocarditis lenta, häufig durch Streptokokken) sowie eine Nativklappen- von einer Prothesenendokarditis.

Risikofaktoren sind vorgeschädigte oder künstliche Herzklappen, eine frühere Endokarditis, angeborene Herzfehler, intravenöser Drogenkonsum, Immunsuppression und schlechte Mundhygiene.

Erreger und Symptome

In etwa 90 % der Fälle ist die Endokarditis bakteriell bedingt, am häufigsten durch Staphylokokken, insbesondere Staphylococcus aureus, gefolgt von Streptokokken und Enterokokken.

Leitsymptome sind Fieber bei über 80 % der Patienten, Schüttelfrost, Müdigkeit, Gewichtsverlust und ein neu aufgetretenes oder verändertes Herzgeräusch. Charakteristische, aber seltenere Hautzeichen sind Petechien, Osler-Knötchen und Janeway-Läsionen.

Gefahren und Diagnostik

Häufigste Todesursache ist die Herzinsuffizienz durch Klappendestruktion. Gefürchtet sind außerdem septische Embolien, die zum Beispiel einen Schlaganfall auslösen können.

Diagnostisch entscheidend sind mehrfache Blutkulturen vor Antibiotikagabe und die Echokardiographie, wobei die transösophageale Untersuchung eine höhere Sensitivität für Vegetationen hat als die transthorakale. Nach den Duke-Kriterien gilt eine Endokarditis bei zwei Hauptkriterien oder einem Haupt- und drei Nebenkriterien als gesichert.

Therapie

Die Behandlung erfolgt über vier bis sechs Wochen intravenös mit Antibiotika, zunächst empirisch, später nach Erregernachweis gezielt angepasst. Bei schwerer Herzinsuffizienz durch Klappendestruktion, unkontrollierter Infektion oder großen Vegetationen ist eine dringliche Operation mit Klappenrekonstruktion oder -ersatz notwendig.

Hinweis

Eine Endokarditisprophylaxe vor Eingriffen ist heute nur noch bei Hochrisikopatienten empfohlen, nicht mehr routinemäßig bei allen Herzpatienten.

Multiple Choice

Ein Patient mit Verdacht auf Endokarditis fragt, warum er erst Blut abgeben muss, bevor er sein Antibiotikum bekommt. Wie antwortest du am verständlichsten?

  1. a)Das ist einfach unser Standardvorgehen, das müssen wir immer so machen.
  2. b)Wir benötigen die Blutkulturen für die Duke-Kriterien zur definitiven Diagnosesicherung.
  3. c)Wir müssen zuerst den genauen Erreger in Ihrem Blut nachweisen. Sobald Sie ein Antibiotikum bekommen, wird das schwieriger.
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Multiple Choice

Ein Patient berichtet: „Ich fühle mich seit Wochen zunehmend müde und habe langsam an Gewicht verloren, aber nie hohes Fieber gehabt." Welcher Verlauf passt am besten?

  1. a)Akute Endokarditis, meist durch Staphylococcus aureus.
  2. b)Rechtsherz-Endokarditis durch i.v.-Drogenabusus.
  3. c)Subakute Endokarditis (Endocarditis lenta), meist durch Streptokokken.
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Nenne den Fachbegriff für den beschriebenen Befund.

Patientenvorstellung: „Der Patient berichtet über anhaltendes Fieber, Schüttelfrost und ein neu aufgetretenes Herzgeräusch."

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Freie Antwort

Erkläre dem Patienten mündlich, warum er über vier bis sechs Wochen intravenös Antibiotika bekommt.

Diagnose: gesicherte infektiöse Endokarditis, Beginn der antibiotischen Therapie.

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